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Die Börse nach dem 11. September 2001 - Irrationale Kursreaktionen oder neues Vertrauen in das System?

Title: Die Börse nach dem 11. September 2001 - Irrationale Kursreaktionen oder neues Vertrauen in das System?

Seminar Paper , 2002 , 43 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Axel Puschke (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die beispiellose terroristische Anschlagserie am 11. September 2001 wird als eines der schlimmsten Ereignisse in die Geschichte der USA eingehen. „You will never forget this day as long as you live“ kommentiert ein Anchorman des amerikanischen Fernsehsenders CNN die Ereignisse. Tatsächlich werden viele Menschen rund um den Globus die schrecklichen Bilder und die besonderen individuellen Lebensumstände, in denen sie sich befanden als sie von der Terrorwelle Kenntnis erlangten, im Gedächtnis behalten.
Die vorliegende Seminararbeit „Die Börse nach dem 11. September 2001 - Irrationale Kursturbulenzen oder neues Vertrauen in das System?“ möchte die Folgen der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon aus Perspektive der Kursreaktionen an den Finanzzentren untersuchen. Ausgangspunkt der Überlegungen bildet dabei die Beobachtung, dass bereits kurze Zeit nach der Anschlagserie die Aktienkurse an den internationalen Finanzzentren wieder steigen. Dabei werden die folgenden, teilweise in der Themenüberschrift bereits angedeuteten, Fragestellungen im Vordergrund der Ausführungen stehen: Wie haben die Märkte unmittelbar nach den Anschlägen reagiert? Handelt es sich um irrationale Übertreibungen der Marktteilnehmer oder sind die Wertpapierverkäufe auf der Grundlage rationaler Überlegungen zu erklären? Wie haben die Börsen in der Folgezeit der Terrorwelle reagiert? Kann kurze Zeit nach dem 11. September bereits von einer Trendwende gesprochen werden? Wie hat die Börse in der Vergangenheit politische und/oder wirtschaftliche Krisenereignisse verarbeitet und welche Schlussfolgerungen können daraus für den Untersuchungsgegenstand abgeleitet werden? Welche andere nicht auf Fundamentaldaten basierende Faktoren sind für die Preisbildung an der Börse von Bedeutung? Welche Beiträge kann die Vertrauenssoziologie für die Erklärung der sich abzeichnenden Tendenzen liefern?
Es wird interessant sein, diese Fragestellungen aus der Perspektive der Börse zu untersuchen, wird doch das Tagesgeschehen sowohl in den USA als auch in Europa durch die wirtschaftlichen und politischen Folgen der Anschlagserie bis heute spürbar geprägt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINFÜHRUNG

1. ANALYSE DER KURSREAKTIONEN AN DEN BÖRSEN

1.1 KURZFRISTIGE REAKTIONEN AN DAX UND DOW JONES INFOLGE DER ANSCHLAGSERIE

1.1.1 Der Deutsche Aktienindex (DAX) vom 11. September bis zum 23. September

1.1.2 Der Dow Jones Industrial Index (DJII) vom 17. September bis zum 23. September

1.2 MITTELFRISTIGER TREND DES DAX VOM 24. SEPTEMBER BIS ENDE NOVEMBER

2. BÖRSE UND PREISBILDUNG

2.1 DIE THEORIE DES EFFIZIENTEN MARKTES

2.2 FUNKTION DER BÖRSE IN DER WIRTSCHAFT

2.3 RISIKO ALS EINSTIEGSKRITERIUM

3. HISTORISCHE KRISEN UND DEREN AUSWIRKUNGEN AUF DIE ENTWICKLUNG DER BÖRSE

3.1 DER GROßE CRASH VON 1927

3.2 DER ANGRIFF AUF PEARL HARBOR

3.3 DER CRASH VON 1987

3.4 DER GOLFKRIEG

4. „HAUSSE“ UND „BAISSE“ AN DER DEUTSCHEN BÖRSE

4.1 DAS THOMAS-THEOREM

4.2 EXCESS BUBBLES AN DAX UND NEMAX

4.2.1 Kulturelle Faktoren

4.2.2 Strukturelle Faktoren

5. SOZIOLOGISCHER ERKLÄRUNGSANSATZ

ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001 auf die internationalen Finanzmärkte. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, ob die darauffolgenden Kursreaktionen als irrationale Panikreaktionen zu werten sind oder ob das Verhalten der Marktteilnehmer auf rationalen ökonomischen Überlegungen basierte.

  • Analyse der kurzfristigen Börsenreaktionen in Deutschland und den USA nach den Anschlägen.
  • Untersuchung des "Systems Börse" und soziologischer Erklärungsansätze wie dem Luhmann’schen Risikobegriff.
  • Vergleich mit historischen Krisen (Crash 1927, 1987, Golfkrieg) zur Bewertung der aktuellen Krisenverarbeitungsfähigkeit.
  • Betrachtung von psychologischen, kulturellen und strukturellen Einflussfaktoren auf die Preisbildung.
  • Untersuchung der Vertrauensbildung an den Finanzmärkten und der Rolle der Aktienkultur.

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Der Deutsche Aktienindex (DAX) vom 11. September bis zum 23. September

Nach den ersten Berichten über die Terroranschläge notiert der DAX im Minus. Zwischenzeitlich verliert der Index der dreißig größten deutschen Aktiengesellschaften 12 Prozent gegenüber dem Vortag. Bei turbulentem Handel, aber niedrigen Umsätzen schließt der DAX in Frankfurt um mehr als 8 Prozent unter dem Vortagesniveau (siehe Abbildung 1).

Am schlimmsten trifft es in dieser frühen Phase die Versicherungswerte und Fluggesellschaften, die von den Anschlägen direkt betroffen sind. Die Münchener Rückversicherung verliert bis zum 12. September rund 7 Mrd. an Börsenwert, weil das Unternehmen der größte Rückversicherer des World Trade Center ist und daher für Schäden in besonderem Umfang haftet. Nach einer Ad-hoc Meldung der Gesellschaft beziffert der Vorstand die Höhe des Versicherungsschadens des World Trade Center sowie der benachbarten eingestürzten Gebäude auf 2,1 Mrd. Euro, „dem mit Abstand größten Schaden in ihrer (der Gesellschaft, Anm. der Verfasser) Geschichte“ (vgl. Abbildung 2).

Bis zum 23. September verdichten sich Hinweise, dass die Drahtzieher der Anschlagserie den Aktienkurs der Münchener Rück. durch illegale Insidergeschäfte zusätzlich belastet haben könnten. Das Mittel hierzu wären Leerverkäufe am Kassamarkt oder der Kauf von Put-Optionen am Terminmarkt. So berichten beispielsweise der Nachrichtensender n-tv und Spiegel-online, dass die Aktien der Münchener Rück. im Vorfeld der Terrorwelle bei unverhältnismäßig hohen Umsätzen stark gefallen seien. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass die Attentäter hier durch Leerverkäufe großen Umfangs am Markt tätig waren, um die Wertpapiere nach dem Anschlag günstiger zurückzukaufen. Darüber hinaus bestätigt Bundesbankpräsident Welteke ungewöhnlich hohe Umsätze bei deutschen Finanzmarktgeschäften mit Gold, Öl sowie in Aktien von Fluggesellschaften. Die Finanzminister der Europäischen Union ordnen daraufhin eine formelle Untersuchung der verdächtigen Finanzmarkttransaktionen an.

Zusammenfassung der Kapitel

EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt die Problematik der Börsenentwicklung nach dem 11. September 2001 dar und skizziert die wissenschaftliche Herangehensweise der Arbeit.

1. ANALYSE DER KURSREAKTIONEN AN DEN BÖRSEN: Dieser Abschnitt analysiert die unmittelbaren und mittelfristigen Kursbewegungen in Deutschland und den USA nach den Anschlägen und prüft die Rationalität der Anleger.

2. BÖRSE UND PREISBILDUNG: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Grundlagen der Preisbildung, kritisiert die Theorie des effizienten Marktes und führt soziologische Aspekte ein.

3. HISTORISCHE KRISEN UND DEREN AUSWIRKUNGEN AUF DIE ENTWICKLUNG DER BÖRSE: Der Autor vergleicht die aktuelle Krise mit historischen Ereignissen wie dem Crash von 1927, 1987 und dem Golfkrieg, um die Widerstandsfähigkeit der Finanzmärkte zu bewerten.

4. „HAUSSE“ UND „BAISSE“ AN DER DEUTSCHEN BÖRSE: Hier werden psychologische und strukturelle Faktoren sowie die Rolle der Medien und die aufkeimende Aktienkultur für die Volatilität der deutschen Börse untersucht.

5. SOZIOLOGISCHER ERKLÄRUNGSANSATZ: Dieser Teil befasst sich mit der Bedeutung von Vertrauen in das System Börse und wie dieses nach Krisen reaktiviert werden kann.

ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass ein nachhaltiges neues Vertrauen in das System derzeit noch nicht zu verzeichnen ist.

Schlüsselwörter

11. September 2001, Börse, DAX, Dow Jones, Kursreaktionen, Effizienzthese, Luhmann, Risiko, Vertrauen, Insidergeschäfte, Crash von 1987, Aktienkultur, Preisbildung, Volatilität, Finanzmärkte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Kursentwicklungen an den Aktienmärkten nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und prüft, ob die Reaktionen der Marktteilnehmer rational erklärbar waren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt Finanzsoziologie, die Theorie des effizienten Marktes, historische Krisenanalysen sowie psychologische und kulturelle Faktoren der Börsenpsychologie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte klären, ob die Kursturbulenzen nach dem 11. September irrationale Übertreibungen waren oder ob eine rationale Krisenverarbeitung durch die Marktteilnehmer stattgefunden hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Analyse stützt sich auf eine deskriptive Untersuchung der Kursverläufe unter Einbeziehung ökonomischer Theorien sowie ergänzender soziologischer Erklärungsansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die spezifischen Kursphasen nach dem 11. September, vergleicht diese mit historischen Krisenereignissen und beleuchtet die Rolle des Vertrauens und der Medien in der Preisbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Finanzsoziologie, Aktienkultur, Risikobegriff nach Luhmann, Kursvolatilität und Vertrauensbildung.

Wie bewertet der Autor die Rolle der deutschen Börse während der Krise?

Der Autor kritisiert die deutsche Börse dafür, dass sie den Handel trotz der Ereignisse weiterlaufen ließ, während die US-Leitbörse den Handel aussetzte, was die deutschen Anleger stärker belastete.

Welche Rolle spielt das Thomas-Theorem in diesem Kontext?

Das Thomas-Theorem dient dazu, zu erklären, wie subjektive Definitionen einer Marktsituation reale Konsequenzen an der Börse erzeugen, insbesondere im Hinblick auf das Verhalten der Anleger in Boom-Phasen.

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Details

Title
Die Börse nach dem 11. September 2001 - Irrationale Kursreaktionen oder neues Vertrauen in das System?
College
University of Trier
Course
Internationale Bank- und Finanzsoziologie
Grade
1,0
Author
Axel Puschke (Author)
Publication Year
2002
Pages
43
Catalog Number
V43574
ISBN (eBook)
9783638413374
Language
German
Tags
Börse September Irrationale Kursreaktionen Vertrauen System Internationale Bank- Finanzsoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Axel Puschke (Author), 2002, Die Börse nach dem 11. September 2001 - Irrationale Kursreaktionen oder neues Vertrauen in das System?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43574
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