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Die Regression zur Mitte im Qualitätsmanagement

Titel: Die Regression zur Mitte im Qualitätsmanagement

Hausarbeit , 2015 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dipl. Ing.; MBA Ralf Polley (Autor:in)

Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Hausarbeit wird das Phänomen „Die Regression zur Mitte“, das unter anderem in dem Buch von Rolf Dobelli „Die Kunst des klaren Denkens“ , dargestellt wird, aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und in dem Bezug zum Qualitäts-Management gesetzt. Der Effekt der „Regression zur Mitte“ wird der Repräsentativität Heuristiken zugeordnet. Die Repräsentativitätsheuristik ist eine Urteilsheuristik (Urteilsentscheidungs- regel), in der die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen danach bewertet wird, wie genau sie bestimmten Prototypen entspricht. Beim Unterschätzen des Phänomens der „Regression zur Mitte“ wird oftmals außer Acht gelassen, dass nach außergewöhnlich guten (bzw. schlechten) Leistungen meist eine weniger gute (schlechte) Leistung folgt. Da dieser Effekt intuitiv nicht zu verstehen ist, führt er zu verschiedenen Denkfehlern. Zum einen werden oft illusorische Kausalzusammenhänge anstelle der zufälligen Regression gesehen, zum anderen wird bei Prognosen der dämpfende Effekt der Regression nicht beachtet, sondern der erste Messwert einfach extrapoliert. In der Sportwelt der USA kennt man den „Fluch des Sports Illustrated“: Ein Sportler zeigt verschlechterte Leistungen, nachdem er auf dem Titel dieses Magazins abgebildet wurde. Der Grund, warum sie das Titelblatt zieren, sind oft herausragende Leistungen, denen natürlicherweise eher mittelmäßige Leistungen folgen.

Im Kapital 2 wird zunächst der Begriff „Regression zur Mitte“ definiert, im Kapital 3 wird dann der Bezug zur kognitiven Psychologie hergestellt. Nach der geschichtlichen Einordnung im Kapital 4 und der mathematischen Herleitung im darauffolgenden Kapital 5, wird dann in den 6 Kapital der Bezug zum Qualitätsmanagement, zunächst aus einer allgemeinen und dann aus der Perspektive der medizinischen Forschung, hergestellt. Die Arbeit schließt mit dem in Kapital 7 dargestellten Fazit ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff „Regression zur Mitte“

3 Die „Regression zur Mitte“ im Kontext der kognitiven Psychologie

4 Geschichtliche Einordnung

5 Mathematische Berleitung der „Regression zum Mittel“

6 „Regression zur Mitte“ im Qualitätsmanagement

6.1 Umgang mit systematischen und zufälligen Abweichungen

6.2 Im Rahmen von medizinsicher Forschung

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das statistische Phänomen der „Regression zur Mitte“ und dessen Auswirkungen auf Fehlinterpretationen in verschiedenen Anwendungsbereichen, insbesondere im Qualitätsmanagement und der medizinischen Forschung, um durch ein besseres Verständnis statistischer Tendenzen sogenannte „Regressionsfallen“ zu vermeiden.

  • Grundlagen der kognitiven Urteilsheuristiken
  • Historische Herleitung des Regressionseffekts
  • Mathematische Erläuterung mittels Korrelationskoeffizienten
  • Anwendung in der statistischen Prozesslenkung (SPC)
  • Methoden zur Qualitätssicherung in klinischen Studien

Auszug aus dem Buch

Der Begriff „Regression zur Mitte“

Bei wiederholten Messungen tendieren Extremwerte gegen den Mittelwert der Messwertverteilung, das heißt, die bei der ersten Messung extrem positiven oder negativen Werte werden bei weiteren Messungen mit Wahrscheinlichkeit näher am Mittelwert der Messwertverteilung liegen. Dies ist insbesondere in der klinischen Forschung ein wichtiges Phänomen von weitreichender Bedeutung. Aufgrund dieses Effektes kann es zu Unter- bzw. Überschätzungen therapeutischer Wirkungen kommen.

In der „Heuristik und Bias“ Literatur wird das Thema seit vielen Jahren thematisiert und anhand einer Vielzahl von Beispielen erläutert. Das hier verwendete Beispiel stammt von dem israelisch-US-amerikanischen Psychologen und Wirtschafts-Nobelpreisträger Daniel Kahneman Es kommt aus dem Bereich der Erwachsenenbildung, lässt sich jedoch auf viele Alltagsituationen übertragen.

In den frühen sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts versuchte Daniel Kahneman die Fluglehrer der israelischen Armee davon zu überzeugen, dass Lob das wirksamere Mittel als Tadel sei, die Leistungen der Schüler zu verbessern. Ein Fluglehrer ließ ihn in unmissverständlichen Worten wissen, dass das nicht zutrifft: „Mit Verlaub, was Sie sagen, ist Unsinn. Oft habe ich Schüler überschwänglich gelobt, die ein ausgezeichnetes Manöver geflogen sind, und das nächste Mal sind sie fast immer schlechter geflogen. Und ich habe Schüler angeschrien, die ein schlechtes Manöver flogen, und in den meisten Fällen verbesserte sich ihre Leistung beim nächsten Mal. Erzählen sie mir nicht, dass Bestrafung nicht wirkt. Meine Erfahrung sagt das Gegenteil.“

Der Erfolg bei einem komplexen Flugmanöver und bei einer Prüfung hängt einerseits von den Fähigkeiten des Schülers ab. Er hängt aber auch von zufälligen Faktoren ab, wie zum Beispiel Probleme in der Beziehung oder eine leichte Erkältung können die Leistung verschlechtern, eine gute Tagesform kann sie verbessern. Die zufälligen Faktoren, die den Extremwert mitbestimmt haben, sind beim zweiten Test wahrscheinlich nicht bei den gleichen Schülern vorhanden. Da die zufälligen Faktoren sich bei den besten Schülern offensichtlich dahingehend ausgewirkt haben, dass ihre Leistung besser wurde und bei den schlechtesten Schülern, dass ihre Leistung schlechter wurde, werden sich die Leistungen sowohl der besten wie der schlechtesten Schüler bei der zweiten Messung Richtung Durchschnitt bewegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der Regression zur Mitte ein und erläutert die Relevanz des Themas im Kontext von Denkfehlern und dem Qualitätsmanagement.

2 Der Begriff „Regression zur Mitte“: Dieses Kapitel definiert den Begriff anhand von Beispielen aus der Erwachsenenbildung und verdeutlicht die Tendenz von Extremwerten zum Mittelwert.

3 Die „Regression zur Mitte“ im Kontext der kognitiven Psychologie: Es wird die Einordnung des Effekts als Repräsentativitätsheuristik vorgenommen und der Zusammenhang zu menschlichen Urteilsstrategien dargestellt.

4 Geschichtliche Einordnung: Hier werden die Ursprünge des Begriffs durch die Forschungsarbeiten von Francis Galton im 19. Jahrhundert aufgezeigt.

5 Mathematische Berleitung der „Regression zum Mittel“: Das Kapitel erklärt das Phänomen mathematisch durch die Betrachtung des Korrelationskoeffizienten und die regressive Vorhersage.

6 „Regression zur Mitte“ im Qualitätsmanagement: Dieser Abschnitt überträgt das Thema auf Prozesskontrollen und die medizinische Forschung unter Berücksichtigung systematischer versus zufälliger Ursachen.

6.1 Umgang mit systematischen und zufälligen Abweichungen: Fokus liegt hier auf der statistischen Prozesslenkung (SPC) nach Shewhart und der Vermeidung von Fehlinterpretationen bei der Ursachenzuweisung.

6.2 Im Rahmen von medizinsicher Forschung: Es wird die Problematik der Störvariablen in klinischen Studien diskutiert und die Notwendigkeit randomisierter kontrollierter Studien hervorgehoben.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Thematik für die Qualitätssicherung zusammen und warnt erneut vor den Gefahren der Regressionsfalle.

Schlüsselwörter

Regression zur Mitte, Qualitätsmanagement, Kognitive Psychologie, Repräsentativitätsheuristik, Statistische Prozesslenkung, SPC, Klinische Forschung, Korrelationskoeffizient, Regressionsfalle, Zufällige Abweichungen, Systematische Fehler, Medizinische Statistik, Datenauswertung, Fehlinterpretation, Urteilsheuristik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das statistische Phänomen der „Regression zur Mitte“, bei dem extreme Messwerte bei wiederholten Messungen dazu neigen, sich in Richtung des Durchschnitts zu bewegen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die psychologischen Grundlagen von Urteilsfehlern, die mathematische Fundierung durch Korrelationen sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse im Qualitätsmanagement und in der medizinischen Forschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Bewusstsein für den Regressionseffekt zu schärfen, um „Regressionsfallen“ – also das fälschliche Zuordnen von Zufallsschwankungen zu systematischen Ursachen – in der Praxis zu vermeiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und führt eine mathematische Herleitung sowie einen Transfer auf praxisorientierte Methoden wie SPC und klinische Versuchsdesigns durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die psychologische Einordnung, die historische Herleitung durch Galton, die mathematische Beweisführung und die praktische Anwendung im Bereich der Prozesskontrolle und der medizinischen Studienplanung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Regressionsfalle, Korrelationskoeffizient, SPC, statistische Prozesslenkung, Urteilsheuristik und Randomisierung.

Wie unterscheiden sich zufällige und systematische Abweichungen nach Shewhart?

Zufällige Abweichungen (common cause) unterliegen dem Regressionseffekt, während systematische Abweichungen (special cause) auf spezifische Ursachen hindeuten, die durch Qualitätsmanagement-Methoden identifiziert werden sollen.

Warum ist die „Regression zur Mitte“ ein Problem für medizinische Studien?

Wenn Patienten mit extremen Messwerten in eine Studie aufgenommen werden, kann eine natürliche Besserung aufgrund der Regression fälschlicherweise als Wirkung einer therapeutischen Intervention interpretiert werden.

Welche Rolle spielt die randomisierte kontrollierte Studie (RCT)?

Die RCT dient als methodischer Goldstandard, um den Regressionseffekt und andere Störvariablen durch eine Kontrollgruppe abzufangen und so einen echten Interventionseffekt nachzuweisen.

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Details

Titel
Die Regression zur Mitte im Qualitätsmanagement
Hochschule
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel  (Karl-Scharfenberg-Fakultät)
Veranstaltung
Aktuelle Themen Qualität
Note
1,0
Autor
Dipl. Ing.; MBA Ralf Polley (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V435246
ISBN (eBook)
9783668762510
ISBN (Buch)
9783668762527
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Regression zur Mitte Die Kunst des klaren Denkens Heuristik und Bias Qualitätsmanagement
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Ing.; MBA Ralf Polley (Autor:in), 2015, Die Regression zur Mitte im Qualitätsmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435246
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Leseprobe aus  13  Seiten
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