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Eine Studie zur Wirkung von Vergleichsarbeiten im kosovarischen Schulsystem

Titel: Eine Studie zur Wirkung von Vergleichsarbeiten im kosovarischen Schulsystem

Masterarbeit , 2018 , 114 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Marius Dähne (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei der ersten Teilnahme Deutschlands am sogenannten „Programme for International Student Assessment“, kurz PISA, im Jahr 2000, kam es im darauffolgenden Jahr zum sogenannten „PISA-Schock“. Deutsche SchülerInnen erreichten hierbei nur mäßige Ergebnisse. Es folgten Diskurse in Politik und Gesellschaft darüber, wie solche Resultate möglich sind, was sie bedeuten und wie reagiert werden soll. Letztendlich kam es zu einem Weckruf und einem Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik. Durch ein neu eingeführtes Bildungsmonitoring und damit einhergehenden Durchführungen von Vergleichsarbeiten kam es zu grundlegenden Änderungen in der Bildungslandschaft.

„Der Pisa-Schock von 2001 und die daraufhin eingeleiteten grundlegenden Reformen des deutschen Bildungssystems wären nicht denkbar, wenn die Studie nicht das mäßige Abschneiden Deutschlands im Vergleich zu anderen Ländern dokumentiert hätte. Nur weil Pisa zeigen konnte, dass andere Bildungssysteme bessere Leistungen und gleichzeitig ein höheres Maß an Chancengleichheit erreichen können, ist die Diskussion in Deutschland überhaupt erst in Gang gekommen.“

In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Zeit“ vom 21. Februar 2018 erklärt der Direktor für Bildung bei der OECD, Andreas Schleicher, dass es durch die PISA-Studie möglich sei, die Leistungsfähigkeit von Bildungssystemen zu identifizieren und daran anknüpfend, mögliche Lösungsstrategien und Handlungsoptionen für eine Verbesserung der Bildungspolitik abzuleiten.

Seit der Jahrtausendwende wurde die PISA Studie alle drei Jahre durchgeführt, zuletzt im Jahr 2015. In diesem Jahr nahm der Kosovo das erste Mal an der Studie teil und erreichte dabei nur eine niedrige Punktzahl. Im Ranking der OECD belegte das Land einen der letzten Plätze. Jedoch stellt dieses Abschneiden nach Andreas Schleichers Ansicht auch eine Chance dar, nach Möglichkeiten zur Verbesserung des Bildungssystems zu suchen. Insofern sind auch die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und das Ministerium für Bildung im Kosovo (MEST) daran interessiert, bei der diesjährigen PISA-Studie ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund

2.1 Die empirische Wende in der Bildungspolitik

2.2 Bildungsmonitoring

2.3 Klassifikation und Merkmale von Vergleichsarbeiten

2.4 Nutzen und Ziele von Vergleichsarbeiten

2.4.1 Steuerungswissen zur Bildungsplanung

2.4.2 Diagnostik von Schulleistungen

2.4.3 Transparenz bildungspolitischer Entscheidungen

2.4.4 Anregung zur Diskussion neuer Ansätze

3. Forschungsdesign einer empirischen Studie zu Vergleichsarbeiten im Kosovo

3.1 Forschungsstand

3.2 Forschungsfrage

4. Das Untersuchungsgebiet: Vergleichsarbeiten im kosovarischen Bildungssystem

4.1 Historischer Abriss

4.2 Überblick über das Bildungssystem im Kosovo

4.3 Vergleichsarbeiten im Kosovo

5. Methodik

5.1 Stichprobe und Design

5.2 Forschungsinstrumente

5.3 Prozedur

6. Ergebnisse

6.1 Kenntnisstand bezüglich externer Vergleichsarbeiten

6.2 Meinungen über externe Tests

6.3 Vorbereitung auf die Tests

6.4 Nutzung der externen Testergebnisse

6.4.1 Verfahren an den Schulen nach dem Erhalt der Ergebnisse

6.4.2 Nutzung der Ergebnisse zur Unterrichtsentwicklung

6.4.3 Nutzung der Ergebnisse als Vergleichsstandard

6.4.4 Nutzung der Ergebnisse zur Beurteilung der LehrerInnen

6.5 Kenntnisse zum PISA-Test

7. Diskussion

7.1 Stärken und Schwächen der Methodik

7.2 Transparenz bildungspolitischer Entscheidungen

7.3 Erzeugung von Vergleichsstandards

7.4 Anregung zur Diskussion neuer Ansätze

7.5 Hindernisse für die erfolgreiche Nutzung der Ergebnisse

7.6 Herausforderungen

8. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welche Faktoren einen Einfluss auf die Differenz zwischen internen Lehrerbewertungen und externen Vergleichsarbeiten im kosovarischen Schulsystem haben, um Ansatzpunkte für eine Reduzierung dieser Diskrepanz zu finden.

  • Bildungsmonitoring und Vergleichsarbeiten als Steuerungsinstrumente.
  • Analyse des Kenntnisstandes und der Vorbereitung auf externe Tests im Kosovo.
  • Nutzung und Rezeption von Testergebnissen durch Schulleitungen und Lehrkräfte.
  • Identifikation von Hindernissen bei der Anwendung von Testergebnissen für die Schulentwicklung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die empirische Wende in der Bildungspolitik

Im Jahr 1997 nahmen SchülerInnen in Deutschland das erste Mal nach 20 Jahren wieder an einer internationalen Vergleichsstudie teil. Die Studie hieß „Third International Mathematics and Science Study“ (TIMSS) (Groß, 2013). Das Resultat waren sehr schwache Ergebnisse, was in der Folge zum sogenannten „TIMSS-Schock“ führte. Ein paar Jahre später folgte die „PISA-Katastrophe“ bei der SchülerInnen in Deutschland ebenfalls schlechte Ergebnisse erhielten (Helmke, 2017). Dabei wurde neben Defiziten in den Kernkompetenzbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften auch ein vergleichsweise hoher Zusammenhang zwischen Leistungsgrad und sozialer Herkunft festgestellt (ebd.).

Ähnlich wie in anderen Ländern führten diese Ergebnisse zu einer sogenannten empirischen Wende im deutschen Bildungssystem. Groß beschreibt, dass sich dies vor allem durch sieben Handlungsfelder ausdrückte, welche 2002 in der Kultusministerkonferenz (KMK) festgehalten wurden. Diese beinhalten u.a. die weitere Teilnahme an internationalen und nationalen Vergleichsarbeiten sowie die Einführung bundesweit geltender Bildungsstandards in Form von flächendeckenden nationalen Lernstandserhebungen (Groß, 2013). Dies bedeutete wiederum einen Abschied von der Input-Orientierung, das heißt der Sicherung der Bildungsqualität durch eine solide LehrerInnenausbildung, eine gute Infrastruktur und ausgewählte Curricula, hin zu einer Output-orientierten Ausrichtung (Helmke, 2017).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Kontext von Bildungsreformen nach schlechten PISA-Ergebnissen und führt in die Problematik externer Vergleichsarbeiten im Kosovo ein.

2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die empirische Wende, das Bildungsmonitoring sowie Klassifikationen und Ziele von Vergleichsarbeiten.

3. Forschungsdesign einer empirischen Studie zu Vergleichsarbeiten im Kosovo: Hier wird der Forschungsstand dargelegt und die zentrale Forschungsfrage der Masterarbeit hergeleitet.

4. Das Untersuchungsgebiet: Vergleichsarbeiten im kosovarischen Bildungssystem: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick und beschreibt die aktuelle Struktur des Bildungssystems sowie die Rolle von Vergleichsarbeiten vor Ort.

5. Methodik: Die Methodik beschreibt das Mixed-Methods-Design, die Stichprobenauswahl und die eingesetzten Erhebungsinstrumente (Fragebögen).

6. Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Daten zu Kenntnisstand, Einstellung, Vorbereitung und Nutzung der Testergebnisse durch Lehrkräfte und Schulleitungen.

7. Diskussion: Dieses Kapitel reflektiert die Stärken und Schwächen der Studie, diskutiert die Transparenz und Nutzung der Ergebnisse sowie bestehende Herausforderungen.

8. Schluss: Der Schluss fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt Ausblicke auf zukünftige Entwicklungen im Bildungssystem.

Schlüsselwörter

Vergleichsarbeiten, Bildungssystem Kosovo, Bildungsmonitoring, Schulleistungen, Lehrerbeurteilung, empirische Wende, PISA-Studie, Schulentwicklung, Leistungsbewertung, Testergebnisse, Bildungsstandards, Output-Orientierung, Bildungsplanung, Diagnostik, Unterrichtsentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Vergleichsarbeiten im kosovarischen Schulsystem wirken und wie Schulleitungen sowie Lehrkräfte diese externen Testergebnisse nutzen, um die Lücke zwischen externer und interner Leistungsbewertung zu verringern.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Bildungssteuerung durch Output-Orientierung, die Rezeption von Testdaten im Schulalltag, die Rolle der Schulleitung und die Vorbereitung sowie Anwendung von Testergebnissen zur Unterrichtsverbesserung.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Hauptziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die zur Differenz zwischen internen Schulnoten und externen Vergleichsergebnissen führen, und Wege zur Optimierung der Datennutzung im kosovarischen Bildungswesen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird ein Mixed-Methods-Design verwendet, das quantitative Daten aus der Auswertung von Vergleichstests und eine qualitative sowie quantitative Befragung von Lehrkräften und SchulleiterInnen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Bildungsmonitorings, eine detaillierte Beschreibung des kosovarischen Schulsystems, die methodische Vorgehensweise sowie die umfassende Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Bildungsmonitoring, Vergleichsarbeiten, Output-Orientierung, Schulentwicklung, Leistungsbewertung und die spezifischen Gegebenheiten des Bildungssystems im Kosovo.

Welche Bedeutung hat der "PISA-Schock" für diese Untersuchung?

Der PISA-Schock dient als theoretischer Ausgangspunkt, um zu verdeutlichen, wie nationale Bildungssysteme auf schwache Ergebnisse reagieren und warum die Einführung von Vergleichsarbeiten als notwendige Konsequenz zur Qualitätssicherung gesehen wird.

Welche Rolle spielt die GIZ im Kontext dieser Untersuchung?

Die GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) ist ein zentraler Akteur, da sie die Datengrundlage für die Studie lieferte und im Kosovo aktiv am Kapazitätsaufbau zur Verbesserung der Bildungsqualität und Rechenschaftspflicht arbeitet.

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Details

Titel
Eine Studie zur Wirkung von Vergleichsarbeiten im kosovarischen Schulsystem
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Note
1,7
Autor
Marius Dähne (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
114
Katalognummer
V434488
ISBN (eBook)
9783668765153
ISBN (Buch)
9783668765160
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eine studie wirkung vergleichsarbeiten schulsystem
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marius Dähne (Autor:in), 2018, Eine Studie zur Wirkung von Vergleichsarbeiten im kosovarischen Schulsystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434488
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Leseprobe aus  114  Seiten
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