Humanernährung. Klausurvorbereitung


Prüfungsvorbereitung, 2018

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Ernährung II: Vorlesung Humanernährung

Welche Kategorien gehören zum Ernährungsassessment?

- Client History (Aufnahme aller Daten)
- Diet History/ Ernährungsanamnese
- Ernährungsmuster, Wasserbilanz, Energiebilanz, Nährstoffbilanz, Medikamente und Spurenelemente
- Behavioral-Enviromental (welcher sozioökologischer Status)?
- Clinical Status/ Ernährungsstatus

Bennen Sie, was zur Ernährungsanamnese gehört?

- Methode à Verzehrserhebung
- Ernährungsmuster (kann durch einen Ernährungsindex charakterisiert werden)
- Kombination und Menge von LM,
- Mahlzeitentiming
- Zubereitungsmethoden
- Getränkeaufnahme und Wasserbilanz
- Energieaufnahme und Energiebilanz
- Lebensmittelverzehr und Nährstoffbilanz
- Medikamente und Supplement

Was sind direkte Verzehrserhebungen? Was wird unter Protokollmethoden verstanden?

Interview- bzw. Befragungsmethoden: 24-Stunden-Recall, Häufigkeitsbefragungen (food frequency)

Protokollmethoden, Diet History, Ernährungsanamnese

- Protokollmethoden:
- 7-Tage-Ernährungsprotokoll
- prospektiv
- Freiburger Ernährungsprotokoll
- Protokoll Auswertung, d.h.:
- nach Lebensmitteln, z.B. 5 am Tag Gemüse und Obst
- Aus den Lebensmittelanlagen werden die aufgenommenen Nährstoffe berechnet
- die aufgenommenen Nährstoffe werden mit den Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr, d.h. dem Nährstoffbedarf verglichen
- ein optimierter Ernährungsplan wird erstellt

Bennen Sie die wichtigsten anthropometischen Parameter und beurteilen Sie diese?

- Körpergewicht à Gewichtskonstanz, Muskeln beachten, Gewichtsverteilung bei Personen mit Handicap à geeichte Körperwaage/Sitzwaage/Bettwaage
- Größe à Größenabnahme im höheren Lebensalter à Teleskopmessstab
- Umfänge: Taillenumfang, mittlerer Oberarmumfang, Wadenumfang à Muskeln und Fettverhältnis beachten
- Organe

Wie wird der BMI berechnet und welche Grenzen gibt es?

- Grenzen z.B. bei:
- Personen mit erhöhtem Muskelgewebe à Sportler à BMI liegt höher
- Personen mit kurzen Beinen in Bezug auf ihre Größe à höhere BMI-Werte unabhängig vom Fettgehalt

Was ist der Nutzen des Taillenumfangs und wo liegen aktuelle Grenzwerte?

- Neben dem Ausmaß des Übergewichts, welches über den BMI erfasst wird, bestimmt das Fettverteilungsmuster das metabolische und kardiovaskuläre Gesundheitsrisiko. Die viszerale Fettmasse korreliert besonders eng mit kardiovaskulären Risikofaktoren und Komplikationen. Ein einfaches Maß zur Beurteilung des viszeralen Fettdepots ist die Messung des Taillenumfangs
- Bei einem Taillenumfang ≥ 88cm bei Frauen und ≥ 102cm bei Männern liegt eine abdominale Adipositas vor. Bei Personen mit einem BMI ≥ 25kg/m2 sollte der Taillenumfang gemessen werden

Nennen Sie einzelne Körperpartimente, die bei der Erhebung der Körperzusammensetzung eine Rolle spielen!?

- Ein-Kompartiment-Modell: W
- Zwei-Kompartiment-Modell: W= FM + FFM/LBM
- Drei-Kompartiment-Modell: W= FM + FFM/LBM (Zellmasse + ECM)
- Vier-Kompartiment-Modell: W= FM + FFM/LBM (Knochenmineralien + Proteine + TBW)
- W = Körpergewicht
- FM= Körperfett
- LBM Lean body mass = Magermasse (enthält zusätzlich membrangebundenes Fett à2-3% (m), 5-8% (w)
- FFM Fat-free mass = Fettfreie Masse
- TBW = Gesamtkörperwasser
- ECW = Extrazelluläres Wasser
- ICW = Intrazelluläres Wasser
- ECM= extrazelluläre Masse
- BCM= Körperzellmasse

Nenne verschiedene Methoden zur Bestimmung der Körperzusammensetzung und deren Vor- und Nachteile?!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ab wann wird Adipositas bei Erwachsenen diagnostiziert?

- BMI-Wert > 30 à Adipositas
- BMI-Wert >= 25 – 29,9 à Übergewicht
- BMI-Wert <18,5 à Untergewicht
- Dazwischen Normalgewicht

Was sind die Atwater-Faktoren?

- Umrechnungsfaktoren für die Makronährstoffe u.Ä., welche gesetzlich in der LMIV festgelegt sind
- KH = 4 kcal/g; Fett = 9 kcal/g; Eiweiß = 4 kcal/g; Alkohol 7 kcal/g

Wie wird Adipositas bei Kindern diagnostiziert?

- BMI Berechnung wie bei Erwachsenen und Einordnung in die Perzentile (statistische Verteilung der Referenzwerte für Kinderà Alters-/ und Geschlechtsspezifische Veränderungen)
- BMI-Wert >97. Perzentile à adipös
- BMI-Wert >=90 – 97. Perzentile à Übergewicht

Erklären Sie zentrale Begriffe und Definitionen im Kontext des Energiehaushalts?!

- Kraft [N] = Masse x Beschleunigung = kg x m x s2
- Energie, Arbeit, Wärme [J] = N x m = W x s = kg x m2 x s2
- 1kcal = 4,184 kJ à Energie, die benötigt wird, um 1 Kg Wasser von 14,5°C auf 15,5 °C zu erhitzen
- 1J = 0,2390057 cal à Energie, die aufgewendet werden muss, um 1 Kg um 1m mit der Kraft eines Newton zu bewegen
- ATP ist dabei die energiereiche biologische Form, welche im Körper vorkommt (Sonne -> Pflanzen (-> Tiere) -> Mensch -> Umwandlung -> Abgabe als Wärme)
- Dennoch sehr inneffizient, da nur ein Wirkungsgrad von 40-50 % erreicht wird
- Die Bindung des 3. Phosphatrestes ist dabei besonders Energiereich

Was ist der physikalische und der physiologische Brennwert?

- Physikalischer Brennwert
- Der Energiewert, der bei der physikalischen Verbrennung eines Nährstoffs freigesetzt wird
- KH = 4,1 kcal/g; Fett = 9,3 kcal/g; Eiweiß = 5,4 kcal/g; Alkohol 7,1 kcal/g
- Grundsätzlich gilt in der Theorie physikalischer Brennwert = physiologischer Brennwert (Ausnahme hier deutlich das Eiweiß) , in der Praxis ist der physiologische meist geringer
- Physiologischer Brennwert
- Der Energiewert, der bei der physiologischen Verwertung durch den Körper genutzt werden kann
- Eiweiß = 4,1 kcal/g, da Stickstoff vorhanden ist, dieses zu Ammoniak und zu Harnstoff umgewandelt werden muss und ausgeschieden wird (Energie bleibt ungenutzt bzw. muss für die Umwandlung auch aufgewendet werden)

Was sind Prinzipien der direkten Kalorimetrie?

- Bombenkalorimetrie
- Genauster Wert à Referenzmethode
- Verbrennung der Nährstoffe, Messung der Abgabe von Wärme nach außen
- 30 bar + Nährstoff + Membran, die die Wärmeänderung aufzeichnet
- Respirationskalorimetrie
- Mensch in einem Raum à Wasserleitung läuft durch à Wasser erwärmt sich à Veränderung der Wassertemperatur wird gemessen
- Zu teuer, gibt es so gut wie gar nicht mehr

Was sind Prinzipien der indirekten Kalorimetrie?

- Stoffwechselkammer
- Messung über Spirometrie à Messung des Atemverlust durch Vergleich der Aufnahme von Sauerstoff und der Abgabe von Kohlenstoffdioxid und eigentlich der Ausscheidung von Harn (vernachlässigbar, da nur Abweichung i.H.v. 2-3%)
- RQ = respiratorischer Quotient = [mol]

Nicht- kalorimetrische Methode

- 24-h-Herzfrequenzmessung
- Ermittlung der individuellen Beziehung zwischen Herzfrequenz und Sauerstoffverbrauch z.B. durch Fahrradergometer
- Trennung zwischen Aktivität und Inaktivität durch Flex-Herzfrequenz
- Nur Annäherungsmethode

Wie setzt sich der tägliche Energieumsatz zusammen?

- Summe aus Ruheenergieverbrauch REE (resting energy expentiture) + Energie für körperliche Aktivität AEE (activity energy expentiture) + Nahrungsinduzierte (postprandiale) Thermogenese DIT (diet – induced thermogenesis) oder TEF (thermic effect of food)
- REE ist nicht mit dem Grundumsatz BMR (basic metabolic rate) („Energieverbrauch“ unter strikten Ruhebedingungen im postabsorptiven Zustand)
- ist abhängig von der FFM (fat free mass) und damit auch vom Alter ung Geschlecht und beträgt circa 50-60% des Tagesenergieumsatzes

Was beträgt die DIT bei den einzelnen Makronährstoffen?

- Fett à circa 2-4%
- KH à 4-7%
- Eiweiß à 18-25%
- Alkohol à 20%

Was ist die wichtigste Determinate des REE?

- FFM à mehr Muskeln à höherer REE

Berechnen Sie den täglichen Energieumsatz einer Person beispielhaft?!

- REE (normale – und übergewichtige Personen)
- 0,047 x Gewicht [kg] + 1,009 x Geschlecht [m =1; w = 0] - 0,01452 x Alter [in Jahren] + 3,21 = MJ -à x 239 = kcal
- bei 173m, 69 kg, m, 21 Jahren à circa 1710 kcal
- PAL (physical activity level)
- Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
- DEE (daily energy expentiture) = REE X PAL
- 1710 kcal x 1,7 = 2907 kcal

Diskutieren Sie die Bedeutung und die Tragweite der Richtwerte für die Energiezufuhr?!

- Nicht bei jedem sind die Richtwerte so anwendbar (im Schnitt liegen etwa 30% oberhalb der Referenzwerte, da Unterschiede wie Bewegung bei Nervosität, die Ballaststoffverstoffwechselung, die FFM und das Geschlecht völlig individuell sind und nicht verallgemeinert werden können)
- Des Weiteren rechnen die Richtwerte den Bedarf + Sicherheitspolster mit ein

Wie sieht die Wasserverteilung auf die Flüssigkeitsräume beim Kleinkind und beim Erwachsenen aus?

- Erwachsener: Gesamtflüssligkeit 60% (45l)
- 28l intrazelluläre Flüssigkeit
- 17l extrazelluläre Flüssigkeit
- interstitielle Flüssigkeit (12l)
- Plasma (3l)
- Transzelluläre Flüssigkeit (2l)
- Männer:
- 35% intrazelluläre Flüssigkeit
- 25% extrazelluläre Flüssigkeit
- Kleinkind Gesamtflüssigkeit 70%
- 40% intrazelluläre Flüssigkeit
- 30% extrazelluläre Flüssigkeit
- 25% Interstitielle Flüssigkeit
- 5 % Plasma
- Abhängig von Geschlecht und Konstitution à Muskelzelle > H2O > Fettzellen

Erläutern Sie die Komponenten der Wasserbilanz eines Menschen?!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Proteine bilden weniger Oxidationswasser (es entsteht auch Harnstoff) als Fette (hoher H-Gehalt)

Definiere den Begriff „Oxidationswasser“?

- Beim Abbau („Verbrennung“) der Nährstoffe entsteht Oxidationswasser
- Chemische Umwandlung wasserstoffhaltiger Verbindungen mit Sauerstoff
- KH (55ml), Proteine (41ml), Fette (107ml) /pro 100g

Beschreiben Sie die Bedeutung des Wassers für den Organismus?!

- Lösungsmittel und Transportmittel
- Partner für chemische Reaktionen
- Wechselwirkungen mit gelösten Stoffen
- Elektrolythaushalt
- Wasserhaushalt

Wie würden Sie die Regulation des Wasserhaushalts grob umreißen?

- Regulation Wasserhaushalt
- Intrazellulärer und extrazellulärer Ebene
- Durch Hormone und durch intrazelluläre Kontrollen des Zellvolumens (Autoregulation)
- Osmorezeptor (Hypothalamus) à ADH-Freisetzung, Durst, Sympathikus Entladung à Hyperosmolarität
- Volumenrezeptor (Herz) à ADH-Freisetzung, Durst, Sympathikus Entladung à Hypovolämie
- Druckrezeptor (Herz) à Sympathikus Entladung à Blutdruckabfall
- Regulation Flüssigkeitsaufnahme durch Regulierung Durst
- Grobregulation über Haut, Lunge, Leber, Intestinum
- Feinregulation über Niere à Homoöstase
- Renin-Angiotensin-System
- Wirkung auf Produktion und Ausschüttung von Aldosteron
- Regulation Natriumhaushalt à Wasserhaushalt
- Rezeptoren (Niere) à Renin-Freisetzung à Blutdruckabfall

Nennen Sie die Richtwerte für die Wasserzufuhr eines erwachsenen, gesunden Menschen?!

- Zwischen 35-45 ml/kg Körpergewicht
- Frauen 2 Liter
- Männer 2,5 Liter
- Obergrenze 10 Liter

Bennen und erläutern Sie die Ursachen eines erhöhten Wasserbedarfs und die Folgen einer verminderten Zufuhr?!

- Erhöhter Wasserbedarf bei:
- Geringer Aufnahme von fester Nahrung
- Hohem Energieumsatz
- Hitze/Trockenheit, kalter Luft
- Hohem Kochsalzverzehr
- Hohem Proteinverzehr
- Fieber
- Erbrechen
- Durchfall
- Blutverluste
- Ödeme
- Folgen eines Flüssigkeitsmangels:
- Begünstig Entstehung von Nierensteinen
- Infektion der Harnwege und Mundhöhle
- Atemwegsinfektionen
- >2% Verminderung körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
- 3% Rückgang Speichelsekretion und Harnproduktion
- 5% Steigerung Herzfrequenz, Temperaturanstieg
- 10% Verwirrungszustände
- 20% Tod

Geben Sie eine Übersicht über die zentralen Abläufe im Glucosestoffwechsel und deren Bedeutung? (z.B.: Gluconeogenese)

- Glucose steht im Mittelpunkt des gesamten Kohlenhydrat-Stoffwechsels des Menschen
- In dem Cytoplasma einer Zelle findet beispielsweise die Glykolyse statt
- à aerob/anaerob Glucose à Pyruvat/Lactat
- die Gluconeogenese
- findet nur in Leber und Niere statt
- stellt die Versorgung des Organismus mit Glucose in der postprandialen Phase sicher, da es z.B. die einzige Energiequelle für folgendes ist:
- Nervengewebe, Erythrocyten und Nierenmark
- Skelettmuskulatur unter anaeroben Bedingungen
- Zur Herstellung/als Substrat für Lactose oder Heteroglykane
- Glucosesynthese aus Nicht-Kohlenhydrat-Vorstufen wie z.B.
- Muskel/Erythrocyten à Lactat
- Lipolyse à Glycerol
- Proteolyse in der Skelettmuskulator à Glucogene Aminosäuren (Methionin, Threonin, Isoleucin, Valin)
- GLYKOGEN als SPEICHERFORM in Leber und Muskel maximal 400g/Tag
- Cori-Cyclus
- Transport von Pyruvat und Lactat zwischen Leber und Muskel
- Alanincyclus
- Transport von Glucose und Alanin zwischen Leber und Muskel

Erläutern Sie die Aufrechterhaltung/ Homöostase der Blutglucosekonzentration im Blut?!

- 3,3 -5,6 mmol/l
- exogene Glucosezufuhr und endogene Glucoseproduktion liefern Glucose zur Aufrechterhaltung der Blutglucosekonzentration
- Gegenregulation „von oben“ durch:
- Anstieg der Sekretion von Insulin durch die ß-Zellen des Pankreas
- Vermehrter Glucoseverbrauch durch Glykogensnthese/ Triaglycerinsynthese
- Hemmung der Insulinantagonisten wie bsp. Glucagon
- Gegenregulation von „unten“ durch:
- Abfall der Sekretion von Insulin (Hemmung der Wirkung)
- Steigerung der Sekretion der Insulinantagonisten durch die alpha-Zellen des Pankreas
- Vermehrte endogene Glucoseproduktion durch Glykogenolyseund Gluconeogenese

Erklären Sie den GI und den GL und nennen Sie Beispiele für LM mit hohem/niedrigem GI?!

- Glykämische Index (GI)
- Relative Größe für die glykämische Antwort auf die Zufuhr einer defenierten KH-Menge
- Indikator für die Qualität einer verzehrten KH
- Erlaubt Aussagen über die Blutzuckerwirksamkeit eines LM im Vergleich zu einem Standard
- Fläche zwischen dem Verlauf der Blutglucosekonzentration und dem Nüchtern- bzw. Basalwert
- Hoher GI:
- Glucose, Malzzucker, Traubenzucker, Kartoffeln, Weißbrot
- Niedriger GI:
- Linsen, Kindneybohnen, Erdnüsse
- Glykämische Last (GL):
- „das Produkt des GI und der verwertbaren KH-Menge (in g) pro Portion eines LM, dividiert durch 100“
- niedriger GI < 55 à niedriger GL < 10

Leisten Sie eine kritische Beurteilung des GI-Konzeptes?!

- GI
- Geringe Praxisrelevant, da KH unabhängig vom LM berücksichtigt werden
- Unterliegt starken individuellen Schwankungen (wie der Stoffwechsel des Individuums darauf reagiert)
- Abhängig von der Art und Behandlung der KH und von der Zusammensetzung der jeweiligen Nahrung
- Amylose-Amylopektinverhältnis (Quellfähigkeit à Oberflächenvergrößerung à enzymatischer Angriff)
- Kochzeit/Verfahren à Form der Stärke à res. Stärke à Colon à Präbiotika à Ansäuerung à gegen path. Keime
- Fett und Protein in dem LM beachten
- GL
- Berücksichtigt KH-Anteil der LM
- Besser geeignet für die Praxis
- GI/GL sind durch Metaanalysen gewonnen und können nur einen Mittelwert darstellen

Nennen Sie die Referenzwerte für die Kohlenhydratzufuhr und die bewerten Sie diese?!

- DGE: allgemein > 50% d. Energiezufuhr durch KH für Kinder und Erwachsene
- Dennoch gilt zu beachten:
- Individueller Energie, Protein und Fettbedarf kann zu Abweichungen führen
- EFSA: allgemein zwischen 45 – 60% der Gesamtenergie bei Erwachsenen und Kindern sollte durch KH gedeckt werden
- DACH-Referenzwerte liegen ähnlich, mindestens sollte 25% des Energiebedarfs aus Kohlenhydraten angeboten werden um eine Gluconeogenese aus Protein vermieden wird und es zu einer Hemmung der Lipolyse kommt
- Kein ketogener Stoffwechsel und kein Abbau von Muskelprotein

Kommentieren Sie die Empfehlung für die Zuckerzufuhr?!

- DGE + WHO 2015: maximal 10%
- DACH-Referenzwerte 2000: es wird ein moderater Umgang empfohlen
- Vorsicht: viele wirtschaftsstarke Unternehmen sind in der Zuckerindustrie tätig und finanzieren Organisation wie die DGE oder die WHO teilweise mit.

Was ist die Definition von Ballaststoffen?

- KH sowie andere organische Verbindungen, die nicht oder nur unwesentlich durch körpereigene Enzyme des menschlichen GIT in resorbierbare Formen überführt werden können bzw. unwesentlich unmittelbar resorbiert werden
- i.d.R. keine enzymatische Spaltung im Dünndarm, sie erreichen folglich den Dickdarm
- lösliche Ballaststoffe (Pektine, lösliche Hemicellulosen) à weitgehender Abbau durch Darmbakterien (siehe Fermentation) à Zunahme Bakterienmenge à Erhöhung Stuhlgewicht/Verkürzung Transitzeit
- unlösliche Ballaststoffe (Cellulose, unlösliche Hemicellulose, Lignin) à nur teilweise Abbau à Bindung Wasser à Erhöhung Stuhlgewicht/Verkürzung Transitzeit

Was sind die Eigenschaften von Ballaststoffen?

- Wasserbindevermögen
- Viskosität
- Fermentierbarkeit
- Adsorptionsvermögen für organische Stoffe
- Kationen-Austauschfunktion
- Sättigungswirkung
- Verkürzung Transitzeit, Erhöhung Stuhlgewicht
- Cholesterinsenkende Wirkung (LDL- und Gesamt-Cholesterin)
- Lösliche Ballaststoffe à Gallensäurebindung -> bessere/effiziente Fettverdauung
- Reduktion Glucose- und Insulinantwort

Wie wird die Darmflora eingeteilt?

- Keime mit potentiell schädigenden/pathogenen Effekten (Pseudomonaden, Staphylokokken)
- Keime mit sowohl negativen als auch positiven Eigenschaften (E. Coli, Enterokokken)
- Keime mit überwiegend positiven Einflüssen (Lactoacillen, Bifidobakterien)
- (Menschen lassen sich in drei Enterotypen einteilen, welche möglicherweise Auswirkungen auf die Vitaminversorgung des Körpers haben)

Erläutern Sie die Fermentation von Ballaststoffen?!

- Fermentation findet im Kolon statt
- Nicht-Stärke-Polysaccharide und resistente sind neben nichtverdautem Nahrungsprotein und anderen Stoffen als Substrate von größter Bedeutung
- Bei der bakt. Fermentation (löslichen Ballaststoffe) entsteht eine Vielzahl von Abbauprodukten
- Kurzkettige FS (Acetat & Propionat à <95 % Pfortader -> Leber , n-Butyrat à Energiesubstrat für Darmmukosa)
- Niedriger pH-Wert (5,5-6,5 und Umsetzungsrate prim. GS zu sek. Gallensäuren & protektiv hinsichtlich Karzinogenese im Kolon sind:
- Lactat
- CO2, H2, CH4 (Methan), H2S (Schwefelwasserstoff)
- Ethanol
- ABER: exogene und endogene Substrate können in toxische und karzinogene Substanzen umgewandelt werden!

Was sind Pro- und Präbiotika (Beispiele) und welchen Nutzen haben sie?

- Probiotika (Yoghurt, Buttermilch, Kefir, Sauerkraut)
- Def. Lebende MO, die in ausreichender Menge in aktiver Form in den Darm gelangen und dadurch positive gesundheitliche Wirkung erzielen
- Verbessern Symptome oder Verlauf bestimmter Erkrankungen
- Lactoseintoleranz
- Entzündliche Darmerkrankungen
- Präbiotika (Hafermehl, Zwiebeln, grünes Gemüse)
- Unverdauliche Stoffe, die selektiv Bifidobakterien und mögl. Auch andere MO in ihrem Wachstum im Darm fördern und positve gesundheitliche Auswirkungen erzielen
- Bsp: Inulin, Oligofructose
- Steigerung der Resorption von Ca und Mg

Wie sehen die Referenzwerte für die Ballaststoffzufuhr in Deutschland aus und wie bewerten Sie diese?!

- Erwachsene
- 30g/Tag (DGE, D-A-CH-Referenzwerte)
- 25g/Tag (EFSA)
- Säuglinge à keine
- S. 5/6 Mon. à 4g/1000kcal
- S. 12 Mon. à 10g/1000kcal
- Kinder à 10g/1000kcal
Was sind ballaststoffreiche Lebensmittel?
- Brot, vor allem Vollkorn
- Obst, falls möglich mit essbarer Schale
- Gemüse
- Kindneybohnen, Linsen, Schwarzwurzeln

Wie sieht die Ballaststoffaufnahme in Deutschland?

- NVS II
- Mediane Zufuhr
- Männer circa 25g/Tag
- Frauen 23g/Tag

Aufbau, Funktion und den Stoffwechsel von Lipoproteinen (Lipidprofil) erläutern?

- Die absorbierten Fettverdauungsprodukte (Triglyzeride, Cholesterin, Cholesterinester + Phospholipide) müssen im Blut in eine wasserlösliche Form gebracht werden, um transportiert werden zu können, sie werden durch Lipoproteine transportiert/gebunden
- Anlagerungsverbindungen von Apolipoproteine + Lipide
- Apolipoproteine dienen der Stabilisierung + Kofaktor für Enzyme + Rezeptorbindungsstelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

LCAT = Lecethin-Cholesterin-Acyl-Transferase

LPL=Lipoproteinlipase

HL= hepatische Lipase

Endogen und Exogene Prozesse

Stoffwechselwege im Fettgewebe

- Energiespeicherung + -mobilisierung
- Im Cytosol der Adipozyten laufen Lipogenese, Lipolyse sowie Reveresterungscylen nebeneinander ab
- Lipogenese wird reguliert durch 2 Enzyme (Lipoproteinlipase + Acetyl-CoA-Carboxylase) und deren hormonelle (Steigerung durch Insulin, Hemmung durch Catecholamine) |Triglyceridsynthese|
- Wichtigstes Substrat sind Triacylglycerine aus Lipoproteinen und der Nahrung -> Lipoproteinlipase
- Weniger aber auch vorhanden: KH -> Glykolyse -> Pyruvat -> Acetyl-CoA (oxidative Desaminierung)
- Lipolyse wird reguliert durch das Enzym Triacylglycerin-Lipase (Stimulation hormonell durch Catecholamine + Glukagon, Hemmung durch Insulin) |Triglyceridabbau|

Leber + die Rolle von Ketonkörpern?

- Synthese von Lipoproteinen
- Cholesterin
- Ketonkörpern (leberspezifisch)
- Metaboliten des Lipidstoffwechsels (Bsp.: Acetoacetat, Aceton)
- Abhängig vom FS-Angebot der Leber
- Dienen als Energiesubstrat in extrahepatischen Geweben, die nicht obligat auf Glucose angewiesen sind= Nierenmark, Nervengewebe, Erythrozyten

Bedeutung von Leptin + Funktion von Lipiden?

- Leptin wird ausschließlich in Adipozyten des Fettgewebes exprimiert und reguliert die Fettmasse (Energieaufnahme/-verbrauch)
- Gewichtsabnahme -> Leptin sinkt -> Hypothalamus -> Neuropeptit Y -> Hunger -> Nahrungsaufnahme steigt, Energieverbrauch sinkt, Temperatur sinkt
- Gewichtszunahme -> Leptin steigt -> Hypothalamus -> Melanozyten-stimulierenden Hormon -> Nahrungsaufnahme sinkt, Energieverbrauch steigt
- DENNOCH: bei Übergewichtigen funktioniert der Leptinrezeptor im Hypothalamus nicht mehr richtig (zu wenig Rezeptoren)
- Lipide = prim. Energieträger 9kcal/g
= Kohlenstoffquelle für die Biosynthese von Acetyl-CoA
= Träger von essenziellen FS
= Träger von fettlöslichen Vit. E, D, K, A
= Träger von Geschmacks & Aromastoffen
= Wärmeschutz
= mechanischer Schutz (Niere, Gehirn)
= strukturelle Funktion (Bestandteil aller Körperzellen, v.a. Nervengewebe)

Referenzwerte für Lipide erklären, Fettqualität erläutern + Fettzufuhr von Bevölkerungsgruppen erklären?

- Referenzwerte
- Säuglinge 45-50 % der Gesamtenergie
- Kinder zwischen 30-45 % je nach Alter
- Erwachsene 30 % (schwangere -35%)
- Je nach Pal Wert auch höher
- Fettqualität
- Gesättigte Fettsäuren (7-10%) (Korrelation mit überzeugender Evidenz Steigerung Gesamt/LDL-Cholesterin )
- PUFAS (7-10%, n-6: n-3 = 5:1)
- MUFAS (Differenz der genannte FS im Gesamtfett
- Korrelation mit überzeugender Evidenz Senkung Gesamt/LDL-Cholesterin)
- Trans-FS <1% (Korrelation mit überzeugender Evidenz zu bsp. Koronalen Herzerkrkankungen)
- Fettverzehr in Deutschland geht zurück
- Dennoch Fette, Fleisch und Wurst und Milch und Käse Hautquellen

Essenzielle FS charakterisieren?!

- PUFAs mit cis- Konfiguration + bestimmte Positionen der DB sind essenziell, da der Körper diese nicht selbst herstellen kann
- Es fehlt das Enzymsystem, welches DB zwischen Methylende und dem 9. C-Atom einfügen kann
- Omega-6-FS (Linolsäure à Arachidonsäure)
- Omega-3-FS (alpha-Linolensäure à Eicosapentaensäure, Decosahexaensäure
- Konkurrieren bei der Biosynthese um das gleiche Enzymsystem aus Desaturasen und Elongasen
- Innerhalb der Familien können keine Umbildungen vonstattengehen
- Sind Bestandteile der Zellmembran, werden zu Eicosanoiden umgebaut

Eicosanoide + Bedeutung erklären?

- Hormonelle und sonstige Signale werden moduliert
- Sie werden in vielen verschiedenen Geweben und Zellarten gebildet
- Prostaglandine
- Prostacycline
- Thromboxane
- Leucotriene
- Beeinflussung von Funktionen:
- Glatten Muskeln
- Endothelien
- Monocyten
- Thrombozyten
- Entzündungsreaktion
- Immunreaktionen

Fettsäurequalität wichtige Öle/Fette bzw. LM bewerten?!

- Linolsäurereich (Sonnenblumenöl)
- Alpha-Linolensäurereich (Leinöl)
- EPA/DHA-reich (fettige Seefische)
- Jedes Öl hat seine Vor- und Nachteile
- 5:1 bei Olivenöl gut
- Wenig gesättigte FS bei Rapsöl gut

Aufgabe des Cholesterins im Körper erklären?

- Nur tierische Lebensmittel sind cholesterinreich
- Fettreich + cholesterinreich = Butter, Mortadella
- Fettarm + cholesterinreich = fettarmes Fleisch, Miesmuscheln
- Pflanzliche Phytosterine wirken nicht wie Cholesterin beim Menschen
- Senkung durch:
- ENDOGEN: Schlüsselenzym der Cholesterinbiosynthese HMG-CoA-Reduktase wird durch Statine gehemmt
- EXOGEN: weniger Cholesterinhaltige Lebensmittel zuführen
- Cholesterol (Cholesterin) ist Bestandteil von Zellmembranen und Ausgangssubstanz für Gallensäuren, Vit. D3 , Steroide wie Cortisol, Aldosteron)
- Zufuhr max. 300mg/Tag

Wie werden Aminosäuren eingeteilt?

- Essenziell (unentbehrlich)
- Körper kann die AS nicht selbst synthetisieren
- Bei ungenügender Zufuhr ist die notwendige körpereigene Proteinsynthese eingeschränkt
- Histidin (nur bei Säuglingen und Kleinkindern), Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Trptopan, Valin
- Bedingt essenziell (müssen dennoch zugeführt werden)
- Arginin, Serin, Cystein, Tyrosin
- Nicht essenziell (müssen dennoch zugeführt werden)
- Alanin, Glutaminsäure, Prolin, Glycin, Asparaginsäure
- Können endogen synthetisiert werden à Transaminierung/Aminierung
- Ketosäuren
- Zwischenprodukte Zitratzyklus (alpha-Ketoglutarat, Oxalacetat), Glykolyse (Pyruvat) und Pentosephosphatweg (Ribose-5-Phosphat)

Was sind wichtige Stoffwechselprodukte von Aminosäuren?

- Glutaminsäure à Glutamin (Zellbestandteil)
- Arginin à Kreatin (Kreatinphosphat à ATP Regeneration)
- Histidin à Histamin (Transmitter)
- Asparaginsäure à Pyrimidinbasen
- Glycin à Purinbase, Kreatin
- Lysin à Carnitin (Transport FS zu Mitochondrien)

Aminosäurestoffwechsel in Grundzügen!?

- Insulin fördert dabei die Aufnahme der AS in die Muskulatur à Anabolismus
- Glucagon fördert die Aufnahme der AS in die Leber à Gluconeogenese à Katabolismus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie wird der Proteinbedarf ermittelt?

- Stickstoffbilanz-Methode: 0,8 g/kg pro Tag
- Mindestmenge an Nahrungsprotein um die ausgeglichen Stickstoffbilanz aufrechtzuerhalten
- Exper. Ermittelter Proteinbedarf Protein mit hoher Qualität (=0,6g/kg/Tag) + Berücksichtigung ind. Schwankungen (=0,75g/kg/Tag) + Zulage wegen geringer Bioverfügbarkeit = 0,8g/kg/Tag
- Indicator Amino Acide Technique: 0,93-1,2 g/kg pro Tag
- Faktorielle Methode : ausgehend vom obligaten N-Verlust
- Obligate N-Verlust Auslgeich (0,34g/kg/Tag) + 30% Sicherheitszuschlag/min. Proteinbedarf (=0,45g/kg/Tag ) + 30% für untersch. Bioverfügbarkeit (=0,6g/kg/Tag) + Berücksichtigung untersch. Biol. Wertigkeit = 0,8g/kg/Tag
- IAAO-Methode (indicator amino acid oxidation mehtode): 1,3g/kg pro Tag
- Bei Kindern

Referenzwerte für Proteinzufuhr/ auch für unters. Bevölkerungsgruppen?

- EFSA:
- Erwachsene 0,83g/Kg Körpergewicht/Tag
- Säuglinge/Kinder/Jugendliche je nach Alter 0,83-1,31g/kg/Tag
- Schwangere +1g/Tag (1.Drittel) /+9g (2.Drittel) /+28g (3. Drittel)
- Stillende Mütter +19g/Tag (erste 6. Monate) /+ 13g/Tag (danach)
- Biesalski + DGE:
- Kraftsportler 1,6-1,8g/kg/Tag
- Ausdauersportler 1,2-1,4g/kg/Tag
- ACHTUNG: Es muss vom Normalgewicht (BMI 22) ausgegangen werden à ansonsten Adipositas höhere Zufuhr à falscher Rückschluss

Erklären Sie in Grundzügen die Proteinqualität!?

- Hängt ab von:
- Verdaulichkeit (Verdauung und Absorption, Quelle, Zubereitungsart)
- Siehe WHO/FAO Definition
- Biologische Wertigkeit (wie gut das absorbierte AS-Profil mit dem Bedarf an Aminosäuren übereinstimmt (Ei à 1) à Kombination à Ausgleich der limitierenden AS
- Praktische Bewertung (physiologische Methoden)
- Net Protein Utilization (NPU) = refinierter N x 100/ Stickstoffaufnahme
- Biologische Wertigkeit (BW) = refinierter N x 100/absorbierter N (Berücksichtigt Verdaulichkeit)
- WHO/FAO à PDCAAS à protein digestibility corrected amino acid score
- Basiert auf dem definierten, idealen AS-Muster (Referenzprotein)
- Mit diesem ins Verhältnis gesetzt (à Amino Acid Score AAS)
- Ermittlung der lim. AS, die am wenigsten vorhandene und unterhalb der Empfehlung liegende AS (Häufig Lysin, Methionin, Cystein Threonin, Tryptophan)
- Multiplikation mit der wahren Proteinverdaulichkeit PDC
- Endogene Stickstoffverluste (über Zellabschürfungen, Enzyme etc.) müssen abgezogen werden

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Humanernährung. Klausurvorbereitung
Hochschule
Hochschule Fulda  (Fachbereich Oecotrophologie)
Veranstaltung
Ernährung II/2, Humanernährung
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V434491
ISBN (eBook)
9783668758124
Dateigröße
1681 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Humanernährung, Lebensmittel 2, Lebensmittel II, Lebensmittel
Arbeit zitieren
Tim Ritzheim (Autor), 2018, Humanernährung. Klausurvorbereitung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434491

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