Spezielle didaktische Ansätze in der Erwachsenenbildung


Einsendeaufgabe, 2016

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einsendeaufgabe 1

Einsendeaufgabe 2

Einsendeaufgabe 3

Einsendeaufgabe 4

Literaturverzeichnis

Einsendeaufgabe 1

Für die Beantwortung der ersten Einsendeaufgabe wird das Wegenetz der komplexen Handlung „ein Seminar leiten“ erläutert. Verdeutlicht werden sollen insbesondere die Aspekte „Teilhandlungen“ und „Wegkreuzungen“.

Zu Beginn der Ausarbeitung wird die komplexe Handlung „ein Seminar leiten“ in die idealtypische Abfolge der fünf Handlungsstufen einer Willkürhandlung nach Heckhausen eingeordnet (vgl. Heckhausen 1987, zit. in Höffer-Mehlmer 2012a, S. 4f.). Hierbei ist zu bedenken, dass es sich um ein Modell handelt, dass in der Realität in dieser exakten Abfolge eher nicht anzutreffen ist. In der vierten Stufe findet sich eine tabellarische Darstellung möglicher Handlungsschritte, in der Teilhandlungen und Wegkreuzungen in der jeweiligen Situation beispielhaft verdeutlicht werden.

1.Stufe: Realitätsorientierte Motivationsphase

Von der Rolle des Seminarleiters hängt wesentlich ab, was seine Motivationsfaktoren zu Beginn seiner Seminarleitung beeinflusst. Hat er sich selbst zur Durchführung des Seminars entschieden (intrinsische Motivation) oder wurde er, z.B. von einem Vorgesetzten mit der Durchführung beauftragt (extrinsische Motivation). Schon diese erste Stufe kann im weiteren Verlauf Auswirkungen auf Entscheidungen an sog. Wegkreuzungen haben.

2. Stufe: Intentionsbildung

Auf dieser Stufe entwickelt sich die Handlungsabsicht. Der (künftige) Seminarleiter entschließt sich auf der Grundlage der motivierenden Faktoren dazu, die Seminarplanung und Durchführung vorzunehmen. Hier steht der Seminarleiter vor der „Wegkreuzung“ diese Aufgabe grundsätzlich zu erwägen oder abzulehnen.

3. Stufe: Präaktionale Phase

Diese Stufe spielt eine Rolle bei der Entscheidung ob und mit welchem Einsatz zur Handlungsphase übergegangen wird. Es findet ein Abwägen der Handlungsmotivation und –-intention mit den konkreten Bedingungen des Handelns statt. Informationen zu Seminarort, -länge, Teilnehmeranzahl und –auswahl und Honorar werden mit Erkenntnissen aus der ersten und zweiten Stufe dazu beitragen, dass der Seminarleiter sich seiner inneren Motivation bewusst wird und klare Zielvorstellungen entwickelt, mit wieviel Aufwand er z.B. das Seminar vorbereitet. Er wird sich über das Ziel des Seminars Gedanken machen und auch über Charakteristika der zu erwartenden Teilnehmer und daraufhin z.B. erste Ideen zur Auswahl geeigneter Methoden und Medien treffen.

4. Stufe: Volitions- oder Handlungsphase

Hier findet die tatsächliche Handlung statt. Sie gliedert sich in die Vorbereitungsphase des Seminars und in die Durchführungsphase. Diese werden je nach Erfahrung mehr oder weniger routiniert ablaufen. Der Seminarleiter wird z.B. relativ routiniert eine Begrüßung vornehmen und einen Überblick über das Seminar vorstellen können. Auch während der Durchführungsphase wird er auf Erfahrungen und Routinen zurückgreifen können. Nichts desto trotz muss er für neue Situationen offen bleiben und ggf. seine routinierte Handlung an neue Gegebenheiten anpassen. Die Tabelle zeigt Beispiele auf und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Teilhandlungen / Wegkreuzungen „ein Seminar leiten“ (eigene Darstellung)

5. Stufe: Postaktionale Phase

Hier handelt es sich um die abschließende Phase nach der eigentlichen Handlungsphase. Der Seminarleiter überprüft und bewertet anhand der gemachten Erfahrungen die grundsätzliche Entscheidung für die Leitung des Seminars, wie auch die einzelnen, an den dargestellten Wegkreuzungen getroffenen Entscheidungen. Die hier gewonnen und reflektierten Erkenntnisse fließen in Planungen und Entscheidungen bezüglich zukünftiger Seminare ein.

Einsendeaufgabe 2

Im Rahmen der zweiten Einsendeaufgabe wird, in Anlehnung an Gagne, eine nach Komplexität gegliederte Übersicht verschiedener Lernziele aus dem Bereich der Physiotherapie erstellt. Im Anschluss werden die Konsequenzen aufgezeigt, die sich für Lehrende ergeben, die strikt nach der Regel „vom Einfachen zum Komplexen“ vorgehen.

Das Lernen auf verschiedenen Komplexitätsstufen, sogenannte Taxonomien von Lernzielen, wird seit längerem verwendet, um durch eine systematische Einteilung in aufeinander aufbauende Lernziele die Organisation des Lernens zu erleichtern. Die im Studienbrief vorgestellte Lernzieltaxonomie von Gagne (1973) liegt der Beantwortung dieser Aufgabe zu Grunde. Sie besteht aus acht aufeinander folgenden Stufen. Dabei steigt das Komplexitätsniveau von Stufe zu Stufe an, beginnend bei nicht-zielgerichteten physiologischen Reaktionen, bis hin zum Problemlösungslernen als höchste Komplexitätsstufe. Der Schritt zur nächsthöheren Stufe bedingt in diesem Modell ein beherrschen der vorigen Stufe (Höffer-Mehlmer 2012a, S. 22 ff.).

Nachfolgend werden die acht Stufen der Lernzieltaxonomie nach Gagne (vgl. ebd. S.22) am Beispiel des Themas „Wahrnehmung und Training des Beckenbodens in der Rückbildungsgymnastik“ im Rahmen des fachpraktischen Unterrichts in der Physiotherapieausbildung tabellarisch dargestellt. Dies findet zunächst als Selbsterfahrung der Auszubildenden untereinander statt und wird in höheren Taxonomiestufen auf die Klienten übertragen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Spezielle didaktische Ansätze in der Erwachsenenbildung
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern  (DISC)
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V435117
ISBN (eBook)
9783668771215
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Didaktik, Physiotherapie, Lernen, Schule, Lehren
Arbeit zitieren
Ann-Christin Just (Autor), 2016, Spezielle didaktische Ansätze in der Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435117

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