Die Suchtberatung der Diakonie Düsseldorf

"Erst Hilfe gegen die Sucht"


Term Paper (Advanced seminar), 2018
11 Pages, Grade: 1,3

Excerpt

Inhalt

1. Einführung

2. Historischer Hintergrund

3. Was ist Sucht?

4. Suchtberatung Diakonie Düsseldorf

5. Hilfsprogramme und -angebote für suchtkranke Menschen
5.1. Suchtberatung und -vorbeugung
5.1.1. CROSSPOINT- Die Düsseldorfer Suchtprävention
5.1.2. Beratung bei Onlinesucht
5.1.3. Raucherentwöhnung
5.1.4. Suchtvorbeugung in Unternehmen
5.1.5. Standfest- Ein Projekt für Jugendliche
5.1.6. Therapie für Glücksspielsüchtige
5.2. Suchttherapie
5.2.1. Ambulante Therapie
5.2.2. Tagesklinik
5.3. Wohnen mit Therapie
5.3.1. Markus-Haus
5.3.2. Helmut-Gollwitzer-Haus
5.3.3. Betreutes Wohnen für Suchtkranke
5.4. café drrüsch

6. Sozialrechtliche Verortung und Finanzierung

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Die Suchthilfe war von Anfang an ein wesentliches Arbeitsfeld der Diakonie der evangelischen Kirche. Sie entstand aus der Armenpflege und der Arbeit der Abstinenzverbände. Die Anfänge reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück, als damals die soziale Frage mit der Branntweinsucht unzertrennbar verbunden war. Wer sozial abstürzte suchte oft Trost im Alkohol, umgekehrt verloren Alkoholabhängige ihren sozialen Status. Es entstand eine Abwärtsspirale und die Sucht zerstört das eigene Leben und die sozialen Bezüge zur Gesellschaft und zur Familie (GVS, 2017, S. 1). Trotz der Erkenntnisse der medizinischen Forschung über die genetischen Ursachen von Suchtkrankheiten, werden Suchtkranke nach wie vor diskriminiert und an den Rand der Gesellschaft gedrückt und ignoriert. Sie haben weder eine Lobby noch die Mittel ihre Behandlung finanzieren zu können.

Behandlungsleistungen der Suchtmedizin und der Suchtrehabilitation sind sozialleistungsrechtlich festgeschriebene Hilfen für suchtkranke Menschen und sind an formale Voraussetzungen geknüpft wie z.B. den Hilfeantrag, eine vorhandene Sozialversicherung, die Bereitschaft zur Veränderung und eine gute Erfolgsprognose. Viele Auflagen und Anforderungen, mit denen sich viele suchtkranke Menschen schwertun und an denen die Hilfen scheitern und nicht in Anspruch genommen werden können. Aus diesem Grund hat die Diakonie in den letzten Jahrzehnten mit der psychosozialen und ambulanten Suchtberatung eine eigenständige Hilfeform aufgebaut, die von allen Hilfesuchenden voraussetzungslos genutzt werden kann (GVS, 2017, S. 1). Die Suchtberatung der Diakonie hat es sich zur Aufgabe gemacht, suchtkranke Menschen zu unterstützen, sie zu begleiten, indem sie ihnen passende Angebote und Projekte anbietet und diese initiiert mit dem Ziel Menschen aus ihrer Sucht heraus zu führen und Rückfällen vorzubeugen.

Die vorliegende Arbeit beschreibt die Hilfsprogramme, Aufgaben, Ziele, Erfolge und die Finanzierung der Düsseldorfer Diakonie Suchtberatung in Flingern. Dazu werden im zweiten Kapitel zuerst die historisches Wurzeln der Diakonie beschrieben. Um dann zunächst in das Thema Sucht einzuführen, wird im anschließenden Kapitel beschrieben, was Sucht genau ist und welche Formen der Sucht und Abhängigkeit es gibt. Im anknüpfenden Kapitel wird die Diakonie Suchtberatung und -prävention der Stadt Düsseldorf mit ihren Aufgaben und Zielen vorgestellt. Im vierten Kapitel werden ihre umfangreichen Hilfsprogramme und -angebote mit den Schwerpunkten Suchtprävention und Suchttherapie für suchtkranke Menschen vorgestellt. Das sechste Kapitel bietet einen Einblick in die sozialrechtliche Verortung und die Finanzierung der Suchtberatung Düsseldorf. Zum Schluss folgt ein kurzes Fazit.

2. Historischer Hintergrund

Die Diakonie pflegt eine lange Tradition im Einsatz für die Schwachen. Hier soll ein kurzer Einblick in ihre historischen Wurzeln gegeben werden. Seit dem Urteil des Bundessozialgerichtes vom 18. Juni 1968 darüber, dass Alkoholismus eine anerkannte Krankheit ist, etablierte sich in Deutschland die Bezeichnung der „Suchtkrankenhilfe“. Nach der Erlassung des Urteils kam es zur Ausdifferenzierung, Qualifizierung und Professionalisierung der Suchthilfe und zur Entwicklung eines Gesamtkonzepts über die Grundversorgung der ambulanten Suchthilfe. Im Zuge der Professionalisierung und der damit verbundenen dominanten Stellung im Suchtkrankenhilfesystem wurden aus den Abstinenzverbänden Selbsthilfeorganisationen und Helfergemeinschaften. Diese Tendenz zur Selbsthilfe wurde im Gesundheitsbereich politisch und gesellschaftlich anerkannt und gefördert. So hat sich die ambulante Suchthilfe fest in das deutsche Sozial- und Gesundheitssystem integriert. Die ambulante Suchthilfe entwickelte ein gut vernetztes, eigenständiges System und wird insbesondere von den freien Wohlfahrtsverbänden der Kirchen wie auch der Diakonie betrieben (GVS, 2017, S. 2).

Bevor die Hilfsprogramme und -angebote der Diakonie Düsseldorf vorgestellt werden, soll im nächsten Kapitel in die Thematik Sucht eingeführt und beschrieben werden was unter Sucht verstanden wird.

3. Was ist Sucht?

Als Sucht wird eine pathologische und zwangshafte Abhängigkeit von Suchtmitteln wie Alkohol und anderen Drogen bezeichnet. Dabei wird Sucht in stoffgebundene und stoffungebundene sowie in psychische und körperliche Anhängigkeit eingeteilt. Psychisch abhängig ist ein Mensch, wenn er einen starken Drang danach verspürt, sein Suchtmittel zu beschaffen. Psychische Abhängigkeit geht oftmals mit Wesens- und Verhaltensänderung sowie Interessenverlust und sozialem Rückzug einher. Jeder Mensch besitzt ein sogenanntes Suchtgedächtnis, indem die Wirkungen und Effekte eines Suchtmittels gespeichert werden. Folglich bedeutet das, dass es nach langanhaltendem Missbrauch eines Suchtmittels in ähnlichen Situationen zu einem starken Verlangen bzw. zum Suchtdruck kommt (Keine Macht den Drogen (KMDD), 2017).

Hieraus entsteht folglich ein Teufelskreis aus einer klassischen Konditionierung. Die Situationen, in denen das Suchtmittel konsumiert wird, werden häufiger bis sie alltäglich werden und das Suchtmittel permanent und durchgehend eingenommen werden muss um funktions- und arbeitsfähig zu sein und sein alltägliches Leben führen zu können. Bei einer permanenten Einnahme der Suchtmittel, auf die der Körper mit Gewöhnung und Toleranzbildung reagiert, spricht man von einer körperlichen Abhängigkeit. Fehlt der Stoff, so reagiert der Körper mit Entzugserscheinungen wie Zittern, Schwitzen, Nervosität, Frieren und Übelkeit. Die Entzugserscheinungen bilden sich nur nach dem Konsum des „verlangten“ Stoffes zurück (KMDD, 2017).

Es gibt genetische sowie personelle Faktoren, die eine Suchterkrankung begünstigen und einen Menschen dafür anfälliger machen können. Zu den personellen Risikofaktoren zählen Unselbstständigkeit, geringes Selbstvertrauen, Konfliktscheue, mangelndes Durchhaltevermögen, Schüchternheit und Perfektionismus. Genetische Faktoren liegen oft in der Familie. Die Kinder suchtkranker Eltern haben ein höheres Risiko ebenfalls suchtkrank zu werden (KMDD, 2017).

4. Suchtberatung Diakonie Düsseldorf

Die Suchtberatungsstelle Diakonie Düsseldorf befindet sich in der Langerstraße 2 im Stadtteil Flingern. Ansprechpartnerin ist Anja Vennedey. Die Suchtberatungsstelle bietet eine kostenlose Beratung sowie schnelle und unkomplizierte Hilfe bei Problemen mit Alkohol, Medikamenten, Glücksspielen oder Computerspielen und erarbeitet in Zusammenarbeit mit Suchtkranken Wege, die Sucht in den Griff zu bekommen. Dies kann entweder in Einzel- oder in Gruppengesprächen erfolgen. Die Suchtberatungsstelle hilft den Betroffenen, indem sie sie in Therapien vermittelt, die entweder in einer Suchtklinik oder auch vor Ort ambulant in der Suchtberatungsstelle Düsseldorf durchgeführt werden können. Des Weiteren bietet die Suchtberatung Gruppenangebote, in denen sich Betroffene über Sucht informieren lassen können und motiviert werden, abstinent zu werden und zu bleiben. Zusätzlich gibt es eine weitere Gruppe speziell für Angehörige von Suchtkranken, in denen Angehörige ebenfalls Informationen erhalten und für das Thema Sucht sensibilisiert werden (Diakonie Düsseldorf, 2017). Im nachstehenden Kapitel wird das umfangreiche Hilfsangebot der Suchtberatungsstelle Diakonie Düsseldorf kurz umrissen.

5. Hilfsprogramme und -angebote für suchtkranke Menschen

Die Suchtberatung Düsseldorf bietet ein breites Spektrum an Hilfsprogrammen und -angeboten für suchtkranke Menschen. Im Folgenden werden alle verfügbaren Hilfsprogramme und -projekte der Diakonie Suchtberatung Düsseldorf vorgestellt. Die Aufgaben gliedern sich in Suchtberatung und -prävention einerseits und Suchttherapie andererseits.

5.1. Suchtberatung und -vorbeugung

Eine der Hauptaufgaben der Suchtberatungsstellen ist die Suchtberatung und die Suchtprävention. Dazu hat die Suchtberatung Düsseldorf diverse Programme und Projekte entwickelt und setzt diese erfolgreich um.

5.1.1. CROSSPOINT- Die Düsseldorfer Suchtprävention

Die Düsseldorfer Suchtprävention CROSSPOINT ist ein Kooperationsprojekt mit der Düsseldorfer Drogenhilfe und der Caritas Düsseldorf. Sie beinhaltet viele Projekt- und Konzeptbausteine, die helfen sollen Suchterkrankungen vorzubeugen und insbesondere Kinder und Jugendliche vor Abhängigkeit zu schützen. In Informationsveranstaltungen, Projekten, Seminaren oder Beratungen sollen Kinder und Jugendliche für die Gefahren von Sucht und Abhängigkeit sensibilisiert werden (Diakonie Düsseldorf, 2016).

5.1.2. Beratung bei Onlinesucht

Die Suchtberatung Düsseldorf bietet jeden 2. Und 4. Donnerstag im Monat zwischen 15 und 16:30 Uhr eine Sprechstunde für Menschen mit problematischen Online-Verhalten an. Im Rahmen von CROSSPOINT gibt es eine Präventionsveranstaltung namens „Dis- connect- Join real life“, die zur kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Online-/Spiel- Verhalten anregen soll (CROSSPOINT, 2017).

5.1.3. Raucherentwöhnung

Die Suchtberatung Düsseldorf bietet professionelle Hilfe bei Nikotinabhängigkeit in Form eines Rauchfrei-Programms an. Bei dem Kurs handelt es sich um 3 jeweils dreistündige Termine. Die nachsorgenden Telefoncoachings sollen für die Stabilisierung der Abstinenz sorgen. Im Rahmen von CROSSPOINT gibt es die Landesinitiative „LoQ- Leben ohne Qualm“ zur Förderung des Nichtrauchens, die sich speziell an 10- bis 13- Jährige in Schulen und Jugendeinrichtungen richtet (CROSSPOINT, 2017).

5.1.4. Suchtvorbeugung in Unternehmen

Die Suchtberatung Düsseldorf bietet Unternehmen ein individuell zugeschnittenes Programm zur Suchtvorbeugung und Gesundheitsförderung an. Angestellte und Vertrauenspersonen sollen darin geschult werden, Suchtprobleme bei den Mitarbeitenden frühzeitig zu erkennen und richtig mit Suchtkranken umzugehen (Diakonie Düsseldorf, 2018).

5.1.5. Standfest- Ein Projekt für Jugendliche

Standfest ist ein mobiles Alkoholpräventionsprojekt speziell für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren im Rahmen der Düsseldorfer Suchtprävention CROSSPOINT. Das Projekt soll dazu beitragen Suchterkrankungen zu vermeiden, indem es Jugendliche für einen verantwortungsvollen Konsum von Alkohol sensibilisiert (CROSSPOINT, 2017).

5.1.6. Therapie für Glücksspielsüchtige

Die Suchtberatung Düsseldorf bietet Glücksspielsüchtigen stationäre und ambulante Therapien an. Ist eine stationäre Therapie angezeigt, so hilft die Suchtberatung in entsprechende Kliniken zu vermitteln. Neben der stationären Therapie gibt es die Möglichkeit einer wohnraumnahen ambulanten Rehabilitationstherapie (Diakonie Düsseldorf, 2016).

5.2. Suchttherapie

Manchmal hilft auch die beste Suchtprävention nicht. Daher bietet die Suchtberatung suchtkranken Menschen mit ambulanten Therapien und einer Tagesklinik, die Möglichkeit ihre Sucht zu überwinden.

5.2.1. Ambulante Therapie

Die Suchtberatung Diakonie verfügt über ein breites Angebot an ambulanten Therapien. Suchtkranke, die ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen möchten oder berufstätig sind, können abends zur Therapie kommen. Dort erhalten sie Beratung, Unterstützung und eine medizinische Betreuung bei Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit. Die ambulante Therapie steht auch nach einer Kliniktherapie zur Verfügung um die Abstinenz langfristig zu stabilisieren. Ebenfalls können Glücksspielsüchtig nach einer stationären Behandlung die ambulante Therapie der Suchtberatung nutzen und somit ihren Therapieerfolg stärken (Diakonie Düsseldorf, 2016).

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Details

Title
Die Suchtberatung der Diakonie Düsseldorf
Subtitle
"Erst Hilfe gegen die Sucht"
College
University of Applied Sciences Düsseldorf
Grade
1,3
Author
Year
2018
Pages
11
Catalog Number
V434875
ISBN (eBook)
9783668762732
ISBN (Book)
9783668762749
File size
479 KB
Language
German
Tags
Sucht, Prävention, Suchtberatung
Quote paper
Natalie Alber (Author), 2018, Die Suchtberatung der Diakonie Düsseldorf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434875

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