Heterogenität, Inklusion und Rechenschwäche im Mathematikunterricht


Hausarbeit, 2018
23 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung.. 1

2. Heterogenität und deren Dimensionen.. 1

3. Inklusion im Unterricht.. 3

4. Differenzierung.. 4

4.1 Arten der Differenzierung.. 5

4.2 Entscheidungsfelder für die Gestaltung von Differenzierung..7

4.3 Differenzierung der Differenzierungsansätze nach Kernprozessen.. 8

4.4 differenzierende Aufgabenformate.. 10

5. Rechenschwäche im Mathematikunterricht.. 13

5.1 Rechenschwäche?! - Was ist das?.. 14

5.2 Symptome im Kindesalter.. 14

5.3 Diagnostik am Beispiel der Entwicklung früher mathematischer Kompetenzen.. 15

5.4 Therapiemöglichkeiten und Aussichten.. 17

6. Zusammenfassung.. 18

LLiteraturverzeichnis..19

1. Einleitung

„Dem Schulwesen liegt immer ein sehr allgemeines Bedürfnis nach Unterricht für viele zum Grunde. Dabei wird die Wirksamkeit der Lehrmittel vorausgesetzt, aber nicht pädagogisch mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der Individuen erwogen“ (Sallwürk 1896:451). Dieses, schon ziemlich alte Zitat, umfasst die Themengebiete Heterogenität und Inklusion, mit welchen sich diese Ausarbeitung auseinandersetzt. Wenn man dieses Zitat auf den Mathematikunterricht beziehen würde, dann käme man um die Begrifflichkeit der Rechenschwäche keinesfalls drum herum. Im Alltag sieht es nämlich so aus, dass Lehrer und Lehrerinnen (abgekürzt LuL) in vielen verschiedenen Klassen unterrichten. Diese zueinander heterogenen Klassenverbände sind außerdem in sich überhaupt nicht einheitlich, sondern von vielen verschiedene Charakteren gekennzeichnet, was auch durch den Begriff der Inklusion bedingt ist. Dies macht den Lehrerberuf zu einer schwierigen und hoch komplexen Tätigkeit, welche grundlegendes Wissen über die Dimensionen der Heterogenität, Differenzierungsmöglichkeiten und, speziell für den Mathematikunterricht, über die Rechenschwäche bei Schüler und Schülerinnen (abgekürzt SuS) notwendig werden lässt. Im Folgenden soll zunächst auf den Begriff der Heterogenität, sowie der Inklusion, eingegangen und anschließend Möglichkeiten der Differenzierung dargestellt werden, um mit der Verschiedenartigkeit umgehen zu können. Anschließend werden differenzierende Aufgabenformate dargestellt, welche sich auf den Mathematikunterricht beziehen. Zum Schluss soll es in dieser Ausarbeitung um den Begriff der Rechenschwäche gehen, hierbei werden Symptome, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten dargelegt.

2. Heterogenität und deren Dimensionen

Wie in der kurzen Einleitung schon angesprochen bezeichnet Heterogenität „die Verschiedenartigkeit in einer Gruppe hinsichtlich eines oder mehrerer Merkmale“ (Duden 2018: o.S.). Die Vielzahl der Merkmale, welche die Verschiedenartigkeit veranlasst, ist abhängig von den Individuen, die sich einer bestimmt definierten Gruppe befinden. Typische Heterogenitätsdimensionen sind z.B.: Das Alter, verschiedene Lernstile, unterschiedliche ökonomische Lebenslagen, weitverbreitete ethnisch-kulturelle Herkünfte und Religionen, die sexuelle Orientierung, Bildungserfahrungen, die familiäre Situation, sowie die körperliche, soziale, emotionale und kognitive Entwicklung. Auch Erfahrungen in Peergroups, also im Freundeskreis, spielen eine wichtige Rolle, da jeder Schüler sich von seinen Freunden ein großes Stück weit beeinflussen lässt (Prengel 2011:o.S.).

Allerdings gelten von diesen Heterogenitätsdimensionen nur einige als äußerst lernrelevante Dimensionen.

Die erste betrifft das Geschlecht der SuS. So sind häufig Jungen im Mathematikunterricht besser, als Mädchen auf Grund eines besser vorhandenen Raumverständnisses. Allerdings sind Mädchen den Jungen in der Lesekompetenz weit voraus, da diese sich im Schulalltag, viel mehr mit Literatur beschäftigen (OECD 2015:1ff). Eine ebenso große Rolle spielen das soziale, kulturelle und ethnische Umfeld. Viele sozial schwache Familien besitzen nicht genügend finanzielle Ressourcen, um Ihren Kinder beispielsweise Markenprodukte kaufen zu können. Dies kann zur Ausgrenzung und zu Mobbing der SuS führen und demzufolge ihre schulischen Leistungen beeinträchtigen. Kulturelle und ethnische Unterschiede treten vor Allem im Zuge der Flüchtlingsbewegungen der letzten 3 Jahre auf. Viele Flüchtlinge, meist aus dem Nahen Osten oder Teilen Afrikas stammend, haben einen anderen Glauben, als die Vielzahl der Deutschen. Dies führt zu Disparitäten innerhalb einer Klasse, wodurch es ausländische Jugendliche oftmals sehr schwer haben sich in den Schulalltag zu integrieren. Zudem stellt natürlich auch die vorhandene Sprachbarriere, anfangs, ein nicht unerhebliches Problem dar (Deutsches Rotes Kreuz 2018:o.S.). Diese Sprachbarriere zählt unter anderem zu den Lernvoraussetzungen, welche essenziell für die Heterogenität einer Klasse sind. Darunter zählen zusammengefasst kognitive, soziale, emotionale und psychische Voraussetzungen der Schüler- und Schülerinnen. Die Aufgabe der Lehrkraft besteht hierbei darin, die SuS dort „abzuholen“ wo sie stehen, also an ihre Lernvoraussetzungen anzuknüpfen. Dies lässt sich am besten mit Alltagsbezügen verwirklichen. Ebenso müssen Behinderungen und Menschen mit besonderem pädagogischen Förderbedarf berücksichtigt werden. Diese benötigen andere Betreuungsintensitäten, als andere SuS und tragen somit zur Heterogenität einer Gruppe maßgeblich bei. Aber ebenso, die von jedem Schüler individuell abhängige Lernmotivation kann Homogenität fördern (Prengel 2011: o.S) (Emmerich 2013: 24ff).

DDiese ganzen lernrelevanten Heterogenitätsdimensionen haben Einfluss auf den Unterricht und demzufolge ebenso auf das Lernen der Schüler- und Schülerinnen. Traditionell wird Heterogenität in unserer Gesellschaft dahingehend gesteuert, dass es verschieden Schulformen gibt, und für SuS mit sonderpädagogischen Förderbedarf ausgegliederte Förderschulen. Heutzutage wird dieses Konzept nicht mehr unterstützt. Stattdessen werden Förderschulen abgebaut und es wird mehr Wert auf eine kontrollierte Inklusion lernschwächerer SuS gelegt, da dies nachgewiesen keine negativen Einflüsse auf leistungsstarke Schüler- und Schülerinnen mit sich bringt (Frey 2018: o.S.).

3. Inklusion im Unterricht

Nach Sander werden viel Entwicklungsphasen schulischer Integration und Inklusion unterschieden. Zunächst erfolgt die Exklusion, was die Ausgrenzung von SuS mit Behinderung und sonderpädagogischen Förderbedarf bedeutet. Daraufhin kommt es zur zuvor beschriebenen, traditionellen Aussonderung dieser Schüler- und Schülerinnen in Sonder- oder Förderschulen. Daraufhin kommt es zu Integration, welche darauf abzielt, die zuvor ausgegrenzten SuS unter der Betonung der Unterschiede wieder einzugliedern. Die letzte Stufe ist dann die sogenannte Inklusion, um die es in diesem Kapitel primär gehen soll. Inklusion bedeutet, dass die inklusive Pädagogik darauf abzielt, auf die Einteilung und Etikettierung der Schüler zu verzichten und somit den individuellen Bedürfnissen der SuS Rechnung tragen will (Sander 2003: 4ff). Für den Unterricht bedeutet das, dass Behinderte, Lernschwache und sonstige Schüler mit unterschiedlichen sozialen, kulturellen und ethnischen Herkünften in einer Klasse zusammen lernen und jeweils speziell gefördert werden müssen, ohne dabei getrennt zu werden. Das Ziel von Inklusion spiegelt sich somit darin wieder, dass allen Kindern und auch allgemein allen Menschen die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht wird. Dazu gehört es zwischenmenschliche Barrieren zu erkennen und schließlich zu beseitigen (Abram 2003:3ff). Somit kommt es dazu, dass sogenannte inklusive Klassenverbände entstehen. Diese spiegeln sich als heterogene Gruppen, mit den verschiedensten Mehr- und Minderheiten wieder. Wichtig ist hierbei, dass es Förderpläne für die ganze Klasse geben muss und nicht nur für einzelne Individuen, bei denen trotzdem auf Probleme der einzelnen Schüler- und Schülerinnen eingegangen werden kann. Zusammengefasst bedeutet Inklusion, dass man sich als Mensch vollwertig fühlt, unabhängig von den Leistungen, die für die Gesellschaft sinnvoll erscheinen mögen, dass alle Menschen, egal welcher Herkunft gleichberechtigt werden, dass derjenige inkludiert werden soll, der Kooperation und Kommunikation angewiesen ist, um sich sinnvoll in der Gesellschaft zu entwickeln und das „jeder Mensch als Subjekt seines Lebens und Lernens kompetent handelt“ (Bintinger et. Al. 2002:19f). Somit respektiert Inklusion Freiheit, Autonomie und Selbstbestimmung, bei der jeder Mensch das Recht auf Teilhabe und Nicht- Aussonderung hat.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Heterogenität, Inklusion und Rechenschwäche im Mathematikunterricht
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Mathematik Didaktik)
Veranstaltung
Didaktik der Mathematik A
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V436246
ISBN (eBook)
9783668765887
ISBN (Buch)
9783668765894
Dateigröße
817 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dyskalkulie, Rechenschwäche, Heterogenität, Inklusion, Mathematikunterricht, Aufgaben im Mathematikunterricht, Differenzierung, Schule, differenzierende Aufgabenformate
Arbeit zitieren
Felix Busch (Autor), 2018, Heterogenität, Inklusion und Rechenschwäche im Mathematikunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436246

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Heterogenität, Inklusion und Rechenschwäche im Mathematikunterricht


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden