Haus Rodenberg in Dortmund-Aplerbeck


Seminararbeit, 2000

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

A. Einleitung

B. Die Baugeschichte des Hauses Rodenberg

C. Die Lage der Burg

D. Historische Entwicklung
I. Die Entstehungsphase: 1290 bis 1350
II. Die Zeit der Fehden: 1350 bis 1450
III. Die Reformation in Aplerbeck: 1570 bis 1618
IV. Der Dreißigjährige Krieg: 1618 bis 1648
V. Die Zeit des Barock: 1650 bis 1750
VI. Die Zeit der Pächter: 1750 bis 1985
VII. Die Entwicklung in der Gegenwart

E. Abschlußbetrachtung

F. Literaturverzeichnis

G. Bibliographie: Aplerbeck und das Haus Rodenberg

A. Einleitung

Im Ruhrgebiet, insbesondere auch in Dortmund, befinden sich zahlreiche alte Wasserburgen und feste Häuser. Diese Stammsitze des Adels sind Zeugnisse einer äußerst lebhaften vorindustriellen Geschichte. Solche Burgen und Häuser waren mehr als bloße Wohnsitze, sie dienten der Sicherung und Festigung von Machtansprüchen. In der folgenden Ausarbeitung soll dies exemplarisch an der Geschichte des Hauses Rodenberg im heutigen Dortmund-Aplerbeck aufgezeigt werden. Haus Rodenberg wird zunächst baugeschichtlich vorgestellt. Danach folgt eine Beschreibung der besonderen geographischen Lage Aplerbecks und seiner Wasserburg, bevor die historische Entwicklung von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zur Gegenwart ausgeführt wird. Das letzte Kapitel dieser Ausarbeitung bildet eine Abschlußbetrachtung.

B. Die Baugeschichte des Hauses Rodenberg

Für das Haus Rodenberg ist ein genaues Entstehungsdatum nicht bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1290[1]. Es ist also wahrscheinlich, daß die Grafen von der Mark, nachdem sie 1288 in den Reichsfürstenstand erhoben worden waren und damit das Burgenbau- und Befestigungsrecht erhalten hatten, in Aplerbeck eine Schutz- und Befestigungsanlage errichten ließen[2]. Haus Rodenberg sollte demnach ein Instrument der Raumbeherrschung und strategischen Planung sein[3]. Archäologische Untersuchungen aus den Jahren nach 1985 ergaben, daß das Haus wahrscheinlich eine geschlossene Wasserburg mit vier Ecktürmen und einer Toranlage war. Die Anlage war symmetrisch rechtwinklig angeordnet.[4]

Nach der Zerstörung im 15. Jahrhundert[5] wurde Haus Rodenberg im Gräftenteich als Zweiflügelbau wieder aufgebaut, am Ende des 17. Jahrhunderts erfolgte der komplette Neubau der Burg. Die Bauarbeiten begannen 1678 nach der Heirat von Johann Dietrich von Voß und Wilhelmine von Bodelschwingh und wurden etwa 1698/99 vollendet. Nun entstand ein repräsentativer Bau im Geiste des Barock, der den wachsenden Machtanspruch der Eigentümer auch nach außen verdeutlichen sollte.[6]

Von der eigentlichen Burganlage ist heute nur noch die Vorburg erhalten – die Hauptburg ist seit ca. 1810 zerstört. Die Vorburg ist ein niedriger zweigeschossiger Bau mit hohem Satteldach und zwei kurzen Seitenflügeln. In der Mitte der Anlage befindet sich ein Treppenturm mit welscher Haube.[7]

C. Die Lage der Burg

Eine trockene und windgeschützte Hanglage am Fuße des Ardeygebirges, gute Bodenverhältnisse und das Angebot an Wasser durch die Emscher stellten die natürlichen Voraussetzungen für eine Ansiedlung in Aplerbeck dar. Erstmals erwähnt wurde die Ortschaft in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 899. An der heutigen Ruinenstraße wurde um 1160 die Georgskirche erbaut. Hier entwickelte sich der eigentliche Ortskern. Die heutige Köln-Berliner-Straße, vor 1800 als sog. „Chaussee“ erbaut, erfüllte zu dieser Zeit bereits die Funktion einer Durchgangsstraße von Herdecke nach Unna. Die Einwohnerzahl des Ortes belief sich über Jahrhunderte auf etwa 600 Personen, erst mit der Industrialisierung kam es zu einem nachhaltigen Bevölkerungsanstieg.[8] Haus Rodenberg lag westlich der eigentlichen Ortsmitte. Die Burg verdeutlichte die Präsenz der Grafen von der Mark im Emscherbereich und nahm mehrere strategische Aufgaben wahr[9]:

1. Die Grafen hatten nunmehr die Möglichkeit, die wichtige Handelsstraße vom Rhein an die Weser, von Köln nach Soest beim Übergang über die Emscher zu kontrollieren. Dabei wurden Reisende überprüft und unter Umständen Abgaben eingezogen.
2. Die Burg diente als Gegenpunkt zur Pfarrkirche St. Georg, die der Kölner Erzbischof zur Durchsetzung eigener Machtansprüche im Raum von Emscher und Lippe benutzte.
3. Haus Rodenberg war zugleich Brückenkopf der Markgrafen gegen die freie Reichsstadt Dortmund und deren Machtansprüche.

D. Historische Entwicklung

Die historische Entwicklung des Hauses Rodenberg läßt sich in verschiedene Phasen einteilen. In der ersten Periode, etwa von 1290 bis 1350 läßt sich noch nicht viel über die Burg sagen. Selbst das genaue Entstehungsdatum ist nicht bekannt. Eine zweite Phase stellt der Zeitraum von 1350 bis 1450 dar, in der das Land von zahlreichen Fehden heimgesucht wurde. Eine weitere für das Haus bedeutungsvolle Zeit der Entwicklung sind die Jahre des Reformationsstreits nach 1570, gefolgt von den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs.

Danach erlebt die Rodenburg ihre letzte Blütephase, gekennzeichnet vom Umbau im Barockstil. Die Folgeperiode kann durchaus als Niedergang der Wasserburg bezeichnet werden. Es ist die Zeit, in der die schnell wechselnden Eigentümer nicht mehr selbst auf ihrer Aplerbecker Residenz lebten. Die letzte Phase der historischen Entwicklung schließlich liegt im 20. Jahrhundert. Sie begann 1985 mit dem Erwerb von Haus Rodenberg durch die Stadt Dortmund und setzt sich bis in die Gegenwart fort.

I. Die Entstehungsphase: 1290 bis 1350

Mit der Zerstörung der Rodenburg bei Menden 1275 durch den Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg ging dem dort ansässigen Rittergeschlecht der Rodenberger ihr Stammsitz verloren. Sie verstreuten sich in der Folge sowohl im Sauerland wie in der Gegend des Hellwegs.[10] 1290 schließlich wurde Diederich von Rodenberg mit der Burg Haus Rodenberg zu Aplerbeck durch den Grafen von der Mark belehnt[11].

II. Die Zeit der Fehden: 1350 bis 1450

Im Zeitraum von 1350 bis ca. 1450 wurde die Geschichte des westfälischen Raums durch viele Fehden geprägt. Diese betrafen, wenn auch dem derzeitigen Wissenstand zufolge nur mittelbar, auch die Bauernschaft Aplerbeck und das Haus Rodenberg. So versuchte 1352 Graf Engelbert III., die freie Reichsstadt Dortmund anzugreifen. Man nimmt an, daß bei diesen Kampfhandlungen auch die Rodenberger Herren mit aufgeboten worden waren.[12] 1356 heiratete mit Vrancke von Voß ein neues Geschlecht in diese Rodenberger Linie ein, das für mehrere Jahrhunderte die Geschicke von Haus Rodenberg bestimmen sollte. Die Familie Voß war ursprünglich ansässig auf dem Heithof in Schüren. Vrancke galt als machtpolitisch begabt. 1374 wurde er Drost zu Hörde und war damit zuständig für Sicherheit und Ordnung im Gebiet.[13] Im Jahre 1388 begann die sog. „Große Fehde“, in der der Erzbischof von Köln gemeinsam mit dem Grafen von der Mark und 45 weiteren Landesherren gegen die Stadt Dortmund zu Felde zogen. Das gesamte umliegende Gebiet war von Raubzügen und Brandschatzungen betroffen.[14] Es gibt allerdings bis heute keine Dokumente oder Untersuchungsergebnisse, inwieweit Aplerbeck und die Rodenburg hiervon betroffen worden waren.

[...]


[1] Brink-Kloke (Älteste Spuren, 1998), S. 27

[2] Liesenberg (Haus Rodenberg, 1998), S. 60

[3] Maurer (Burgen, 1977), S. 120

[4] Brink-Kloke (Älteste Spuren, 1998), S. 27/28

[5] von Steinen (Amt Unna, 1755), S. 719

[6] Liesenberg (Haus Rodenberg, 1998), S. 65

[7] Kluge/Hansmann (Dortmund-Aplerbeck, 1986), Sp. 133

[8] Neuhaus (Skizze, 1998), S. 12

[9] Liesenberg (Haus Rodenberg, 1998), S. 60

[10] Reinold (Lubbert von Rodenberg, 1958), S. 88

[11] Liesenberg (Haus Rodenberg, 1998), S. 60

[12] Liesenberg (Rittersitz, 1996), S. 25

[13] Liesenberg (Haus Rodenberg, 1998), S. 62

[14] Kirchhoff (Große Fehde, 1992), S. 114

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Haus Rodenberg in Dortmund-Aplerbeck
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Burgen und feste Häuser im Ruhrgebiet
Note
1,0
Autor
Jahr
2000
Seiten
13
Katalognummer
V43530
ISBN (eBook)
9783638412995
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Haus, Rodenberg, Dortmund-Aplerbeck, Burgen, Häuser, Ruhrgebiet
Arbeit zitieren
Monika Goerke (Autor), 2000, Haus Rodenberg in Dortmund-Aplerbeck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43530

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