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Literatur als Schlüssel zur moralischen Entwicklung

Title: Literatur als Schlüssel zur moralischen Entwicklung

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 32 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christoph Mahlberg (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Ein Mensch durchlebt von Beginn seiner Geburt viele Entwicklungen, die für sein Leben von immenser Bedeutung sind. Sehr zentral ist die Entwicklung der moralischen Reflexions- und Handlungsfähigkeit, die sich gerade im Kindesalter von Jahr zu Jahr erheblich ändert. Moralisches Handeln ist für jeden Mensch elementar, um sich in unsere Gesellschaft einzufügen. Die moralische Entwicklung wird von vielen Reizen beeinflusst und gesteuert. Nicht nur das Elternhaus, sondern auch die Schule versucht dem Kind wichtige Sozialkompetenzen zu vermitteln oder ihn dabei zu unterstützen selbst diese Kompetenzen entwickeln zu können. Mein Ziel dieser Arbeit war es, wie man den Literaturunterricht für diese verantwortungsvolle Aufgabe nutzen kann. Wie kann man mit Hilfe von Literatur, speziell mit kurzen Geschichten und Kurzgeschichten den Schüler in seiner moralischen Lernentwicklung unterstützen? Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, muss aber zuvor ein stabiles Fundament gelegt werden. Aus diesem Grund war es mir wichtig zu Beginn auf den Begriff ‚Moral’ speziell einzugehen. Denn erst wenn man diesen Begriff umfassend versteht, kann man mit ihm auch arbeiten. Hierzu zog ich philosophische und psychologische Ansätze verschiedener Wissenschaftler hinzu, um den Begriff sinnvoll einzuengen. Weiterhin muss die ‚moralische Entwicklung’ als Lernprozess verstanden werden, der gerade für die Schule von großer Bedeutung ist. Welcher entwicklungspsychologische Ansatz steht hinter der moralischen Entwicklung? Wie sieht der moralische Lernprozess eines Menschen aus? Welche Bedeutung hat dies für den Auftrag der Schule? All diese psychologischen und pädagogischen Ansichten bilden die Basis für die anschließend folgende Spezialisierung im Literaturunterricht. Hier werde ich zunächst die allgemeine Bedeutung der Literatur in Bezug zu moralischen Entwicklung setzen. Darauf folgt dann anhand eines Beispiels der Transfer zur Kurzgeschichte. Ich versuche dieses Beispiel wiederum in Bezug zum Vorangegangenen zu setzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort / Einleitung

2. Was ist Moral?

2.1. Moralische Prinzipien

2.2. Moralische Prinzipien und deren Achtung

2.3. Moral – Eine Sammlung

3. Moralische Entwicklung, Handlung und Erziehung

3.1. Stufen des moralischen Urteilens als Verlauf einer moralischen Entwicklung

3.2. Der Ansatz für die Pädagogik

3.3. Werteorientierung als Auftrag in der Schule

3.3.1. Moralische Handlungsfähigkeit als Lernprozess

3.3.2. Moralische Entwicklungsförderung in der Schule

4. Kurzer Zwischenstand

5. Moral und Literatur

5.1. Perspektivenübernahme und Empathie

5.2. Probleme von Kohlbergs Stufentheorie beim Einsatz im Literaturunterricht

6. Die Wahl des Textes

6.1. Moralische Argumentation im Vergleich zur Stufentheorie

6.2. Die Wahl einer Kurzgeschichte

6.3. Die Kurzgeschichte zum Anstoß moralischen Denkens am Beispiel

6.3.1. „Die Henker“ von Henry Jaeger (WILLENBERG, S.128 ff.)

6.3.2. Moralische Aspekte in „Die Henker“

6.3.3. Gedanken, Fragen und Analogien zu moralischen Prinzipien

6.3.4. „Die Henker“ und Kohlbergs Stufentheorie

6.4. „Die Henker“ im Unterricht

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Literatur, insbesondere Kurzgeschichten, gezielt zur Unterstützung der moralischen Lernentwicklung von Schülern im Unterricht eingesetzt werden kann, ohne dabei lediglich fertige moralische Leitsätze zu vermitteln.

  • Grundlagen und Definition des Begriffs Moral sowie moralische Prinzipien.
  • Entwicklungspsychologische Ansätze der moralischen Urteilsfähigkeit nach Kohlberg, Dewey und Piaget.
  • Die pädagogische Verantwortung und der Auftrag der Schule zur Werteorientierung.
  • Methodische Vorteile des Literaturunterrichts zur Förderung von Perspektivenübernahme und Empathie.
  • Analyse und Didaktisierung der Kurzgeschichte „Die Henker“ von Henry Jaeger als Fallbeispiel für moralische Dilemmata.

Auszug aus dem Buch

6.3.1. „Die Henker“ von Henry Jaeger (WILLENBERG, S.128 ff.)

Sie hörten den Lastwagen in den Hof fahren. Seine Ladung polterte von der Pritsche. Es war Holz. Balken und Bretter. Ein paar Kommandos schallten herauf.

Von dieser Stunde an lauschten sie auf jeden Hammerschlag der Zimmerleute. Manchmal ging einer der Männer zum Zellenfenster, zog sich an den Gitterstäben hoch und spähte durch die Blenden. Zuerst war es ein Gerüst, mit einer Treppe, wie eine Rednertribüne. Dann wuchsen rechts und links zwei vierkantige Pfosten hoch, die einen Querbalken trugen.

Anderthalb Tage bauten die Zimmerleute. Dann wurde es wieder still im Hof. Das Gerüst war abgedeckt mit einer grauen Plane. Mit dieser Verkleidung sah es aus wie ein ungeschickt errichtetes Zelt. Sie hatten von Anfang an gewußt, was da für sie aufgebaut wurde: der Galgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort / Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der moralischen Entwicklungsfähigkeit bei Kindern ein und skizziert das Ziel der Arbeit, den Literaturunterricht als Plattform für diese Entwicklung zu nutzen.

2. Was ist Moral?: In diesem Kapitel wird der vielschichtige Begriff ‚Moral’ philosophisch und soziologisch kontextualisiert sowie in zentrale Kernbegriffe wie Gerechtigkeit, Fürsorge und Wohlwollen unterteilt.

3. Moralische Entwicklung, Handlung und Erziehung: Das Kapitel behandelt die entwicklungspsychologischen Grundlagen nach Dewey, Piaget und Kohlberg und verknüpft diese mit dem pädagogischen Auftrag der Schule.

4. Kurzer Zwischenstand: Ein kurzer Überblick, der die bisherigen theoretischen Ausführungen zu Moral, psychologischer Entwicklung und schulpädagogischem Auftrag zusammenfasst und auf den Literaturunterricht überleitet.

5. Moral und Literatur: Hier wird die Eignung literarischer Texte zur moralischen Erziehung untersucht, insbesondere hinsichtlich der Förderung von Perspektivenübernahme und Empathie beim Rezipienten.

6. Die Wahl des Textes: Dieses Kapitel begründet, warum Kurzgeschichten als Dilemmageschichten besonders geeignet sind, um moralische Lernprozesse anzustoßen, und analysiert die Erzählung „Die Henker“ im Detail.

7. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert die Komplexität der moralischen Entwicklung und bekräftigt die bedeutsame, wenn auch unterstützende Rolle des Literaturunterrichts dabei.

Schlüsselwörter

Moral, Moralische Entwicklung, Literaturunterricht, Kurzgeschichte, Werteorientierung, Kohlberg, Perspektivenübernahme, Empathie, Moralische Erziehung, Dilemma, Sozialkompetenz, Handlungsfähigkeit, Pädagogik, Die Henker, Henry Jaeger

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Literaturunterricht genutzt werden kann, um Schüler in ihrer moralischen Lernentwicklung zu unterstützen und zu einem autonomem moralischen Handeln zu befähigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die philosophische Klärung des Moralbegriffs, psychologische Stufenmodelle moralischer Entwicklung sowie die didaktische Einbindung von Literatur zur Förderung moralischer Urteilskraft.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, den Deutschunterricht über die reine Wissensvermittlung hinaus als einen Raum zu etablieren, in dem Schüler sich mit komplexen moralischen Dilemmata auseinandersetzen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch entwicklungspsychologische Ansätze (Kohlberg) und pädagogische Literaturdidaktik, die an einem literarischen Fallbeispiel exemplarisch angewandt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Neben den theoretischen Grundlagen zu Moral und Entwicklung liegt der Fokus auf der Analyse und Didaktisierung von „Die Henker“ von Henry Jaeger als spezifisches Fallbeispiel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Moral, Literaturunterricht, Kurzgeschichte, moralische Entwicklung, Empathie und moralische Dilemmata charakterisiert.

Warum wird die Kurzgeschichte als besonders geeignet für den moralischen Unterricht angesehen?

Die Kurzgeschichte wird aufgrund ihrer Kürze, der Verdichtung auf einen "Brennpunkt" moralischer Konflikte und des häufigen offenen Schlusses als ideale Vorlage für moralische Dilemmata hervorgehoben.

Welche moralische Problematik bietet die Erzählung „Die Henker“?

Die Erzählung konfrontiert den Leser mit der Frage, wie man Kriegsverbrechern als Menschen mit Gewissen begegnen kann und beleuchtet die moralische Ambiguität von Gerechtigkeit und Schuld im Kontext staatlich legitimierter Tötung.

Wie lässt sich die Erzählung „Die Henker“ in das Stufenmodell von Kohlberg einordnen?

Die Arbeit zeigt auf, dass die Geschichte für alle drei Stufen (vorkonventionell, konventionell, nachkonventionell) Ansätze bietet, wobei die nachkonventionelle Stufe besonders die kritische Hinterfragung des Handelns des Scharfrichters einfordert.

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Details

Title
Literatur als Schlüssel zur moralischen Entwicklung
College
University of Education Weingarten
Course
Kurzgeschichten und kurze Geschichten im Unterricht
Grade
2,0
Author
Christoph Mahlberg (Author)
Publication Year
2004
Pages
32
Catalog Number
V43580
ISBN (eBook)
9783638413428
ISBN (Book)
9783638657181
Language
German
Tags
Literatur Schlüssel Entwicklung Kurzgeschichten Geschichten Unterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Mahlberg (Author), 2004, Literatur als Schlüssel zur moralischen Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43580
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