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Lizenz und Reinigungskrise. Das Verlagswesen in München in der Nachkriegszeit

Title: Lizenz und Reinigungskrise. Das Verlagswesen in München in der Nachkriegszeit

Seminar Paper , 2011 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Laura Köhninger (Author)

Book Science
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Nach zwölf Jahren Diktatur unter den Nationalsozialisten vollzog sich in ganz Deutschland die völlige Runderneuerung in politischer, sozialer und kultureller Hinsicht. Sämtliche Medien waren unter der Herrschaft von Hitler gleichgeschaltet und zu Propagandazwecken missbraucht worden. Zeitungen, Zeitschriften und Bücher sowie ihre Macher unterlagen strikten Reglements, die bei Missachtung zu Berufsverbot, schlimmstenfalls zu Verfolgung führen konnten.

Nach dem Einmarsch der Amerikaner in München veränderte sich über Nacht alles, griffen sie doch im Kampf gegen nationalsozialistisches Gedankengut in alle Bereiche des Lebens ein. Im Verlagswesen herrschten vorerst Rationierungen und Lizenzierung, aber der ungestillte Lesehunger der Käufer brachte bald den Zeitschriftenboom sowie unzählige Verlagsgründungen hervor. Auch in der „Reinigungskrise“ nach der Währungsreform bewährten sich viele Verleger und nahmen den Weg ins Wirtschaftswunder mit Bravour.

Im Folgenden möchte ich mich mit dem Neubeginn und dem Aufbrechen der Verlagsbranche in München in der Nachkriegszeit befassen und einen Überblick über den direkten Neustart nach dem Krieg 1945 und die Entwicklung von der Währungsreform über das Wirtschaftswunder bis hin zum Aufstieg zur größten Verlagsstadt Deutschlands geben.

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Inhaltsverzeichnis

1. Das Verlagswesen in München in der Nachkriegszeit

2. Ausgangssituation nach dem Zweiten Weltkrieg

2.1. Trümmerstadt München

2.2. Nachrichtenkontrolle und deren Funktion

2.3. Zeitschriftenboom

2.4. Die Lage des Verlagswesens in Bayern

2.5. Lizenzzwang und Neugründungen der Verlage

2.5.1. Wiederbelebung der Vorkriegsverlage

2.5.2. Neugründungen durch Zugezogene

3. „Reinigungskrise nach der Währungsreform 1948

3.1. Die Deutsche Mark

3.2. Kaufzurückhaltung und Ansprüche auf dem Buchmarkt

4. Der Weg ins Wirtschaftswunder der 1950-er Jahre

5. Aufstieg zur größten Verlagsstadt Deutschlands

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Neustart und die Entwicklung des Münchner Verlagswesens in der unmittelbaren Nachkriegszeit, wobei der Fokus auf den politischen Rahmenbedingungen, der wirtschaftlichen Anpassung und dem Aufstieg Münchens zur bedeutendsten Verlagsmetropole Deutschlands liegt.

  • Ausgangslage des Münchner Verlagswesens im zerstörten Nachkriegsdeutschland.
  • Einfluss der alliierten Nachrichtenkontrolle und des Lizenzzwangs auf die Verlagsstruktur.
  • Die Auswirkungen der Währungsreform von 1948 als „Reinigungskrise“ für die Branche.
  • Kontinuität der Vorkriegsverlage versus Neugründungen durch Zuzüge.
  • Der Weg zum wirtschaftlichen Erfolg und zur Verlagsstadt-Dominanz in den 1950er Jahren.

Auszug aus dem Buch

2.5.1. Wiederbelebung der Vorkriegsverlage

Nach Olaf Blaschke hatten vor allem die Münchner Vorkriegsverlage großen Anteil am späteren Aufstieg zur größten Verlagsstadt Deutschlands. Nach Erhalt der Lizenz gelangten sie bald wieder zu ihrer früherer Bedeutung zurück.

„Das wichtigste Kapital von Verlegern ist ihr kulturelles und soziales Kapital, der Stamm der Autoren, die Verbindungen zu mehreren Netzwerken und, ganz handfest, das Verwertungsrecht. Verlage, die aus dem Nichts entstehen, mußten sich diese jahrzehntelang ausgebaute Ressource erst mühsam erarbeiten, während die Altverlage nach 1945 rasch an sie anknüpfen konnten.“

Diese Kontinuität über den Krieg hinaus belegen Beispiele in unterschiedlichsten Münchner Verlagsgeschichten. C.H. Beck, erst 1949 wieder unter ursprünglichen Namen lizenziert, zieht folgendes Fazit:

„Nach den ersten krisenhaften Nachkriegsjahren ist der Verlag unerwartet rasch wieder aufgestiegen. Er nahm im vollen Umfang teil am „Wirtschaftswunder“ der 50-er Jahre. Nie vorher und auch nie nachher sind Produktion, Umsatz und Mitarbeiterzahl so schnell gewachsen.“

Auch der Carl Hanser Verlag verfügte über Erfahrung und Beziehungen, die er in der Zeit vor dem Krieg sammeln konnte. Der unbelastete Verleger Carl Hanser legte den Fokus auf seinen Fachverlag, in dem Neuauflagen begehrter technischer Bücher sowie Fachzeitschriften erschienen. Da das zugewiesene Papier schon kaum dafür reichte, musste der erträumte Literaturverlag anfangs zurückstecken, und auch ab den fünfziger Jahren, als erste Klassikerausgaben erschienen, trug der Fachverlag die schöngeistige Literatur finanziell mit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Verlagswesen in München in der Nachkriegszeit: Einführung in die Situation Münchens nach Kriegsende und der Wunsch nach einem Überblick über den Verlagsneuanfang.

2. Ausgangssituation nach dem Zweiten Weltkrieg: Darstellung der schwierigen Bedingungen, der alliierten Kontrollpolitik und des Aufblühens des Zeitschriftenmarktes.

3. „Reinigungskrise nach der Währungsreform 1948: Analyse der Währungsreform und der damit verbundenen Marktbereinigung im Buchwesen.

4. Der Weg ins Wirtschaftswunder der 1950-er Jahre: Erläuterung, wie sich Verlage wirtschaftlich erholten und auf steigende Nachfrage reagierten.

5. Aufstieg zur größten Verlagsstadt Deutschlands: Dokumentation der Entwicklung Münchens zur führenden Verlagsmetropole bis 1961.

6. Fazit: Rückblick auf die Bedeutung der Nachkriegsereignisse für den heutigen Status Münchens als Kulturstandort.

Schlüsselwörter

München, Nachkriegszeit, Verlagswesen, Lizenzzwang, Währungsreform, Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Nachrichtenkontrolle, Buchmarkt, Vorkriegsverlage, Re-Education, Literatur, Zeitschriftenboom, Verlagsgeschichte, Deutsche Mark.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt den Wiederaufbau und die Transformation des Münchner Verlagswesens zwischen 1945 und den frühen 1960er Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die alliierte Besatzungspolitik, den Einfluss des Lizenzzwangs, die Auswirkungen der Währungsreform auf das Kaufverhalten und den strategischen Aufstieg Münchens zur bedeutendsten Verlagsstadt.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, wie sich die Münchner Verlagsbranche trotz denkbar schlechter Startbedingungen nach 1945 behaupten und zum wirtschaftlichen Erfolg entwickeln konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, die fachwissenschaftliche Literatur, zeitgenössische Quellen und Verlagsgeschichten auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Nachkriegsumstände, die Rolle der Nachrichtenkontrolle, die „Reinigungskrise“ nach 1948 sowie die ökonomische Entwicklung und das Verlagswachstum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

München, Nachkriegszeit, Verlagswesen, Lizenzzwang, Währungsreform, Wirtschaftswunder und Verlagsgeschichte.

Welche Rolle spielte die Währungsreform für die Verlage?

Sie fungierte als „Reinigungskrise“, da sie den Schwarzmarkt beendete und die Käufer anspruchsvoller machte, was nur Verlage mit soliden Programmen überlebten.

Warum war München im Vergleich zu anderen Städten so erfolgreich?

Trotz schwieriger Ausgangslage konnte München durch die Kontinuität bewährter Altverlage und eine hohe Anziehungskraft auf Kulturschaffende seinen Status als führende Verlagsmetropole etablieren.

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Details

Title
Lizenz und Reinigungskrise. Das Verlagswesen in München in der Nachkriegszeit
College
LMU Munich  (Buchwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Laura Köhninger (Author)
Publication Year
2011
Pages
16
Catalog Number
V435110
ISBN (eBook)
9783668768215
ISBN (Book)
9783668768222
Language
German
Tags
Buchhandel Verlagswesen 1945 München Lizenz Lizenzierung Reinigungskrise Stunde Null Verlage Carl Hanser Verlag Nachkriegszeit Nachrichtenkontrolle Besetzung Zeitschriftenboom Bayern Verlagsneugründung 1948 Währungsreform Buchmarkt Wirtschaftswunder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Köhninger (Author), 2011, Lizenz und Reinigungskrise. Das Verlagswesen in München in der Nachkriegszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435110
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