Städte und Regionen zwischen Wachstum und Schrumpfung

Wachsende Städte. Megacities und Global Cities


Hausarbeit, 2010

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Definitionen
1.1 Megastädte
1.2 Global Cities

2 Historischer Rückblick - Die Entwicklung von Megastädten

3 Charakteristische Merkmale räumlich-sozialer Entwicklungsdynamik in Megastädten

4 Aktuelle Probleme in Megastäden
4.1 Umweltbelastung in Megastädten
4.2 Informalität in Megastädten
4.3 Segregation in Megastädten
4.3.1 Marginalsiedlungen
4.3.2 Gated Communities

5 Die Megastadt und Global City London

6 Literaturverzeichnis
6.1 Monographien
6.2 Zeitschriftenartikel
6.3 Internetquellen

7 Tabellenverzeichnis

Städte und Regionen zwischen Wachstum und Schrumpfung Wachsende Städte - Megacities und Global Cities Städtische Ballungsräume gehören zu den typischen Erscheinungen des 20. Jahrhunderts. Diese Städte, auch genannt Megastädte, beherbergen Millionen von Einwohnern und die An- zahl, der in Megastädten lebenden Menschen, nimmt immer mehr zu. Nach Expertenschät- zungen dürften die Zahlen bis 2015 auf über 600 Millionen Menschen in dann mehr als 60 Megastädten ansteigen, wobei sich eine räumliche Konzentration in Asien abzeichnet (Vgl. KRAAS 2009, S. 4).

1 Definitionen

1.1 Megastädte

Der quantitative Begriff Megastädte wird als „Bezeichnung für monozentrische Groß- bzw. Millionenstadt-Agglomeration“ verwendet. (PAESLER 2008, S. 108).

„Megastädte werden vornehmlich nach ihrer Einwohnerzahl abgegrenzt. Je nach Definition kann ab 5,8 oder 10 Millionen Einwohnern von einer Megastadt gesprochen werden. Einige Autoren nennen neben der absoluten Einwohnerzahl weitere Abgrenzungskriterien wie eine Bevölkerungsdichte über 2000 Einwohner/km² [...].“ (SCHMID 2009, S. 9). Charakteristisch für eine Megastadt ist also, wie oben schon angedeutet, eine sehr hohe Be- völkerungskonzentration und -dichte, ebenso eine starke, nicht kontrollierbare, räumliche Ex- pansion, ein hohes Verkehrsaufkommen und die damit verbundenen infrastrukturellen Defizi- te (z. B. Staus), Probleme bei der oft unzureichenden Arbeitsplatz- und Wohnungsversor- gung (hohe Bedeutung des informellen Sektors in Entwicklungsländern), sowie ein nicht re- gulierter Boden- und Wohnungsmarkt, eine hohe ökologische Belastung, eine hohe Konzen- tration industrieller Produktion und große sozioökonomische Disparitäten (Kriminalität, Dro- genkonsum, Armut).

Allerdings sind starke Unterschiede zwischen den Megastädten in Entwicklungsländern und Industrieländern vorhanden.

Das Wachstum von Megastädten ist auf die extremen Zuzüge aus kleineren Städten und vom Land zurückzuführen und auch auf das natürliche Bevölkerungswachstum der städtischen Bevölkerung.

Die Megastädte der Zukunft sind hauptsächlich in den Entwicklungsländern zu finden, da dort, neben der Land-Stadt-Wanderung, das natürliche Bevölkerungswachstum sehr hoch ist und die Sterberaten zunehmend sinken. In den Industrieländern hingegen schrumpft die städtische Bevölkerung aufgrund geringer Geburtenraten und steigender Suburbanisierung (vgl. SCHMID 2009, S. 9).

Die Megastädte in den Industrieländern werden teilweise auch als Global Cities bezeichnet, da sie oft eine herausragende Bedeutung für die Weltwirtschaft haben.

Tabelle 1: Die zehn größten (Mega-)Städte und ihre Einwohnerzahl

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Schmid 2009, S. 9

1.2 Global Cities

Ein immer wichtigeres Thema in der heutigen Zeit, die durch das Internet geprägt ist, ist die Globalisierung und die damit einhergehende zunehmende grenzüberschreitende Verflechtung der Welt. Im Zuge dieser Globalisierung hat sich ein neuer Stadtbegriff herausgebildet, nämlich der der Global City . Der Begriff der Global City gewann für die Stadtgeographie erst in den 1980er Jahren an Bedeutung. Vorher wurde der Begriff „Weltstadt“ verwendet, der bis in die 1970er Jahre benutzt wurde, um Städte mit globaler Bedeutung und internationaler Bekanntheit zu bezeichnen. Erst seit der wirtschaftlichen Globalisierung hat sich der GlobalCity-Begriff durchsetzen können. Er bezieht sich auf ökonomische Funktionen und den Bedeutungsgrad einer Megastadt, wohingegen der Weltstadtbegriff vielfältiger ist und auch Aspekte der Kultur mit einbezieht (Vgl. ZEHNER 2001, S. 192).

„Weltstädte bzw. Global Cities zeichnen sich durch höchste wirtschaftliche und politische Steuerungsfunktionen aus. Sie beherbergen zahlreiche Hauptquartiere international bedeutender Unternehmen insbesondere des Finanz- und Dienstleistungssektors (z. B. Ban- ken, Versicherungen, Unternehmensberatungen), aber auch die Konzernzentralen großer Industrieunternehmen.“ (SCHMID 2009, S. 9).

Sie sind konkrete Standorte, Steuerungs- und Kontrollzentralen „einer transnational organisierten kapitalistischen Ökonomie“ und stellen damit internationale Zentren und Knotenpunkte der globalisierten Weltwirtschaft dar, was sie von den meisten Megastädten unterscheidet, die als nationale Zentren wirksam sind (vgl. BRONGER 2004, S. 144).

Insgesamt gibt es sieben Auswahlkriterien für Global Cities nach Friedmann:

- herausragendes Finanzzentrum
- Sitz internationaler Institutionen
- bedeutende Bevölkerungsgröße
- wichtiger Transport- und Verkehrslinienknotenpunkt
- rasanter Anstieg des Dienstleistungssektors
- Sitz transnationaler Unternehmen
- Zentrum von industriellen Produktionsstätten (vgl. BRONGER 2004, S. 145)

Global Cities sind z. B. New York, Tokio, London, Paris und Frankfurt. Diese Städte sind Megastädte, die in der Weltwirtschaft und der Politik eine bedeutende Rolle spielen und daher in den Rang einer Global City aufgestiegen sind. Ihre Börsen sind maßgebend für die Länderwährung und deren Währungsschwankungen beeinflussen die Weltwirtschaft auf empfindliche Weise (vgl. BRONGER 2004, S. 145).

Tabelle 2: Die wichtigsten Weltstädte nach Taylor

Weltstädte

1. London
2. New York
3. Hong Kong
4. Paris
5. Singapur
6. Sydney
7. Tokio
8. Shanghai
9. Peking

Quelle: Schmid 2009, S. 9

2 Historischer Rückblick - Die Entwicklung von Megastädten

„Alle Hochkulturen waren Stadtkulturen: Metropolen sind ein uraltes Phänomen.“ (BRONGER 2004, S. 36).

Megastädte sind nicht nur Erscheinungen des heutigen Zeitalter der Moderne und Postmo- derne, denn bereits in der Antike und im Mittelalter hat es sehr große städtische Siedlungs- formen gegeben (Vgl. PAESLER 2001, S.185). Für deren Entstehung und Entwicklung mussten bestimmte Voraussetzungen gegeben sein, nämlich das Vorhandensein einer Hochkultur mit einer ansehnlichen Bevölkerungszahl. Insbesondere Asien ist in diesem Kontext von Bedeu- tung. Neben Asien gab es noch weitere drei Hochkulturen: Mesopotamien (Babylon), Indien (Pataliputra; heute: Patna) und China (Chang'an; heute: Xi'an). Sie weisen die „ältesten Stadtkulturen“ auf, auf die die Menschheit zurückblicken kann. Neben den vier Hochkulturen (einschließlich Ägypten) sind nur noch Athen und Syracus als größte Städte der Erde zur da- maligen Zeit erwähnenswert, sowie später Rom und Karthago. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass in Asien die Mehrheit an Megastädten der vorchristlichen Zeitrechnung vor- handen war. Im Zeitraum des 12. bis 14. Jahrhunderts gab es zwar eine große Anzahl von bedeutenden Städten in Italien und Mitteleuropa, wie z. B. Neapel, Mailand und Venedig, doch konnte sich deren Größe nicht an die der der antiken Megastädte annähern (Vgl. BRON- GER 2004, S. 39).

Doch diese Städte waren Ausnahmen, deren Bedeutung mit der Zeit verloren ging. Mega- städte, wie wir sie heute kennen, entstanden erst im Zeitalter der Industriealisierung, also im 19. Jahrhundert, da technische Innovationen die Entstehung begünstigten. Außerdem bilde- ten sich Megastädte vorerst nur in Europa, Angloamerika und Japan heraus. Um 1900 gab es noch keine Stadt in den Entwicklungsländern, die man als Megastadt hätte bezeichnen können. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden Megastädte auch in den Entwicklungs- ländern, deren Bevölkerungswachstum dynamischer verlaufen ist, als in den Industrieländern (Vgl. PAESLER 2001, S. 185f.).

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war London mit 6,5 Mio. Einwohnern die größte Stadt der Welt und mit seiner Weltmachtstellung auch die erste Global City der Menschheit (Vgl. Bron- ger 2004, S. 40). Doch auch Paris und Chicago verzeichneten sehr hohe Wachstumsraten. Während sich in Städten wie London ab 1940 oder New York ab 1970 die Einwohnerzahl rückläufig entwickelte, wächst Tokyo als Ausnahme immer weiter. „Das Wachstum der Mega- städte in den Industrieländern erreichte während des 20. Jh. seinen Höhepunkt.“ (PAESLER 2001, S. 186).

[...]

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Details

Titel
Städte und Regionen zwischen Wachstum und Schrumpfung
Untertitel
Wachsende Städte. Megacities und Global Cities
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V434624
ISBN (eBook)
9783668759800
ISBN (Buch)
9783668759817
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Megacities, Global cities, Megalopolis, Megastädte, globale Städte, bevölkerungsentwicklung deutschland, Städtebau, Stadtentwicklung, Landflucht, Städtewachstum, riesen Städte, global Players
Arbeit zitieren
Sebastian Birner (Autor:in), 2010, Städte und Regionen zwischen Wachstum und Schrumpfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434624

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