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Arbeitslosigkeit in Europa: Eine neue Strategie für die europäische Geldpolitik

Title: Arbeitslosigkeit in Europa: Eine neue Strategie für die europäische Geldpolitik

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Monika Goerke (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Die europäische Wirtschaft kämpft seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts gegen eine stetig steigende Arbeitslosigkeit an. Einige Ökonomen sehen darin scheinbar sogar ein nicht mehr zu bewältigendes Problem. Gleichzeitig verlangsamte sich auch das wirtschaftliche Wachstum. Im Jahr 2002 betrug der Anstieg des BIP in den Mitgliedsländern der Europäischen Währungsunion (EWU) nur 0,8 % (gegenüber 1,4 % im Jahr 2001). Im selben Zeitraum erhöhte sich die Arbeitslosenquote von 8 % auf 8,3 %. Allein das Preisniveau bewegt sich gegenwärtig auf konstant niedrigem Niveau. Die Inflationsrate betrug 2002 im EWU-Schnitt 2,2 %. Sie konnte gegenüber dem Vorjahr um 0,2 % gesenkt werden. Für die europäische Wirtschaftspolitik besteht die Herausforderung der Zukunft darin, das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln und damit die Arbeitslosigkeit zu senken. Der geringe Preisauftrieb sollte aber beibehalten werden. Um dieses Ziel zu verwirklichen, muss über eine Neuausrichtung der Makropolitik, d. h. der Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik, nachgedacht werden. Vergegenwärtigt man sich die institutionellen Strukturen innerhalb Europas, fällt auf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den größten wirtschaftspolitischen Spielraum besitzt. In der öffentlichen Diskussion wird von ihr allerdings kaum ein Beitrag zur Senkung der Arbeitslosigkeit gefordert. Nur wenige Ökonomen thematisieren die Geldpolitik bislang im Zusammenhang mit Wachstum und Beschäftigung.

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Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Der theoretische Hintergrund

I. Neoklassik-Monetarismus

II. Keynesianismus

C. Die europäische Geldpolitik

I. Aufbau der EZB

II. Geldpolitische Strategie

III. Einordnung in die wirtschaftwissenschaftlichen Konzeptionen

IV. Probleme der europäischen Geldpolitik

V. Handlungsalternativen

D. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie die europäische Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) neu ausgerichtet werden kann, um neben dem Ziel der Preisstabilität auch aktiv einen Beitrag zur Senkung der Arbeitslosigkeit und zur Förderung des Wirtschaftswachstums in Europa zu leisten.

  • Analyse der theoretischen Fundamente (Neoklassik vs. Keynesianismus)
  • Struktur und geldpolitische Strategie der Europäischen Zentralbank
  • Kritische Würdigung der neoklassisch-monetaristischen Ausrichtung der EZB
  • Diskussion von Handlungsalternativen für eine wachstumsfördernde Makropolitik
  • Notwendigkeit einer koordinierten Zusammenarbeit von Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik

Auszug aus dem Buch

I. Neoklassik-Monetarismus

Die Aussagen der Neoklassik bzw. des Monetarismus über gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge basieren auf der Annahme, dass wirtschaftliche Entscheidungen und Entwicklungen durch den Marktmechanismus so koordiniert werden, dass alle Produktionsfaktoren immer richtig eingesetzt sind. Die Wirtschaftssubjekte sind stets vollständig informiert und besitzen absolute Voraussicht. Ungleichgewichte und Fehlentwicklungen entstehen höchstens kurzfristig. Sie resultieren dann aus Behinderungen des Marktmechanismus. Güter- und Geldmarkt besitzen keine Berührungspunkte; sie sind voneinander getrennt zu analysieren (sog. „klassische Dichotomie“).

Das herausragende Merkmal einer neoklassisch-monetaristischen Wirtschaftspolitik ist die Empfehlung, den Selbstheilungskräften der Wirtschaft und automatischen Stabilisatoren bei der Bekämpfung von Rezession und Inflation zu vertrauen. Geld-, Lohn- und Fiskalpolitik sollen in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen einen funktionierenden Preismechanismus garantieren. Ihre Aufgaben sind klar umrissen. Da Geld- und Güterebene unabhängig voneinander sind, können die Makropolitiken nicht zusammenarbeiten.

Die Entscheidungen an den Märkten können nur optimal getroffen werden, wenn das Preisniveau sich konstant entwickelt. Geldwertstabilität bildet demnach die Voraussetzung für hohe Produktivität und ein befriedigendes Wachstum. Selbst moderate Steigerungen des Preisniveaus werden als schädlich angesehen, am besten sollte die Inflationsrate bei Null liegen. Die Ursachen von Inflation sind immer monetär, d. h. auf dem Geldmarkt zu suchen. Eine konstante Preisentwicklung kann also nur mit Hilfe der Geldpolitik erreicht werden. Diese obliegt der Zentralbank und sollte, unabhängig von aktuellen Ereignissen, festgelegten Leitlinien folgen. Dabei spielt das Wachstum des Geldangebotes in einem festen Prozentsatz eine große Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderung der steigenden Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig geringem Wachstum in der EWU und hinterfragt die aktuelle Ausrichtung der EZB.

B. Der theoretische Hintergrund: Es werden die gegensätzlichen Ansätze der Neoklassik/des Monetarismus und des Keynesianismus hinsichtlich ihrer makroökonomischen Annahmen zur Preisstabilität und Beschäftigung gegenübergestellt.

C. Die europäische Geldpolitik: Dieses Kapitel erläutert den institutionellen Aufbau der EZB, ihre "Zwei-Säulen-Strategie" sowie die Kritik an der einseitigen Ausrichtung und diskutiert potenzielle Alternativen.

D. Resümee: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für einen neuen Handlungsrahmen, der eine koordinierte Makropolitik zwischen EZB, Fiskal- und Lohnpolitik vorsieht.

Schlüsselwörter

Europäische Zentralbank, EZB, Geldpolitik, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftswachstum, Preisstabilität, Neoklassik, Monetarismus, Keynesianismus, Europäische Währungsunion, EWU, Makropolitik, Geldmenge M3, Beschäftigungspolitik, Zentralbankautonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie eine Neuausrichtung der europäischen Geldpolitik dazu beitragen kann, die hohe Arbeitslosigkeit in Europa zu senken, ohne die Preisniveaustabilität zu gefährden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der theoretische Widerstreit zwischen Neoklassik und Keynesianismus, die institutionelle Struktur der EZB sowie die geldpolitische Strategie im Kontext der EU.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, ein erweitertes, keynesianisch geprägtes Konzept für die EZB zu skizzieren, welches über eine reine Inflationssteuerung hinausgeht und die Zusammenarbeit mit anderen wirtschaftspolitischen Akteuren integriert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse und vergleichende Betrachtung der ökonomischen Lehrmeinungen sowie einer kritischen Evaluierung der EZB-Praxis anhand aktueller ökonomischer Daten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Grundlagen, die Analyse der institutionellen Ausgestaltung und Strategie der EZB, die Kritik an deren derzeitiger Ausrichtung und die Erarbeitung von Handlungsalternativen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind EZB, Preisstabilität, Beschäftigung, Keynesianismus, Monetarismus, Makropolitik, EWU und Geldmengensteuerung.

Warum wird die neoklassische Ausrichtung der EZB kritisiert?

Kritisiert wird, dass die EZB eine zu restriktive Geldpolitik verfolgt, die Konjunkturaufschwünge frühzeitig beendet und eine notwendige Kooperation mit lohn- und fiskalpolitischen Akteuren vernachlässigt.

Welche konkrete Empfehlung spricht die Autorin aus?

Die Autorin empfiehlt ein kooperatives Modell, in dem Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik gemeinschaftlich Verantwortung für Wachstum und Beschäftigung übernehmen, unterstützt durch mehr Transparenz der EZB.

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Details

Title
Arbeitslosigkeit in Europa: Eine neue Strategie für die europäische Geldpolitik
College
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaften, Sektion Sozialpolitik und Sozialökonomik)
Course
Arbeitslosigkeit und Beschäftigung
Grade
1,3
Author
Monika Goerke (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V43528
ISBN (eBook)
9783638412971
Language
German
Tags
Arbeitslosigkeit Europa Eine Strategie Geldpolitik Arbeitslosigkeit Beschäftigung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Monika Goerke (Author), 2003, Arbeitslosigkeit in Europa: Eine neue Strategie für die europäische Geldpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43528
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