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Unterwegs zur Hegemonialpartei. Die CSU zwischen 1945 und 1961

Title: Unterwegs zur Hegemonialpartei. Die CSU zwischen 1945 und 1961

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Irene Gebauer (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Auf das lautstarke Auftreten und die markante Persönlichkeit von Franz-Josef Strauß fixiert, wird die CSU in der Öffentlichkeit auch heute noch oft auf ihren bekanntesten Parteivorsitzenden reduziert und gewiss ist die „Effektivität der Organisation und der Politik dieser Partei ohne Strauß nur schwer vorstellbar“.

Es darf jedoch über der mächtigen Figur Straußens nicht vergessen werden, dass die CSU nicht das Produkt eines einzigen Mannes ist. Die Geschichte der CSU hat gezeigt, dass „keine politische Identität zwischen der organisatorisch-politischen Wirklichkeit der CSU (...) und der Person Strauß“ besteht und dass Strauss bei seinem Amtsantritt 1961 schon auf einen funktionierende Hegemonialpartei zurückgreifen konnte.

Natürlich hat die CSU gerade unter seinem Landesvorsitz ihre dominierende Position in der bayrischen Politik weiter stabilisiert und ausgebaut, doch war sie auch schon wenige Jahre nach ihrer Gründung dabei, das zu werden, was sie heute ist: eine „große demokratische Volkspartei“, die auch heute noch als „die“ politische Kultur Bayerns wahrgenommen wird.

Doch der Weg bis dahin war ein langer, bewegter und beschwerlicher, der erst nach einem „langen Prozess der inneren Homogenisierung“ zu einem Ende kam. Zweifellos ist die CSU damit unter den etablierten Parteien der Bundesrepublik „diejenige mit der bewegtesten Jugendgeschichte“, die nach schweren Krisen und Kämpfen höchst heterogene soziale, politische, konfessionelle und kulturelle Gruppen und Tendenzen in ihrer Partei zusammenfasste.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Historischer Hintergrund der CSU vor 1945

1.1 Historisch-politische Traditionszonen

1.2 Die regional fragmentierte Parteienlandschaft

2. Die politisch-kulturelle Entwicklung nach 1945

2.1 Die Gründung der CSU im Spannungsfeld „zwischen Tradition und Neuorientierung“

2.1 Die Parteikrise 1948/49

2.2 Rückbildung zur Honoratiorenpartei und Parteikrise 1954/55

3. Die CSU als Hegemonialpartei

3.1 Die Homogenisierung der Wahl- und Parteienlandschaft

3.2 Die Homogenisierung im Strukturbild der Parteiorganisation

Abschliessende Wertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Prozess der inneren Homogenisierung und den Aufstieg der CSU zur bayrischen Hegemonialpartei zwischen 1945 und 1961. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die Partei aus ihren krisengeprägten Anfängen heraus zu einer modernen Volkspartei entwickelte, die die politische Kultur Bayerns nachhaltig prägte.

  • Historische Traditionszonen in Bayern vor 1945
  • Die Parteikrisen der Nachkriegszeit und die Rolle der Bayernpartei
  • Der Transformationsprozess von der Honoratioren- zur Massenpartei
  • Organisatorische Reformen und Bürokratisierung der CSU
  • Wahlsoziologische Entwicklungen und politische Landnahme

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Homogenisierung im Strukturbild der Parteiorganisation

Nach Übwindung der durch die „Vierer-Koalition“ ausgelösten Krise von 1954/55, wurde die CSU Schritt für Schritt in eine moderne Groß- und Mitgliederpartei mit funktionstüchtigem Parteiapparat und qualifiziertem Personal umgewandelt. Reorganisation und Bürokratisierung sind dabei die wesentlichen Momente eines Transformationsprozesses, der die CSU von der maroden Honoratiorenpartei, in die sie sich zurückentwickelt hatte, in eine Massen- und Apparatpartei modernen Typs verwandelte.

Doch zu Beginn dieser an Widerständen reichen Reformphase (1955-1961) war der Zustand des Parteiapparates katastrophal: Weder wusste man die genaue Anzahl der Mitglieder noch gab es eine Mitgliederkartei der CSU, die Landesgeschäftsstelle war personell völlig unterbesetzt und die Kassen waren leer.

Ein erster Schritt in dieser Situation war nach erheblich Widerständen die Schaffung des Amtes des Generalsekretärs, der als „politischer Exponent der CSU die Leistungsfähigkeit der Parteiorganisation, besonders des Parteiapparates“ ständig erhöhen und in dieser Funktion für eine effektive Organisationspolitik sorgen sollte. Die Generalsekretäre hatten damit eine „wichtige Schlüsselfunktion“ inne, sie erhielten mit der Zeit auch eine immer breitere Unterstützung und Zustimmung aus der Partei und trieben ihre Organisationsreformen, insbesondere die Bürokratisierung und Technisierung, kontinuierlich voran.

Schon Anfang der 60er Jahre zeigte sich, wie sich diese Neuerungen positiv ausgewirkt hatten: Die Mitgliederzahl, die zwischen 1945 und 1955 auf 35.000 gesunken war, erhöhte sich auf mehr als 56.000. In gleicher Weise hatte sich nach grundlegenden Organisationsreformen auch die Landesgeschäftsstelle verändert – sie wurde „ständig erweitert, ihre technischen Einrichtungen verbessert und erhöht, ihre an Zahl wachsenden Referate immer straffer gegliedert und der Personalstand laufend erhöht“ – sie war dabei, eine leistungsfähige Schaltzentrale zu werden und auch die Situation der Bezirks- und Bundeswahlkreisgeschäftsstellen hatte sich entscheidend verbessert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit erläutert die Ausgangslage der CSU nach 1945 und skizziert den langfristigen Prozess der inneren Konsolidierung hin zur dominierenden politischen Kraft in Bayern.

1.Historischer Hintergrund der CSU vor 1945: Dieses Kapitel beschreibt die heterogene Struktur Bayerns im 19. Jahrhundert und die daraus resultierende regional fragmentierte Parteienlandschaft.

2. Die politisch-kulturelle Entwicklung nach 1945: Hier werden die Gründungsphase der CSU, die Herausforderungen der Nachkriegszeit sowie die gravierenden Parteikrisen der Jahre 1948/49 und 1954/55 detailliert analysiert.

3. Die CSU als Hegemonialpartei: Das Hauptkapitel untersucht die erfolgreiche Homogenisierung der Partei auf Wahl- und Organisationsebene, die sie zur modernen Volkspartei werden ließ.

Abschliessende Wertung: Dieses Kapitel zieht ein Resümee über die Resilienz der CSU gegenüber Krisen und bestätigt ihre Stellung als prägende Hegemonialpartei im politischen System Bayerns.

Schlüsselwörter

CSU, Bayern, Hegemonialpartei, Parteigeschichte, Nachkriegszeit, Volkspartei, Parteikrise, Homogenisierung, politische Kultur, Parteiorganisation, Strukturwandel, Wahlsoziologie, Franz-Josef Strauß, Bayernpartei, Parteiapparat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den historischen Aufstieg der CSU zur dominanten Hegemonialpartei in Bayern und untersucht dabei die verschiedenen Krisen und Transformationsprozesse, die die Partei zwischen 1945 und 1961 durchlief.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die politisch-kulturelle Heterogenität Bayerns, der Wandel der Parteiorganisation, die Überwindung innerparteilicher Krisen und die Entwicklung zur modernen Volkspartei.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, nachzuzeichnen, wie die CSU trotz schwerer Anfangskrisen die politische Landschaft Bayerns vereinheitlichen und sich als feste Größe etablieren konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen und politikwissenschaftlichen Analyse, die Fachliteratur und historische Quellen nutzt, um die Entwicklung der Partei strukturell zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die wahlsoziologische Konsolidierung als auch der interne Umbau der Partei von einer Honoratioren- zu einer modernen Massenpartei detailliert dargestellt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Hegemonialpartei, CSU, politische Transformation, Strukturwandel und Parteiorganisation beschreiben.

Welche Rolle spielte die Bayernpartei für die Krisen der CSU?

Die Bayernpartei fungierte als starke Konkurrentin am rechten Rand, die durch ihre radikal-föderalistische Ausrichtung die CSU in der Nachkriegszeit unter massiven politischen Druck setzte und zu internen Verwerfungen beitrug.

Was bedeutete die Einführung des Amtes des Generalsekretärs für die Partei?

Die Schaffung dieses Amtes war ein zentraler Schritt zur Professionalisierung, da der Generalsekretär die Leistung des Parteiapparates bündelte und die Reformen der Bürokratisierung maßgeblich vorantrieb.

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Details

Title
Unterwegs zur Hegemonialpartei. Die CSU zwischen 1945 und 1961
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
Haupseminar
Grade
1,0
Author
Irene Gebauer (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V43503
ISBN (eBook)
9783638412735
Language
German
Tags
Unterwegs Hegemonialpartei Haupseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Irene Gebauer (Author), 2003, Unterwegs zur Hegemonialpartei. Die CSU zwischen 1945 und 1961, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43503
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