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Napoleon schafft deutsches Nationalbewusstsein

Title: Napoleon schafft deutsches Nationalbewusstsein

Term Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 2

Autor:in: Folko Damm (Author)

History of Germany - Modern History
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„Napoleon schafft deutsches Nationalbewusstsein“ - Das Titelthema dieser Arbeit fungiert gleichzeitig als Hypothese, die in den folgenden Kapiteln erörtert und belegt wird. Dem übergeordnet ist die Fragestellung, inwieweit die französische Besatzung Deutschlands unter Napoleon Bonaparte Einfluss auf die Ausbildung eines nationalen Bewusstseins ausgeübt hat.
Nach einer Begriffsdefinition folgt ein Überblick über die Stufen des Nationalbewusstseins in der deutschen Geschichte, um aufzuzeigen, wie sich die Ausgangslage vor Beginn der napoleonischen Herrschaft darstellte. Die darauf folgenden Betrachtungen nehmen ihren Ausgang bei der Gründung des Rheinbundes im Juli 1806 und beschränken sich auf die Zeit direkt danach. Ein thematischer Schwerpunkt liegt zwar auf dem Königreich Preußen, weil es im deutschen Staatengebilde eine Sonderrolle einnahm, dabei steht jedoch immer die Bedeutung für „Gesamtdeutschland“ im Vordergrund. Die Befreiungskriege (1813-1815) gegen Napoleon rücken nur in den Blickpunkt, sofern sie mit der Situation unmittelbar nach 1806 in Beziehung stehen und der Beantwortung der Frage dienen.
Die zwei ausgewählten Quellen stammen aus der von Hans-Bernd Spies herausgegebenen Sammlung „Die Erhebung gegen Napoleon 1806-1814/15“. Als wichtigste Sekundärliteratur zur Bearbeitung dieses Themas haben sich Otto W. Johnstons „Der deutsche Nationalmythos“, Hannsjoachim W. Kochs „Die Befreiungskriege 1807-1815“, Paul Joachimsens „Vom deutschen Volk zum deutschen Staat“ und Gebhard Schweiglers „Nationalbewusstsein in der BRD und der DDR“ erwiesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Nationalbewusstsein – Begriffsklärung und Abgrenzung

3.) Deutsches Nationalbewusstsein vor Napoleon

3.1) Der Humanismus

3.2) Die Ausgangslage im späten 18. Jahrhundert

4.) Die Entwicklung des deutschen Nationalbewusstseins nach 1806

4.1) Die Ablehnung des „Franzosentums“ stiftet deutsche Identität

4.2) Preußische Intellektuelle verbreiten nationales Bewusstsein

4.3) Nationalbewusstsein und Franzosenhass – exemplarisch

4.3.1) Johann Gottlieb Fichte

4.3.2) Ernst Moritz Arndt

5.) Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die französische Besatzung Deutschlands unter Napoleon Bonaparte die Ausbildung eines deutschen Nationalbewusstseins maßgeblich beeinflusst und befördert hat.

  • Rolle der napoleonischen Besatzungszeit bei der Genese nationaler Identität
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Wirkung intellektueller Publizistik
  • Bedeutung von Abgrenzungs- und Feindbildern (Franzosenhass)
  • Preußens Vorreiterrolle im Kontext der Nationalstaatsidee
  • Analyse der Schriften von Johann Gottlieb Fichte und Ernst Moritz Arndt

Auszug aus dem Buch

4.3.1) Johann Gottlieb Fichte:

Der Friede von Tilsit (Juli 1807) brachte unter anderem preußische Gebietsverluste westlich der Elbe sowie die Besatzung durch französische Truppen mit sich. Auch unter dem Eindruck dieser politischen „Schmach“ standen die Reden an die Deutsche Nation des Johann Gottlieb Fichtes, die der Philosoph in der Zeit von Dezember 1807 bis März 1808 jeden Sonntag in Berlin hielt.

In der 14. und letzten seiner Reden am 20. März richtete Fichte einen Appell an die Deutschen, sich der Gemeinsamkeiten ihres Volkes zu besinnen. „Jeder Verzug macht uns nur noch träger, und wiegt uns nur noch tiefer ein in die freundliche Gewöhnung an unsern elenden Zustand. Auch können die äußeren Antriebe zur Besinnung niemals stärker und dringender werden. Wen diese Gegenwart nicht aufregt, der hat sicher alles Gefühl verloren.“ Diese Sätze Fichtes verdeutlichen, wie ernst und dringlich es ihm damit war, die Deutschen aus einer Art „Lethargie“ zu wecken und sich nicht in der politischen Situation der napoleonischen Vorherrschaft einzurichten.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung stellt die Hypothese auf, dass Napoleon Bonaparte das deutsche Nationalbewusstsein maßgeblich mitgeprägt hat, und erläutert den methodischen Rahmen der Arbeit.

2.) Nationalbewusstsein – Begriffsklärung und Abgrenzung: Das Kapitel definiert den Begriff des Nationalbewusstseins im Sinne von Gebhard Schweigler und unterscheidet diesen von Nationalismus und nationalem Selbstbewusstsein.

3.) Deutsches Nationalbewusstsein vor Napoleon: Hier wird untersucht, welche Ansätze eines nationalen Bewusstseins bereits vor der napoleonischen Ära existierten und welche Faktoren, wie territoriale Zersplitterung, dem entgegenstanden.

3.1) Der Humanismus: Dieser Abschnitt analysiert, wie die Humanisten des 15. Jahrhunderts erstmals versuchten, germanische Merkmale als identitätsstiftende Elemente über die Grenzen der Kleinstaaten hinweg zu definieren.

3.2) Die Ausgangslage im späten 18. Jahrhundert: Das Kapitel beschreibt, dass nationale Einigungstendenzen vor Napoleon weitgehend auf eine kleine literarische Elite begrenzt blieben und das Reich als territorialstaatliches Gebilde vorherrschte.

4.) Die Entwicklung des deutschen Nationalbewusstseins nach 1806: Diese Untersuchung zeigt auf, wie der Zusammenbruch des Reiches 1806 und die französische Besatzung einen Lernprozess zur Notwendigkeit nationaler Einigkeit anstießen.

4.1) Die Ablehnung des „Franzosentums“ stiftet deutsche Identität: Es wird erörtert, wie die explizite Abgrenzung von der französischen Besatzungsmacht und die Schaffung eines Feindbildes (Napoleon) zur Festigung deutscher Identität beitrugen.

4.2) Preußische Intellektuelle verbreiten nationales Bewusstsein: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle preußischer Denker, die durch ihre Schriften versuchten, die Bevölkerung für die Idee eines deutschen Nationalstaates zu gewinnen.

4.3) Nationalbewusstsein und Franzosenhass – exemplarisch: Hier werden die konkreten Ansätze der Agitation durch die Vordenker der Zeit anhand von Fallbeispielen illustriert.

4.3.1) Johann Gottlieb Fichte: Dieser Abschnitt analysiert die „Reden an die deutsche Nation“ und deren Appellcharakter zur geistigen Befreiung der Deutschen.

4.3.2) Ernst Moritz Arndt: Das Kapitel betrachtet die radikale, emotionale Rhetorik von Arndt und seinen Aufruf zum gewaltsamen Widerstand gegen die Fremdherrschaft.

5.) Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die napoleonische Herrschaft als Katalysator für ein neues Ausmaß an deutschem Nationalbewusstsein wirkte, auch wenn die tatsächliche Breitenwirkung der intellektuellen Literatur umstritten bleibt.

Schlüsselwörter

Napoleon, deutsches Nationalbewusstsein, Befreiungskriege, Franzosenhass, Preußen, Johann Gottlieb Fichte, Ernst Moritz Arndt, nationale Identität, Rheinbund, Besatzung, Partikularismus, intellektuelle Elite, Humanismus, Nationalstaat, Geist der Zeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Einfluss der französischen Besatzung unter Napoleon auf die Entstehung und Entwicklung eines deutschen Nationalbewusstseins im frühen 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Begriffe von Nationalbewusstsein und Identität, die Rolle der preußischen Intellektuellenszene sowie die Instrumentalisierung von Franzosenhass als politisches Mittel.

Was ist die Forschungsfrage?

Die zentrale Fragestellung lautet, inwieweit die französische Besatzung unter Napoleon Bonaparte maßgeblich die Ausbildung eines nationalen Bewusstseins in Deutschland initiiert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und quellenbasierte Analyse, die sich auf zeitgenössische Schriften (Fichte, Arndt) und einschlägige geschichtswissenschaftliche Sekundärliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Voraussetzungen vor 1806, die Rolle der intellektuellen Elite in Preußen und die radikale Agitation gegen Napoleon in verschiedenen publizistischen Werken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nationalbewusstsein, Napoleon, Befreiungskriege, Identitätsbildung, Preußen und die Rolle der publizistischen Vordenker.

Warum spielt das Königreich Preußen in der Arbeit eine Sonderrolle?

Preußen wird hervorgehoben, da es die treibende Kraft bei der Konzeption eines deutschen Nationalstaates war und die dortige intellektuelle Reformfraktion die stärkste literarische Opposition gegen Napoleon bildete.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Literatur bei der „Nationalerziehung“?

Die Arbeit stellt fest, dass die Wirkung der Literatur zwar durch das Analphabetentum und Zensur eingeschränkt war, die Schriften dennoch einen bedeutsamen Indikator für ein neu entstehendes nationales Bewusstsein lieferten.

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Details

Title
Napoleon schafft deutsches Nationalbewusstsein
College
Technical University of Braunschweig  (Historisches Seminar)
Course
Übung
Grade
2
Author
Folko Damm (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V43618
ISBN (eBook)
9783638413756
Language
German
Tags
Napoleon Nationalbewusstsein
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Folko Damm (Author), 2005, Napoleon schafft deutsches Nationalbewusstsein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43618
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