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Das Südtiroler Parteienspektrum im 21. Jahrhundert. Konsens oder Konkurrenz?

Titel: Das Südtiroler Parteienspektrum im 21. Jahrhundert. Konsens oder Konkurrenz?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Max Lucks (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die autonome Provinz Bozen-Südtirol im Norden Italiens hat nur etwa so viele Einwohner wie die nordrhein-westfälische Stadt Dortmund. Doch anders als eine deutsche Stadt steht die Region in den Alpen seit jeher im Zentrum interstaatlicher Konflikte und spätestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts einer ausgeprägten gesellschaftlichen Fragmentierung gegenüber. Über 65% der Bevölkerung sind Deutsche Muttersprachler, etwa 25% Italienische Muttersprachler und circa 4% gehören der Ladinischen Gruppierung von Muttersprachlern an.

Gerade diese gesellschaftliche Fragmentierung führe, so argumentiert beispielsweise der österreichische Politikwissenschaftler Günther Pallaver Ende des 20. Jahrhunderts, zu einer politischen Kultur, die durch Konsens gekennzeichnet ist.

Doch seit Ende des 20. Jahrhunderts hat sich das Parteinspektrum in Südtirol drastisch verändert: Während beispielsweise die rechtsextreme Partei "die Freiheitlichen" 2003 nur zwei Mandate erreichte, ist sie seit der Landtagswahl 2013 mit sechs Mandatsträgern zweitstärkste Partei. Die eher moderate Südtiroler Volkspartei (SVP), die von 1948 bis 2003 bei allen Landtagswahlen eine absolute Mehrheit bei Stimmen und Mandaten verzeichnete, verlor zunächst 2008 die absolute Mehrheit der Stimmen und 2013 die absolute Mehrheit der Mandate. Trotz dieser einschneidenden Ereignisse bilden jedoch mit der christdemokratischen deutsch-ladinischen SVP und der linksorientierten italienischen Partito Democratico (PD) zwei eher divergierende Parteien seit 2003 fortan die Landesregierung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begrifflichkeiten: Konsens und Konkurrenz in de Politikwissenschaft

3. Mehrheits- und Verhandlungsdemokratie nach Lijphart

3.1 Hintergrund

3.2 Form der Regierungsbildung nach Lijphart

3.3 Das Verhältnis von Exekutive und Legislative nach Lijphart

3.4 Die Fragmentierung des Parteiensystems nach Lijphart

3.5 Die Proportionalität des Wahlsystems nach Lijphart

4. Das Südtiroler Parteienspektrum des 21. Jahrhunderts

4.1 Ein Parteienspektrum zwischen numerischer, ideologischer und ethnischer Fragmentierung

4.2 Ein Parteienspektrum zwischen Übergrößen-Koalitionen und Mehrheitskoalitionen

4.3 Ein Parteienspektrum zwischen dominanter Exekutive und Parlamentarismus

4.4 Ein Parteienspektrum zwischen Proportionalität und relativen Quoren

5. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Demokratietheorie von Arend Lijphart, ob das Südtiroler Parteienspektrum im 21. Jahrhundert eher durch konsensorientierte Verhandlungsdemokratie oder konkurrenzorientierte Mehrheitsdemokratie geprägt ist.

  • Analyse der Südtiroler Parteienlandschaft im 21. Jahrhundert
  • Anwendung der Theorie von Mehrheits- und Verhandlungsdemokratie nach Lijphart
  • Untersuchung der Regierungsbildung und Koalitionsdynamiken
  • Auswertung der Wahlsystem-Proportionalität und Parteienfragmentierung
  • Einfluss der ethnischen und gesellschaftlichen Struktur Südtirols auf das politische System

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Die autonome Provinz Bozen - Südtirol (im Folgenden nur noch „Südtirol“) im Norden Italiens hat nur etwa so viele Einwohner wie die nordrhein-westfälische Stadt Dortmund. Doch anders als eine deutsche Stadt steht die Region in den Alpen seit jeher im Zentrum interstaatlicher Konflikte und spätestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts einer ausgeprägten gesellschaftlichen Fragmentierung gegenüber. Über 65% der Bevölkerung sind Deutsche Muttersprachler, etwa 25% Italienische Muttersprachler und circa 4% gehören der Ladinischen Gruppierung von Muttersprachlern an.

Gerade diese gesellschaftliche Fragmentierung führe, so argumentiert beispielsweise der österreichische Politikwissenschaftler Günther Pallaver Ende des 20. Jahrhunderts, zu einer politischen Kultur, die durch Konsens gekennzeichnet ist. Doch seit Ende des 20. Jahrhunderts hat sich das Parteinspektrum in Südtirol drastisch verändert: Während beispielsweise die rechtsextreme Partei „die Freiheitlichen“ 2003 nur zwei Mandate erreichte, ist sie seit der Landtagswahl 2013 mit 6 Mandatsträgern zweitstärkste Partei. Die eher moderate Südtiroler Volkspartei (SVP), die von 1948 bis 2003 bei allen Landtagswahlen eine absolute Mehrheit bei Stimmen und Mandaten verzeichnete, verlor zunächst 2008 die absolute Mehrheit der Stimmen und 2013 die absolute Mehrheit der Mandate. Trotz dieser einschneidenden Ereignisse bilden jedoch mit der christdemokratischen deutsch-ladinischen SVP und der linksorientierten italienischen Partito Democratico (PD) zwei eher divergierende Parteien seit 2003 fortan die Landesregierung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die gesellschaftliche Fragmentierung Südtirols und die historische Verschiebung innerhalb des Parteienspektrums als Anlass für die politikwissenschaftliche Untersuchung.

2. Begrifflichkeiten: Konsens und Konkurrenz in de Politikwissenschaft: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Gegenpole Konsens und Konkurrenz sowie deren unterschiedliche Gewichtung innerhalb der Demokratieforschung.

3. Mehrheits- und Verhandlungsdemokratie nach Lijphart: Hier wird Lijpharts Typologie zur Analyse von Demokratien vorgestellt und auf die vier für die Arbeit relevanten Merkmale Exekutive-Parteien-Dimension heruntergebrochen.

4. Das Südtiroler Parteienspektrum des 21. Jahrhunderts: Der Hauptteil wendet die Lijphart-Kriterien auf die Landtagswahlen und Regierungsbildungen in Südtirol an, um die tatsächliche demokratische Prägung zu bestimmen.

5. Konklusion: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Südtirol eher konsensorientiert geprägt ist, wenngleich mehrheitsdemokratische Tendenzen existieren.

Schlüsselwörter

Südtirol, Parteienspektrum, Arend Lijphart, Mehrheitsdemokratie, Verhandlungsdemokratie, Konsens, Konkurrenz, Regierungsbildung, Wahlsystem, Landtagswahlen, Südtiroler Volkspartei, ethnische Fragmentierung, Machtteilung, Proportionalität, Parteien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, ob das Südtiroler Parteiensystem im 21. Jahrhundert eher konsensorientiert (Verhandlungsdemokratie) oder konkurrenzorientiert (Mehrheitsdemokratie) strukturiert ist.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Form der Regierungsbildung, das Verhältnis zwischen Exekutive und Legislative, die Fragmentierung des Parteiensystems und die Proportionalität des Wahlsystems.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die wissenschaftliche Einordnung des Südtiroler Parteienspektrums anhand der theoretischen Idealtypen von Arend Lijphart.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine empirisch-analytische Untersuchung durchgeführt, die Wahlergebnisse, Mandatsverteilungen und Regierungsdaten seit 1998 mit den theoretischen Modellen von Lijphart abgleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier Analyseebenen: numerische und ethnische Fragmentierung, Koalitionstypen, Regierungsdominanz sowie die Proportionalität des Wahlsystems unter Berücksichtigung relativer Quoren.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen Südtirol, Arend Lijphart, Konsensdemokratie, Konkurrenzdemokratie und Parteienwettbewerb.

Welchen Einfluss haben die Sprachgruppen auf die Koalitionsbildung?

Die institutionellen Rahmenbedingungen erfordern eine Repräsentanz der Sprachgruppen, was die Südtiroler Volkspartei (SVP) zur Bildung von Koalitionen zwingt, selbst wenn sie allein eine Mehrheit hätte.

Hat sich der Charakter der Regierungsbildung nach 2013 verändert?

Ja, die traditionelle "Übergroßen-Koalition" wandelte sich zu einer Mehrheits-Koalition, wobei die Institutionen weiterhin eine konsensorientierte Zusammenarbeit begünstigen.

Inwieweit beeinflusst die Mandatszahl den Parteienwettbewerb?

Aufgrund der kleinen Zahl von 35 Landtagsmandaten fungiert diese implizit als relative Sperrklausel, die den Einzug kleinerer Parteien erschwert.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Südtiroler Parteienspektrum im 21. Jahrhundert. Konsens oder Konkurrenz?
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Europäische Parteiensysteme im Vergleich
Note
1,3
Autor
Max Lucks (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
28
Katalognummer
V435169
ISBN (eBook)
9783668762398
ISBN (Buch)
9783668762404
Sprache
Deutsch
Schlagworte
südtiroler parteienspektrum jahrhundert konsens konkurrenz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Max Lucks (Autor:in), 2017, Das Südtiroler Parteienspektrum im 21. Jahrhundert. Konsens oder Konkurrenz?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435169
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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