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Über die Verträglichkeit und Unverträglichkeit von Religiosität und dem pädagogischen Leitziel Mündigkeit

Title: Über die Verträglichkeit und Unverträglichkeit von Religiosität und dem pädagogischen Leitziel Mündigkeit

Diploma Thesis , 2000 , 92 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Klaus Itta (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Der Frage nachgehend, inwiefern die Entwicklung zu einer mündigen Identität im religiösen Kontext möglich ist und ob Religiosität in der modernen Gesellschaft einen nur verzichtbaren oder doch notwendigen Beitrag zur Identitätsbildung leisten kann, liegt die Aufgabenstellung dieser Arbeit:
• In der Kennzeichnung jener historisch gewachsenen Merkmale der Moderne, die die Spannung erzeugen, welche die Religion zu einem fragwürdigen Moment bei der Bildung von Identität, unter den Bedingungen der Gegenwart, macht.
• Im Aufzeigen von sozialwissenschaftlichen Theorien und philosophischen Grundlagen zum Begriff Mündigkeit. Hierbei stützt sich der Autor zum einen auf die Identitätstheorie und Diskursethik von Jürgen Habermas sowie die entwicklungspsychologischen Modelle von Erik H. Erikson und Lawrence Kohlberg, die den Wachstumsprozess zur personalen Autonomie darstellen. In Anlehnung an die Überlegungen von Jürgen Habermas, werden jene von der Religion ausgehenden störenden Momente skizziert, die in Bezug auf die Identitätsbildung im religiösen Kontext auftauchen.
• In der Darstellung und Erörterung theologischer Reflexionen zur Rezeption des sozialwissenschaftlichen Mündigkeitsbegriffs in einen zeitgemäßen christlichen Kontext. Im Hinblick auf diese Fragestellung orientiert sich der Autor vor allem an dem von Alfons Auer verfassten moraltheologischen Standardwerk „Autonome Moral und christlicher Glaube“.
• Unterdessen ist es dem Autor ein Anliegen, dass der Titel, unter dem diese Arbeit entsteht, nicht verstanden wird als: Inwieweit ist Religion brauchbar, um dem obersten pädagogischen Leitziel zu dienen. Auch nicht: Was dürfen die Sozialwissenschaften alles fordern, um den Segen der Religion nicht zu verlieren. Sondern: Gibt es eine oder gibt es keine Verträglichkeit zwischen Religiosität und Mündigkeit, aus der heraus sich die Religion aus den Humanwissenschaften und andersherum die Humanwissenschaften aus der Religion befruchten können, um einem gemeinsamen Ziel: Dem Dienst am Menschen, zur Vermenschlichung des Menschen, zur Humanisierung der Gesellschaft am ehesten gerecht zu werden? Diesem Anliegen versuchet der Autor in einer abschließenden Betrachtung gerecht zu werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

1. Begriffsbestimmungen

1.1 „Religiosität“ - Versuch einer Begriffsbestimmung

1.1.1 Etymologische Bedeutung

1.1.2 Gesellschaftliche Bedeutung von Religion und Kirche

1.1.3 Die persönlich-spirituelle Dimension des Religiösen

1.1.4 Konkretisierung

1.2 Das pädagogische Leitziel „Mündigkeit“ - Versuch einer Begriffsbestimmung

1.2.1 Konkretisierung

2. Das Spannungsverhältnis zwischen Religiosität und Mündigkeit – ein Resultat der fortgeschrittenen Neuzeit

2.1 Zur Begrifflichkeit von Moderne und Postmoderne

2.2 Die Offenbarungskritik und andere Kennzeichen der Moderne

1. Emanzipation

2. Anthropozentrik

3. Diesseitsorientierung

4. Vernunftautonomie

2.3 Zusammenfassung unter Einbezug des historischen Kontextes

3. In welchem Verhältnis stehen religiöse Sozialisation und mündige Identität?

3.1 Die Identitätstheorie von Jürgen Habermas

1. Natürliche Identität

2. Rollenidentität

3. Ich-Identität

3.2 Die „Diskursethik“ als Eigenheit einer anzustrebenden kollektiven Identität

3.3 Ich-Identität als Leitziel der Ich-Entwicklung

3.3 Die störenden Momente religiöser Sozialisation beim Aufbau mündiger Identität

4. Zum entwicklungs- und moralpsychologischen Stellenwert von Mündigkeit und Religiosität

4.1. Die acht Phasen menschlicher Entwicklung - von Erik H. Erikson

4.1.1 Epigenetisches Diagramm

4.1.2 Die acht Stadien der menschlichen Entwicklung

1. Ur-Vertrauen gegen Ur-Misstrauen

2. Autonomie gegen Scham und Zweifel

3. Initiative gegen Schuldgefühle

4. Werksinn gegen Minderwertigkeitsgefühl

5. Identität gegen Identitätsdiffusion

6. Intimität und Distanzierung gegen Selbstbezogenheit

7. Generativität gegen Stagnierung

8. Integrität gegen Verzweiflung und Ekel

4.1.3 Zusammenfassung

4.2 Die Theorie der Entwicklung des moralischen Urteils - von Lawrence Kohlberg

A. Entwicklung:

B. Interaktion:

C. Aktive Rekonstruktion:

D. Kognition:

E. Interdisziplinarität:

4.2.1 Was bedeutet der Untersuchungsgegenstand „moralisches Urteil“?

4.2.3 Worin liegt das Universelle, das Nicht-Relative am moralischen Urteil?

4.2.4 Das Modell der Moralstufen

A. Die präkonventionelle Ebene:

B. Die konventionelle Ebene:

C. Die postkonventionelle Ebene:

4.3 Kohlberg und Erikson in Gegenüberstellung

5. Theologische Reflexionen und Ansätze zur Rezeption des Mündigkeitsgedankens

5.1 Zur Bedeutung der Rezeption für die Theologie

5.2 Zur Autonomie-Vorstellung in der biblischen und theologischen Tradition

5.2.1 Die philosophische Verabsolutierung der Autonomie-Vorstellung

5.2.2 Die neuzeitlich-theologische Integration der Autonomie-Vorstellung

5.3 Die „Autonome Moral“ als Grundlage christlicher Ethik

5.3.1 Die ethische These

5.3.2. Die theologische These

5.3.3 Die lehramtliche These

5.4.1 Anmerkung zum Modell der autonomen Moral im christlichen Kontext

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Religiosität und dem pädagogischen Leitbild der „Mündigkeit“ vor dem Hintergrund der modernen, pluralistischen Gesellschaft. Ziel ist es zu analysieren, ob eine mündige Identitätsbildung im religiösen Kontext möglich ist und welchen Beitrag das Christentum hierzu leisten kann.

  • Identitätsbildung in der modernen Gesellschaft
  • Sozialwissenschaftliche und philosophische Grundlagen von „Mündigkeit“
  • Entwicklungs- und moralpsychologische Modelle (Erikson, Kohlberg, Habermas)
  • Theologische Rezeption des Mündigkeitsgedankens (Autonome Moral)

Auszug aus dem Buch

1.1. Etymologische Bedeutung

Das Fremdwort Religion wurde im 16. Jh. aus dem lateinischen Wort religio (religiöse Scheu, Gottesfurcht) entlehnt. In der christlichen Theologie wird Religion häufig als (Zurück)bindung (an Gott) aufgefasst (zu lat. re-ligare „zurückbinden“). Hieraus lässt sich das Adjektiv religiös und das Substantiv Religiosität ableiten, was dann soviel wie „Gläubigkeit, Frömmigkeit“ bedeutet.

Die „Religio“ ist eine kath. religiöse Vereinigung mit eigener Regel und öffentlichen Gelübden. Die Religiösen sind (im kath. Kirchenrecht) Mitglieder religiöser Genossenschaften.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsbestimmungen: Klärung der Begriffe „Religiosität“ und „Mündigkeit“ in ihren vertikalen, horizontalen und ethischen Dimensionen.

2. Das Spannungsverhältnis zwischen Religiosität und Mündigkeit – ein Resultat der fortgeschrittenen Neuzeit: Analyse der gesellschaftlichen Kennzeichen der Moderne und der damit verbundenen Offenbarungskritik.

3. In welchem Verhältnis stehen religiöse Sozialisation und mündige Identität?: Untersuchung der Identitätsentwicklung unter Rückgriff auf Habermas und Erarbeitung der Diskursethik.

4. Zum entwicklungs- und moralpsychologischen Stellenwert von Mündigkeit und Religiosität: Darstellung der Entwicklungsmodelle nach Erikson und Kohlberg sowie deren moralpsychologische Implikationen.

5. Theologische Reflexionen und Ansätze zur Rezeption des Mündigkeitsgedankens: Erörterung der „Autonomen Moral“ als Antwort der Theologie auf den neuzeitlichen Autonomieanspruch.

Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Reflexion zur Verträglichkeit von Religion und Mündigkeit sowie ein Plädoyer für eine kritische Kooperation zwischen Religion und Sozialwissenschaften.

Schlüsselwörter

Religiosität, Mündigkeit, Identitätsbildung, Autonomie, Moderne, Diskursethik, Moralentwicklung, Theonomie, Christliche Ethik, Sozialisation, Identität, Habermas, Erikson, Kohlberg, Autonome Moral

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die theoretische Verträglichkeit zwischen religiöser Sozialisation und dem zentralen pädagogischen Ideal der Mündigkeit in der modernen, säkularisierten Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Identitätsbildung des Menschen, die Spannung zwischen Tradition und Vernunftautonomie sowie die moraltheologische Auseinandersetzung mit dem Mündigkeitsbegriff.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob eine Reifung zu einer mündigen Identität im religiösen Kontext möglich ist und ob das Christentum dazu einen notwendigen oder nur verzichtbaren Beitrag leisten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?

Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der sozialwissenschaftliche Theorien, entwicklungspsychologische Modelle und moraltheologische Standardwerke miteinander in einen kritischen Dialog setzt.

Was ist Gegenstand des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die historischen Merkmale der Moderne, stellt Identitätstheorien von Habermas, Erikson und Kohlberg vor und diskutiert die „autonome Moral“ im christlichen Kontext nach Alfons Auer.

Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis essenziell?

Besonders relevant sind die Begriffe der „Autonomie“ (als Selbstgesetzlichkeit) und der „Diskursethik“ (als intersubjektive Basis für moralisches Handeln in der modernen Gesellschaft).

Wie bewertet der Autor die Rolle der Kirche bei der Identitätsbildung?

Der Autor kritisiert, dass hierarchische, autoritätsgebundene Kirchenstrukturen oft keine hinreichende reflexive Identitätsbildung ermöglichen, plädiert aber für eine Öffnung der Theologie zu einem kritischen Dialog.

Inwiefern beeinflussen Habermas, Erikson und Kohlberg die Argumentation?

Sie liefern das theoretische Raster: Habermas für den Identitätsbegriff und die Diskursethik, Erikson für die Stadien der menschlichen Persönlichkeitsentwicklung und Kohlberg für die Stufentheorie des moralischen Urteils.

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Details

Title
Über die Verträglichkeit und Unverträglichkeit von Religiosität und dem pädagogischen Leitziel Mündigkeit
College
Catholic University of Applied Sciences Freiburg
Grade
1.0
Author
Klaus Itta (Author)
Publication Year
2000
Pages
92
Catalog Number
V43604
ISBN (eBook)
9783638413626
ISBN (Book)
9783638707084
Language
German
Tags
Verträglichkeit Unverträglichkeit Religiosität Leitziel Mündigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Klaus Itta (Author), 2000, Über die Verträglichkeit und Unverträglichkeit von Religiosität und dem pädagogischen Leitziel Mündigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43604
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