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Auseinandersetzung mit der literarischen Gattung Märchen unter besondere Berücksichtigung der Wesenszüge nach Lüthi

Title: Auseinandersetzung mit der literarischen Gattung Märchen unter besondere Berücksichtigung der Wesenszüge nach Lüthi

Term Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Agnes Slabon (Author)

Didactics for the subject German - Genres
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Der Begriff „Märchen“ ist die Diminutivform zum mittelhochdeutschen Wort „maere“, das der Bedeutung der Wörter „Kunde, Bericht oder Erzählung“ entspricht. Er bezeichnete anfänglich einfach eine kurze Erzählung. Die Verkleinerungsform „Märchen“, zunächst als „merechyn“, wurde 1450 erstmals belegt, unterlag allerdings wie andere Diminutive früh einer Bedeutungsverschlechterung und wurde als Bezeichnung für unwahre und erdachte Geschichten gebraucht.
Eine Gegenbewegung gegen die Bedeutungsverschlechterung „setzte im 18. Jahrhundert ein, als unter französischem Einfluss Feenmärchen und Geschichten aus ’Tausendundeiner Nacht’ in Mode kamen“) Letztendlich konnten im 19. Jahrhundert einerseits die Märchensammlungen der Gebrüder Grimm und Bechsteins und andererseits die Dichtungen der Romantiker und Andersens dem Märchen die negative Assoziation nehmen, so dass heute die Lexeme Volksmärchen und Kunstmärchen wertungsfrei eine bestimmte Erzählgattung benennen. Allerdings erinnert der Märchenbegriff im Kontext einiger Redewendungen an die Bedeutungsveränderungen des Ausdrucks: „Erzähl mir doch keine Märchen“ an Zeiten der Bedeutungsverschlechterung und „So schön wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht “ an Zeiten der Bedeutungsverbesserung. Obwohl sich das mitteldeutsche Wort „Märchen“ in der Schriftsprache durchgesetzt hat, lassen sich im mündlichen Sprachgebrauch weitere Variationen der Bezeichnung finden. Da es in anderen Sprachen keine Begriffe gibt, die in dieser Form spezifisch diese Erzählgattung bezeichnen, sondern entweder zu allgemein gewählt, auch für andere Textgattungen vorgesehen sind oder gar nur einen Teil des Märchenrepertoirs berücksichtigen, wird der Ausdruck „Märchen“ aufgrund seiner spezifischen Anwendung auf eine besondere Art der Erzählung in anderen Ländern als Fremdwort genutzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Terminologie

2. Geschichte des Märchens

3. Typologie des Märchens

3.1 Die Wesenszüge nach Lüthi

3.1.1 Zum Handlungsablauf

3.1.2 Zum Personal und Requisiten

3.1.3 Zur Darstellungsart

3.1.3.1 Eindimensionalität

3.1.3.2 Flächenhaftigkeit

3.1.3.3 Abstrakter Stil

3.1.3.4 Isolation und Allverbundenheit

3.1.3.5 Sublimation und Welthaltigkeit

3.1.4 Kritik an den Wesenszügen Lüthis

4. Funktion des Märchens

5. Funktion des Märchens für den Grundschulunterricht

5.1 Hinweise für den Einsatz von Märchen im Grundschulunterricht

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Gattung des Märchens unter besonderer Berücksichtigung der von Max Lüthi definierten Wesenszüge, um daraus pädagogische Implikationen für den Einsatz im Grundschulunterricht abzuleiten.

  • Terminologische Einordnung und geschichtliche Entwicklung des Märchens
  • Analyse der narrativen Struktur und Stilelemente nach Max Lüthi
  • Erörterung der Funktion und Wirkungsweise von Volksmärchen
  • Pädagogische Relevanz und didaktische Einsatzmöglichkeiten in der Primarstufe
  • Entwicklungsgerechte Auswahl von Märchen für unterschiedliche Altersstufen

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Zum Personal und Requisiten

Die Gruppe der Handelnden in einem Märchen setzt sich typischerweise aus einem Helden oder einer Heldin und einer Reihe von Personen, die sich auf diese/n beziehen, zusammen. Hierbei entstammt der Held meist der diesseitig-menschlichen Welt, wohingegen die restlichen Charaktere, die häufig Helfer, Kontrastgestalten, oder Gegner des Helden sind, oftmals Figuren einer außermenschlichen Welt sind.

Bei der Gegenüberstellung der einzelnen Handlungsträger fällt häufig der starke Kontrast hinsichtlich bestimmter Kriterien auf. 20 „Die Figuren scheiden sich in gute und böse, schöne und hässliche […], in groß und klein, vornehm und niedrig usw.“21 Sie werden dabei nicht als individuelle Persönlichkeiten beschrieben, sondern als allgemeinen Figuren, was sich darin widerspiegelt, dass die Personen entweder unbenannt bleiben und nur als Königin oder Stiefmutter beschrieben werden, oder weit verbreitete Namen wie Hans oder Iwan erhalten.

Ähnlich wie die der Personen lässt sich auch die Auswahl der Gegenstände eines Märchens beschreiben22, denn auch sie stellen häufig „allgemeine Repräsentanten der Dingwelt […][wie]Tisch und Kleid und Schwert und Haus 23“ dar, und besitzen eine klar vorstellbare, eindeutige Gestalt.

Hauptrequisit des Märchens, welches sowohl dinghaft, als auch nichtdinghaft sein kann, ist eine Gabe, die den Helden dazu befähigt, seine Aufgabe zu bewältigen. Dies können z.B. drei Hunde, die einen Drachen besiegen, ein Tierhaar, das den Helden dazu befähigt sich in das entsprechende Tier zu verwandeln, aber auch ein Rat oder eine Dienstleistung sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Terminologie: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft und die historische Bedeutungswandlung des Märchenbegriffs vom einfachen Bericht bis zur heutigen Differenzierung zwischen Volks- und Kunstmärchen.

2. Geschichte des Märchens: Hier wird der Ursprung der Gattung im Altertum skizziert und die Entwicklung von mündlichen Überlieferungen über die Einflüsse der Romantik und der Brüder Grimm bis hin zu modernen Anti- und Umkehrmärchen nachgezeichnet.

3. Typologie des Märchens: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Systematik der Gattung und führt in die zentralen Strukturmerkmale ein.

3.1 Die Wesenszüge nach Lüthi: Hier wird das theoretische Instrumentarium Max Lüthis zur Gestaltanalyse des europäischen Volksmärchens eingeführt und als praktikables Modell zur Beschreibung der Bauform vorgestellt.

3.1.1 Zum Handlungsablauf: Das Kapitel analysiert die typische Struktur von Schwierigkeiten und Aufgaben sowie die häufige Zweigeteiltheit der märchenhaften Handlung.

3.1.2 Zum Personal und Requisiten: Hier werden die Rollenverteilung und der symbolische Charakter der Gegenstände als Mittel zur Darstellung der Universalität im Märchen beschrieben.

3.1.3 Zur Darstellungsart: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen formalen Eigenheiten wie das Fehlen von räumlicher und zeitlicher Tiefe sowie die Abstraktion im Erzählstil.

3.1.3.1 Eindimensionalität: Das Kapitel erläutert die fehlende Trennung zwischen realer und irrealer Welt im Märchen.

3.1.3.2 Flächenhaftigkeit: Hier wird das Fehlen einer psychologischen Innenwelt der Figuren und die Isolation der Charaktere thematisiert.

3.1.3.3 Abstrakter Stil: Das Kapitel beleuchtet den Einsatz von Kontrasten, starren Sprachformen und festen Zahlen zur Konturenschärfe.

3.1.3.4 Isolation und Allverbundenheit: Hier wird die paradoxe Eigenschaft der Figuren erklärt, trotz äußerer Isolation in einer allverbundenen Welt zu agieren.

3.1.3.5 Sublimation und Welthaltigkeit: Das Kapitel zeigt auf, wie das Märchen durch Sublimation menschliche Grunderfahrungen universal erfassbar macht.

3.1.4 Kritik an den Wesenszügen Lüthis: Hier werden Einwände gegen das formale und statische Modell Lüthis diskutiert, insbesondere im Hinblick auf den vernachlässigten historischen Kontext.

4. Funktion des Märchens: Dieses Kapitel erörtert die psychologische Wirkungsweise des Märchens als Instrument zur Konfliktbewältigung und zur Strukturierung kindlicher Erfahrungen.

5. Funktion des Märchens für den Grundschulunterricht: Hier wird die Relevanz des Märchens für den Leseerwerb und die persönliche Entwicklung von Grundschulkindern dargelegt.

5.1 Hinweise für den Einsatz von Märchen im Grundschulunterricht: Dieses Kapitel gibt konkrete methodische Empfehlungen für den Einsatz im Unterricht, gegliedert nach den Entwicklungsstufen von Kindern.

Schlüsselwörter

Märchen, Volksmärchen, Max Lüthi, Wesenszüge, Typologie, Grundschulunterricht, Erzählstruktur, Eindimensionalität, Flächenhaftigkeit, Sublimation, Isolation, Didaktik, Symbolik, Literaturpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Gattung des Märchens, analysiert dessen formale Struktur und untersucht, welchen pädagogischen Nutzen Märchen im schulischen Kontext haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die theoretische Definition und Geschichte des Märchens, die strukturelle Analyse nach Max Lüthi sowie den didaktischen Einsatz in der Primarstufe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die spezifischen Merkmale des Märchens fundiert zu bestimmen, um daraus begründete Empfehlungen für die pädagogische Arbeit im Grundschulunterricht abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine literaturwissenschaftliche Analyse und Gestaltanalyse, basierend auf der Märchenforschung von Max Lüthi und anderen Fachautoren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Märchen-Wesenszüge (z.B. Handlungsablauf, Darstellungsart, Isolation) und den praktischen Bezug zum Grundschulunterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Märchen, Wesenszüge nach Lüthi, Eindimensionalität, Flächenhaftigkeit, didaktischer Einsatz und kindliche Entwicklung.

Warum ist das Konzept der "Flächenhaftigkeit" für das Verständnis von Märchenfiguren wichtig?

Die Flächenhaftigkeit beschreibt, dass Märchenfiguren keine psychologische Tiefe besitzen; sie altern nicht, haben keine Innenwelt und handeln isoliert, was den Fokus auf die archetypische Handlung und Symbolik legt.

Wie unterstützt das Märchen die Leseentwicklung in der Grundschule?

Durch einfache Sprachwahl, wiederkehrende Strukturen und spannende Passagen motivieren Märchen junge Leser, fördern das Symbolverständnis und erleichtern das Überwinden von sogenannten Lese-Hürden.

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Details

Title
Auseinandersetzung mit der literarischen Gattung Märchen unter besondere Berücksichtigung der Wesenszüge nach Lüthi
College
University of Dortmund
Course
Das Märchen
Grade
1,3
Author
Agnes Slabon (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V43613
ISBN (eBook)
9783638413718
Language
German
Tags
Auseinandersetzung Gattung Märchen Berücksichtigung Wesenszüge Lüthi Märchen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Agnes Slabon (Author), 2004, Auseinandersetzung mit der literarischen Gattung Märchen unter besondere Berücksichtigung der Wesenszüge nach Lüthi, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43613
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