Musiklehrer, Poet, Komponist. Jean Jacques Rousseau war vieles, aber vor allem eines – Staatsphilosoph. In diesem Essay soll es um sein Wirken als solcher gehen. Im Speziellen, um Rousseaus Demokratietheorie und inwiefern diese auf das heutige, westliche Demokratieverständnis angewandt werden kann. Einleitend wird Rousseaus Hauptthese vorgestellt. Anschließend wird seine Staatsphilosophie in einem kurzen Abriss dargestellt. Des Weiteren wird ein exemplarischer Vergleich von Rousseaus Demokratietheorie mit dem heutigen Demokratieverständnis gezogen. Den Schluss bildet ein Fazit, dass die dargestellte Forschungsfrage beantwortet wird.
Inhaltsverzeichnis
- Rousseaus Hauptthese
- Rousseaus Staatsphilosophie
- Vergleich von Rousseaus Demokratietheorie mit dem heutigen Demokratieverständnis
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Essay befasst sich mit Jean-Jacques Rousseaus Demokratietheorie und untersucht, inwiefern diese auf das heutige, westliche Demokratieverständnis angewandt werden kann.
- Kritik an der Zivilisation und dem Fortschrittsglauben der Aufklärung
- Die Lehre des Naturzustands als Grundlage von Rousseaus Überlegungen
- Der Gesellschaftsvertrag als Instrument zur Wiedererlangung der Freiheit
- Der Gemeinwille und seine Rolle in Rousseaus Gesellschaftsmodell
- Vergleich zwischen Rousseaus Demokratietheorie und der heutigen Demokratievorstellung
Zusammenfassung der Kapitel
- Rousseaus Hauptthese: Rousseau argumentiert, dass die Zivilisation nicht den Fortschritt bringt, sondern die Gesellschaft in Unheil und Verderben stürzt. Er kritisiert den Fortschrittsglauben der Aufklärung und sieht den Menschen im Naturzustand als frei und gut, der durch die Institutionen der modernen Gesellschaft korrumpiert und versklavt wird.
- Rousseaus Staatsphilosophie: Rousseau beschreibt den Naturzustand des Menschen und die drei primären Fähigkeiten, die er besitzt: die Liebe zu sich selbst, die Fähigkeit, sich selbst zu vervollkommnen und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden. Er sieht den Menschen im Naturzustand als frei und unabhängig und kritisiert Hobbes These vom Naturzustand, in der der Mensch als Bestie beschrieben wird.
- Vergleich von Rousseaus Demokratietheorie mit dem heutigen Demokratieverständnis: Rousseau plädiert für eine radikale Direktdemokratie, in der das Volk alle Entscheidungen in Form von Volksabstimmungen trifft. Dieses Modell steht im Gegensatz zur heutigen repräsentativen Demokratie, die er für undemokratisch hält, da das Volk, sobald es Vertreter wählt, nicht mehr frei ist.
Schlüsselwörter
Demokratietheorie, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Gemeinwille, Freiheit, Zivilreligion, Direktdemokratie, Repräsentative Demokratie, Grundrechte, Einstimmigkeit, Verhältniswahlrecht.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Hauptthese von Jean-Jacques Rousseau?
Rousseau argumentiert, dass der Mensch im Naturzustand gut und frei ist, aber durch die Zivilisation und den gesellschaftlichen Fortschritt korrumpiert und versklavt wird.
Was versteht Rousseau unter dem "Gemeinwillen" (Volonté Générale)?
Der Gemeinwille ist der auf das Gemeinwohl ausgerichtete Wille des Volkes, der die Grundlage für Gesetze in einem gerechten Staat bilden sollte.
Wie unterscheidet sich Rousseaus Modell von der heutigen Demokratie?
Rousseau plädierte für eine radikale Direktdemokratie. Die heutige repräsentative Demokratie lehnte er ab, da das Volk seiner Meinung nach die Freiheit verliert, sobald es Vertreter wählt.
Was ist der "Gesellschaftsvertrag" bei Rousseau?
Der Gesellschaftsvertrag ist ein theoretisches Instrument, durch das Menschen ihre natürliche Freiheit aufgeben, um eine bürgerliche Freiheit und rechtliche Gleichheit innerhalb eines Staates zu erlangen.
Welche Rolle spielt der Naturzustand in seiner Philosophie?
Im Naturzustand besitzt der Mensch Selbstliebe und Mitleid. Dieser Zustand dient Rousseau als Maßstab, um die Missstände der modernen Gesellschaft aufzuzeigen.
- Quote paper
- Martin Gramm (Author), 2018, Entspricht Rousseaus Demokratietheorie dem heutigen Demokratieverständnis?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434827