Gegenstand der Ausarbeitung sind Lesetexte unter der Leitfrage: Wie können Texte speziell für Zweitsprachenlerner optimiert werden? Um dies zu beantworten, möchte ich zunächst allgemein klären, was der Unterschied zwischen Zweitsprache und Fremdsprache ist, welche Festlegungen der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen trifft, welche Qualifikationen im DaZ-Unterricht erworben werden und welche Faktoren für den Erfolg eine Rolle spielen.
Anschließend soll herausgearbeitet werden, was überhaupt ein Text ist (Textualitätskriterien). Dann geht es darum, was wir unter dem Begriff „Lesen“ verstehen. Welche besonderen Schwierigkeiten treten beim Lesen in einer Fremdsprache auf? Nach welchen Kriterien kann man einen Text beurteilen? Welche Lesehilfen gibt es? Nicht zuletzt die Frage, wie man Texte verbessern oder selbst schreiben kann. Dabei gehe ich u.a. auf die Textadaption nach Wilske ein.
Nach diesem theoretischen Teil möchte ich mich selbst daran versuchen, einen Text aus dem Übungsheft „Menschen. Deutsch als Fremdsprache. Kursbuch A2“ nach den vorgestellten Kriterien zu beurteilen. Darüber hinaus werde ich diesen Text für einen Viertklässler mit DaZ adaptieren, um meine theoretischen Erkenntnisse anzuwenden. Im Fazit werde ich reflektieren, wie gut mir die praktische Umsetzung gelungen ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Zweitsprache
3 Textualitätskriterien
4 Lesen
5 Lesen in einer Fremdsprache
6 Beurteilung von Lesetexten
7 Lesehilfen
8 Textadaptionsverfahren nach Wilske
9 Praktische Anwendung zur Beurteilung eines Lesetextes
10 Praktische Anwendung zur Textadaption
11 Reflexion der Textadaption
12 Fazit
13 Anhang
13.1 Aufgaben zum Text „Weihnachten im Schuhkarton“
13.2 Textgrundlage: „Weihnachten im Schuhkarton“
13.3 Textadaption
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Lesetexte gezielt für Lernende von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) optimiert werden können, um die Inklusion und das Textverständnis zu fördern. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie können Texte speziell für Zweitsprachenlerner optimiert werden?
- Grundlagen des Zweitsprachenerwerbs und deren Relevanz für den Unterricht.
- Analyse von Textualitätskriterien und dem Leseprozess in der Fremdsprache.
- Anwendung theoretischer Beurteilungskriterien (nach Langer und Benholz) auf einen authentischen Lesetext.
- Praktische Umsetzung einer Textadaption für einen speziellen Adressatenkreis.
- Reflexion über die Herausforderungen bei der Anpassung von Textsorten und Inhalten.
Auszug aus dem Buch
Textualitätskriterien
Da Lesetexte untersucht werden sollen, ist es zunächst wichtig zu klären, was überhaupt ein Text ist. Beaugrande und Dressler definieren einen Text als „eine kommunikative Okkurenz, die sieben Kriterien der Textualität erfüllt. Wenn irgendeines dieser Kriterien als nicht erfüllt betrachtet wird, so gilt der Text nicht als kommunikativ. Daher werden nicht-kommunikative Texte als Nicht-Texte behandelt.“ Zu den Kriterien, die einen Text kommunikativ und damit zum Text machen, gehören Kohäsion, Kohärenz, Intentionalität, Akzeptabilität, Informativität, Situationalität und Intertextualität und werden nun kurz erläutert.
Kohäsion meint die Art wie die Komponenten des Oberflächentextes, also die Worte, miteinander verbunden sind; nämlich durch grammatische Abhängigkeiten. Ein Beispiel dafür wäre der Verweis durch Pronomina: „Paul hat mit Fritz gesprochen. Er kommt morgen.“
Kohärenz bezieht sich im Groben auf inhaltliche/kognitive Zusammenhänge, also auf die Konstellation von Konzepten (Begriffen) und Relationen (Beziehungen). Ein Text ergibt erst durch die Interaktion von Textwissen und Weltwissen des Lesers Sinn. Als Beispiel: „Hans fiel hin und brach sein Kinn.“ – der Leser muss das Ereignis ‚Hinfallen‘ als Ursache für das Ereignis ‚Brechen‘ erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Leichter Sprache für die Inklusion und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Zweitsprache: Abgrenzung zwischen Zweit- und Fremdsprache sowie Erläuterung von Einflussfaktoren auf den Zweitsprachenerwerb.
3 Textualitätskriterien: Definition eines Textes anhand der sieben Kriterien der Textlinguistik nach Beaugrande und Dressler.
4 Lesen: Betrachtung des Lesevorgangs als aktiver Prozess der Informationsverarbeitung auf verschiedenen Ebenen.
5 Lesen in einer Fremdsprache: Analyse der spezifischen Schwierigkeiten beim Lesen in der Zweitsprache, insbesondere aufgrund fehlender Automatisierung.
6 Beurteilung von Lesetexten: Vorstellung von Kriterien zur Analyse der Verständlichkeit, unter anderem nach Langer und Benholz.
7 Lesehilfen: Darstellung von Strategien zur Textentlastung, Orientierung und Texterschließung im Unterricht.
8 Textadaptionsverfahren nach Wilske: Einführung in ein stufenweises Verfahren zur Anpassung anspruchsvoller Texte an die Leservoraussetzungen.
9 Praktische Anwendung zur Beurteilung eines Lesetextes: Anwendung der theoretischen Kriterien auf einen konkreten Zeitungsartikel aus einem Kursbuch.
10 Praktische Anwendung zur Textadaption: Beschreibung der konkreten Adaption eines Textes für einen fiktiven Schüler mit DaZ-Hintergrund.
11 Reflexion der Textadaption: Kritische Auseinandersetzung mit dem Ergebnis der eigenen Textanpassung.
12 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse aus Theorie und Praxis.
13 Anhang: Bereitstellung der verwendeten Aufgabenblätter und der erarbeiteten Textadaption.
Schlüsselwörter
Zweitsprachenunterricht, DaZ, Textadaption, Leseverstehen, Textualitätskriterien, Sprachförderung, Textverständlichkeit, Lesehilfen, Inklusion, Deutsch als Fremdsprache, Textlinguistik, Sprachdidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herausforderung, Lesetexte so zu gestalten und anzupassen, dass sie für Lernende von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) leichter verständlich und zugänglich sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Textlinguistik, die Didaktik des Leseverstehens sowie spezifische Methoden der Textanpassung für heterogene Lerngruppen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es zu ergründen, wie Texte speziell für Zweitsprachenlerner optimiert werden können, um den Lernerfolg zu unterstützen und Inklusion durch sprachliche Vereinfachung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche zu linguistischen und didaktischen Kriterien, die durch eine praktische Fallstudie (Analyse und Adaption eines Zeitungsartikels) ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Textualität und Leseprozessen, die Vorstellung von Kriterien zur Textbeurteilung sowie die Anwendung von Adaptionsverfahren nach Wilske.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie DaZ, Textadaption, Leseverstehen, Sprachdidaktik und Textverständlichkeit geprägt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen „Zeitungsartikel“ und „Infobroschüre“ in der Reflexion so wichtig?
Der Autor stellt fest, dass durch die Vereinfachung des Textes für den Schüler unbeabsichtigt die Textsorte gewechselt wurde, was Auswirkungen auf die Intention des Textes (von bloßer Information hin zum Aufruf zum Mitmachen) hat.
Inwiefern spielt der kulturelle Hintergrund des Lernenden eine Rolle bei der Textadaption?
Der kulturelle Hintergrund ist entscheidend, da Begriffe oder Themen (wie z.B. „Weihnachten“) bei Lernenden aus anderen Kulturkreisen keine Identifikation ermöglichen und somit die Lesemotivation senken können.
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- Anonym (Author), 2017, Leseschwierigkeiten im Zweitsprachenunterricht erkennen und durch Textadaption kompensieren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434751