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Betrachtungen zu Inklusion und Exkurs in die Bildungspolitik von Sachsen-Anhalt

Titel: Betrachtungen zu Inklusion und Exkurs in die Bildungspolitik von Sachsen-Anhalt

Hausarbeit , 2017 , 26 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Master of Arts Marius Dähne (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Am 13. Dezember 2006 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit einer Resolution das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Die Resolution beinhaltet sowohl die Bekräftigung allgemeiner Menschenrechte als auch eine Vielzahl spezieller Regelungen für behinderte Menschen zugeschnitten auf deren Lebenssituation. Mit der anschließenden Ratifizierung im Jahr 2009 hat sich unter anderem auch Deutschland dazu verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen einzuführen. Dies bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen das gleiche Recht auf Bildung haben sollen, wie Menschen ohne Behinderung. Die Länder haben die Aufgabe, dass dieser Prozess ohne Diskriminierung und unter Gewährleistung der Chancengleichheit vollzogen wird. Demzufolge sind die Schulen formal inklusiv und dazu angehalten, SchülerInnen egal ob mit oder ohne Behinderung gemeinsamen Unterricht zu garantieren. Für die Schulen ergeben sich so neue Herausforderungen, mit denen von Seiten der professionell Agierenden in den Institutionen sehr unterschiedlich umgegangen wird.


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffe

2.1 Erklärungsansätze für Ein- und Ausschlussprozesse

2.2 Begriffliche Annäherung an Inklusion

2.3 Inklusion

2.4 Behinderung

3. Inklusion als nationale und internationale Leitidee

3.1 UNO

3.2 Salamanca Erklärung (UNESCO)

3.3 Europäische Union

3.4 Bundesrepublik Deutschland

4. Begründungen für Inklusion

5. Parteiprogramme zu Inklusion in Sachsen-Anhalt

5.1 Alternative für Deutschland (AFD)

5.2 Christlich Demokratische Union (CDU)

5.3 Sozialdemokratische Partei (SPD)

5.4 Bündnis90/Die Grünen

5.5 Die Linke

6. Exkurs: Schulische Inklusion in Sachsen-Anhalt 2014/2015

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung inklusiver Bildungspolitik im Bundesland Sachsen-Anhalt, eingebettet in einen theoretischen Rahmen aus nationalen und internationalen Leitideen sowie soziologischen Erklärungsansätzen. Das primäre Ziel ist es, den Stand der schulischen Inklusion kritisch zu analysieren und die Positionierungen verschiedener politischer Parteien zu diesem Thema gegenüberzustellen.

  • Theoretische Grundlagen von Inklusion, Exklusion und Behinderung
  • Internationale und nationale Vorgaben (UN-Behindertenrechtskonvention, UNESCO)
  • Analyse der bildungspolitischen Positionen zur Landtagswahl 2016 in Sachsen-Anhalt
  • Empirische Bestandsaufnahme der schulischen Inklusion und Förderschulbesuchsquoten
  • Reflexion des „Weges zu einer inklusiven Schule“ im Kontext aktueller Koalitionsverträge

Auszug aus dem Buch

2.1 Erklärungsansätze für Ein- und Ausschlussprozesse

Bildungsinstitutionen erzeugen Differenz, dies ist Teil unseres Bildungssystems und dient unter anderem zur Sicherstellung einer gesellschaftlichen Sozialstruktur. Die gesellschaftlichen Ausschlussprozesse haben weitreichende Folgen für die gesellschaftliche Strukturbildung, insbesondere für Gruppen von Kindern und Jugendlichen im Bildungssystem (vgl. Böhm 2011, 4).

Bourdieus Theorie zur Positionierung im Sozialraum beschreibt, dass der Habitus (Grundhaltung zur Welt) eines Menschen an die soziale Positionierung gebunden ist. Die verschiedenen sozialen, kulturellen und ökonomischen Kapitalien, die ein Individuum besitzt, bestimmen die jeweilige soziale Position (vgl. Baumgart 1997, 199ff). Eine schlechtere Stellung im sozialen Raum ist nach Bourdieu darauf zurückzuführen, dass der betroffene Mensch eine unzureichende kapitale Ausstattung besitzt (Bourdieu 1982). So haben beispielhaft sozial benachteiligte Familien mit einer schlechten kapitalen Ausstattung öfter Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (vgl. Preuss-Lausitz 1998, 15). Je weniger Kinder und Jugendliche in die gesellschaftliche Standardvorstellung passen, desto eher geraten sie in schlechtere Positionen (vgl. Böhm 2011, 5). Hierzu zählen auch Menschen, denen gesellschaftlich eine Behinderung zugeschrieben wird. So werden eben jene SchülerInnen als „sonderpädagogisch“ erfasst, sobald sie im Regelschulsystem als „besonders“ auffällig eingestuft werden. Diese Einstufungen erfolgen durch gesellschaftlich entworfene Differenzlinien, welche ein Idealbild einer Schülerin/ eines Schülers konstruieren (vgl. ebd.). „Eine zentrale Bedeutung für die Organisation des Bildungswesens, in institutionalisierter Form von Beratung, Erziehung, Bildung und Betreuung, kommt somit den Differenzlinien zu, die abhängig von der Institution verschieden sein können.“ (ebd.).

Ein weiterer Erklärungsansatz für Ein-und Ausschlussprozesse liefert Niklas Luhmann mit der Systemtheorie. Diese bietet einen möglichen Ansatz, gesellschaftliche Differenzierung zu beschreiben. Dazu setzte sich Luhmann explizit mit der Problematik von Differenzierung und deren Folgen auseinander (vgl. Böhm 2011, 6). Die Systemtheorie beschreibt einzelne gesellschaftliche Teilsysteme. Eines dieser Teilsysteme ist die Erziehung, diese steht durch differente, spezifische, historisch verfestigte Probleme in Verbindung zu ihrer Umwelt und zu den anderen Teilsystemen. Jedes dieser Teilsysteme hat für sich eine selbst generierte, bestimmte Kommunikation. Mit Hilfe dieser Kommunikation sollen systemspezifische Probleme behandelt und gelöst werden. Können nun bestimmte Inhalte innerhalb des Teilsystems nicht kommuniziert werden, werden diese ausgeschlossen. Es handelt sich hierbei um die systemeigene Problembearbeitung mit für außenstehende ersichtliche Codes wie „vermittelbar/nicht vermittelbar“ oder „schlechter/besser“ (vgl. Luhmann 2002, 59ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Inklusion ein, verankert durch die UN-Behindertenrechtskonvention, und skizziert das Forschungsinteresse an der Bildungspolitik in Sachsen-Anhalt.

2. Begriffe: Es werden soziologische Theorien von Bourdieu und Luhmann genutzt, um Ein- und Ausschlussprozesse zu erklären und die Begriffe „Inklusion“ sowie „Behinderung“ fachlich einzurahmen.

3. Inklusion als nationale und internationale Leitidee: Dieses Kapitel stellt die normativen Grundlagen und Deklarationen der UNO, UNESCO und EU sowie die rechtliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland dar.

4. Begründungen für Inklusion: Anhand von Lernforschung und psychologischen Ansätzen, insbesondere dem „Prinzip Menschlichkeit“ von Joachim Bauer, wird der Vorteil inklusiver heterogener Gruppen begründet.

5. Parteiprogramme zu Inklusion in Sachsen-Anhalt: Hier erfolgt eine kritische Analyse der Wahlprogramme der im Landtag vertretenen Parteien bezüglich ihrer Haltung zum inklusiven Schulwesen.

6. Exkurs: Schulische Inklusion in Sachsen-Anhalt 2014/2015: Das Kapitel bietet eine datengestützte Bestandsaufnahme zur Situation in Sachsen-Anhalt, einschließlich Förderschulbesuchsquoten und bildungspolitischer Meilensteine.

7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse, bewertet den Stand der Inklusion im Bundesland und betont die Notwendigkeit gesellschaftlicher Akzeptanz.

Schlüsselwörter

Inklusion, Sachsen-Anhalt, Bildungspolitik, Behinderung, Förderschule, UN-Behindertenrechtskonvention, Pädagogik, Exklusion, Systemtheorie, Chancengleichheit, gemeinsamer Unterricht, Schulentwicklung, soziale Ungleichheit, Heterogenität, Parteiprogramme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Umsetzung und bildungspolitische Verankerung von Inklusion im Bundesland Sachsen-Anhalt unter Einbeziehung theoretischer Diskurse und politischer Parteipositionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die soziologische Fundierung von Inklusion, internationale Abkommen, die empirische Situation der Förderschullandschaft und die parteipolitische Debatte zur Schulgestaltung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Stand der Inklusion in Sachsen-Anhalt kritisch zu beleuchten und aufzuzeigen, inwieweit das Bundesland den internationalen Anforderungen an ein inklusives Bildungssystem gerecht wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Theorien sowie eine deskriptive Auswertung statistischer Daten und eine Inhaltsanalyse von Wahlprogrammen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Ansätze zur Differenzbildung, rechtliche Leitideen, der empirische Befund zur Inklusion in Sachsen-Anhalt und die Positionen der Parteien analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Inklusion, Sachsen-Anhalt, Förderschulwesen, UN-Behindertenrechtskonvention und Bildungsgerechtigkeit sind die prägenden Begriffe.

Wie bewertet der Autor das Abschneiden Sachsen-Anhalts bei der Inklusion?

Der Autor konstatiert, dass Sachsen-Anhalt zwar rechtliche Schritte unternommen hat, aber bei der Förderschulquote und dem Anteil der Abgänger ohne Abschluss noch deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt und sich am Anfang eines langen Weges befindet.

Welche Bedeutung misst der Autor dem Parteienspektrum bei?

Der Autor ordnet die Unterstützung für Inklusion primär dem linken politischen Spektrum zu, während er konservativ-rechte Forderungen zum Erhalt des Förderschulsystems als leistungsorientiert und problematisch für eine inklusive Gesellschaft kritisiert.

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Details

Titel
Betrachtungen zu Inklusion und Exkurs in die Bildungspolitik von Sachsen-Anhalt
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Note
1,3
Autor
Master of Arts Marius Dähne (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
26
Katalognummer
V434496
ISBN (eBook)
9783668757691
ISBN (Buch)
9783668757707
Sprache
Deutsch
Schlagworte
betrachtungen inklusion exkurs bildungspolitik sachsen-anhalt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Master of Arts Marius Dähne (Autor:in), 2017, Betrachtungen zu Inklusion und Exkurs in die Bildungspolitik von Sachsen-Anhalt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434496
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