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Das Motiv des Lustmordes bei Krafft-Ebing und Heinrich Mann

Titel: Das Motiv des Lustmordes bei Krafft-Ebing und Heinrich Mann

Referat (Ausarbeitung) , 2016 , 7 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jacqueline Reinisch (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Motiv des Lustmordes in Heinrich Manns 1905 erschienener Erzählung „Pippo Spano“ mitsamt einem Fokus auf der These einer darin enthaltenen weiblichen Lustmörderin. Hierzu wurden vordergründig Krafft-Ebings sexualpathologische Schrift „Psychopathia sexualis“ wie auch Auszüge weiterer kriminologischer Studien herangezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.

II.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv des Lustmordes in Heinrich Manns Erzählung „Pippo Spano“ mit einem besonderen Fokus auf der literarischen Konstruktion einer weiblichen Lustmörderin, wobei diese Analyse in den Kontext der sexualpathologischen Diskurse des ausgehenden 19. Jahrhunderts, insbesondere der Arbeiten von Richard von Krafft-Ebing, eingebettet wird.

  • Historische Entwicklung des Lustmörders als kriminologisches Modell.
  • Die Bedeutung von Krafft-Ebings „Psychopathia sexualis“ für die Sexualpathologie.
  • Die Wirkung der „Jack-the-Ripper“-Morde auf das zeitgenössische Verständnis des Lustmordes.
  • Analyse der Geschlechterrollen und Machtverhältnisse in „Pippo Spano“.
  • Untersuchung der These eines weiblichen Lustmordes durch eine Umkehrung der Täter-Opfer-Dynamik.

Auszug aus dem Buch

Die Rolle von Gemma in der Künstlernovelle Pippo Spano

Besonders zeigt sich Gemmas Stärke und Willenskraft im letzten Abschnitt der Erzählung. Insgesamt fordert sie Mario sechs Mal dazu auf den gemeinsamen Tod zu vollziehen. Mario hingegen versucht weitere Lösungswege zu finden, um Gemmas Ruf wiederherstellen zu können. Mehrfach lässt sich ihre Zielstrebigkeit zum gemeinsamen Tod in der Handlung wiedererkennen. „Sie machte sich schließlich los, […] stützte sich darauf und lächelte ihm zu: »Ich bin bereit.«“

Ebenfalls zeigt sich die für sie ermessene Wichtigkeit darin, dass sie erst nach Marios Zustimmung zum gemeinsamen Suizid tiefe Gefühle für ihn aussprechen kann, indem sie sagt: „Mir scheint ja, jetzt lieb ich dich erst!“

Während Mario also zunächst immer wieder Zweifel anbringt, vertritt Gemma erneut den weiblich eher untypischen aktiven und treibenden Part, der gewissermaßen die Regeln festsetzt. Die endgültige Aufhebung der typischen Geschlechterrolle und die Erhebung Gemmas auf eine höhere Position der Macht vollzieht Mario mit den Worten: „«Ich kann doch nicht! Du bist stärker, Gemma–»“

Zusammenfassung der Kapitel

1.: Dieses Kapitel führt in die historische Entstehung des Lustmordes als kriminologisches Erfolgsmodell ein, wobei Krafft-Ebings Einfluss und die mediale Wirkung der „Jack-the-Ripper“-Morde beleuchtet werden.

II.: Der zweite Teil widmet sich der kriminologischen Definition des Lustmordes nach Erich Wulffen und analysiert anschließend Heinrich Manns „Pippo Spano“ hinsichtlich der spezifischen Rollenverteilung und der These eines weiblichen Lustmordes.

Schlüsselwörter

Lustmord, Heinrich Mann, Pippo Spano, Richard von Krafft-Ebing, Psychopathia sexualis, Gender Studies, Geschlechterrollen, Sexualpathologie, Jack the Ripper, Täter-Opfer-Schema, Kriminologie, Literaturanalyse, Feminine Lustmörderin, Machtverhältnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Darstellung des Lustmordes in Heinrich Manns Erzählung „Pippo Spano“ im Kontext zeitgenössischer medizinischer und kriminologischer Diskurse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung fokussiert sich auf die Schnittstellen von Literaturwissenschaft, Gender Studies und historischer Sexualpathologie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu belegen, dass in „Pippo Spano“ eine weibliche Lustmörderin konstruiert wird, die durch die Umkehrung tradierter Geschlechterrollen und die Instrumentalisierung des männlichen Protagonisten agiert.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die durch kriminologische Theorien (insbesondere von Krafft-Ebing und Wulffen) ergänzt und kontextualisiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Verortung des Lustmordes und die detaillierte Untersuchung der Machtdynamik zwischen den Charakteren Mario Malvoto und Gemma.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Lustmord, Geschlechterordnung, Sexualpathologie, Künstlernovelle und Täter-Opfer-Schema.

Inwiefern beeinflusst das Werk von Krafft-Ebing die Argumentation?

Krafft-Ebings „Psychopathia sexualis“ dient als theoretische Grundlage, um die damalige Definition von Perversität und Lustmord zu skizzieren, gegen die der Text von Heinrich Mann teilweise arbeitet.

Was unterscheidet das Handeln von Gemma von klassischen Frauenrollen der Epoche?

Gemma nimmt einen aktiven, treibenden Part ein, setzt die Regeln der Handlung fest und forciert den gemeinsamen Suizid, was ihrer Beschreibung als untypisch weibliche Figur entspricht.

Wie wird die Rolle von Mario Malvoto interpretiert?

Mario wird als schwacher, asketischer Künstler dargestellt, der innerhalb des Täter-Opfer-Schemas letztlich eher als ausführendes Instrument für Gemmas Begehren fungiert.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zum Thema „weiblicher Lustmord“?

Durch die Eliminierung des klassischen Täter-Opfer-Schemas wird argumentiert, dass die Figur Gemma als weibliche Lustmörderin gelesen werden kann, da sie das Begehren kontrolliert und Mario zu der Tat anstiftet.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Motiv des Lustmordes bei Krafft-Ebing und Heinrich Mann
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,0
Autor
Jacqueline Reinisch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
7
Katalognummer
V436275
ISBN (eBook)
9783668770959
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pippo Spano Heinrich Mann Krafft-Ebing Psychopatica sexualis Lustmord Lustmordmotiv Literaturanalyse Jack the Ripper Literaturwissenschaft Analyse Deutsche Literatur Literaturmotiv Literarisches Motiv 20. Jahrhundert Psychopathologie Mord
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jacqueline Reinisch (Autor:in), 2016, Das Motiv des Lustmordes bei Krafft-Ebing und Heinrich Mann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436275
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Leseprobe aus  7  Seiten
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