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Gesänge jugendlicher Fußballfans

Title: Gesänge jugendlicher Fußballfans

Seminar Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefanie Held (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Summary Excerpt Details

Fußballfans werden in der Öffentlichkeit häufig als lärmende Horden wahrgenommen. Das liegt natürlich auch daran, dass es vor allem gewalttätige Aktionen sind, die Eingang in die Massenmedien finden. Liest man einen Bericht über ein beliebiges Spiel der Bundesliga, so finden die Anhänger der beteiligten Mannschaften entweder gar keine Erwähnung oder das Fehlverhalten eines kleinen Teils wird angeprangert...

Um sich dem Thema zu nähern ist es in jedem Fall notwendig, hinter diese gesellschaftlich konstruierte Fassade zu schauen. In den letzten Jahren gab es sehr viele, auch wisseschaftliche Arbeiten, die sich mit dem Thema Fußball und seinen Fans beschäftigt haben. Dies liegt zum einen daran, dass man sich zum fünfzigsten Jahrestag an das Wunder von Bern erinnert hat. Ein trauriger Anlass, der länger zurückliegt, ist die Gewalt am Rande der Weltmeisterschaft in Frankreich im Jahr 1998. In der Literatur hat vor allem das Spiel mit seinen Turnieren und Mannschaften Beachtung gefunden, zum anderen ein kleiner Teil der Zuschauer. Bei der Recherche stößt man häufig auf Arbeiten, die sich dem Phänomen der Hooligans anzunähern versuchen. Von dieser Masse hebt sich das Buch „Fangesänge - eine FANomenologie“ von Reinhard Kopiez und Guido Brink ab. Diese haben sich dem Thema sehr gründlich und wissenschaftlich genähert. Allerdings bleiben noch viele Fragen offen, die Brink und Kopiez zwar dargestellt haben, aber von ihrem Stand der Forschung aus noch nicht beantworten konnten. So kann dieses Buch nur ein Anfang sein um die Fangesänge wirklich und umfassend beleuchten zu könen.
Die vorliegende Arbeit stützt sich auf diese Erkenntnisse. Es soll hiermit ein Überblick ü-ber das Phänomen geschaffen werden. Die Motivation bestand dabei in der Faszination, wie Tausende von Menschen in einem Stadion singen und völlig aus sich herausgehen, obwohl man in dieser Gesellschaft eigentlich ungern durch Lautstärke auffällt. Zum andren soll mit dieser Arbeit aber auch der Anspruch verbunden sein, nicht dabei stehen zu bleiben, sich vom Massenchor begeistern zu lassen. Vielmehr soll hier der Versuch untenommen werden zu erklären, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass Fußballfans in den Stadien singen, und unter welchen Voraussetzungen dies stattfindet.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Annäherung an das Thema

Spurensuche in der Antike

Vorraussetzungen für die Entstehung und Existenz der Fangesänge in Stadien

Geschichte der heutigen Fußballfangesänge

Funktionen der Fangesänge

Die Interpreten- Einstellungen und Organisation in verschiedenen Gruppen

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Fangesänge in Fußballstadien, analysiert deren historische Wurzeln und erforscht die soziologischen sowie musikalischen Voraussetzungen, die es Tausenden von Menschen ermöglichen, gemeinsam als Chor zu agieren.

  • Historische Betrachtung des Zuschauerverhaltens von der Antike bis heute
  • Strukturelle Bedingungen für die Entstehung von Fankultur und Stadiongesängen
  • Die Rolle der musikalischen Adaptation (Kontrafaktur) und des "Chant-Leaders"
  • Soziologische Einordnung von Fangruppierungen wie Ultras und deren Motivation
  • Funktionalität von Gesängen als Ausdruck von Identität, Treue und Konfliktbewältigung

Auszug aus dem Buch

Spurensuche in der Antike

Um zu untersuchen, seit wann es Massengesänge in Sportstadien gibt, bietet es sich an, in der Welt der Antike nach etwas Vergleichbarem zu suchen. Schließlich hat es schon bei den alten Griechen und Römern sportliche Massenveranstaltungen in Stadien gegeben. Nicht zuletzt stammt die Bezeichnung für die Heimat der heutigen Fangesänge aus dem alten Griechenland: Das Stadion meinte damals auch ein Längenmaß und entspricht ungefähr 600 Fuß, also 192 Meter.

Griechische Vasen liefern einen Beleg, dass es damals schon eine Verbindung von Sport und Musik gegeben haben muss: Man kann in den Malereien erkennen, wie Aulosbläser zu Turnübungen spielen. Allerdings gibt das noch keinen Beleg für das Verhalten der Zuschauer in der Antike. Es handelt sich hierbei um ein weitgehend unerforschtes Themengebiet, da nur sehr wenige Quellen vorhanden sind. Manfred Lämmer hat sich jedoch in den 1980er Jahren dem Zuschauerverhalten im antiken Griechenland gewidmet. Als Hauptergebnis seiner Untersuchungen kann genannt werden, dass das Publikum sich nicht passiv-konsumierend verhalten, sondern sich sehr stark mit den Wettkämpfen identifiziert hat. Dieser Umstand führte, laut Lämmer, auch zu regelrechten Randalen, wie wir sie heute leider auch von Fußballspielen kennen. Er berichtet, dass „in der frühgriechischen Zeit nicht selten die enttäuschten Freunde und Anhänger eines unterlegenen Wettkämpfers über den Sieger und dessen Begleiter herfielen.“

Zusammenfassung der Kapitel

Annäherung an das Thema: Das Kapitel beleuchtet das öffentliche Bild von Fußballfans als lärmende Menge und fordert eine differenzierte, wissenschaftliche Betrachtung hinter dieser gesellschaftlichen Fassade.

Spurensuche in der Antike: Hier werden antike Sportveranstaltungen auf Parallelen zum heutigen Zuschauerverhalten untersucht, wobei der Fokus auf der Identifikation der Zuschauer mit dem Wettkampf liegt.

Vorraussetzungen für die Entstehung und Existenz der Fangesänge in Stadien: Dieses Kapitel analysiert die soziologischen Bedingungen wie die Notwendigkeit von Gruppendynamik, regelmäßigen Spielbetriebs und die Bedeutung eines gemeinsamen musikalischen Repertoires.

Geschichte der heutigen Fußballfangesänge: Eine historische Nachzeichnung, wie sich aus rituellen Hymnen des 19. Jahrhunderts und dem Einfluss der Popmusik der 1960er Jahre die heutige Stadionkultur entwickelte.

Funktionen der Fangesänge: Untersucht werden die psychologischen und sozialen Effekte des Singens im Stadion, insbesondere die Ermutigung des Teams und die Verunsicherung des Gegners.

Die Interpreten- Einstellungen und Organisation in verschiedenen Gruppen: Eine Klassifizierung der Fangruppen, von "Flöhen" über "Novizen" bis hin zu den "Ultras" und "Anführern", hinsichtlich ihrer Rolle innerhalb der Fankurve.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Fangesänge ein strukturiertes und bedeutungsvolles Element der Fankultur sind, das Spieler und Anhänger zur Einheit des "12. Mannes" verschmelzen lässt.

Schlüsselwörter

Fußballfans, Fangesänge, Fankultur, Stadion, Musik, Kontrafaktur, Ultras, Chant-Leader, Zuschauerverhalten, Identität, Gruppendynamik, Stadionatmosphäre, Massenphänomen, Vereinsliebe, Sportsoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehung, Funktion und soziologische Bedeutung von Fangesängen in modernen Fußballstadien im Kontext der Fan- und Stadionkultur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung des Zuschauerverhaltens, die musikalischen Regeln und Voraussetzungen für Gesänge sowie die Organisationsstrukturen innerhalb der verschiedenen Fangruppierungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Ursprung und die Mechanismen der musikalischen Fan-Kultur zu erklären und aufzuzeigen, wie Gesänge zur Identitätsbildung und Stimmung im Stadion beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender wissenschaftlicher Untersuchungen, historische Quellenvergleiche sowie Auswertungen von Interviews mit Akteuren der Fanszene.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung historischer Spuren in der Antike, die Erarbeitung der Voraussetzungen für Stadiongesänge, die geschichtliche Entwicklung seit den 1960er Jahren und die Analyse der verschiedenen Fangruppierungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fankultur, Kontrafaktur, Stadionatmosphäre, Gruppendynamik und Identitätsstiftung charakterisiert.

Warum wird der "Chant-Leader" als bedeutsam eingestuft?

Er fungiert als autorisierter Initiator und Koordinator der Gesänge, der durch jahrelange Präsenz in der Fanszene das nötige Vertrauen und Ansehen genießt, um die Masse musikalisch zu leiten.

Was bedeutet der Begriff "Kontrafaktur" im Kontext der Arbeit?

Kontrafaktur bezeichnet das Dichten neuer, stadionbezogener Texte auf bereits existierende und populäre Melodien, was die typische Entstehungsweise der meisten Fußballlieder erklärt.

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Details

Title
Gesänge jugendlicher Fußballfans
College
University of Education Freiburg im Breisgau  (Medienpädagogik)
Course
Musik und Jugendkultur
Grade
1,0
Author
Stefanie Held (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V43452
ISBN (eBook)
9783638412339
ISBN (Book)
9783638657143
Language
German
Tags
Gesänge Fußballfans Musik Jugendkultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Held (Author), 2004, Gesänge jugendlicher Fußballfans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43452
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