Das Haushuhn. Sektion eines Huhnes, Betrachtung der Organe, Zusammenbau des Skeletts, Video eines laufenden Hühnerskeletts (11. Klasse)


Facharbeit (Schule), 2018
45 Seiten, Note: 6 (sehr gut)

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. MEIN PROJEKT-Beschreibung und Zielsetzung

3. MEIN PROJEKT-Protokolle
3.1. Vorbereitung
3.2. Äusserliche Betrachtung
3.3. Öffnung des Huhns (und Entfernung Brustmuskeln/ Brustbein)
3.4. Organentnahme
3.5. Betrachtung des Legedarms und des Herzens
3.6. Öffnung des Herzens, der Weg des Blutes und der Herzmuskel
3.7. Säuberung der Knochen
3.7.1. Erste Entfernung der Haut, Muskeln etc. von den Knochen
3.7.2. Entfernung der Haut an den Füssen
3.7.3. Kochen der Knochen und Entfernung der Reste
3.7.4. Fertigstellung Handknochen und Entfernung d. Reste (Beine)
3.7.5. Fertigstellung der Beine und weitere Arbeit am Schädel
3.7.6. Fertigstellung des Schädels
3.7.7. Fertigstellung der Wirbelsäule
3.8. Betrachtung des Magen-Darm-Traktes
3.9. Zubereitung eines Grillhähnchens und Freilegung des Skeletts
3.10. Fertigstellung des Rumpfes und erster Zusammenbau des Skeletts
3.11. Freilegung der Knochen des dritten Huhnes/ Ersatzteile
3.12. Weiterer Zusammenbau und Fertigstellung des Skeletts
3.13. Das Erstellen der Poster
3.14. Das Erstellen eines Videos/ Animation des Hühnerskeletts

4. REFLEXION ÜBER DIE ATELIERZEIT

5. QUELLEN

1. EINLEITUNG

Biologie ist die Wissenschaft von den Lebewesen. Um eine Wissenschaft zu «erlernen», um Zusammenhänge wahrzunehmen und zu erkennen, um die Dinge beim Namen nennen zu können und Sichtbares wie auch Unsichtbares erklären zu können, muss man sich zuerst einmal die Theorie aneignen, Fachbegriffe auswendig lernen aber auch komplexe Vorgänge und Zusammenhänge gedanklich durcharbeiten.

Für mich ist Biologie aber viel mehr. Biologie ist dadurch interessant, da sie uns alle betrifft. Sie ist in uns und umgibt uns. Wir können sie wahrnehmen. Wahrnehmen bedeutet für mich neben Anschauen auch Anfassen. Darum ist für mich das Biologieatelier die perfekte Ergänzung zum mehrheitlich theoretischen Fach Biologie an unserer Schule. Im Biologieatelier kann ich mit Hilfe der Theorie selber praktische Erfahrungen und Erkenntnisse gewinnen.

Als ich mir das Biologieatelier vorgestellt habe, dachte ich sehr oft an die Sektion eines toten Lebewesens. Die Vorstellung, dass ich ein Lebewesen sezieren darf und mir dadurch ein Einblick ins Innere und die Betrachtung der Organe gewährt wird, faszinierte mich. So entschied ich mich sehr schnell dafür, etwas im Bereich Anatomie derTiere zu tun und kam so letzten Endes auf mein Projekt: «Das Haushuhn». Frau Wunderlin erklärte mir, dass sie ein Huhn, welches vom Fuchs getötet wurde, im Gefrierfach hätte und dass sie mir dieses zur Verfügung stellen würde. Somit waren die Voraussetzungen für mein Projekt gegeben und ich konnte beginnen.

2. MEIN PROJEKT-Beschreibung und Zielsetzung

In der ersten Atelierwoche erarbeitete ich mir ein Konzept, nach welchem ich meine weiteren Arbeitsschritte ausrichten würde:

Mein Projekt beinhaltet die äussere Betrachtung des toten Huhnes, die Sektion bzw. das Aufschneiden des Huhnes und anschliessende Betrachtung der Organe. Danach werde ich die Organe entnehmen und jeweils einzeln angemessen betrachten (evtl. Mikroskop, weitere Sektion usw.). Ausserdem versuche ich anhand des Sichtbaren und der Theorie die Abläufe in und zwischen den Organen zu begreifen und wiederzugeben. Diese Arbeitsschritte werde ich schriftlich und auch fotografisch festhalten und aus dem daraus resultierenden Material informative Poster und das Portfolio erstellen. Ausserdem beinhaltet mein Projekt die anschliessende Säuberung der Knochen und deren Zusammenbau zu einem kompletten Hühnerskelett. Da durch das Aufschneiden des Brustraumes einige Knochen kaputt gehen, werde ich noch Ersatzknochen aus einem weiteren Huhn hinzuziehen müssen.

Da ich die Knochen schneller als erwartet zusammengebaut hatte, wird mein Projekt um folgenden Punkt ergänzt: Mithilfe eines Fotos des Skeletts, versuche ich die Bewegungsabläufe des Huhnes zu verstehen und anschliessend filmisch zu animieren. Das Resultat sollte das Video eines laufenden Hühnerskeletts sein.

Dieser Beschreibung des Projekts entsprechend, setze ich mir und meinem Projekt folgende Ziele:

Meine anfänglichen Ziele waren:

1- Eine sorgfältige Sektion des Huhnes mit vorausgehender äusserlicher Betrachtung,

2- Eine Betrachtung der Organe, aus welcher, zusammen mit dem Aneignen der Theorie, ein Verständnis der Abläufe in und zwischen den Organen erfolgt,

3- Eine sorgfältige Säuberung der Knochen und der Zusammenbau des Skeletts,

4- Das Erstellen eines oder mehrerer informativer Poster, auf welchen theoretisches Wissen und Fotos meiner Arbeit gemeinsam einen sichtbaren Zusammenhang herstellen und anderen Personen (am Atelierfest) die Abläufe in und zwischen den Organen näherbringt.

Mein zusätzliches Ziel ist: 5-Das Erstellen eines Videos, in welchem mit Hilfe eines animierten Fotos des Hühnerskeletts die Bewegungsabläufe des Huhnes sichtbar werden.

Erweiterungsmöglichkeit:

Eine zusätzliche Erweiterungsmöglichkeit wäre der Bau eines rechteckigen Rahmens, in dem eine Folie gespannt ist. Auf dieser Folie wäre dann die Skizze bzw. der Umriss eines lebendigen Huhns. Wenn man dann das Skelett hinter dieser Folie platzieren würde, sähe man die Umrisse des lebendigen Huhns um die Knochen des toten Huhns herum.

3. MEIN PROJEKT -Protokolle

Der nachfolgende Teil dieses Portfolios beinhaltet eine genaue Beschreibung und Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte, meine Erfahrungen und Erkenntnisse, dazu passende Fotos und die dazugehörige Theorie. Ausserdem versuchte ich Gedankengänge und auch Probleme miteinzubeziehen.

Da es ein praktisches Projekt ist, beschränkt sich die Theorie auf einzelne Arbeitsschritte bzw. auf einzelne Organe. Ich habe versucht, die Theorie komplett in meine Arbeitsdokumentation miteinzubeziehen, deshalb gibt es keine separate Theorie-Kapitel.

3.1. Vorbereitung (25.bis 27.10.17 & 01. bis 03.11.17)

In den ersten beiden Wochen des Biologieateliers mussten wir erst einmal ein eigenes Projekt finden, das zum einen den Anforderungen für ein Biologieprojekt gerecht werden und zum anderen auch mir selbst gefallen musste. So entschied ich mich letzten Endes für mein Projekt «Das Haushuhn». Mit Frau Wunderlin ging ich dann grob den Projektplan durch (siehe 1. EINLEITUNG und 2. MEIN PROJEKT-Beschreibung und Zielsetzung). In dieser Zeit der Vorbereitung ging ich auch mit zwei Mitschülern in die Zentralbibliothek Zürich und fand dort ein Buch über Vögel, welches ich gut für den theoretischen Teil dieses Projektes benutzen kann.

In der zweiten Woche las ich mich in das Buch ein, welches mir Frau Wunderlin zur Verfügung stellte («Leitfaden für das Zoologische Praktikum»). In diesem Buch ist neben theoretischem Wissen auch die Anleitung für die Präparation des Huhns relativ gut verständlich nachzulesen. Ich fand es sehr wichtig, dass ich, wenn das Huhn dann vor mir liegt, schon Weiss, um was es geht und was zu tun ist. Ausserdem bereitete ich alles vor, was ich dann für die nächste Woche brauchte: eine Präpariewanne mit Paraffinboden, die Box mit den Präparierwerkzeugen (Scheeren, Skalpelle und Pinzetten) und die Bücher.

3.2. Äusserliche Betrachtung (Mi. 08.11.17)

Ich ging etwa eine halbe Stunde vor Atelierbeginn zu Frau Wunderlin ins Lehrerzimmer und holte das Huhn ab. Ich wollte möglichst viel Zeit haben, da die Präparation sehr schnell gehen muss, weil das Huhn nach ein paar Tagen zu stinken beginnt. Da es aber noch gefroren war, konnte ich das Huhn nicht öffnen und so blieb mir vorerst nur die äusserliche Betrachtung.

Ich packte das Huhn aus den Tüchern und Plastiksäcken aus und legte es in die Präparierwanne, danach begann ich mit der Betrachtung. Ich betrachtete den Kopf des Huhns und legte den Fokus auf den Schnabel, die Ohren und die Augen.

Die Augen sind von einem nackten Hautring umgeben. Um das Auge zu öffnen, benutzte ich meine Finger und eine Pinzette. Das Interessante an den Augen eines Huhnes ist die Nickhaut, welche sich im inneren Augenwinkel befindet. Die Nickhaut konnte ich mit der Pinzette über das Auge ziehen. Die Nickhaut schützt die Hornhaut vor mechanischen Einflüssen und kann wie ein Scheibenwischer eingesetzt werden, um Schmutz zu entfernen. Ausserdem ist sie für die Verteilung der Tränenflüssigkeit verantwortlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hinter den Augen befinden sich die Öffnung des äusseren Gehörganges. Danach betrachtete ich den Schnabel, der von einer harten Hornscheide überzogen ist. Links und rechts befinden sich auf dem Oberschnabel zwei Schlitze, die Nasenlöcher. An dem hinteren Oberschnabel und Kopf sitzt der Kamm auf. Dieser fleischige Hautlappen ist charakteristisch für unsere Haushühner.

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Danach öffnete ich mit der Pinzette und meinen Fingern den Schnabel. Da er leicht mit Blut verklebt war, dachte ich erst, dass es nicht ging, dann liess er sich plötzlich öffnen und ich sah ins Innere des Schnabels und konnte die Zunge sehen.

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Danach betrachtete ich die Beine und Füsse. Sie sind zwei der wenigen Stellen, die keine Federn haben. Die Vorderseite der Beine ist mit quergestellten Hornscheiben bedeckt (Diese erinnern an den Bau von Reptilien). Die Hinterseite ist hingegen mit einem etwas weicherem Hornüberzug bedeckt, welcher in netzförmige Felder gegliedert ist. An den Beinen befinden sich drei nach vorne gerichtete Vorderzehen und eine nach hinten gerichtete Hinterzehe. An jeder Zehe ist am Ende ein gebogener Nagel sichtbar. Wenn ich das Bein am Gelenk bog, zogen sich die Zehen leicht zusammen.

Ausserdem betrachtete ich noch die Federn. Es gibt zwei Typen von Federn: die grösseren, steiferen Deckfedern (auch Konturfedern genannt) und die kleineren, weicheren und gekräuselten Flaumfedern, die darunter liegen. Die Schwungfedern des Flügels und die Steuerfedern am Schwanz sind besonders grosse Konturfedern. Leider wurden die Federn des Flügels abgeschnitten. Normalerweise wären ca. zehn lange Handschwingen an der Hand befestigt und weitere elf bis 15 Armschwingen am Unterarm befestigt, gefolgt vom Schulterfittich. Die Basis der Schwungfedern bedecken kleinere Deckfedern. Am Schwanz sind es ca zwölf bis 16 Steuerfedern. Die Deckfedern sind nicht gleichmässig über den Rumpf verteilt, sondern sie sind auf bestimmten Zonen (Fluren) angordnet, zwischen denen auch federlose Stellen sind.

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Ich rupfte eine Deckfeder und eine Flaumfeder raus und schaute sie unter dem Binokular an.

Bei Federn unterscheiden wir zwischen zwei Teilen. Es gibt den Achsenteil, welcher aus der Spule (der Teil, der in die Haut eingesenkt ist) und dem Schaft besteht und die daran ansitzenden Äste. An den Ästen wiederum setzen die kleinen Nebenäste an. Die Nebenäste von zwei Nachbarästen «verhaken» sich ineinander, sodass es ein bisschen Kraft brauch, um sie zu trennen (Jedes Kind hat dies sicherlich schon einmal getan und dann festgestellt, dass es nicht mehr zusammengeht und die Feder jetzt nicht mehr schön ist).

Während ich eine Feder am Schwanz ausriss, fiel ein Hautzipfelchen, die Bürzeldrüse auf. Da ich zuvor über sie im Buch gelesen hatte, war sie mir bekannt. Das Sekret der grossen, zweilappigen Bürzeldrüse oberhalb des Schwanzes wird zum Einölen der Federn verwendet.

3.3. Öffnung des Huhns und Entfernung der Brustmuskeln und des Brustbeins (Do. 09.11.17)

Am nächsten Tag holte ich das Huhn wieder aus dem Kühlschrank. Nun war es aufgetaut und ich konnte mit der Präparation beginnen. Ich befestigte das Huhn mit Nadeln an den Flügeln im Paraffinboden der Präparationswanne.

Als Erstes versuchte ich, mit einem Strohhalm Luft in die Lunge des Huhnes zu blasen, was mir jedoch nicht gelang, da die Luft durch die Verletzung des Huhns am Hals entwich. So versuchte ich am Hals durch einen Schnitt an die Luftröhre zu gelangen, jedoch klappte auch das nicht, da ich die Luftröhre zuerst nicht fand. Somit verschob ich das «Aufblasen» und begann mit der Präparation.

Zuerst hob ich mit der Pinzette die Haut über dem Brustbein an und Schnitt mit dem Skalpell einen kleinen Schnitt in die Haut. Mit der Schere führte ich diesen Schnitt zuerst bis zur Kloake (Einheitsöffnung, in die Verdauungs-, Geschlechts-, und Exkretionsorgane münden) nach unten, danach bis zum Schnabel nach oben weiter. In der Gegend des Kropfes musste ich besonders vorsichtig arbeiten, da dort der Kropf verletzt werden könnte. Dann konnte ich die Haut nach links und rechts hin zur Seite klappen und dabei immer wieder ein paar «Häutchen» durchtrennen oder abpräparieren. Nun konnte ich zum einen im Hals die Luftröhre mit Knorpelspangen und die Speiseröhre erkennen und zum andern konnte ich einiges im Brust- und Bauchraum erkennen. Oben konnte ich den gefüllten Kropf sehen, darunter das markante Brustbein, an dem links und rechts die Brustmuskeln befestigt sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da ich nun die Luftröhre gut sah, konnte ich mit dem Strohhalm Luft durch die Luftröhre pusten, die dann in die Lunge ging und den Brustmuskeln und Brustbein anhob. Das Entweichen der Luft liess die Brust wieder senken. Hierbei war mir Frau Wunderlin behilflich.

Nun ging ich streng nach Anleitung des Buches vor. Ich schnitt zuerst links (von mir aus gesehen) neben dem Brustbein einen Schnitt mit dem Skalpell in den rechten (von mir aus gesehen links) Brustmuskel, bzw. einen Schnitt zwischen Brustmuskel und Brustbein. Dieser Brustmuskel ist der «Musculus pectoralis major», er wirkt als Herabzieher des Flügels. Ich schnitt nun den rechten grossen Brustmuskel vorsichtig entlang des Brustbeins ab. Er ist ca. lern dick, darunter liegt dann der kleinere «Musculus pectoralis minor». Er ist der Flügelheber.

Hier muss man wirklich besonders vorsichtig sein, da die Lunge von Vögeln sich dem Flug angepasst hat und sogenannte Luftsäcke besitzt. Diese Luftsäcke sind Beutel, in die die Luft rein kann. Es gibt fünf dieser Luftsäcke, die sich zwischen den Eingeweiden und Muskeln ausbreiten und auch in das Skelett eindringen können. Nun hatte ich das grosse Glück, auf einen dieser Luftsäcke zu stossen, ohne dass ich ihn dabei oder zuvor schon zerstört habe. Durch erneutes reinpusten in die Luftröhre, wurde er mit Luft gefüllt und man erkannte ihn gut. Den grossen Brustmuskel drückte ich dann mit den Fingern zur Seite und präparierte ihn vom Brustbein und vom Musculus pectoralis minor ab. Dann konnte ich Gefässe (Armarterie und Armvene) erkennen. Eigentlich hätte man diese abbinden sollen, um starke Blutungen zu vermeiden, jedoch konnte ich keinen Faden finden und so tat ich es ohne Abbinden, was auch gut klappte, da es eigentlich gar nicht blutete.

Ich löste dann den grossen Brustmuskel auch vom Gabelbein und klappte ihn zur Seite. Auch die Sehnen waren zu erkennen. Mit einer Pinzette griff ich sie und ich versuchte durch Ziehen an der Sehne die Flügelbewegung zu erzeugen, was aber nur massig funktionierte.

Danach entferne ich ebenfalls den kleinen Musculus pectoralis minor. Genau das gleiche machte ich auch auf der anderen Seite und so bedeckte am Ende nur noch das Brustbein die Innereinen.

Der nächste Schritt war die Entfernung des Brustbeines, was relativ schwer war, da man hier Knochen durchtrennen musste. Ich hob das Brustbein leicht an und schnitt dann in ca. 4-6 cm «Tiefe» von unten her durch die Rippen. Eigentlich sollte man sie an den Sternocostalgelenken durchtrennen, die beweglich sein sollten, jedoch konnte ich die richtige Stelle nicht finden und so durchschnitt ich die Rippen einfach dort, wo ich diese Gelenke vermutete.

Danach entfernte ich die Muskeln, die die beiden Rabenbeine und das Gabelbein bedecken. Dann hätte ich eigentlich die Eingelenkungen des Gabelbeins am Schultergürtel und die Rabenbeine am Schulterblatt lösen müssen. Dies klappte leider nicht so gut, aber mit etwas Kraft konnte ich die Knochen dann entfernen (Zuvor hatte ich schon die Arme an den Gelenken gelöst). Während diesen Arbeitsschritten musste man immer wieder einmal ein Stück Haut, Gewebe oder Muskel ablösen oder abschneiden, dies betrachte ich jedoch nicht als wichtig. So konnte ich schlussendlich das Brustbein entfernen und der Brust- und Bauchraum lag endlich frei.

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

3.4. Organentnahme (Fr. 10.11.17)

Am nächsten Tag bemerkte ich, dass die Innereien, vor allem der Magen-Darm-Trakt langsam recht stark zu riechen begannen. Da ich jedoch mehrere Stunden den Geruch wahrnahm, merkte ich es fast nicht, aber einige meiner Kollegen rochen es und waren nicht so erfreut. Deshalb beeilte ich mich und entnahm an diesem Tag eigentlich alle Organe (zumindest die im Brust- und Bauchraum).

Ich las im Buch weiter. Dort wird jedoch einfach das Sichtbare und Einzelheiten zu den Venen und Arterien beschrieben (dies werde ich später, wenn es ums Herz geht auch nochmal erläutern), deshalb begann ich damit, das Herz herauszunehmen. Dazu entfernte ich vorsichtig das Perikard, von welcher das Herz überzogen ist, mit Schere und Pinzette. Dann durchschnitt ich die Venen und Arterien die ins Herz verlaufen. Dann konnte ich das Herz herausnehmen und in eine Petrischale legen.

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Unterhalb und hinter dem Herz liegt die Leber. Dieses braune Organ ist in zwei Lappen gegliedert. Einen grösseren rechten Lappen und einen kleineren linken Lappen. Der linke bedeckt einen Teil des Muskelmagens. Dann klappte ich den rechten nach oben und konnte die Gallengänge sehen, welche in den Zwölffingerdarm münden. Es gibt keine Gallenblase. Schlussendlich entfernte ich auch die beiden Leberlappen und legte sie in Petrischalen.

Die Leber ist ein sehr weiches Organ. Es kann sehr schnell reissen, deshalb musste ich vorsichtig sein, als ich es herausnahm.

Nun waren der Darmtrakt und auch die Mägen gut sichtbar. Laut Anleitung sollte man mit der Untersuchung des Verdauungstraktes bei der Mundhöhle beginnen. Um besser reinschauen zu können, schnitt ich die Mundwinkel ein Stück weit auf. In der langen und weiten Mundhöhle liegt die Zunge. Die Zunge ist schmal und ein bisschen rau. Hinten umfasst sie die Hinterzungendrüse. Am Dach der Mundhöhle gibt es einen langen, schmalen Schlitz, welcher von Papillen (das was wie kleine Zähne aussieht) «bedeckt» ist. Dieser Schlitz ist die hintere Nasenöffnung («Choane»). uie speiseronre munaei, DZW. erweneri sien in den Kropf. Nach diesem grossen, häutigen Sack folgt der Drüsenmagen welcher in den Mukeimagen mündet (All diese Organe werden später noch ausführlich behandelt). Danach kommt der Zwölffingerdarm, der eine Schlinge bildet. Dann folgt der mehrmals gefaltete und gewundene Rest des Dünndarms. Relativ am Ende des Dünndarms gibt es zwei recht lange Blinddärme. Der letzte Teil, das Rectum, mündet in die Kloake.

Eigentlich hätte ich nun den Darm bei der Kloake abbinden müssen, da ich aber keine Schnur hatte, schnitt ich ihn einfach so durch. Bei der Kloake befand sich eine rechte Menge Kot, den ich wegputze und entsorgte. Dann schnitt ich ebenfalls die Speiseröhre oberhalb des Kropfes durch und begann mit Schere und Pinzette, zuerst den Kropf, dann den Drüsen- und Muskelmagen und schlussendlich den Darm zu entfernen. Dies war recht schwer, da der Darm überall befestigt war und ich beim Durchtrennen immer aufpassen musste, dass ich nicht den eigentlichen Darm verletzte. Da der Darm selbst auch noch mit anderen Windungen von sich selbst verbunden ist, musste ich auch diese «Häutchen» noch trennen. Schlussendlich legte ich das gesammte Verdauungssystem auf Alufolie (leider spiegelt es auf diesem Bild).

[...]

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten

Details

Titel
Das Haushuhn. Sektion eines Huhnes, Betrachtung der Organe, Zusammenbau des Skeletts, Video eines laufenden Hühnerskeletts (11. Klasse)
Note
6 (sehr gut)
Autor
Jahr
2018
Seiten
45
Katalognummer
V434961
ISBN (eBook)
9783668778764
ISBN (Buch)
9783668778771
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Projekt über das Haushuhn. Betrachtung der Organe, Sektion, Zusammenbau der Knochen zu einem fertigen Hühnerskelett. Infos zu Arbeitsschritte und Anatomie.
Schlagworte
haushuhn, sektion, huhnes, betrachtung, organe, zusammenbau, skeletts, video, hühnerskeletts, klasse
Arbeit zitieren
Laurino Lucca Amos (Autor), 2018, Das Haushuhn. Sektion eines Huhnes, Betrachtung der Organe, Zusammenbau des Skeletts, Video eines laufenden Hühnerskeletts (11. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434961

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