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"Ich bin nicht behindert, ich werde behindert!". Der Paradigmenwechsel in der Kategorie Behinderung und der heutige Stand physischer und psychischer Barrierefreiheit in Deutschland

Title: "Ich bin nicht behindert, ich werde behindert!". Der Paradigmenwechsel in der Kategorie Behinderung und der heutige Stand physischer und psychischer Barrierefreiheit in Deutschland

Seminar Paper , 2017 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lisabel Wagner (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Diese Arbeit soll darstellen ob und wie Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft ausgegrenzt wurden und werden und wie aus einer langen Zeit der Fremdbestimmung eine Tendenz zur Selbstbestimmung gewachsen ist.

Hierzu wird zunächst die Geschichte der Kategorie Behinderung beleuchtet und der langsame Wandel von der Behinderung als Strafe Gottes, über von außen gesteuerte Hilfe, bis zur weitestgehend autonomen Lebensgestaltung heutiger Generation von Menschen mit Behinderungen dargestellt. Im Anschluss wird anhand des Teilhabeberichtes 2016 untersucht wie der aktuelle Stand der Barrierefreiheit und der gleichberechtigten Teilhabe am alltäglichen Leben für Menschen mit Behinderungen ist. Zudem wird das Paradox der Barrierefreiheit aufgestellt um aufzuzeigen wie unterschiedlich und somit teilweise umständliche die Anforderungen sein können. Im Fazit wird sich noch einmal zusammenfassen der Frage gewidmet ob und wie Menschen mit Behinderungen von den gesellschaftlichen Strukturen behindert werden.

„Ich bin nicht behindert, ich werde behindert“ ist der Slogan einer Kampagne des NRW-Landesverbandes des Sozialverbands Deutschland (SoVD) für Menschen mit Behinderung. Hiermit soll ein Umdenken angeregt werden um die Diskriminierung gegenüber Menschen mit Behinderung abzubauen und aufzuzeigen, dass diese von der Gesellschaft nicht ausreichend unterstützt werden. Physische Barrieren werden trotz gesetzlicher Regelungen nicht ausreichend abgebaut, so fehlt es noch immer an barrierefreien Zugängen zu vielen öffentlichen Gebäuden oder Bahnhöfen.

Doch auch psychische Barrieren behindern ein gleichberechtigtes Leben von Menschen mit Behinderungen. Häufig sind diese Menschen Diskriminierungen ausgesetzt, welche durch die Unwissenheit der Gesellschaft genährt werden. Ein Teufelskreis, da das dadurch resultieren zurückziehen der Menschen mit Behinderungen nur noch mehr den ungewohnten Umgang unterstützt. Hier ist im Laufe der Geschichte viel Fortschritt erreicht worden, dennoch gibt es noch immer viel Bedarf nach Veränderung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Weg der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung

1.1 Die Geschichte der Kategorie Behinderung in Deutschland

1.2 Der Paradigmenwechsel von der Fremd- zur Selbstbestimmung

2. Barrierefreiheit in Deutschland

2.1 Der aktuelle Stand der Barrierefreiheit

2.2 Das Paradox der Barrierefreiheit

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den historischen Wandel in der Wahrnehmung von Behinderung und analysiert den aktuellen Status der Barrierefreiheit in Deutschland. Ziel ist es aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Barrieren die Teilhabe von Menschen mit Behinderung einschränken und warum ein Paradigmenwechsel hin zur Selbstbestimmung notwendig ist.

  • Historische Entwicklung der Kategorie Behinderung
  • Wandel von Fremdbestimmung zu Selbstbestimmung
  • Analyse des Teilhabeberichtes 2016 zur Barrierefreiheit
  • Das Paradoxon der Barrierefreiheit in der Praxis
  • Identifikation gesellschaftlicher versus physischer Barrieren

Auszug aus dem Buch

1.2 Der Paradigmenwechsel von der Fremd- zur Selbstbestimmung

Während Menschen mit Behinderungen in der Geschichte zunächst gar nicht als ernstzunehmende Lebewesen erachtet wurden, folgte nach 1945 eine „Karriere der Fremdbestimmung“ in Deutschland. Menschen die nicht der Norm entsprachen wurden in Sondereinrichtungen, also in Sonderkindergärten, -schulen und -arbeitsplätzen untergebracht um ihnen ein möglichst produktives Leben zu ermöglichen. Für eigene Entscheidungen oder gar Selbstentfaltung war hier kein Platz. Zumeist lebten diese Menschen alle das gleiche schematische Leben, bis sie in speziellen Heimen oder Anstalten untergebracht alt wurden und starben. Alles wurde von außen gesteuert (Sierck & Mürner, 2015, S. 32). Inklusion, oder Integration waren damals kein Thema, heute gehören sie jedoch zur alltäglichen Debatte um das Leben von Menschen mit Behinderung (Kastl, 2017, S. 211-212).

Damit hier tatsächlich eine selbstbestimmte Lebensführung stattfinden kann und diese nicht wieder von außen geführt wird, ist das Handeln der Menschen mit behinderung selbst gefragt. Erstmal kam eine solche Strömung mit der Straßenblockade im Mai 1974 in Frankfurt auf. Hier wurde, unteranderem von behinderten Menschen selbst, gegen die Behindertenfeindlichkeit des öffentlichen Nahverkehrs demonstriert. Diesem folgten weitere Proteste und es entwickelte sich eine provokante und vor allem selbstbestimmte Initiative von Menschen mit Behinderung. Diese griff vor allem die bereits bestehenden Interessenverbände an, welche noch nach dem alten Schema agierten. Somit stellten die Aktivisten beispielsweise dem damals (1981) bestehenden Motto „Einander verstehen – miteinander leben!“ den provokanten Satz „Jedem Krüppel seinen Knüppel“ entgegen, um auf das Defizit an Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen hinzuweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Diskriminierung von Menschen mit Behinderung ein und skizziert das Ziel der Arbeit, den Wandel von der Fremd- zur Selbstbestimmung sowie den Stand der Barrierefreiheit zu beleuchten.

1. Der Weg der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Kategorisierung von Behinderung in Deutschland nach und analysiert den Übergang von staatlich verordneter Fremdbestimmung hin zu emanzipatorischen Selbstbestimmungsbewegungen.

2. Barrierefreiheit in Deutschland: Es wird der aktuelle Stand der Barrierefreiheit basierend auf dem Teilhabebericht 2016 analysiert und das Paradoxon diskutiert, dass physische Maßnahmen für verschiedene Personengruppen unterschiedlich wahrgenommen werden können.

3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass trotz rechtlicher Fortschritte noch immer sowohl physische als auch tiefgreifende gesellschaftliche Barrieren die vollständige Inklusion verhindern.

Schlüsselwörter

Behinderung, Barrierefreiheit, Selbstbestimmung, Teilhabe, Inklusion, Fremdbestimmung, Diskriminierung, Behindertenrechtskonvention, Gesellschaft, Paradigmenwechsel, Teilhabebericht, soziale Barrieren, Lebensführung, Gleichberechtigung, Integration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt den historischen und gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Menschen mit Behinderung in Deutschland, von der Ausgrenzung hin zur geforderten Selbstbestimmung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der Behindertenkategorie, der Entwicklung von Selbstvertretungsorganisationen sowie der aktuellen Situation der Barrierefreiheit in verschiedenen Lebensbereichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Strukturen, Vorurteile und physische Barrieren die Teilhabe behinderter Menschen limitieren und welche Rolle die Selbstbestimmung dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die historische Quellen, soziologische Standardwerke sowie aktuelle Regierungsberichte wie den Teilhabebericht 2016 auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Begriffsbildung und Fremdbestimmung sowie eine Untersuchung der aktuellen Barrierefreiheit und des Paradoxons, das mit ihr einhergeht.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den zentralen Begriffen gehören Behinderung, Inklusion, Barrierefreiheit, Selbstbestimmung, Teilhabe und gesellschaftliche Ausgrenzung.

Was bedeutet das "Paradox der Barrierefreiheit" konkret?

Es beschreibt das Phänomen, dass architektonische Maßnahmen, die für eine Gruppe (z.B. Rollstuhlfahrer) barrierefrei sind, für andere Gruppen (z.B. sehbehinderte Menschen) eine neue Barriere darstellen können.

Welchen Stellenwert nimmt der Slogan "Ich bin nicht behindert – ich werde behindert!" ein?

Der Slogan dient als Leitmotiv der Arbeit, um zu verdeutlichen, dass nicht nur die physische Einschränkung, sondern primär die gesellschaftliche Umwelt die eigentliche Barriere für ein gleichberechtigtes Leben darstellt.

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Details

Title
"Ich bin nicht behindert, ich werde behindert!". Der Paradigmenwechsel in der Kategorie Behinderung und der heutige Stand physischer und psychischer Barrierefreiheit in Deutschland
College
University of Potsdam
Grade
1,7
Author
Lisabel Wagner (Author)
Publication Year
2017
Pages
12
Catalog Number
V436020
ISBN (eBook)
9783668766129
ISBN (Book)
9783668766136
Language
German
Tags
paradigmenwechsel kategorie behinderung stand barrierefreiheit deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisabel Wagner (Author), 2017, "Ich bin nicht behindert, ich werde behindert!". Der Paradigmenwechsel in der Kategorie Behinderung und der heutige Stand physischer und psychischer Barrierefreiheit in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436020
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