Diese Ausarbeitung befasst sich mit den für die Softwarequalität geltenden Richtlinien und Normen. Hierzu werden im Verlauf dieser Ausarbeitungen die relevantesten Normen und Richtlinien, die bei der Entwicklung von hochqualitativer Software angewandt oder zur Vergleichbarkeit von Software hinsichtlich Ihrer Qualität herangezogen werden können, dargestellt.
Qualitativ hochwertige Software rückt immer weiter in den Fokus der Wirtschaftsobjekte. So ist Software heute meist ein zentraler Bestandteil in den Wertschöpfungsketten von Produkten und Dienstleistungen vieler Branchen und oftmals die Basis für Wettbewerbsvorteile gegenüber Wettbewerbern, wodurch der Qualitätsanspruch an Software weiter gestiegen ist.
Für Softwareentwickler wird es gleichzeitig immer aufwändiger, eine Software wirtschaftlich und wettbewerbsfähig zu entwickeln und die Balance zwischen hochqualitativer Software und möglichst geringen Entwicklungs- und Wartungskosten zu halten. Die Softwareentwicklung gleicht heute aber häufig noch dem ursprünglichen kreativen Erstellungsprozess, dessen Fokus auf der reinen Machbarkeit und einer anschließender Fehlerkorrektur liegt .
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Ziel und Abgrenzung
1.3 Begriffsklärung
1.3.1 Qualität
1.3.2 Softwarequalität
1.3.3 Qualitätsmodelle
2 Normen und Richtlinien
2.1 Standards des produktorientierten Ansatzes
2.1.1 ISO/IEC 9126 und ISO/IEC 25000
2.1.2 DIN EN ISO 9241 Serie
2.2 Prozessorientierte Normen und Richtlinien
2.2.1 DIN EN ISO 900x Normenreihe
2.2.2 CMMI (Capability Maturity Model Integration)
2.2.3 SPICE (Software Process Improvement & Capability determination)
2.3 Mischformen aus produkt- und prozessorientiertem Ansatz
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz von Normen und Richtlinien für die Softwarequalität, um Unternehmen dabei zu unterstützen, industrielle Standards für messbare und vergleichbare Entwicklungsprozesse sowie Produktqualität zu etablieren.
- Analyse des produktorientierten Ansatzes für Softwarequalität
- Untersuchung prozessorientierter Qualitätsmodelle wie CMMI und SPICE
- Einordnung von Qualitätsmanagement-Normen wie ISO 9000
- Darstellung der Bedeutung von industrieller Standardisierung
- Einführung in zentrale Qualitätsmodelle und deren Messbarkeit
Auszug aus dem Buch
2.2.1 DIN EN ISO 900x Normenreihe
Die DIN EN ISO 9000 Serie umfasst Standards für Qualitätsmanagementsysteme (QMS) und findet aufgrund ihrer Prozessorientierung und des hohen Adaptionsvermögens in unterschiedlichen Bereichen, unter anderem auch in der Softwareentwicklung, Anwendung. Ein Qualitätsmanagementsystem ist laut ISO 9000 ein Managementsystem zum Leiten und Steuern einer Organisation hinsichtlich der Qualität.
Die Normen der ISO 9000 verfolgen das Ziel, produzierenden und entwickelnden Unternehmen, sowie deren Kunden objektive Kriterien zur Bewertung der Qualitätsfähigkeit eines Unternehmens bereit zu stellen, welche wiederum Anhaltspunkte für die Qualität deren Produkte geben. Dabei betrachtet die ISO 9000 Normenreihe nicht das Endprodukt selbst, sondern die Prozesse und Abläufe in einem Unternehmen, die zu einem Produkt führen bzw. an dessen Erstellung beteiligt sind.
Die ISO 9000 Norm gibt hierzu Anforderungen vor, dass die qualitätsrelevanten Prozesse und Abläufe in einer Organisation erfasst und dokumentiert werden sollen, sowie dass diese eingehalten und die Kontrollergebnisse festgehalten werden. Die ISO 9000 stellt einen Leitfaden dar, welche Bereiche in einem QMS zu regeln sind. Wie die Regelung der einzelnen zu betrachtenden Bereiche vorgenommen wird lässt die Norm aufgrund ihrer Allgemeingültigkeit jedoch offen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung von Softwarequalität in der Wirtschaft und definiert die Zielsetzung, durch Normen und Richtlinien eine industrielle Standardisierung in der Entwicklung zu erreichen.
2 Normen und Richtlinien: Das Kapitel bietet eine detaillierte Übersicht über produktorientierte und prozessorientierte Qualitätsmodelle sowie Mischformen, wobei bekannte Standards wie ISO/IEC 9126, ISO 9000, CMMI und SPICE analysiert werden.
3 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass systematische Vorgehensweisen und Normen unerlässlich für die Wettbewerbsfähigkeit sind, auch wenn ihre Einführung mit hohem Aufwand verbunden ist.
Schlüsselwörter
Softwarequalität, Qualitätsmanagement, ISO 9000, CMMI, SPICE, Prozessorientierung, Produktorientierung, Softwareentwicklung, Industriestandards, Qualitätssicherung, Reifegradmodell, Normen, DIN EN ISO 9241, IT-Infrastruktur, Qualitätsmerkmale
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung und Anwendung von Richtlinien und Normen zur Sicherung der Softwarequalität in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind produktorientierte Bewertungskriterien, prozessorientierte Reifegradmodelle sowie die allgemeine Einführung von Qualitätsmanagementsystemen in der Softwareentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über relevante Standards zu geben und aufzuzeigen, wie diese zur Industrialisierung der Softwareentwicklung und zur Vergleichbarkeit von Softwarequalität beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener bestehender Qualitätsmodelle und Industrienormen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Standards wie die ISO/IEC-Reihen, die ISO 9000-Familie, CMMI und SPICE detailliert vorgestellt und hinsichtlich ihrer Zielsetzung und Anwendbarkeit eingeordnet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Softwarequalität, CMMI, SPICE, ISO 9000, Prozessverbesserung und industrielle Softwareentwicklung.
Worin besteht der Hauptunterschied zwischen dem produkt- und dem prozessorientierten Ansatz?
Der produktorientierte Ansatz fokussiert auf die Prüfung des fertigen Softwareprodukts, während der prozessorientierte Ansatz die Qualität bereits während der Entstehung der Software durch systematische Entwicklungsprozesse sicherstellen will.
Warum wird das CMMI-Modell in der Praxis oft kritisiert?
Aufgrund der hohen Komplexität und der langen, kostenintensiven Einführungsphase wird es oft als Modell wahrgenommen, das primär für große Organisationen geeignet ist.
Welchen Nutzen bieten IEEE-Normen laut der Arbeit?
IEEE-Normen dienen als unterstützende Leitfäden für spezifische Teilbereiche wie die Dokumentation von Softwaretests oder Designdokumenten, ohne dabei ein ganzheitliches Qualitätsmanagementsystem zu erzwingen.
- Quote paper
- Andreas Möller (Author), 2013, Softwarequalität. Richtlinien und Normen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434918