"Hipster, der". Korpuslinguistische Analyse eines Neologismus zur Erstellung eines Wortartikels


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017
30 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Bemerkungen

2. Theoretische Fundierung
2.1 Korpuslinguistik
2.2 Neologismen
2.3 Bestandteile eines Wortartikels

3. Datenerhebung mit COSMAS II

4. Analysen, empirische Befunde und Interpretation
4.1 Häufigkeiten und deren Verteilung
4.2 Kookkurrenzanalyse
4.3 Erstellung des Wortartikels

5. Schlussbemerkungen

6. Literaturverzeichnis

7. Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1
Abbildung 2
Abbildung 3
Abbildung 4

1. Einleitende Bemerkungen

„Man kann darüber streiten, ob Hipster nun ein Schimpfwort ist oder eine Adelung“ (Zeit Magazin 2016), so das Zeit Magazin, oder aber sich linguistisch mit dem Begriff auseinandersetzen, der seit einigen Jahren nicht nur die Feuilletons beschäftigt, sondern in aller Munde ist.

Das Wort Hipster scheint noch nicht lange verwendet zu werden, deshalb ist anzunehmen, dass es sich um einen Neologismus handelt. Ausgehend von dieser Vermutung stellt sich die Frage nach seiner Bedeutung und Verwendung. Ziel dieser Arbeit ist es, anhand authentischer Sprachdaten die genannte These zu überprüfen und einen umfassenden Wortartikel zu erstellen, welcher die Eigenschaften sowie den Gebrauch des Neologismus beschreibt. Diese Form der Ergebnisdarstellung aus der Lexikographie bietet sich an, da sie große Mengen von Informationen komprimiert und übersichtlich darlegt.

Zunächst ist eine theoretische Fundierung der Untersuchung vonnöten. In Kapitel 2.1 liegt der Fokus deshalb auf der Korpuslinguistik. Die Verwendung eines Korpus bietet sich für diese Arbeit an, weil dadurch eine Vielzahl von benötigten Sprachdaten zur Verfügung stehen. Im folgenden Unterkapitel erfolgt die Definition des Neologismus-Begriffs, anschließend werden die Bestandteile eines Wortartikels aufgezeigt. Die Datenerhebung mit COSMAS II ist das Thema des dritten Kapitels, es bildet die Basis für den empirischen Teil der Arbeit. In diesem werden zu Beginn die Häufigkeiten des Neologismus und ihre Verteilung analysiert. Diesem quantitativ orientierten Kapitel schließt sich die Durchführung einer Kookkurrenzanalyse an, welche auch qualitative Aspekte einbringt. Schließlich wird der Wortartikel zum Lemma Hipster basierend auf den zuvor ermittelten Daten sowie ihrer Interpretation erstellt, eine Reflektion des Vorgehens und der Methodeneignung findet in den Bemerkungen zum Schluss statt.

2. Theoretische Fundierung

Nach den einleitenden Worten hat dieses Kapitel zum Ziel, eine Grundlage für die spätere empirische Arbeit zu schaffen. Dies geschieht, indem die bereits im Titel dieser Arbeit erwähnten Fachtermini – Korpuslinguistik, Neologismus, Wortartikel – theoretisch fundiert werden. Das schließt ihre Definition ebenso mit ein wie die Erörterung des jeweiligen Gegenstandes, z.B. im Hinblick auf verschiedene Zugänge oder Unterscheidungskriterien. Zu Beginn erfolgt die Beschäftigung mit der Korpuslinguistik, was die Erläuterung ihres Gegenstandsbereiches und unterschiedlicher Ansätze zur Arbeit mit Korpora umfasst. Das darauffolgende Kapitel stellt die begriffliche Definition von Neologismen sowie verschiedene Neologismus-Typen und ihre Unterscheidungskriterien in den Mittelpunkt. Abschließend werden exemplarische Bestandteile eines Wortartikels in einem Neologismuswörterbuch genannt und erläutert, um so aufzuzeigen, welche linguistischen Daten für dessen Erstellung benötigt werden. Im Zuge dessen wird die Relevanz von Korpora für die Neologismus-Forschung verdeutlicht.

2.1 Korpuslinguistik

Die Korpuslinguistik hat „als sprachwissenschaftliche Methode lange Zeit keine breite Beachtung gefunden“ (Stefanowitsch 2005: 147), obwohl ihre Anfänge bis in das 19. Jahrhundert zurückreichen (vgl. ebd.) und sie in vielerlei Bereichen der Linguistik genutzt wurde (vgl. Storrer 2011: 216). Wurde ihr schließlich Aufmerksamkeit zuteil, so war diese meist eher negativer Natur, da sie aus starker Kritik bestand (vgl. McEnery/Wilson 2010: 5 ff.). Erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts setzte nach McEnery eine Wende ein, „as corpora, techniques and new arguments in favour of the use of corpora became more apparent“ (McEnery/Wilson 2010: 24). Warum die Korpuslinguistik eine sprachwissenschaftliche Teildisziplin und damit weit mehr als eine bloße Methode ist, soll in diesem Kapitel ebenso erläutert werden, wie verschiedene Perspektiven der Korpusarbeit. Zunächst erfolgt jedoch die Definition von Korpuslinguistik und ihrem Gegenstand.

Bereits bei der Definition des Begriffes Korpus herrscht unter Linguisten keine Einigkeit. Nach Scherer ist ein Korpus „eine Sammlung von Texten oder Textteilen, die bewusst nach bestimmten sprachwissenschaftlichen Kriterien ausgewählt und geordnet werden“ (Scherer 2006: 3). Diese recht weite Definition gibt allerdings keine Auskunft darüber, in welcher Form eine solche Textsammlung vorliegen sollte und welche Beschaffenheit die enthaltenen Texte haben können. Stefanowitsch geht bereits einen Schritt weiter. Er beschäftigt sich vornehmlich mit quantitativer Korpuslinguistik und definiert in diesem Zusammenhang ein Korpus wie folgt:

[E]ine Sammlung von Texten, die als Grundlage für sprachwissenschaftliche Untersuchungen dienen sollen, und die deshalb möglichst repräsentativ für die zu untersuchende Sprache (oder sprachliche Varietät) sein müssen. (Stefanowitsch 2005: 148)

Auch hier fehlt eine Präzisierung der in einem Korpus enthaltenen Texte, lediglich das sprachwissenschaftliche Kriterium der Repräsentativität wird hinzugefügt – dazu an späterer Stelle mehr. Lemnitzer und Zinsmeister hingegen legen in ihrem Einführungswerk zur Korpuslinguistik eine umfassende Definition vor:

Ein Korpus ist eine Sammlung schriftlicher oder gesprochener Äußerungen in einer oder mehrerer Sprachen. Die Daten des Korpus sind digitalisiert, d.h. auf Rechnern gespeichert und maschinenlesbar. Die Bestandteile des Korpus, die Texte oder Äußerungsfolgen, bestehen aus den Daten selber sowie möglicherweise aus Metadaten, die diese Daten beschreiben, und aus linguistischen Annotationen, die diesen Daten zugeordnet sind [Hv. im Original]. (Lemnitzer/Zinsmeister 2015: 39)

Damit erschließt sich auch der Gegenstandsbereich der Korpuslinguistik, der sowohl schriftliche als auch verbale Äußerungen umfasst, die in möglichst vollständigen Texten oder „zumindest […] sehr großen Textausschnitten“ (Lemnitzer/Zinsmeister 2015: 39) vorliegen sollten. Die angesprochenen Metadaten und Annotationen sind nicht zwingend in jedem Korpus vorhanden, doch sie können die Arbeit mit diesem enorm erleichtern. Anhand von Metadaten wie dem Entstehungszeitpunkt eines Textes kann bspw. die zeitliche Einordnung desselben erfolgen und ein möglicher Sprachwandel nachvollzogen werden. Wie Stefanowitsch, so weisen auch Lemnitzer und Zinsmeister auf die meist angestrebte Repräsentativität von Korpora hin (vgl. Lemnitzer/Zinsmeister 2015: 39) und problematisieren diese. So sei „die Repräsentativität einer Stichprobe im Verhältnis zur Grundgesamtheit eine Fiktion, solange die Grundgesamtheit nicht exakt bestimmt werden kann“ (Lemnitzer/Zinsmeister 2015: 51), also die zu erforschende Sprache hinsichtlich ihrer Größe und Bestandteile nicht eingegrenzt werden kann. Die „ausgewogene Mischung verschiedener Textsortenbereiche und Zeitabschnitte“ (Storrer 2011: 227) ist ein Lösungsansatz, um „dem Ideal der Repräsentativität möglichst nahe zu kommen“ (ebd.).

Ausgehend von der bereits genannten Definition eines Korpus grenzen Lemnitzer und Zinsmeister den Begriff der Korpuslinguistik ein:

Man bezeichnet als Korpuslinguistik die Beschreibung von Äußerungen natürlicher Sprachen, ihrer Elemente und Strukturen, und die darauf aufbauende Theoriebildung auf der Grundlage von Analysen authentischer Texte, die in Korpora zusammengefasst sind. Korpuslinguistik ist eine wissenschaftliche Disziplin, d.h. sie muss wissenschaftlichen Prinzipien folgen und wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Korpusbasierte Sprachbeschreibung kann verschiedenen Zwecken dienen, zum Beispiel […] der Lexikographie [Hv. im Original]. (Lemnitzer/Zinsmeister 2015: 14 f.)

Die Sichtweise der Korpuslinguistik als Teildisziplin der Linguistik macht deutlich, dass es sich nicht um eine Methode oder ein Hilfsmittel bzw. einen „Werkzeugkasten“ (Perkuhn/Keibel/Kupietz 2012: 19) für andere (Teil-)Disziplinen handelt. Vielmehr wird die „ Korpuslinguistik als Methodologie [Hv. im Original]“ (Perkuhn/Keibel/Kupietz 2012: 19) angesehen, die mit Hilfe von „strukturentdeckenden Verfahren“ (Perkuhn/Keibel/Kupietz 2012: 21) große Mengen von Sprachdaten betrachtet. Hierbei sind die bereits erwähnten wissenschaftlichen Prinzipien von besonderer Relevanz, genauer die Persistenz. Darunter wird die „dauerhafte Speicherung und Wiederauffindbarkeit von Daten“ (Perkuhn/Keibel/Kupietz 2012: 50) verstanden, wodurch die aus den Korpusdaten gewonnen „Ergebnisse nachvollziehbar und replizierbar [Hv. im Original]“ (Perkuhn/Keibel/Kupietz 2012: 51) sind.

Die Sichtweise auf Korpuslinguistik als eine Methodologie bringt auch eine neue Perspektive mit sich. Tognini-Bonelli nennt diese „corpus-driven“ (Tognini-Bonelli 2001: 65) im Unterschied zu „corpus-based“ (ebd.). Im Rahmen „rationalistisch orientierter sprachwissenschaftlicher Forschung“ (Lemnitzer/Zinsmeister 2015: 22) nutzt die als „corpus-based“ (Tognini-Bonelli 2001: 65) bezeichnete Herangehensweise Korpora als Hilfsmittel, um „im Nachhinein Thesen oder Theorien zu bestätigen oder zu widerlegen“ (Perkuhn/Keibel/Kupietz 2012: 20). Im Gegensatz dazu meint „corpus-driven“ (Tognini-Bonelli 2001: 65) ein induktives Vorgehen:

In a corpus-driven approach the commitment of the linguist is to the integrity of the data as a whole, and descriptions aim to be comprehensive with respect to corpus evidence. […] The theoretical statements are fully consistent with, and reflect directly, the evidence provided by the corpus. (Tognini-Bonelli 2001: 84)

Diese Perspektive entspricht der obigen Definition von Korpuslinguistik nach Lemnitzer und Zinsmeister, da „das Korpus als Basis der Erkenntnis, also auch der Bildung von Theorien und Hypothesen, herangezogen wird“ (Lemnitzer/Zinsmeister 2015: 22),[1] anstatt zur bloßen „Stützung von im Vorhinein entwickelten Hypothesen“ (ebd.) zu dienen. Die vorliegende Arbeit folgt deshalb ebenfalls diesem Ansatz, auch wenn sie grundsätzlich von der Annahme ausgeht, dass das Lexem[2] Hipster ein Neologismus ist und sich hierfür Belege in Korpora finden lassen.

2.2 Neologismen

Sprache befindet sich in einem ständigen Wandel, Lexeme werden neu gebildet oder verschwinden aus der Alltagssprache. Doris Steffens, die als Linguistin das Projekt Lexikalische Innovationen (das ehemalige Projekt Neologismen) leitet, nennt die Gründe für diese Form des Sprachwandels: „Der Wortschatz wird erweitert, weil jegliche gesellschaftliche Veränderung Bedarf an neuen Benennungen hervorbringt“ (Steffens 2007: 146) oder „das Bedürfnis nach semantisch und stilistisch differenzierenden sowie expressiven Benennungen“ (Steffens 2007: 159) existiert. Im nun folgenden Kapitel soll geklärt werden, von welcher Definition des Neologismus-Begriffes diese Arbeit ausgeht. Weiterhin werden verschiedene Neologismus-Typen unterschieden und Kriterien genannt, anhand derer sich das Vorhandensein eines Neologismus prüfen lässt. Auf diese Weise wird die spätere Analyse fachlich fundiert.

Die Konsultation des Duden Online-Wörterbuchs ergibt, dass die Herkunft des Neologismus-Begriffes auf das „griechisch[e] néos = neu und lógos, Logos“[3] zurückzuführen ist. Neologismus bedeutet demnach ‚Neubegriff‘. Steffens spricht in diesem Zusammenhang von „neuen Wortschatzeinheiten“ (Steffens 2007: 146), genauer:

Ein Neologismus ist eine neue lexikalische Einheit bzw. die neue Bedeutung einer etablierten lexikalischen Einheit, die in einem bestimmten Abschnitt der Sprachentwicklung in einer Kommunikationsgemeinschaft aufkommt, sich ausbreitet und als sprachliche Norm allgemein akzeptiert (und in diesem Entwicklungsabschnitt von der Mehrheit der Sprachnutzer eine gewisse Zeit lang als neu empfunden) wird. (Steffens 2007: 147)

Bei Neologismen handelt es sich also keineswegs um kurzzeitige Veränderungen im Sprachgebrauch einer Sprechergemeinschaft (wie bspw. Okkasionalismen), sondern um solche von langfristiger Natur, die durch „Usualisierung, Lexikalisierung und Integration“ (Herberg/Kinne/Steffens 2012: XII) schließlich nicht mehr als neu angesehen werden. Auch Wolfgang Teubert weist auf den zeitlichen Aspekt als Abgrenzungsmerkmal zu Okkasionalismen hin, so müssen Neologismen „über einen längeren Zeitraum verteilt auf mehrere Texte, Text-sorten bzw. Genres vorkommen“ (Teubert 1998: 134).[4] Das letzte Kriterium stellt sicher, dass ein Neologismus in der Allgemeinsprache verwendet wird, diese Definition schließt also Fachtermini oder Regionalismen aus und macht dadurch die Grenzen des Neologismus-Begriffes deutlich.

Allgemein werden Neologismen in zwei Typen unterteilt: Zum einen gibt es die Gruppe der Neulexeme, also neue lexikalische Einheiten, welche durch „Wortbildung oder über Entlehnungen aus anderen Sprachen“ oder auch durch „Phraseologisierung“ (Steffens 2007: 146) entstehen. Zum anderen existieren Neubedeutungen, welche sich durch die „Erweiterung des Bedeutungsspektrums von Lexemen“ (Steffens 2007: 146) ergeben und die wesentlich schwierig zu identifizieren sind als Neulexeme, da „nur bisher unübliche Kontextpartner“ (Steffens 2007: 148) auf eine Bedeutungsänderung schließen lassen. Beide Typen finden sich in den von Steffens mitverfassten Neologismenwörterbüchern der 90er bzw. Nullerjahre (vgl. Steffens 2007: 148 f.). Ihnen gemein ist, dass sie „neu für den untersuchten Zeitraum, […] Bestandteil der Allgemeinsprache sein und dem deutschen Sprachgebrauch entsprechen“ (Steffens 2007: 150) müssen, um in das jeweilige Neologismuswörterbuch aufgenommen zu werden – ob das Lexem Hipster diesen Kriterien entspricht, wird im empirischen Teil dieser Arbeit geklärt werden. Diese Definition schließt an Teuberts Verständnis des Neologismus-Begriffes an, präzisiert jedoch Neologismen in Form von „Entlehnungen aus anderen Sprachen“, indem deren „Anpassung an das deutsche Sprachsystem“ (Steffens 2007: 150) als Maßgabe genannt wird. Da die von Steffens genannte Begriffsdefinition und Typifikation zugleich explizit und praktisch umsetzbar ist, knüpft die vorliegende Arbeit daran an. Damit orientiert sie sich auch an den bereits angesprochenen Neologismuswörterbüchern Neuer Wortschatz. Neologismen der 90er Jahre im Deutschen (Herberg/Kinne/Steffens 2004) sowie Neuer Wortschatz. Neologismen im Deutschen 2001-2010 (Steffens/al-Wadi 2014), welche für die Lexikographie in Deutschland wegweisend waren und sind.

2.3 Bestandteile eines Wortartikels

„Die lexikographische Bearbeitung und Darstellung der Neologismen einer bestimmten Zeitphase ist Aufgabe des Neologismuswörterbuchs“ (Kinne 1998: 89), wobei die Erläuterung der Bedeutung von Neologismen und ihrer Verwendung zentral ist. Steffens und al-Wadi ordnen solch ein Wörterbuch als „Spezialwörterbuch“ (Steffens/al-Wadi 2014: X) ein, „das quasi komplementär an die Seite der Gesamtwörterbücher tritt“ (ebd.). Im Folgenden geht es um die Klärung der Komponenten und der Struktur eines Artikels in solch einem Wörterbuch, sodass die spätere Datenerhebung und -analyse darauf ausgerichtet werden kann, die entsprechenden linguistischen Informationen zu erhalten. Abschließend wird die Relevanz von Korpora für die Analyse von Neologismen verdeutlicht.

„Aufbau und Angaben eines Wörterbucheintrags, eines sogenannten Wortartikels, sind der print-lexikographischen Tradition geschuldet“ (Perkuhn/Keibel/Kupietz 2012: 69), wobei sich der Aufbau je nach Art bzw. Funktion des Wörterbuchs unterscheidet. Ein Wortartikel im Neologismuswörterbuch sollte „detaillierte Ausführungen zur Herkunft, Angaben zum jeweiligen etymologischen Typ, Fragen des Aufkommens und der Etablierung, Hinweise zum Gebrauch und gute Belegdokumentation“ (Kinne 1998: 102) enthalten. Diesem Maßstab folgen auch Steffens und al-Wadi in ihrem Werk Neuer Wortschatz. Neologismen im Deutschen 2001-2010 (Steffens/al-Wadi 2014), welches hier Vorbild sein wird. Die Bestandteile eines Wortartikels sind demnach Artikelkopf, Schreibung und Aussprache, Bedeutung und Verwendung, Grammatik, weitere Informationen sowie Belege (vgl. Steffens/al-Wadi 2014: XXI), wobei die Textbausteine „Schreibung und Aussprache“ ebenso wie „weitere Informationen“ optional sind (ebd.). Der Artikelkopf besteht aus dem Lemma bzw. Stichwort (vgl. Steffens/al-Wadi 2014: XXII) sowie, mit einem Komma abgetrennt, der „Angabe der Wortart“ (Steffens/al-Wadi 2014: XXIII), der „Zuordnung zum jeweiligen Neologismentyp“ (ebd.) und der „Angabe zum zeitlichen Aufkommen“ (Steffens/al-Wadi 2014: XXIV) des Lexems. Damit verbunden ist meist eine Zeitverlaufsgrafik, welche anhand der Häufigkeit pro Jahr das Vorkommen des Neologismus abbildet (vgl. Steffens/al-Wadi 2014: XXV). „Morphologische Varianten des Stichworts“ (Steffens/al-Wadi 2014: XXV) werden ggf. nach besagter Grafik aufgeführt.

[...]


[1] Lemnitzer/Zinsmeister nennen diesen Ansatz „korpusbasiert“ (Lemnitzer/Zinsmeister 2015: 22), wohingegen sie corpus-based mit „korpusgestützt“ (Lemnitzer/Zinsmeister 2015: 22) übersetzen.

[2] Die Bezeichnung Lexem bezieht sich „auf eine abstrakte Einheit“, genauer: Es werden „aus semantischer […] Sicht syntaktische Wörter (sog. Vollformen), die sich nur über ihre Flexionsendungen (und ggf. Groß-/Kleinschreibung und Wortbildungselemente) unterscheiden, als eine Einheit verstanden“ (Perkuhn/Keibel/Kupietz 2012: 27).

[3] Duden-Online: Artikel zu Neologismus, der. http://www.duden.de/node/789790/revisions/1364566/view (25.01.2017).

[4] Teubert nennt als minimale Belegdauer den Zeitraum eines Jahres (vgl. Teubert 1998: 135), begründet diese Angabe jedoch nicht. Da sich seit der Veröffentlichung von Teuberts Sammelbandbeitrag die Kommunikation durch die digitale Revolution noch einmal wesentlich beschleunigt hat, ist auch ein kürzerer Belegzeitraum für Neologismen denkbar.

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Details

Titel
"Hipster, der". Korpuslinguistische Analyse eines Neologismus zur Erstellung eines Wortartikels
Hochschule
Universität Mannheim  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
„Hipster, der“ – korpuslinguistische Analyse eines Neologismus zur Erstellung eines Wortartikels.
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
30
Katalognummer
V435225
ISBN (eBook)
9783668763029
ISBN (Buch)
9783668763036
Dateigröße
959 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neologismus, Neologismen, Hipster, Wortartikel, COSMAS, Kookkurrenz, Korpuslinguistik, Korpus
Arbeit zitieren
Eileen Nagler (Autor), 2017, "Hipster, der". Korpuslinguistische Analyse eines Neologismus zur Erstellung eines Wortartikels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435225

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