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Erzählerische Unzuverlässigkeit in Leo Perutz "Zwischen neun und neun"

Titre: Erzählerische Unzuverlässigkeit in Leo Perutz "Zwischen neun und neun"

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2013 , 16 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Lea Sassmannshausen (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Erzählerische Unzuverlässigkeit, realisiert durch einen unzuverlässigen Erzähler ist ein Konzept der Literaturwissenschaften, welches erstmals 1961 von Wayne C. Booth genauer benannt und konzipiert wurde. Es sollen zunächst einige dieser Theorien und deren wichtigsten Aspekte im Bezug auf unzuverlässige Erzähler vorgestellt werden, um anschließend untersuchen zu können, ob sich ein Konsens zwischen den über Jahrzehnten verteilten, unterschiedlichen Konzepten finden und anwenden lässt. Eine in diesen Theorien weit verbreitete Meinung ist die, dass erzählerische Unzuverlässigkeit vor allem bei auto- oder homodiegetischen Erzählern anzutreffen sei, welche zudem einen nur eingeschränkten Blickwinkel auf die fiktionale Welt haben. In dem literarischen Forschungsgegenstand, welcher für diese Seminararbeit ausgewählt wurde, dem Roman Zwischen neun und neun vom österreichischen Autor Leo Perutz, welcher im Jahr 1918 veröffentlicht wurde, hat der Leser es jedoch in erster Linie mit einem auktorialen Erzähler zu tun.

Inwieweit lässt sich nun diesem Erzähler in Zwischen neun und neun mit Hilfe der zuvor angesprochenen Unzuverlässigkeitstheorien eine Unzuverlässigkeit nachweisen, obwohl er nicht dem Konzept der Subjektivität entspricht, welches oftmals in Bezug auf dieses Phänomen gefordert wird? Auch die Frage, was die Erkenntnis eines möglichen unzuverlässigen Erzählers für den Leser und dessen weiteres Verständnisses des Romans betrifft, soll genauer betrachtet werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorien und Konzepte des unzuverlässigen Erzählens

3. Der Erzähler in Leo Perutz Zwischen neun und neun

3.1 Die Problematik der Unzuverlässigkeit in Zwischen neun und neun

3.2 Die Bedeutung dieser Problematik für den Leser

4. Schlussfolgerung

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die erzählerische Unzuverlässigkeit im Roman "Zwischen neun und neun" von Leo Perutz. Dabei wird analysiert, ob und inwieweit der auktoriale Erzähler des Romans trotz seiner prinzipiellen Glaubwürdigkeit als unzuverlässig eingestuft werden kann und welche Rolle die subjektive Wahrnehmung des Lesers bei der Identifizierung dieser Unzuverlässigkeit spielt.

  • Grundlagen und Definitionen des unzuverlässigen Erzählens
  • Anwendung narratologischer Theorien auf das Werk von Leo Perutz
  • Analyse der Fokalisierung und Wissensvermittlung im Roman
  • Untersuchung von Widersprüchen im zeitlichen Handlungsverlauf
  • Bedeutung der Rezeptionslenkung und des "alternativen Verstehensrahmens"

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Problematik der Unzuverlässigkeit in Zwischen neun und neun

Eins von mehreren Indizien, die für eine mögliche Unzuverlässigkeit des Erzählers in Zwischen neun und sprechen, ist an erster Stelle natürlich der explizite Widerspruch des Zeitverhältnisses. Während der Leser bis zum Ende des Romans davon ausgeht, dass die Erzählung zwölf Stunden, und somit einen ganzen Tag umfasst, wird erst im letzten Kapitel enthüllt, dass es sich in Wirklichkeit nur um einige Augenblicke handelt. Der Erzählerbericht, als auch die inneren Monologe Dembas sind hingegen nur zeitdehnendes Erzählen, dieser kurz währenden Realität. Nichtsdestotrotz beträgt die erzählte Zeit immer noch zwölf Stunden, denn erzählt wird das Geschehen, ob es nun real ist, oder nicht. Desweiteren wird eine differenzierte Sichtweise auf das Geschehen durch die nach und nach hervorbrechende Multiperspektivität erschwert. Ist anfangs allein der auktoriale Erzähler präsent, kommt ab der Mitte des Romans der innere Monolog Dembas bzw. der Ich-Erzähler Demba hinzu. Die Multiperspektivität sorgt zwar, wie bereits zuvor erwähnt, für die Erklärung von Dembas merkwürdigem Verhalten, macht es dem Leser durch den ständigen Wechsel und die sich somit vermischenden Perspektiven nicht unbedingt einfacher, die Geschehnisse kontrastiert zu differenzieren. Ein weiterer Punkt des Widerspruches lässt sich im zweiten Kapitel finden. Zunächst sagt der Erzähler, „[d]ie wissenschaftliche Tätigkeit der beiden Herren spielt […] in dieser Erzählung keine bedeutende Rolle […]“, während er direkt im Anschluss relativ ausführlich von der Studienreise des Professor von Truxa erzählt, welche er zuvor selbst als völlig belanglos im Bezug auf seine Erzählung nannte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Konzept der erzählerischen Unzuverlässigkeit und Vorstellung des Forschungsgegenstands, des Romans "Zwischen neun und neun".

2. Theorien und Konzepte des unzuverlässigen Erzählens: Darstellung theoretischer Ansätze von Wayne C. Booth, Franz K. Stanzel sowie Martinez und Scheffel zur Definition und Identifizierung unzuverlässigen Erzählens.

3. Der Erzähler in Leo Perutz Zwischen neun und neun: Konkrete Analyse der Erzählsituation in Perutz' Roman unter Anwendung der zuvor vorgestellten literaturwissenschaftlichen Theorien.

3.1 Die Problematik der Unzuverlässigkeit in Zwischen neun und neun: Detaillierte Untersuchung von Indizien für Unzuverlässigkeit, wie Zeitwidersprüche, Rezeptionslenkung und Diskrepanzen in der Erzählung.

3.2 Die Bedeutung dieser Problematik für den Leser: Erörterung der Auswirkungen der Entlarvung unzuverlässiger Erzählweisen auf den Rezeptionsprozess und die Konstruktion eines alternativen Verstehensrahmens.

4. Schlussfolgerung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Feststellung, dass trotz theoretischer Konzepte die Wahrnehmung von Unzuverlässigkeit stark vom subjektiven Empfinden des Lesers abhängt.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur theoretischen Fundierung der Arbeit.

Schlüsselwörter

Erzählerische Unzuverlässigkeit, Leo Perutz, Zwischen neun und neun, Narratologie, Auktorialer Erzähler, Unzuverlässiges Erzählen, Rezeptionslenkung, Multiperspektivität, Literaturtheorie, Stanislaus Demba, Subjektivität, Zeitverhältnis, Fiktion, Erzählstruktur, Interpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das literarische Konzept der erzählerischen Unzuverlässigkeit und analysiert dessen Anwendung im Roman "Zwischen neun und neun" von Leo Perutz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die narratologische Bestimmung des Erzählertyps, die Analyse von Unstimmigkeiten in der Erzählweise und die Rolle des Lesers bei der Auflösung von Sinnzusammenhängen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es herauszufinden, ob und wie dem auktorialen Erzähler des Romans Unzuverlässigkeit nachgewiesen werden kann und inwiefern der Roman als Fallbeispiel für eine "mimetisch teilweise unzuverlässige" Erzählung dienen kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt die klassische Erzähltheorie (insbesondere Genette, Stanzel, Booth sowie Martinez/Scheffel), um den Roman zu dekonstruieren und in existierende theoretische Konzepte einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Analyse der spezifischen Erzählsituation im Roman, die Identifizierung konkreter Unzuverlässigkeitsindizien und die Untersuchung der Wirkung dieser Faktoren auf den Leser.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Erzählerische Unzuverlässigkeit, Auktorialer Erzähler, Nullfokalisierung, Multiperspektivität und der "alternative Verstehensrahmen".

Wie geht die Arbeit mit dem Widerspruch des Zeitverhältnisses um?

Die Arbeit interpretiert den zeitlichen Widerspruch als ein zentrales Indiz für die unzuverlässige Erzählweise, da die vermeintliche Erzählzeit von zwölf Stunden im letzten Kapitel als halluzinatorische Flucht entlarvt wird.

Welche Rolle spielt die Figur Stanislaus Demba für die Analyse?

Demba fungiert als Protagonist, dessen Wahrnehmung und dessen subjektive Erlebnisse das zentrale Rätsel des Romans bilden und die Unzuverlässigkeit des Erzählers durch das Verschweigen von Informationen stützen.

Zu welchem Schluss kommt der Autor bezüglich der Definition von Unzuverlässigkeit?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es keine allgemeingültige, starre Definition gibt, da die Identifizierung von Unzuverlässigkeit stets eine subjektive, vom Leser geleistete Interpretationsarbeit bleibt.

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Résumé des informations

Titre
Erzählerische Unzuverlässigkeit in Leo Perutz "Zwischen neun und neun"
Université
University of Würzburg
Note
1,7
Auteur
Lea Sassmannshausen (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
16
N° de catalogue
V434834
ISBN (ebook)
9783668760288
ISBN (Livre)
9783668760295
Langue
allemand
mots-clé
Neuere Deutsche Literaturwissenschaft Unzuverlässiges Erzählen unreliable narration Leo Perutz
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lea Sassmannshausen (Auteur), 2013, Erzählerische Unzuverlässigkeit in Leo Perutz "Zwischen neun und neun", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434834
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Extrait de  16  pages
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