Diese Ausarbeitung ist als eine Einführung zum Thema strukturierte Produkte zu verstehen und bietet einen ersten Einblick in den Aufbau, die Funktionsweise und die wichtigsten Produkttypen der Gattung strukturierte Produkte. Außerdem werden die Chancen und Risiken der Kapitalanlage mittels strukturierter Produkte beleuchtet und die derzeitige Bedeutung im Kundengeschäft untersucht.
Das Engagement an den internationalen Kapitalmärkten scheint in Zeiten eines historisch niedrigen Zinsniveaus als interessante Option das Kapital dennoch möglichst gewinnbringend anzulegen. Hierbei sehen sich Anleger immer wieder dem Zielkonflikt zwischen Rendite auf der einen Seite und Sicherheit auf der anderen Seite ausgesetzt. Doch der zinspolitische Kurs der Europäischen Zentralbank sowie anderer internationaler Notenbanken und die damit einhergehenden ökonomischen Entwicklungen an den Zinsmärkten , haben auch die Vielfalt und Entwicklung neuartiger Finanzprodukte stimuliert. In diesem angespannten Umfeld konnte sich eine neue Produktgattung schnell am Markt etablieren: Die strukturierten Produkte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Konstruktion und Funktionsweise von strukturierten Produkten
3 Strukturierte Produkte in der Übersicht
3.1 Angebotsvielfalt der strukturierten Produkte im Wertpapiergeschäft
3.2 Ausgewählte Produkte im Fokus – Beispiele
3.2.1 Discount-Zertifikate
3.2.2 Aktienanleihen
4 Motive für Emittenten und Käufer
4.1 Chancen und Risiken der Kapitalanlage
4.2 Bedeutung im Kundengeschäft
5 Abschließende Betrachtung
5.1 Reflexion
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt eine Einführung in die Welt strukturierter Produkte, erläutert deren Konstruktionsweise sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken für den Anleger und untersucht deren Relevanz im aktuellen Privatkundengeschäft.
- Grundlegende Definition und Funktionsweise strukturierter Produkte
- Analyse ausgewählter Produkttypen wie Discount-Zertifikate und Aktienanleihen
- Bewertung von Ertragschancen und Risikofaktoren (Emittenten-, Kurs-, Zinsänderungsrisiko)
- Untersuchung der Bedeutung und Marktentwicklung im modernen Kundengeschäft
- Diskussion von Herausforderungen wie Transparenz und Produktvergleichbarkeit
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Discount-Zertifikate
Zertifikate gehören zu den strukturierten Produkten und weisen ein besonderes Risikoprofil auf. Sie bestehen aus der Kombination einer Schuldverschreibung mit einem oder mehreren Finanzinstrumenten (Underlyings oder Basiswerte). Der Emittent eines Zertifikats verpflichtet sich nicht zur Rückzahlung des Nennwertes, sondern leistet bei Fälligkeit am Laufzeitende eine Zahlung, die von der Entwicklung eines bestimmten Basiswertes abhängt.
Bei einem Discount-Zertifikat handelt es sich um eine unverzinsliche Schuldverschreibung, die das Wahlrecht des Emittenten verbrieft, bei Fälligkeit eine bestimmte Aktie (Basiswert) oder einen bestimmten Gelbetrag vom Emittenten zu erhalten. Der Erwerb des Zertifikats erfolgt mit einem Preisabschlag (Discount), somit liegt der Kaufpreis unterhalb des aktuellen Börsenkurses des zugrunde liegenden Basiswertes. Hierdurch erhöhen sich gewissermaßen auch die Renditechancen des Anlegers. Gleichwohl ist die Auszahlung am Laufzeitende durch einen Höchstbetrag (Cap) begrenzt und der Anleger kann von Kurssteigerungen der Aktie nur bis zu diesem vorher festgelegten Höchstbetrag profitieren, wohingegen er von den Kursverlusten in unbegrenzter Höhe betroffen ist (siehe Abbildung 2).
Erreicht die Aktie den Cap oder einen festgelegten Kursstand nicht, so liefert der Emittent die entsprechende Aktie am Laufzeitende.
Der gewährte Discount auf den Kaufpreis erklärt sich durch zwei wesentliche Komponenten. Einerseits stehen dem Anleger die während der Laufzeit ausgeschütteten Dividenden sowie andere Anrechte aus dem Basiswert (z. B. Stimmrechte) nicht zu, andererseits ergibt sich durch das vereinbarte Cap-Niveau eine weitere Verdienstmöglichkeit für den Emittenten. Discount-Zertifikate bieten sich für Anleger an, die von einer konstanten oder leicht positiven Kursentwicklung während der Zertifikatslaufzeit ausgehen. Durch den Preisnachlass lassen sich auch bei einer unveränderten Kursentwicklung im Vergleich zum Laufzeitbeginn Gewinne erzielen. In einer Marktphase nur leicht schwankender Börsenkurse bietet das Discount-Zertifikat eine solide Alternative zu einem Direktinvestment in den Basiswert. Mit einem Discount-Zertifikat kann der Anleger von einer hohen Seitwärtsrendite profitieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik strukturierter Produkte ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung des aktuellen Niedrigzinsumfeldes.
2 Konstruktion und Funktionsweise von strukturierten Produkten: Dieses Kapitel erläutert die rechtliche Einordnung als Schuldverschreibung sowie die allgemeine Funktionsweise derivativer Finanzinstrumente.
3 Strukturierte Produkte in der Übersicht: Hier wird die Vielfalt der am Markt verfügbaren Produkte sowie deren technische Ausgestaltung beispielhaft anhand von Discount-Zertifikaten und Aktienanleihen dargestellt.
4 Motive für Emittenten und Käufer: Dieses Kapitel analysiert das Rendite-Risiko-Profil aus Anlegersicht und beleuchtet die Bedeutung dieser Anlageklasse für das heutige Kundengeschäft.
5 Abschließende Betrachtung: Eine zusammenfassende Reflexion zur Marktsituation und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung im Bereich des Financial Engineering.
Schlüsselwörter
Strukturierte Produkte, Zertifikate, Discount-Zertifikate, Aktienanleihen, Emittentenrisiko, Basiswert, Derivate, Kapitalanlage, Renditechance, Financial Engineering, Laufzeit, Kursrisiko, Schuldverschreibung, Privatanleger, Finanzinstrumente
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Kategorie der strukturierten Produkte im Wertpapiergeschäft, erläutert deren Aufbau und untersucht ihre Rolle als Anlagealternative.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Konstruktion und Funktionsweise, die Angebotsvielfalt am Markt, Chancen und Risiken sowie die Bedeutung dieser Produkte für Kunden und Emittenten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, einen fundierten Einblick in die Funktionsweise strukturierter Produkte zu geben und deren aktuelle Marktbedeutung im Kontext der Niedrigzinsphase kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Publikationen und Marktdaten, um die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungsbeispiele zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technische Funktionsweise von Produkten (wie Discount-Zertifikaten und Aktienanleihen), eine Risiko-Analyse und eine Betrachtung der Marktstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Strukturierte Produkte, Derivate, Discount-Zertifikate, Aktienanleihen, Emittentenrisiko und Financial Engineering.
Was unterscheidet Aktienanleihen von klassischen Wandelanleihen?
Der Hauptunterschied liegt im Wahlrecht: Bei der Aktienanleihe liegt das Andienungsrecht beim Emittenten, während es bei einer klassischen Wandelanleihe beim Anleger liegt.
Warum ist das Emittentenrisiko bei diesen Produkten so bedeutend?
Da strukturierte Produkte rechtlich Schuldverschreibungen sind, besteht im Falle einer Insolvenz des Emittenten das Risiko eines Totalverlusts für den Anleger.
Welche Rolle spielt das „Cap“-Niveau bei einem Discount-Zertifikat?
Das Cap-Niveau begrenzt die Renditechance nach oben, ermöglicht jedoch durch den damit verbundenen Preisabschlag beim Kauf ein vorteilhafteres Chance-Risiko-Verhältnis in Seitwärtsmärkten.
- Arbeit zitieren
- Fynn Petzold (Autor:in), 2017, Konstruktion und Funktionsweise von strukturierten Produkten im Wertpapiergeschäft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434633