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Das paradoxe Geschlecht nach Gesa Lindemann. Transsexualität im Spannungsfeld von Körper, Leib und Gefühl

Title: Das paradoxe Geschlecht nach Gesa Lindemann. Transsexualität im Spannungsfeld von Körper, Leib und Gefühl

Literature Review , 2016 , 5 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sarah Stäbler (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Gesa Lindemanns mikrosoziologische Studie „Das paradoxe Geschlecht“ von 2011 ist eine überarbeitete Version ihres gleichnamigen 1993 erschienenen Werks. Lindemann begeht diese Feldforschung von einem zweigeteilten Standpunkt aus, zum Einen als Beraterin von Transsexuellen und Personen ihres sozialen Umfeldes im Rahmen der Berliner Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, zum Anderen als Soziologin, die diese Position nutzt um eine Feldstudie durchzuführen. Sie selbst empfindet sich in diesem sehr heterogenen Feld als Komplize und Fremdling zugleich, was ihr sowohl Vor- als auch Nachteile in den Interviewsituationen bot: Sie muss analytisch zerlegen was sie an geschlechtlicher Wirklichkeit mitträgt und sich zugleich einer doppelten Verfremdung unterziehen. Neben diesen eigens gesammelten Daten stützt sich ihre Studie „auf schriftliches Material wie Gerichtsurteile, Autobiographien, Berichte in der allgemein zugänglichen Presse und Szenezeitschriften“.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

2.1. Leiblich-affektive Konstruktion von Geschlecht

2.2. Alltag der Geschlechterordnung

3. Empirische Untersuchung: Herauslösen aus interaktiven Zwängen

3.1. Prozess des Aushakens und Einhakens

4. Die Wirklichkeit des neuen Geschlechts

4.1. Folgen der Geschlechtsveränderung

4.2. Prozess von Erkenntnis bis Konstruktion

5. Umstellungen im sozialen Umfeld

5.1. Sprachliche Anpassungen

5.2. Schwierigkeiten bei der Umstellung

6. Analyse der Geschlechterdifferenz

6.1. Frau-zu-Mann vs. Mann-zu-Frau

6.2. Azentrische Form der Geschlechterunterscheidung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Studie untersucht auf mikrosoziologischer Ebene das Phänomen der Transsexualität und dessen Bedeutung für die Konstruktion von Geschlecht in der modernen Gesellschaft. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Transsexuelle durch das bewusste Durchbrechen bestehender Geschlechternormen eine neue Identität etablieren und wie dies die soziologische Theorie der Geschlechterdifferenz herausfordert.

  • Leiblich-affektive Konstruktion von Geschlecht
  • Prozesse des Aushakens und Einhakens in soziale Strukturen
  • Die Rolle der Personalität im Geschlechtswandel
  • Azentrische Formen der Geschlechterunterscheidung
  • Soziale Auswirkungen und sprachliche Umstellungen bei Transsexualität

Auszug aus dem Buch

Die leiblich-affektive Konstruktion

Im Rahmen von fünf Kapiteln bringt die Autorin uns nahe was damit gemeint ist. Schon im ersten Kapitel wird der Leser von den theoretischen Überlegungen hin zu einer empirischen Ebene geführt, indem Lindemann „die These der sozialen Konstruktion des Geschlechts reformuliert und als leiblich-affektive Konstruktion“ (Lindemann, 2011: 26) beschreibt. Sie versucht hier außerdem „allgemeine Aussagen über die alltägliche Reproduktion der Geschlechterordnung“ (Lindemann 2011: 195) zu treffen.

Im zweiten Kapitel erfahren wir wie Transsexuelle durch das Herauslösen von interaktiven Zwängen die Wirklichkeit ihres Ausgangsgeschlechts mindern. „Für einen derartigen Veränderungsprozeß müßte sich eine Person aus der leiblich-affektiven Umweltbeziehung aushaken und sich ausgehend von der neuen Geschlechtsposition erneut einhaken“ (Lindemann, 2011: 70)

Im folgenden Kapitel wird ein Einblick in die ganz eigene Beschaffenheit der Wirklichkeit des neuen Geschlechts und die Folgen, die diese Geschlechtsveränderung für alle Beteiligten hat, geboten. Es wird deutlich wie sehr der Bezug zu Gleich- und Verschiedengeschlechtlichkeit sich für alle Interagierenden ändert und wie wichtig es ist, dass Transsexuelle ein Versprechen für die Gestaltung ihrer Zukunft ablegen. Das Kapitel ist zirkulär aufgebaut und soll den Prozess von den anfänglichen Schwierigkeiten bei der Erkenntnis, bis hin zum „Zerbrechen des Ausgangsgeschlechts“ und der Konstruktion des neuen Geschlechts nachvollziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die mikrosoziologische Perspektive auf Transsexualität ein und skizziert den theoretischen Ausgangspunkt der Untersuchung.

2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die Reformulierung der Geschlechtskonstruktion als leiblich-affektiven Prozess und verankert das Thema im Alltag der gesellschaftlichen Geschlechterordnung.

3. Empirische Untersuchung: Herauslösen aus interaktiven Zwängen: Es wird analysiert, wie Transsexuelle durch soziale Veränderungsprozesse ihr Ausgangsgeschlecht hinter sich lassen und sich in eine neue Geschlechtsposition einfügen.

4. Die Wirklichkeit des neuen Geschlechts: Dieses Kapitel beleuchtet die neuen Lebensrealitäten nach der Geschlechtsveränderung und die zirkuläre Dynamik der Identitätskonstruktion.

5. Umstellungen im sozialen Umfeld: Der Fokus liegt hier auf den Herausforderungen für Angehörige und das Umfeld, insbesondere hinsichtlich sprachlicher Identifikatoren.

6. Analyse der Geschlechterdifferenz: Das Schlusskapitel vergleicht systematisch verschiedene Formen der Geschlechtsumwandlung und leitet daraus Thesen zur modernen Geschlechterdifferenz ab.

Schlüsselwörter

Transsexualität, Mikrosoziologie, Geschlechterdifferenz, Verschiedengeschlechtlichkeit, leiblich-affektive Konstruktion, Geschlechtsidentität, Sozialisation, Identitätskonstruktion, Geschlechterordnung, Personalität, soziale Umweltbeziehung, Plessner, Leiblichkeit, Geschlechtswandel, Geschlechtlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit einer mikrosoziologischen Untersuchung von Transsexualität und deren theoretischer Einordnung im Kontext der modernen Geschlechterkonstruktion.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die leiblich-affektive Umweltbeziehung, der Prozess der Geschlechtsveränderung und die soziologischen Auswirkungen auf die Wahrnehmung von Geschlechterdifferenz.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, was das Phänomen der Transsexualität über die moderne Geschlechterdifferenz aussagt und wie Geschlecht jenseits biologischer Determiniertheit konstruiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Studie basiert auf einer Kombination aus einer eigenen mikrosoziologischen Feldstudie, Beratungserfahrungen und der Analyse von schriftlichem Material wie Gerichtsurteilen und Autobiographien.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, empirische Einblicke in den Veränderungsprozess von Transsexuellen sowie die Analyse sozialer und sprachlicher Konsequenzen der Identitätsänderung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind Transsexualität, leiblich-affektive Konstruktion, Geschlechterdifferenz und die exzentrische Positionalität nach Plessner.

Wie unterscheidet sich die Mann-zu-Frau Umwandlung laut Lindemann von der Frau-zu-Mann Umwandlung?

Lindemann arbeitet systematische Unterschiede heraus, die auf einer azentrischen Form der Geschlechterunterscheidung basieren, bei der sich die Positionen in ihrer kontradiktorischen bzw. polaren Beschaffenheit differenzieren.

Welche Rolle spielt die Personalität für Transsexuelle?

Die eigene Personalität wird zur wesentlichen Voraussetzung für die Etablierung des neuen Geschlechts, wodurch der Körper seine Rolle als autoritativer Faktor der Geschlechtsbestimmung verliert.

Warum wird die Studie als "paradox" bezeichnet?

Die Paradoxie ergibt sich daraus, dass Transsexuelle durch ihre Personalität zwar die Körperbindung an das Geschlecht verneinen, sich jedoch oft nach einem dem neuen Geschlecht angepassten Körper sehnen, was die Körperbindung indirekt wieder bestätigt.

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Details

Title
Das paradoxe Geschlecht nach Gesa Lindemann. Transsexualität im Spannungsfeld von Körper, Leib und Gefühl
College
University of Tubingen
Grade
1,3
Author
Sarah Stäbler (Author)
Publication Year
2016
Pages
5
Catalog Number
V434373
ISBN (eBook)
9783668757714
Language
German
Tags
geschlecht gesa lindemann transsexualität spannungsfeld körper leib gefühl geschlechtersoziologie soziologie binarität transgender queer theory
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Stäbler (Author), 2016, Das paradoxe Geschlecht nach Gesa Lindemann. Transsexualität im Spannungsfeld von Körper, Leib und Gefühl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434373
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