Die Beziehungen der Ottonen zu den letzten Karolingern. Vom Bonner Vertrag bis zum Tod König Lothars (921-986)


Bachelorarbeit, 2014

53 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung
1. Forschungsstand
2. Quellen
3. Methodik

II. Der Bonner Vertrag (921)

III. Der Vertrag von Visé (942)

IV. Die Synode von Ingelheim (948)

V. Der Kölner Hoftag (965)

VI. Der Frieden von Margut (980)

VII. Fazit

VIII. Literaturverzeichnis

1. Quellen

2. Forschungsliteratur

I. Einleitung

1. Forschungsstand

Unde usque hodie certamen est de regno Karolorum stirpi et posteris Odonis, concertatio quoque regibus Karolorum et orientalium Francorum super regno Lotharii. – „Deshalb ist bis auf den heutigen Tag Streit über das Reich zwischen dem Geschlecht der Karolinger und den Nachkommen Ottos, sowie auch Streit ist zwischen den Königen der Karolinger und den Ostfranken über das Reich Lothars.“[1]

Mit diesen Worten erklärt der sächsische Mönch Widukind von Corvey im zehnten Jahrhundert die Konflikte zwischen den letzten Karolingern in Westfranken und dem neuen ottonischen Herrscherhaus in Ostfranken. Tatsächlich sollte von 911 bis 986 eine ganze Reihe von Auseinandersetzungen zwischen Ost und West um das einstige Reich Lothars II. geführt werden. Aber dabei handelt es sich nur um eine Facette der Beziehungen zwischen den beiden Geschlechtern der Ottonen und Karolinger. Es gab auch lange Phasen der friedlichen Koexistenz und Kooperation, schließlich sogar verwandtschaftliche Bindungen. Diese Beziehungen genauer auf ihren Niederschlag in den historiografischen Quellen der Zeit zu untersuchen, ist daher eine lohnende Aufgabe und soll in dieser B.A.-Arbeit unternommen werden.

Die Forschungsliteratur zu diesem Thema ist inzwischen überaus umfangreich. Karl Ferdinand Werner z.B. hat u.a. den Transformationsprozess vom „Frankenreich zur Entfaltung Deutschlands und Frankreichs“ eingehend beschrieben und auch viele Arbeiten auf Französisch veröffentlicht. Der Prozess der Nationenbildung im Mittelalter an sich wird bereits im Rahmen von teilweise international ausgerichteten Forschungsprojekten bearbeitet.

Bernd Schneidmüller, Hagen Keller und Joachim Ehlers sind u.a. zu nennen. Schneidmüllers Forschungen zu den Verhaltensformen und Handlungsmustern in den fränkischen Nachfolgereichen sowie zur Terminologie in den west- und ostfränkischen Quellen tragen viel zur betreffenden Thematik bei, und die Kontroversen zwischen Joachim Ehlers und Carlrichard Brühl um den Beginn der deutschen Geschichte sind auch Gegenstand dieser B.A.-Arbeit.

In diesem Punkt scheint beinahe jeder Historiker eine andere Antwort geben zu wollen. Während die ältere Forschung die deutsche Geschichte vielfach schon mit dem Vertrag von Verdun, also 843, beginnen lassen wollten, hat Brühl den Zeitraum von 1000 bis 1025 als entscheidende Phase bezeichnet, in der sich Frankreich und das spätere regnum Teutonicum bzw. Deutschland endgültig herausgebildet haben.[2] Zwanzig Jahre später wollte er schließlich vor der Herrschaft Kaiser Konrads II. nicht von einer deutschen Geschichte sprechen.[3] Joachim Ehlers wirft Brühl in diesem Zusammenhang vor, in seiner umfangreichen Monografie „Deutschland – Frankreich. Die Geburt zweier Völker“ den geistesgeschichtlichen Aspekt ignoriert zu haben, ohne den aber der Frage nach dem Selbstverständnis der gentes im werdenden regnum Teutonicum nicht hinreichend nachgegangen werden könne.[4] Er selbst will im Gegensatz zu Brühl keine synchrone Entwicklung Deutschlands und Frankreichs erkennen. Die französische Geschichte lässt er zwischen 888 und 922 einsetzen.[5]

Walter Schlesinger sieht Deutschland in einem längeren Prozess entstehen, der 887 mit der Wahl Arnulfs von Kärnten begann und in der Wahl Ottos I. als alleinigem Nachfolger Heinrichs I. 936 kulminierte.[6] Eckhard Müller-Mertens betrachtet die Zeit der Ottonen als eine Epoche des Übergangs, die nicht mehr zur gesamtfränkischen und noch nicht zur deutschen Geschichte gerechnet werden könne.[7] Eduard Hlawitschka hingegen will das von der älteren Forschung schon gern herangezogene Jahr 919 als Zäsur retten und in der Zeit von 900-920 eine entscheidende Phase der Transformation „der fränkischen zur deutschen Geschichte“ erkennen.[8] Walter Kienast betrachtet die Abkehr von den Karolingern 911 als eine Abkehr von der gesamtfränkischen und damit als den Beginn der deutschen Geschichte.[9] Bernd Schneidmüller wiederum sieht die gesamtfränkischen Traditionen im Ottonischen Reich erst ab 950 in den Hintergrund treten.[10] Der Beginn der französischen und mehr noch der deutschen Geschichte ist also sehr umstritten. Allerdings wird diese Arbeit hierzu keine eigene Antwort liefern. Der kurze Abriss der bisherigen Debatte sollte nur helfen, den Rahmen für die folgende Untersuchung abzustecken.

Von besonderer Bedeutung für die Erforschung der Herrschertreffen der westfränkisch-französischen und ostfränkisch-deutschen Monarchen ist die Monographie „Herrschertreffen im frühen und hohen Mittelalter“ von Ingrid Voss. Sie hat die Begegnungen der Könige nach formalen Kriterien und Gemeinsamkeiten ausgewertet. Außerdem stehen für dieses Thema die allgemein ausgerichtete Dissertation „Herrscherbegegnungen im Mittelalter“ von Werner Kolb und die auf das Spätmittelalter beschränkte Schrift „Herrschertreffen des Spätmittelalters“ von Gerald Schwedler zu Verfügung.

Auf französischer Seite sei Ferdinand Lot mit seinen umfangreichen Arbeiten zur französischen Geschichte erwähnt. Zwar sind diese inzwischen schon sehr alt, aber seine Darstellungen haben bis heute großen Einfluss auf die Entwicklung der französischen Geschichtsforschung genommen, so dass sie für diese Untersuchung berücksichtigt wurden. Michel Sot hat viel zur Erforschung der französischen Historiografie des Mittelalters beigetragen. Insbesondere seine Arbeiten zu Flodoard und Richer von Reims berühren das Thema dieser Arbeit. Auch Robert-Henri Bautier hat sich intensiv mit der französischen Historiografie im zehnten und elften Jahrhundert beschäftigt. Michel Parisse befasst sich als französischer Historiker mit der Geschichte Deutschlands, bzw. des Reiches im Mittelalter. Diese französische Perspektive bereichert die Studien zum Reich ebenso wie die Untersuchungen Karl Ferdinand Werners die Forschung zur französischen Geschichte befruchtet haben.

2. Quellen

Als Quellen werden vor allem die Historiografischen Schriften aus dem zehnten und frühen elften Jahrhundert dienen. Im Folgenden sollen die wichtigsten kurz vorgestellt werden und in ihren zeitgenössischen Kontext eingebettet werden. Zuerst sollen die westfränkischen Autoren in der Reihenfolge der Entstehung ihrer Werke vorgestellt werden, danach sollen in gleicher Weise die ostfränkischen Geschichtsschreiber beschrieben werden.

Der wichtigste westfränkische Historiograf des zehnten Jahrhunderts ist ohne Zweifel der Reimser Domkleriker Flodoard. Seine Annalen, deren Quellenwert von der Forschung als sehr hoch eingeschätzt wird, reichen bis zum Jahr 966.[11] Obwohl er sich wahrscheinlich den Großteil seines Lebens in Reims aufgehalten hat, weiß er in seinen Schriften auch oft von Begebenheiten in anderen Reichen zu berichten. Trotzdem lag der Fokus seiner Berichterstattung in der Regel auf den Geschehnissen im Westfränkischen Reich, bzw. in der Francia. Mit diesem Begriff meinte Flodoard das unmittelbar von den Karolingern beherrschte Gebiet, das er von anderen Regionen, etwa Aquitanien oder Neustrien, unterschied.[12] Dem Reimser Kleriker war also bewusst, dass sich der direkte Einflussbereich der Karolinger im zehnten Jahrhundert vorwiegend auf den Raum zwischen Loire und Maas beschränkte. Tatsächlich scheint er in seinen Schilderungen stets um Objektivität bemüht zu sein, womit er sich von späteren Historiografen des Jahrhunderts abhob.

Die Aussagen der Historiae von Richer hingegen, die in den Jahren zwischen 995 und 998 entstanden, werden dagegen häufiger in Zweifel gezogen. Carlrichard Brühl nennt ihn sogar einen „phantasievolle[n] Schwätzer“.[13] Trotzdem ist zu erkennen, dass Richer bei vielen seiner Beschreibungen die Annalen von Flodoard als Vorlage benutzt hat. Da Richer ebenfalls in Reims als Kleriker lebte, hatte er Zugriff auf dessen Werke, auch wenn Flodoard wahrscheinlich gestorben ist, bevor Richer in St. Remi eintrat.[14] Während Flodoard den Wirkungsbereich der späten Karolinger sehr realistisch beurteilte, entwickelte Richer die Vorstellung von einem gallischen Großreich, über das diese uneingeschränkt geboten. Dabei betrachtete er auch Lothringen (Belgica) als Teil der Gallia, womit er der kirchlichen Gliederung des Abendlandes folgte. Gleichzeitig bezog er Lothringen auch deshalb so häufig in seine Darstellungen ein, weil der Kampf um das regnum Lotharii die Beziehungen zwischen den Karolingern und Ottonen im zehnten Jahrhundert prägte.[15] Trotz der offensichtlichen Umdeutungen, die Richer an der früheren Geschichte Westfrankens vorgenommen hat, werden seine Angaben zuverlässiger je näher er in der Darstellung seiner eigenen Gegenwart kommt.[16] Die oft vernichtende Kritik, die seine Historiae oft erfahren haben, dürfte daher in vielen Punkten zu hart ausgefallen sein.

Die Historia Francorum Senonensis entstand etwa zur selben Zeit wie Richers Historiae und wurde später noch bis zum Jahr 1015 fortgeführt.[17] Laut Karl Ferdinand Werner wurde sie von einem „fanatische[n] Anhänger der Karolinger“ verfasst, der die Ereignisse von 978 als Zeitgenosse miterlebt haben dürfte.[18] Tatsächlich ist eine klare Parteinahme zugunsten des Geschlechts Karls des Großen festzustellen, verbunden mit einer Ablehnung der Thronbesteigung Hugo Capets. Gerade in der Darstellung der Ereignisse von 978/980 leistet sich der Autor deutlich mehr Verfälschungen als Richer.

Dudo von St. Quentin kann als eine Art Hofhistoriograf der normannischen Herzöge gelten. Er dürfte etwa 960 geboren worden sein, was bedeutet, dass er einen großen Teil seiner berichteten Ereignisse nicht selbst miterlebt haben kann.[19] Seine Historia Normannorum legt den Fokus eindeutig auf die Begebenheiten der normannischen Führer, die stets im besten Licht gezeigt werden. Dudo ließ ihnen eine Bedeutung für die große Politik ihrer Zeit zukommen, die ihr tatsächliches Wirkungsfeld weit überstieg. Er sah sich grundsätzlich weniger den Königen Westfrankens als vielmehr den normannischen Führern verpflichtet.

Auch wenn es seitens der ottonischen Historiografen Versuche gab, das Reich als ein regnum Saxonum zu definieren, konnten die Ottonen sich mit Rücksicht auf die anderen gentes nicht offiziell so bezeichnen. Das hätte „Unterwerfung statt Bündnis bedeutet“.[20] Ebenso hatten die Franken ihren Namen zur Bezeichnung für das ganze Reich benutzt. Die Schwaben oder Bayern konnten einen supragentilen Reichsbegriff viel eher dulden, als eine betont sächsische Legitimation der Könige.

Der erste hier vorgestellte Autor war auch kein Sachse, weshalb er einer die einzelnen gentes überwölbenden Reichsbezeichnung am ehesten zugeneigt war.[21] Es handelt sich um Adalbert von Magdeburg. Er war zuerst Abt im elsässischen Kloster Weißenburg, bevor Otto der Große ihn als ersten Metropoliten des neuen Erzbistums Magdeburg einsetzte. Noch bevor er nach Magdeburg ging, verfasste Adalbert eine Fortsetzung der Chronik Reginos von Prüm, die dadurch bis ins Jahr 967 weitergeführt wurde.

Widukind von Corvey gilt in der Forschung als der wichtigste ottonische Historiograf. Aufgrund seines seltenen Vornamens wird gemutmaßt, er stamme von dem berühmten Gegenspieler Karls des Großen ab, was allerdings noch nicht zweifelsfrei bewiesen wurde. Widukind dürfte in den zwanziger Jahren geboren worden sein.[22] Das Kloster Corvey war im zehnten Jahrhundert eines der bedeutendsten Klöster in Sachsen. Als Widukind seine Sachsengeschichte verfasste, stand Mathilde der Abtei vor, die Tochter Ottos des Großen. Ihr widmete Widukind sein Werk, das laut Helmut Beumann, einem der wichtigsten Widukind-Forscher, erst 967/968 entstand und nicht schon in den fünfziger Jahren, wie früher angenommen wurde.[23] Widukind vertrat die Auffassung, dass mit der Übertragung der Reliquien des Heiligen Vitus von St. Denis nach Sachsen zugleich die Herrschaft von den Franken auf die Sachsen übergegangen sei.[24] Helmut Beumann will aber nicht von einer direkten translatio imperii ausgehen, da bei Widukind gewisse Vorbehalte gegenüber den Franken zum Ausdruck kommen. Deshalb scheint er das Ottonische Reich weniger als eine reine Fortsetzung des Ostfränkischen Reiches Ludwigs des Deutschen denn als eine neue Herrschaftsbildung begriffen zu haben.[25] Das Jahr 919 wird ihm daher aus der Rückschau als eine einschneidende Zäsur vorgekommen sein.

Der Mönch Ruotger von St. Pantaleon verfasste seine Vita Brunonis zwischen 967 und 969.[26] Verständlicherweise steht darin der Bruder Ottos des Großen als Erzbischof von Köln im Mittelpunkt. Da Brun sich aber auch längere Zeit in Westfranken aufhielt, wo seine beiden Neffen als rex und dux Francorum regierten, berichtet Ruotger auch von vielen Begebenheiten aus dem benachbarten Reich. Der Mönch von St. Pantaleon fühlte sich der ottonischen Herrscherfamilie verbunden, und für ihn war der Kaiser das Reich.[27]

Die beiden letzten ostfränkischen Historiografen, deren Werke in diese Studie einbezogen wurden, stammten beide aus Sachsen und waren auch miteinander verwandt. Es handelt sich um die Bischöfe Brun von Querfurt und Thietmar von Merseburg. Sie wurden gemeinsam in der Magdeburger Domschule erzogen.[28] Mit dem ottonischen Geschlecht waren sie ebenfalls verwandt. Gemeinsam war ihnen auch ihre Verbundenheit mit der sächsischen patria. Während Brun eine Reihe von Heiligenviten verfasste, so unter anderem die des Heiligen Adalbert von Prag, schrieb Thietmar eine Chronik seines Bistums, die aber gleichzeitig auch von Ereignissen berichtete, die sich außerhalb der Grenzen Sachsens zutrugen. Während Brun ebenso wie sein Vorbild Adalbert im Jahr 1009 den Märtyrertod erlitt, starb Thietmar im Amt. Bruns Vita Sancti Adalberti ist etwa um 1004 entstanden.[29] Thietmar schrieb seine Chronik zwischen 1012 und 1018, also während seiner Zeit als Bischof.[30] Während Thietmar zu Otto II. eher eine distanziert Haltung einnahm (wegen der Aufhebung des Bistums 981), war er ein treuer Anhänger Kaiser Heinrichs II.

3. Methodik

Der zeitliche Rahmen der Analysen wird einerseits durch den Bonner Vertrag von 921 und andererseits durch den Tod König Lothars von Westfranken im Jahr 986 vorgegeben. Insgesamt stehen vor allem fünf Herrschertreffen im Fokus der Arbeit. Den Anfang bildet eine Betrachtung des Bonner Vertrages. Es folgen Analysen der Quellenstellen zum Vertrag von Visé 942, der Ingelheimer Synode 948, des Kölner Hoftages 965 und schließlich der Ereignisse von 978/980, die in den Friedensschluss in Margut münden. Es handelte sich dabei um die letzte Gelegenheit, bei der ein regierender Karolingerkönig einem ottonischen Kaiser persönlich begegnete. Mit dem Tod Lothars 986 und dessen Sohn Ludwigs im folgenden Jahr endete die Herrschaft der Karolinger endgültig.

Anhand der fünf genannten Herrschertreffen soll die Darstellung der jeweils anderen Herrscher in den historiografischen Quellen der Zeit untersucht werden. Es gab zwar noch eine Reihe weiterer Treffen in diesem Zeitraum. Aber für diese Untersuchung musste eine Auswahl getroffen werden. Es wurden Begegnungen gewählt, die als besonders repräsentativ für das Verhältnis der beiden Geschlechter gelten können. Außerdem handelt es sich um Treffen, die verhältnismäßig gut durch Quellen belegt sind. Im Fokus soll dabei vor allem die Wahrnehmung der Herrscher aus dem benachbarten Reich stehen. Zuerst werden in der Reihenfolge ihrer Entstehung die westfränkischen Belege analysiert, worauf dann jeweils die ostfränkische Perspektive näher beleuchtet wird. So soll herausgearbeitet werden, wie die Historiografen die Könige und Kaiser, die mit den eigenen Herrschern in Interaktion traten, wahrnahmen und inwiefern sich diese Wahrnehmung gegen Ende des zehnten und zu Beginn des elften Jahrhunderts veränderte. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden am Ende der Arbeit noch einmal in einem Fazit zusammengefasst, das dann eine Antwort auf die oben formulierte Leitfrage bieten soll.

II. Der Bonner Vertrag (921)

Das Jahr 921 ist in den letzten Jahrzehnten in den Fokus derjenigen Mediävisten gerückt, die sich mit dem eigentlichen Beginn der deutschen Geschichte beschäftigen. Die frühere Forschung hatte oft auf die karolingische Teilung von 843 verwiesen, um den Anfang einer eigenständigen Geschichte der einzelnen Reichsteile zu markieren. Später geriet das Jahr 888 in den Mittelpunkt, als sich aus dem karolingischen Großreich neue Einheiten formten. Der Beginn der deutschen Geschichte wurde immer weiter verschoben. Die Wechsel der herrschenden Familie von 911 und 919 galten bald als geeignete Eckdaten, da im ostfränkischen Reich zwei Könige den Thron bestiegen, die nicht der karolingischen Sippe angehörten. Nach einem kurzen Intermezzo Konrads I. gelangten 919 die sächsischen Liudolfinger zur Herrschaft. Doch die Macht des neuen Königs war 919 noch auf die Francia Saxoniaque beschränkt. Dabei handelte es sich um das regnum von Ludwig dem Jüngeren, dem zweiten Sohn Ludwigs des Deutschen. Die Herzöge von Schwaben und Bayern mussten erst zur Anerkennung des neuen Königs gezwungen werden. Lothringen war während der Herrschaft Konrads I. an den Westfranken Karl III. gelangt. Hinzu kam die äußere Bedrohung des ostfränkischen Reiches durch die Einfälle der Ungarn.

Aber nicht nur in Ostfranken war die Wirkungsgewalt des Königs eingeschränkt. Der Karolinger Karl III., der seit 898 allein im Westfränkischen Reich regierte, sah sich immer wieder der Opposition von Teilen des Adels gegenüber. Sein unmittelbarer Herrschaftsbereich beschränkte sich auf die Francia (zwischen Loire und Maas) und Lothringen. Die Konflikte mit westfränkischen Adligen sollten 922 sogar zur Wahl eines Gegenkönigs führen, des mächtigen marchio Robert von Neustrien.

Beiden Herrschern konnte also vorerst an keinem Krieg an ihrer Grenze gelegen sein. Trotzdem ergaben sich in Lothringen gewisse Konflikte. Da Karls Spielraum durch die Stärke des Adels in Westfranken immer weiter eingeschränkt wurde, suchte er verstärkt nach Rückhalt im regnum Lotharii. Doch hier stieß er auf den Widerstand des mächtigen Grafen Giselbert, der über seine Mutter von Kaiser Lothar I. abstammte. Die Familie Giselberts war in Lothringen reich begütert. Unter Karl III. fürchtete Giselbert um seine Stellung und begab sich in Opposition zum König. Der Karolinger hatte einen neuen Gegner innerhalb seines Reiches. Die Konflikte im regnum Lotharii riefen auch den ostfränkischen König auf den Plan. Der Ausbau von Heinrichs Herrschaft nach innen zeigte bereits Erfolge. Der schwäbische dux Burchard II. hatte das Königtum des Liudolfingers im Jahr 919 anerkannt. In Bayern sollte 921 ebenfalls ein solcher Erfolg gelingen. Die zunehmende Stärke des Königtums in Ostfranken ermöglichte Heinrich nun, über die Grenzen seines Reiches zu blicken. Der Verlust Lothringens an die Westfranken war von den Ostfranken nie offiziell akzeptiert worden. Die Probleme König Konrads I. mit seinen Großen hatten eine energische Verteidigung des ostfränkischen Anspruchs verhindert. Doch nun zeigte Heinrich ein starkes Interesse an den Vorgängen in Lothringen: Beim Streit um die Besetzung des Lütticher Bistums mischte Heinrich sich ein und unterstützte den Kandidaten Giselberts. Zwar setzte Karl III. sich schließlich durch, aber Heinrichs Initiative drohte nun, einen militärischen Konflikt zu provozieren. Insbesondere die Unterstützung Giselberts seitens des ostfränkischen Herrschers bedeutete für Karl einen Affront.[31] Der Karolinger bezeichnete den Liudolfinger deshalb auch gegenüber den Bischöfen im Westfrankenreich als seinen inimicus Heinricus., der sich von Giselberts Kandidaten habe bestechen lassen.[32]

Karl fühlte sich 920 wohl stark genug, um einen Feldzug auf ostfränkisches Gebiet vorzunehmen. Doch schon kurz vor Worms musste er umkehren, als ihm gemeldet wurde, östlich des Rheins sei Heinrich dabei, ein starkes Heer zu sammeln. Vorerst wurde der Konflikt mit einer Waffenruhe unterbrochen. Diese Kampfpause konnte von Heinrich zur Unterwerfung Herzog Arnulfs von Bayern genutzt werden. Arnulf strebte möglicherweise selbst eine Königserhebung im bayerischen regnum an und verweigerte Heinrich bisher die Anerkennung als ostfränkischer König. Offenbar konnte sein Widerstand erst nach zwei Feldzügen gebrochen werden. Wie schon Herzog Burchard von Schwaben wurde auch Arnulf in die Huld des Königs aufgenommen, nachdem er sich in Regensburg dem militärischen Druck Heinrichs gebeugt hatte. Ihm wurden genau wie Arnulf umfangreiche Sonderrechte wie der Zugriff auf den bayerischen Fiskus gewährt. Doch Heinrich hatte sein Ziel erreicht. Sein Königtum wurde nun allgemein anerkannt. Kurz nach der Unterwerfung Arnulfs kam es dann noch vor Ablauf des Waffenstillstands im November 921 zum berühmten Treffen auf einer Rheininsel bei Bonn.

Bevor sie sich auf der Mitte des Rheins auf einem Boot persönlich begegneten, betrachteten sich die beiden Könige zuerst gegenseitig, während sie sich an ihrem jeweiligen Ufer des Flusses aufhielten.[33] Der Vertragstext ist leider nur aus Westfranken überliefert.[34] Sowohl Karl als auch Heinrich wurden als reges Francorum tituliert. Karl III. erkannte im Vertrag von Bonn Heinrich I. als König an. Das Dokument lässt ein Bemühen erkennen, die Gleichrangigkeit der beiden Herrscher zu betonen.[35] Der Westfranke musste also akzeptieren, dass der Sachse Heinrich ebenfalls über ein fränkisches Reich gebot. Die einzige Unterscheidung in ihren Königstiteln ist daher geografischer Natur: Karl wird als „König der Westfranken“, Heinrich als „König der Ostfranken“ bezeichnet. Für einen regierenden Karolinger stellte diese Situation eigentlich eine Rangminderung dar, musste er doch die Ebenbürtigkeit eines neuen Geschlechts innerhalb des Fränkischen Reiches akzeptieren. Herwig Wolfram ist dennoch der Meinung, dass der höhere Rang Karls III. als Karolinger gewahrt blieb. Zumindest in westfränkischer Perspektive hätte Karl offiziell über dem Liudolfinger gestanden, dessen Königtum bisweilen als ein „austrasisches“, also nicht dem Herrn der Francia gleichwertiges verstanden wurde.[36] Für Heinrich stellte der Vertrag aber in jedem Fall einen diplomatischen Erfolg dar, ähnlich wie für Karl des Großen oder Ottos I., deren Kaisertum von Byzanz zwar anerkannt wurde, aber nicht als ein genuin römisches. Nun soll betrachtet werden, wie die zeitgenössischen Historiografen das Ereignis darstellten.

Für das Jahr 920 berichtet Flodoard, dass sich König Karl bei Worms lagere, um Heinrich, dem „überrheinischen Fürsten“ die Stirn zu bieten. Außerdem sei ein Gefolgsmann von Karl, Graf Erlebald ab hostibus regis getötet worden.[37] Das ist die einzige Nachricht, die der Reimser Kleriker über Karls kurzen Feldzug auf ostfränkisches Gebiet meldet. Doch für 921 weiß Flodoard bereits etwas mehr über den princeps Transrhenensis zu berichten. König Karl schloss mit ihm eine Art Waffenruhe, die bis zum St.-Martinstag, dem elften November, dauern sollte. Wenige Zeilen weiter unten kann Flodoard dann die förmliche Bestätigung des Friedens zwischen König Karl und seinem „überrheinischen“ Gegner mitteilen. An dieser Stelle wird Karls Vertragspartner schlicht „Heinrich“ genannt.[38] Das sind bereits alle Informationen, die Flodoard über den Bonner Vertrag zu berichten weiß. Die Person Heinrichs wird vom Reimser Klerikers sehr unscharf gezeichnet, was es erschwert, ein klares Bild der Person Heinrichs aus der Sicht von Flodoard zu gewinnen.

Der nächste Eintrag in den Annalen Flodoards, der Heinrich erwähnt, findet sich für das Jahr 923. Der zum Gegenkönig ausgerufene Westfranke Robert traf sich laut Flodoard mit Heinrich auf dem Fluss Ruhr. Wie schon in Bonn wurde hier offenbar eine Insel oder ein Boot als Treffpunkt gewählt. Dass die beiden Herrscher sich an der Ruhr trafen, zeigt deutlich, dass Lothringen zu diesem Zeitpunkt noch zu Westfranken gehörte. Flodoard berichtet, dass die beiden Herrscher, die er hier nur mit den Vornamen bezeichnet, „sich gegenseitig fürchteten“. Nachdem sie einen Freundschaftspakt (amicitia pacta) abgeschlossen und Geschenke ausgetauscht haben, scheiden sie voneinander.[39] Eine wirkliche Charakterisierung Heinrichs bietet Flodoard hier so wenig wie beim Bonner Vertrag. Der ostfränkische König wird nur mit dem Vornamen bezeichnet und in seiner Funktion als princeps Transrhenensis dargestellt. Wahrscheinlich erschien ihm der Sammelbegriff transrhenenses als beste Bezeichnung für die Gesamtheit der gentes im Ostfrankenreich.

Für Flodoards Weigerung, Heinrich den Königstitel zuzubilligen, könnte es mehrere Gründe gegeben haben: Zum einen benutzt der Reimser Kleriker für den Vertrag zwischen Karl und Heinrich die Bezeichnung pax. Das Abkommen zwischen Heinrich und Robert nennt er hingegen amicitia. Für Wojciech Falkowski liegt das daran, dass Flodoard keine Gleichrangigkeit von Karl und Heinrich akzeptierte, da Karl als Angehöriger der karolingischen Dynastie mit dem Liudolfinger aus Sachsen nicht auf Augenhöhe verhandelt haben konnte.[40] Aber auch wenn Flodoard im Zusammenhang mit dem Bonner Vertrag das Wort pax verwendet, hat Ingrid Voss herausgearbeitet, dass die Vereinbarungen zwischen den Königen Ost- und Westfrankens schon seit dem neunten Jahrhundert „durchweg auf der persönlich-rechtlichen Bindung der ‚amicitia‘“ basierten.[41] Flodoard dürfte also bewusst entschieden haben, pax anstelle von amicitia zu verwenden.

Gian Andri Bezzola sieht den Grund für Flodoards Weigerung, Heinrich I. als rex zu titulieren, in dessen fehlender Salbung durch einen Bischof. Flodoards strenges Verständnis eines sakral legitimierten Königtums ließ es nicht zu, den ostfränkischen Herrscher auch rex zu nennen.[42] Peter Christian Jacobsen pflichtet Bezzola hierin bei, fügt aber hinzu, dass Flodoard sich nach Schilderung des Bonner Treffens in Bezug auf Heinrich I. nicht mehr mit Fragen der Titulatur beschäftigte und den Liudolfinger in der Regel einfach beim Vornamen nannte.[43] Außerdem sei Heinrichs Position als König in Ostfranken bis 921 noch nicht in allen Herzogtümern anerkannt, was Flodoard nicht entgangen sein dürfte. Diese beiden Gründe dürften Flodoard daher wahrscheinlich eher dazu bewogen haben, Heinrich den Königstitel zu verweigern als eine etwaige legitimistische Haltung. Denn Flodoard als einen Anhänger der Karolinger zu betrachten, würde vermutlich zu weit gehen. Immerhin hat er sich sehr schnell den Anhängern Roberts von Neustrien angeschlossen, nachdem dieser zum König erhoben worden war.[44]

Da die ‚lothringische Frage‘ in den Verträgen zwischen den Herrschern Ost- und Westfrankens in diesen Jahren immer ein zentrales Thema blieb, soll noch kurz auf Flodoards Bericht über Heinrichs Griff nach dem regnum Lotharii eingegangen werden. Laut dem Reimser Kleriker wurde Heinrich nach dem Tod Roberts von Graf Giselbert und Erzbischof Ruotger von Trier nach Lothringen eingeladen, da sie dem neuen König Rudolf von Burgund nicht die Treue schwören wollten. Nachdem Heinrich aber hörte, dass Rudolf Truppen aus der Francia und aus Burgund zusammenzog, sei er in suo […] regno zurückgekehrt.[45] Auch hier wird Heinrich wiederum nur mit seinem Vornamen benannt. Sein Interesse an Lothringen tritt allerdings deutlich zutage. Außerdem erwähnt Flodoard, dass es in diesem regnum einige Große gab, die bereit waren, Heinrich als ihren König zu akzeptieren und Rudolf die Gefolgschaft verweigerten. Flodoard bietet an dieser Stelle einen hervorragenden Einblick in die Verhältnisse im regnum Lotharii im für Westfranken chaotischen Jahr 923. Anscheinend gewann der Liudolfinger ab dem Jahr 923 zunehmend an Einfluss in Lothringen. Es sollte allerdings noch zwei Jahre dauern, bis Flodoard vermerken konnte, dass sich die Lothringer Heinrich „anvertrauten“.[46]

Bei Richer erfolgt Karls Einmarsch auf ostfränkisches Territorium lediglich in friedlicher Absicht. Karl habe sich nach Worms begeben, um dort den „überrheinischen“ Heinrich zu treffen. Dort sei es dann unter den jungen „Germanen“ und „Galliern“ zu Streitigkeiten aufgrund der unterschiedlichen Sprachen gekommen.[47] Nachdem Graf Erlebald bei dem Versuch zu schlichten, getötet wurde, dachten beide Seiten, sie wären verraten worden und Heinrich überquerte eilend den Rhein. Richer verändert einige Elemente der Geschichte, die ihm Flodoard überliefert hat. Zum einen lässt er den Grafen Erlebald hier wegen seines Schlichtungsversuchs sterben. Er wollte vermutlich die vagen Andeutungen Flodoards bezüglich dessen Todes nicht einfach für seine Darstellung übernehmen und hat sich daher eine Erklärung für dessen Tötung überlegt. Diese Schilderung wird inzwischen jedoch wie einige andere Begebenheiten aus Richers Historiae als Erfindung betrachtet. Sie zeugt aber vom „gallischen“ Eigenbewusstsein Richers. Für ihn gibt es scheinbar keine Gemeinsamkeiten zwischen den Ost- und Westfranken mehr. Die ersten erscheinen ihm als „Germanen“, letztere als „Gallier“, die durch eine Sprachbarriere voneinander getrennt sind. Richer unterschlägt hier freilich, dass die Karolinger – möglicherweise auch Teile ihres Gefolges – das Gemeinfränkische oder Althochdeutsche sicherlich noch beherrschten. Es dürfte sich dabei auch um Umgangssprache bei den Herrschertreffen zwischen Ost und West gehandelt haben. Aber derartige Gemeinsamkeiten passen nicht in Richers politisches Weltbild eines großgallischen Reiches, das mit dem Osten nicht mehr viel gemein hat. In Richers Vorstellung ist selbst Karl III. noch ein Herrscher von der Macht Karls des Großen.

Eine weitere Änderung durch Richer betrifft den Grund für das geplante Treffen: Bei ihm greift Karl III. den ostfränkischen König Heinrich (den Richer wie Flodoard meist schlicht mit dem Vornamen bezeichnet, während Karl stets rex genannt wird) nicht an, sondern ist lediglich zu einem friedlichen Treffen in dessen Herrschaftsbereich gekommen. Schließlich kehrt Richer die Tatsachen um, als er Heinrich und nicht Karl das Weite suchen lässt. Dass es der Westfranke war, der sich ob der militärischen Überlegenheit des Sachsen zurückziehen musste, verschweigt er. In Richers Vorstellung erschien es wahrscheinlich absurd, dass ein westfränkischer König den Rückzug antrat. Den Bonner Vertrag erwähnt er nur mit einem Satz. Möglicherweise gefiel es ihm nicht, dass Karl III. den Liudolfinger als ebenbürtig anerkennen musste. In seiner Darstellung lässt sich der von seinem König abgefallene Herzog Heinrich von Erzbischof Heriveus dazu überreden, sich wieder mit Karl zu versöhnen. Heriveus führt Heinrich zu Karl, worauf beide sich in amicitiam miteinander verbünden.[48]

Die Darstellung der Ereignisse bleibt bei den beiden westfränkischen Historiografen Flodoard und Richer relativ kurz. Während der ältere Flodoard um Objektivität und genaue Wiedergabe der Ereignisse bemüht war, wollte Richer die Geschichte vermutlich spannender gestalten und ließ daher auch die erfundene Episode einfließen, die den Tod Graf Erlebalds erklären sollte. Während Flodoard also mangelnde Kenntnis auf sich beruhen ließ und nur schilderte, was er auch wirklich sicher wusste, schmückt Richer seine Erzählung aus. Beiden gemeinsam ist allerdings die sehr nüchterne Haltung gegenüber Heinrich I. Er erscheint als princeps oder dux, aber an keiner Stelle als rex. Richer postuliert sogar ein Lehensverhältnis Heinrichs zu Karl III. An diesem Punkt kann nun die ostfränkische Perspektive angeführt werden. Es liegen drei Darstellungen der Ereignisse im ostfränkischen Bereich vor: die Continuatio Regninonis des Magdeburger Erzbischofs Adalbert, die Sachsengeschichte von Widukind und die Chronik Thietmars von Merseburg.

Adalbert von Magdeburg schildert den Einfall Karls III. in Ostfranken am detailliertesten. Er irrt sich zwar im Jahr, da er Karl erst 923 in Heinrichs Herrschaftsgebiet eindringen lässt. Dass er die Chronologie der Ereignisse sonst richtig einzuschätzen weiß, zeigt Adalbert durch seine Beschreibung der Belagerung von Metz durch Heinrich, Ruotger von Trier und Giselbert, die tatsächlich 923 stattfand. Laut seiner Schilderung wollte der Karolinger Alsatiam et partes illas Franciae iuxta Rhenum usque Mogontiam in Besitz nehmen.[49] Karl gelangt allerdings nur bis Pfeddersheim bei Worms. Denn als er bemerkt, dass Heinrichs Heer sich in der Nähe sammelt, flieht er. Dies zieme einem König jedoch nicht, wie Adalbert bemerkt. Tatsächlich erhält Karl III. bei dem Continuator Reginonis im Gegensatz zur Darstellung Widukinds eindeutig negative Züge.

Die Beschreibung des Bonner Vertrages fällt bei Adalbert denkbar knapp aus: Karolus et Heinricus reges apud Bonnam castellum conveniunt et pacem inter se facientes foedus ineunt, et Karolus nunquam sibi amplius Lothariense regnum usurpaturus regreditur. Interessant bei seiner Schilderung ist Karls Versprechen, dass er zukünftig das regnum Lotharii nicht mehr angreifen werde. Für Adalbert gehörte Lothringen also ohne Unterbrechung zum Ostfrankenreich, die kurze Periode der Herrschaft Karls über dieses regnum unterschlägt er. Möglicherweise wusste er auch nicht, ob oder in welchem Zeitraum es jemals zu Westfranken gehört hatte. In seiner Schilderung der Ereignisse ist jedenfalls Karl der Eindringling, der nicht nur Lothringen, sondern auch noch weitere Gebiete des Ostfränkischen Reiches gewaltsam an sich zu reißen versucht. In Bonn muss er schließlich für die Zukunft auf jegliche Expansion in Lothringen verzichten. Zeitlich ordnet Adalbert den Vertrag falsch ein. Statt für das Jahr 921 lässt er ihn im Jahr 924 geschlossen werden und außerdem nachdem Robert bereits in der Schlacht von Soissons gefallen ist.[50]

Um das Bild abzurunden, das Adalbert von Karl III. zeichnet, soll hier noch kurz seine Darstellung des Jahres 925 beschrieben werden. Der Continuator Reginonis schildert das klägliche Ende von Karl. Er stirbt in seiner Version der Ereignisse bereits 925 im Kerker von Heribert II. Zwar schränkt er die Härte seiner Aussagen über den westfränkischen König dahingehend ein, dass er schreibt, es würde über diesen lediglich berichtet, er sei ein „Mann stumpfen Geistes“ und minus aptus utilitatibus regni gewesen.[51] Aber da Adalbert keine anderen Eigenschaften von Karl zu berichten weiß, scheint es sich dabei auch um seine persönliche Meinung gehandelt zu haben. Allerdings bedeutet das nicht, dass er die Legitimität des Karolingers anzweifeln würde. Denn den Schlachtentod Roberts bei Soissons, den er wiederum ein Jahr zu früh geschehen lässt, schildert er mit deutlicher Sympathie für Karl. Der Karolinger trifft in Adalberts Beschreibung der Schlacht den „gottlosen Mund Roberts“ mit seiner Lanze und tötet ihn damit.[52] Karl ist für Adalbert also tatsächlich der legitime König der Westfranken, aber durch seinen Charakter nicht dafür geeignet zu herrschen. Da Robert als Usurpator beschrieben wird, lässt Adalbert dessen Treffen mit Heinrich gar nicht erst stattfinden.

Bei Widukind ist es Heinrich I., der zuerst angreift und contra Galliam et Lotharii regnum zieht. Widukind bedient sich hier derselben Terminologie wie Richer von Reims, indem er das Westfrankenreich „Gallien“ nennt.[53] Er begründet den Konflikt zwischen Heinrich I. und Karl III. mit lange zurückliegenden Streitigkeiten super regno Lotharii.[54] Heinrich sei nun im Begriff, diese Angelegenheit gewaltsam zu lösen. Bei Widukind gibt es keine Verhandlungen. Heinrich zieht contra Karolum und zerstreut dessen Heer. Den Bonner Vertrag erwähnt Widukind mit keiner Silbe. Vermutlich verschweigt der Mönch aus Corvey das Treffen in Bonn auch deshalb, weil Karl III. nach seiner Gefangennahme im Jahr 923 eigentlich von Heinrich Unterstützung hätte fordern können. Immerhin waren im Bonner Vertrag auch gegenseitige Hilfsversprechen enthalten. Widukind selbst beschreibt ein Hilfegesuch an Heinrich, auf das der Ostfranke aber nicht eingeht.[55] Deshalb erschien es Widukind wohl besser, das ganze Treffen im Jahr 921 zu verschweigen, wenn er denn überhaupt davon gewusst hat. Stattdessen lässt er Heinrich sich lediglich über die Veränderlichkeit des Glücks wundern, da Karl schließlich in die Gefangenschaft von „Huga“, also von Hugo Magnus, geraten war.[56] Er verwechselt hier also Hugo Magnus mit Heribert II. von Vermandois, der Karl durch eine List in Gewahrsam hatte nehmen können. Trotz der Feindschaft zwischen Karl III. und Heinrich, die Widukind schildert, lässt er die Vorzüge des Karolingers aber nicht außer Acht und beschreibt ihn als einen frommen und tapferen Mann. Auch er ist also wie die westfränkischen Historiografen weit davon entfernt über dem Lob für ‚seine‘ Könige die Tugenden Karls III. zu verschweigen.

Thietmar von Merseburg, stellt das Hilfegesuch Karls an Heinrich in einer stark konstruierten Geschichte dar: Karl, der ab uno suimet ducum captus wurde, wendet sich an Heinrich und will diesem die Handreliquie des Heiligen Dionysius und Lothringen schenken, wenn er ihn dafür aus der Hand eines seiner Herzöge befreien möge.[57] Heinrich rettet seinen Verwandten und erhält dafür den versprochenen Lohn. Während Thietmar Karl bereits mit seinem Beinamen stolidus bezeichnet, ist Heinrich in seiner Version der Geschichte sogar ein treuer Verwandter des Westfranken, der Lothringen dem Karolinger nicht entreißen muss, sondern es als Geschenk erhält. Thietmars Darstellung würde größere Lücken aufweisen, wenn er sich im Folgenden den westfränkischen Händeln gewidmet hätte. Er hätte dann nämlich erklären müssen, weshalb Karl III., nach 923 nicht mehr als König regieren konnte. Da Thietmar aber sonst keine Einzelheiten über die Geschichte des Karolingers berichtet, ergeben sich auch keine Logiklücken. So bleibt es die einzige Stelle, die Auskunft über Thietmars Haltung gegenüber Karl III. geben kann. Karl wird wenig rühmlich dargestellt und die Passage dient eigentlich nur dazu, den Ruhm und die Treue Heinrichs zu unterstreichen. Bis zu den Ereignissen von 978 bleibt das der einzige Abschnitt in der Chronik, die für diese Arbeit herangezogen werden kann.

Die beiden ostfränkischen Quellen geben teilweise mehr Informationen preis als diejenigen aus Westfranken. Allerdings kennt Widukind zumindest in seiner Darstellung keinen Bonner Vertrag. Bei Adalbert hingegen hat Lothringen immer zu Ostfranken gehört, und Karl muss Heinrich diesen Zustand bestätigen. Es handelt sich also um eine völlige Umdrehung der Vertragsvereinbarungen. Allerdings ergibt diese Änderung einen Sinn, wenn Adalbert aus seiner eigenen Gegenwart auf die Ereignisse um 921 zurückblickt. Da stand Lothringens Zugehörigkeit zum Ostfrankenreich nicht zur Debatte. Immerhin waren gut vierzig Jahre vergangen, seit Heinrich Lothringen in sein Reich eingegliedert hatte.

Beide Seiten, westfränkische und ostfränkische Quellen, haben die Vorgänge aus ihrer Sicht geschildert. Flodoard ließ sich hierbei wahrscheinlich am wenigsten durch persönliche Abneigung beeinflussen, wenn er Heinrich auch den Königstitel verweigerte. Dabei folgte ihm Richer. Seine erfundenen Episoden deuten darauf hin, dass er die Darstellung der Ereignisse bei Flodoard manchmal bewusst verändert hat, denn für die Jahre bis 966 konnte er dessen Vorlage für seine Erzählung verwenden. Widukind wiederum ignorierte den Bonner Vertrag völlig, und Adalbert datierte ihn falsch. Der Mönch aus Corvey hielt sich dafür mit Diffamierungen Karls III. zurück und lobte dessen Vorzüge, während Adalbert ihn mit negativen Attributen beschrieb. Allerdings könnte Adalbert möglicherweise die relative geografische Nähe zu Bonn (er wat zeitweise Abt des elsässischen Klosters Weißenburg) geholfen haben, seine sehr genauen Angaben zu ermitteln. Thietmar schließlich setzt erst mit dem Hilfegesuch Karls an Heinrich ein. Die Eingliederung Lothringens in das Ostfränkische Reich erklärt er mit Karls Dankbarkeit gegenüber Heinrich. Der Westfranke hingegen wird als hilfloser König porträtiert, dem sein sächsischer Verwandter zu Hilfe eilen muss.

III. Der Vertrag von Visé (942)

Der Vertrag von Visé lässt sich am besten durch den Rückgriff auf den Generationenwechsel von 936 erklären. Bis dahin hatten in Westfranken Rudolf I. und in Ostfranken der Liudolfinger Heinrich I. regiert. Die beiden fränkischen Könige trafen sich 935 mit Rudolf I., dem König von Hochburgund, und versicherten sich gegenseitig ihrer Freundschaft. Während Rudolf I. von Hochburgund nach Norden reisen musste, lag der Ort der Zusammenkunft für den Ost- und den Westfranken direkt an der Grenze in Ivois am Fluss Chiers. An Chiers und Maas sollten noch häufig Herschertreffen der ost- mit den westfränkischen Königen stattfinden. Diese Region war insofern prädestiniert dafür, als sie zum Erzbistum Reims gehörte, aber seit spätestens 925 Ostfranken zugerechnet wurde.[58]

In Ivois wurde ein Bündnis dreier Könige verabredet, die alle nicht der Karolingersippe angehörten. Die Nachkommen Karls des Großen schienen endgültig von der Herrschaft verdrängt worden zu sein. Doch ein Jahr später sollte sich zeigen, dass dieser Eindruck täuschte. Als Rudolf von Burgund ohne männlichen Erben starb, kehrte Westfranken wieder zum angestammten Herrscherhaus zurück. Auf Bitten des mächtigsten Adligen Hugo Magnus kam Ludwig, der Sohn Karls III., aus England über den Kanal nach Westfranken. Dorthin war Ludwig Transmarinus mit seiner angelsächsischen Mutter geflüchtet, nachdem sein Vater in Gefangenschaft geraten war. Nun wurde er zurückgerufen und wieder auf den Thron gesetzt. Allerdings ließ es sich der ‚Königsmacher’ Hugo Magnus einiges kosten. Ludwig musste ihn umfangreich mit Gütern und Titeln entlohnen, was seine eigene Stellung als König nicht gerade stärkte. Trotz allem stellten die Karolinger wieder die westfränkischen Könige.

Im selben Jahr starb in Ostfranken König Heinrich I. Sein Sohn Otto war schon zuvor vom Vater zum Nachfolger designiert worden. Nun wurde er in Aachen zum König gewählt, gekrönt und gesalbt. Allein die Wahl des Krönungsortes symbolisierte einen gewissen Rückgriff auf das Erbe Karls des Großen. Dieser konnte durch die Restauration der Karolinger in Westfranken seit 936 infrage gestellt werden. Es galt für Otto daher, nicht nur den Anspruch auf Lothringen, sondern ebenso sein Selbstverständnis als fränkischer König zu demonstrieren.[59]

Zu Hugo Magnus und Heribert II. von Vermandois bestanden sehr gute Beziehungen, die in der Heirat Hugos mit Ottos Schwester Hadwig ihren sinnfälligen Ausdruck fanden. Doch nicht nur Otto verband sich mit Adligen aus dem Westen, auch Ludwig sollte bald Bündnisse dieser Art mit Großen aus dem Ostreich schließen. Als sich 939 die beiden ostfränkischen Herzöge Giselbert und Eberhard gegen Otto stellten, fanden sie im westfränkischen König einen willigen Alliierten.

Ludwig IV. zögerte wohl zuerst, die Gunst der Stunde zu nutzen, weil er und Otto I. sich zuvor Freundschaft gelobt hatten.[60] Doch schließlich marschierte er doch in Lothringen ein. Als Nutznießer der ostfränkischen Auseinandersetzungen wollte er das alte karolingische Stammland zurückgewinnen. Doch der Westfranke hatte sich verrechnet. In der Schlacht bei Andernach gelang Ottos Anhängern ein großer Sieg. Eberhard wurde getötet, und Giselbert ertrank im Rhein. Der Aufstand gegen den ostfränkischen König brach zusammen. Aber bevor Ludwig Lothringen wieder verließ, nahm er noch die Witwe Giselberts mit sich: Ottos Schwester Gerberga. Er heiratete sie gegen den Willen des ostfränkischen Königs.

Allerdings sollte Ludwigs Einfall ins Nachbarland Folgen haben. Otto begann 940 einen Vergeltungsfeldzug nach Westfranken. Dort konnte er sich sogleich mit den beiden Adligen Hugo Magnus und Heribert II. von Vermandois vereinigen. Beide fürchteten eine zu große Machtfülle ihres eigenen Königs und unterstützten die ostfränkische Invasion. In der alten karolingischen Königspfalz Attigny trafen sie sich mit Otto und huldigten ihm. Für Ludwig bedeutete der Einfall der Ostfranken eine ernste Bedrohung. Daher musste ihm bald schon an einem Frieden mit seinem östlichen Nachbarn gelegen sein. Im Jahr 942 traf er sich mit Otto in Visé an der Maas.

Schon der Treffpunkt verdeutlichte, dass die Zugehörigkeit Lothringens zum Ostfränkischen Reich nicht zur Disposition stand. Da die Herrschertreffen für gewöhnlich an der Grenze stattfanden, wurde allen Beteiligten vor Augen geführt, dass östlich der Maas Ostfranken begann. Der Frieden von Visé bestätigte eigentlich nur den Status quo. Ludwig musste Otto den Besitz Lothringens zusichern und konnte dadurch Ottos amicitia gewinnen. Die sollte er vier Jahre später auch nötig haben. Einstweilen wurde aber durch Ottos Vermittlung auch das Verhältnis zu Hugo Magnus wiederhergestellt. Während die beiden wichtigsten westfränkischen Historiografen des zehnten Jahrhunderts beide vom Friedensschluss berichten und sogar die Historia Normannorum Dudos von St. Quentin herangezogen werden kann, schweigen die ostfränkischen Quellen über das Ereignis. Leider schränkt dieser Umstand die Perspektive des Historikers etwas ein. Trotzdem soll im Folgenden die westfränkische Darstellung in den drei Quellen zusammen mit einer kurzen Schilderung des Jahres 939 von Adalbert analysiert werden.

Die Kämpfe zwischen Otto I. und Herzog Giselbert von Lothringen werden von Flodoard relativ ausführlich geschildert. Auch auf die Auseinandersetzung zwischen Ludwig IV. auf der einen sowie Hugo Magnus und Heribert II. von Vermandois auf der anderen Seite geht der Reimser Kleriker ein. Im Gegensatz zu Heinrich I. verweigert Flodoard dessen Sohn zu keinem Zeitpunkt den Titel rex. Nachdem Otto seine inneren Gegner bezwungen hatte, begab er sich 940 mit einem starken Heer nach Westfranken und wurde von Hugo Magnus, Heribert II. und Graf Roger von Laon in Attigny empfangen. So überrascht es nicht, dass Flodoard für das Jahr 942 von einer Zusammenkunft der beiden Könige Otto und Ludwig berichtet.[61] Er erwähnt allerdings nicht, wo sie sich trafen, vermutlich weil er darüber selbst keine genauen Informationen besaß. Da Flodoard für seine detaillierten und sachlichen Schilderungen bekannt ist, erscheint es unwahrscheinlich, dass er den Treffpunkt der Könige einfach weggelassen hätte, wenn er ihm bekannt gewesen wäre.

Flodoard beschreibt jedoch nicht nur einen Friedensschluss zwischen Ludwig und Otto, sondern erwähnt ebenso Ottos Vermittlung in den westfränkischen Konflikten. Auf seine Initiative versöhnt sich Hugo Magnus wieder mit seinem König. Ein mögliches Gegenkönigtum der Robertiner wurde damit unwahrscheinlicher. Insgesamt stellt Flodoard den ostfränkischen König fast durchgehend positiv dar. Statt die Schwäche des Westfranken auszunutzen, ist er zu einem Treffen bereit und bezieht auch seine Verbündeten Hugo Magnus und Heribert II. in den Friedensschluss mit ein. Denn Flodoard schreibt weiter, dass auch Heribert sich bald wieder mit Ludwig IV. versöhnte. Ohne den Frieden von Visé wäre eine solche Entwicklung nicht denkbar gewesen.

Richer lehnt sich bei seiner Schilderung eng an Flodoard an. Ludwig IV. kommt nach „Belgien“, um sich mit Otto zu treffen.[62] Er beschreibt auch die Vermittlungsversuche Ottos, die schließlich dazu führen, dass der Ostfranke Hugo Magnus wieder mit seinem König versöhnen kann. An dieser Stelle sind keine größeren Abweichungen zur ersten Version von Flodoard zu erkennen. Auch Richer schildert die Vermittlerrolle, die Otto I. in Westfranken übernimmt. Die vorhergehenden Auseinandersetzungen zwischen Ludwig und Otto sowie das Bündnis des westfränkischen Königs mit Hugo Magnus und Heribert II. sind für Richer also offensichtlich keine Gründe, Otto I. mit negativen Attributen zu beschreiben.

Dudo von St. Quentin übernimmt die Perspektive von Flodoard. Für ihn ist Heinrich I. der „überrheinische König“. Damit gibt er von Anfang an den richtigen Titel des Liudolfingers an. Allerdings unterläuft Dudo dann doch ein Fehler. Nicht Heinrich, sondern sein Sohn Otto I. traf in Visé auf Ludwig IV. Dabei handelt es sich aber nicht um eine schlichte Verwechslung, da er Otto ebenfalls kennt. Dudo lässt Heinrich aber länger herrschen und war möglicherweise nicht über dessen Todeszeitpunkt informiert. Das ist umso bemerkenswerter, als er sogar Ottos Schwiegersohn, korrekt mit „Cono“, also „Konrad“ bezeichnet. In Dudos Schilderung sind es Konrad und Wilhelm Langschwert, die den Frieden zwischen Otto I. und Ludwig IV. vermitteln. Konrad bezeichnet Ludwig IV. in seiner Rede an Wilhelm als rex Franciae.[63] Es ist allerdings fraglich, ob Dudo damit nur die Francia zwischen Loire und Maas oder das ganze Westfrankenreich bezeichnen will, da der Herrschaftsbereich der Karolinger inzwischen tatsächlich auf die engere Francia beschränkt war.

Interessanterweise erwähnt Dudo von St. Quentin bei seiner Schilderung des Treffens in Visé nicht nur die Anwesenheit von Wilhelm Langschwert, sondern ebenso die von Hugo Magnus und Heribert II. Dank der Vermittlung von Wilhelm kann der Frieden zwischen Ludwig IV. und Otto I. wiederhergestellt werden. Laut Dudo habe sich sogar Hermann Billung im Gefolge Heinrichs (also Ottos I.) befunden, den er als Saxonum dux bezeichnet.[64] Dudo muss also über ein nicht unerhebliches Wissen über die wichtigsten Großen im Ostfränkischen Reich verfügt haben.

Dudo ist in gewisser Weise ein Sonderfall. Seine Historia Normannorum soll die Geschichte der Normannen erzählen, nicht die des Westfränkischen Reiches. Seine Haltung gegenüber den ostfränkischen Königen ist keineswegs feindselig. Tatsächlich werden die Liudolfinger nüchtern, aber auch nicht mit negativen Attributen dargestellt. Stattdessen werden eher die Karolinger bisweilen kritisiert. Um diese Haltung Dudos zu illustrieren, sei noch eine kurze Quellenstelle zum Jahr 946 angeführt.

Als er die Ereignisse des Jahres 946 schildert, erwähnt Dudo ein Hilfeersuchen der Königin Gerberga ad patrem suum Transrhenanum regem Heinricum et ad Othonem fratrem suum.[65] Zwar gibt er damit die Verwandtschaftsverhältnisse korrekt wieder. Aber offensichtlich wusste Dudo nicht, dass Heinrich bereits seit 936 tot war und Otto seine Nachfolge angetreten hatte. Das erklärt auch, weshalb er bisher immer Heinrich und Ludwig miteinander verhandeln ließ. Wenn er Ottos Herrschaft erst deutlich später beginnen lässt, muss bis dahin eben Heinrich das regnum Transrhenanum regiert haben. Heinrich ist in Dudos Schilderung aber nicht bereit, seiner Tochter zu helfen, da Ludwig zu Recht dafür bestraft werde, dass er Wilhelm Langschwerts Sohn captum in custodia halte. Eigentlich wäre dies eine herzlose Handlungsweise. Da Dudo aber eindeutig für die Normannen Partei ergreift, ist bei ihm kein Tadel an Heinrichs Verhalten festzustellen. Dieser kurze Blick auf Dudos Haltung gegenüber Ludwig IV. sollte illustrieren, dass bei Dudo keineswegs eine einseitige Parteinahme zugunsten der Karolinger zu konstatieren ist. Tatsächlich werden diese auch oft in negativer Weise dargestellt, wenn sie sich in Konflikt mit den Normannen befinden, denen sich Dudo verpflichtet weiß.

Von einem Friedensvertrag zwischen Ludwig IV. und Otto I. berichtet Adalbert nicht, aber von einer Kraftprobe im Jahr 939. Ludwig, der rex Galliae Romanae und filius Karoli, marschiert ins Elsass ein und will Lothringen zurückerobern, das „sein Vater verloren hatte“.[66] Es ist merkwürdig, dass Adalbert hier schreibt, dass Karl III. Lothringen verloren hatte, da er zuvor noch ignoriert hatte, dass Lothringen jemals zu Westfranken gehört hatte. Ludwigs Verhalten wird verständlicherweise kritisiert: Er habe sich im Elsass eher hostiliter, quam regaliter verhalten. Damit wird auch Ludwig wie schon sein Vater als feindlicher Eindringling beschrieben, der allerdings wie auch schon Karl III. schnell wieder vom ostfränkischen König verjagt wird. Weshalb Adalbert den Karolinger als „König des romanischen Galliens“ bezeichnet, ist nicht ganz klar. Wahrscheinlich benutzt er diesen Titel, um Westfranken von Lothringen zu unterscheiden, das in der Regel geografisch auch zur Gallia gerechnet wurde, obwohl es zum Ostfrankenreich gehörte. Weil Adalbert den Frieden von Visé nicht erwähnt, ergibt sich in seiner Darstellung ein Bruch. Wenn Otto und Ludwig noch Feinde waren, weshalb agieren sie 946 im Verbund miteinander? Überhaupt ist es verwunderlich, dass Adalbert als Abt des elsässischen Klosters Weißenburg über den Frieden von Visé nicht unterrichtet sein soll. Immerhin gab es für ihn auch keinen Grund, diesen zu verschweigen, da Otto eindeutig als Sieger aus der Kraftprobe hervorgegangen war. So kann diese Lücke in Adalberts Chronik nicht eindeutig erklärt werden.

Die vier Quellen, dieses Mal nur eine ostfränkische, haben bei der Darstellung je eigene Akzente gesetzt (wobei Richer in diesem Fall eng an der Vorlage Flodoards blieb). Gemeinsam ist den westfränkischen Darstellungen die Schilderung einer großen Versöhnung aller Beteiligten. Allerdings unterscheiden sie sich insofern, als es bei Flodoard und Richer der ostfränkische König Otto I., aber bei Dudo erwartungsgemäß der Normanne Wilhelm Langschwert ist, der den Frieden zwischen den Gegnern vermittelt. Adalbert hingegen weiß von keinem Treffen der Könige, nur von einem großen Feldzug Ottos nach Westen. In diesem Fall liefern die Westfranken eindeutig die detaillierteren Informationen über das Ereignis, wobei die ostfränkischen Historiografen über den Frieden von Visé eigentlich gänzlich schweigen.

IV. Die Synode von Ingelheim (948)

Für einen Zeitraum von vier Jahren blieben beide Könige, die sich 942 in Visé getroffen hatten, innerhalb der Grenzen ihrer Reiche. Doch während Otto in seinem Herrschaftsbereich uneingeschränkt anerkannt wurde, sah sich Ludwig IV. nach wie vor einer Reihe von aufsässigen Großen gegenüber. Neben Hugo Magnus und Heribert II. zählten auch die Normannen zu seinen innenpolitischen Gegnern. Nachdem aber Wilhelm I. Langschwert und Heribert II. von Vermandois gestorben waren, schien sich die Lage für den Karolinger zu bessern. Als er sich allerdings in der Normandie in die Angelegenheiten der skandinavischen Einwanderer einmischen wollte, wurde er gefangen genommen und an Hugo Magnus ausgeliefert. Erst nachdem seine Gemahlin Gerberga die Stadt Laon an einen Gefolgsmann Hugos übergeben hatte, wurde Ludwig freigelassen. Nun stand die Herrschaft der westfränkischen Karolinger auf denkbar unsicherem Grund. Mit Laon hatte Hugo seinen letzten befestigten Stützpunkt verloren.

Jetzt erwies sich die Vermittlung Ottos im Jahr 942 als vorteilhafter Präzedenzfall. Der Ostfranke hatte die Versöhnung Ludwigs und Hugos quasi erzwungen. Dadurch sicherte er das Gleichgewicht der Kräfte im Westfrankenreich und empfahl sich auch als Garant des Friedens zwischen den beiden westfränkischen Kontrahenten. Da Hugo inzwischen im Begriff war, eine übermächtige Stellung im Westen zu erreichen, musste Otto den Frieden von 942 als gebrochen ansehen. Um zu verhindern, dass an die Stelle eines schwachen Karolingers ein starker Robertiner trat, war ein Eingreifen zugunsten Ludwigs nötig. Außerdem sollte die Rolle von Gerberga nicht unterschätzt werden. Als Schwester Ottos I. fand ihr Wort in Ostfranken Gehör. Allerdings war auch Hugo Magnus mit einer Schwester des Sachsen verheiratet, daher dürften sich die Familienbande der Robertiner und Karolinger zu den Liudolfingern eher gegenseitig neutralisiert haben. Hinzu kam, dass Otto ursprünglich gegen die Verbindung von Ludwig und Gerberga eingestellt war. Im Jahr 946 dürften ihn also vielmehr politische Motive zu einer Intervention bewogen haben.

Ottos Erscheinen in Westfranken änderte die Machtverhältnisse schlagartig. Sein großes Heer vereinigte sich mit dem Ludwigs und zwang Hugos Truppen, sich in die befestigten Städte zurückzuziehen. Es gelang Otto und Ludwig zwar nicht, Paris und Laon zu erobern, aber der karolingerfreundliche Erzbischof Artold konnte nach Reims zurückgeführt werden. Zuvor war er durch einen Sohn Heriberts II. ersetzt worden. Da den vereinten Streitkräften der beiden fränkischen Könige kein durchschlagender Erfolg gelungen war, zogen sie sich vorerst zurück. Aber damit gab sich Otto nicht zufrieden. Um insbesondere den Streit um den Reimser Erzstuhl zu entscheiden, wurden 947 in Verdun und 948 in Mouzon Synoden einberufen, doch ohne dass der Konflikt beigelegt werden konnte. Aus diesem Grund traf sich im Juni 948 eine große Universalsynode in Ingelheim.

Die Wahl des Tagungsortes spricht für sich. Obwohl eigentlich vordringlich ein westfränkischer Kirchenstreit zur Debatte stand, traf sich die Synode in Ingelheim, also im Ostfränkischen Reich. Nur die Autorität Ottos I. schien eine effektive Durchsetzung der Synodalbeschlüsse gewährleisten zu können. Dazu muss aber angemerkt werden, dass auch über andere Fragen beraten wurde. Beispielsweise wurden Entschlüsse hinsichtlich der ottonischen Missionsinitiativen in Skandinavien getroffen. Trotzdem blieb der wichtigste Punkt die Besetzung des Reimser Erzstuhls. Obwohl also eigentlich viele Bischöfe aus Westfranken hätten kommen müssen, waren Artold von Reims und Raoul von Laon die einzigen von ihnen, die erschienen waren. Dafür hatte sich nahezu der gesamte ostfränkische Episkopat in Ingelheim eingefunden. Aber trotz der faktischen Vormachtstellung Ottos I. wurde offiziell Wert auf die Gleichrangigkeit der beiden Könige gelegt. Sie traten gemeinsam als Häupter des fränkischen Abendlandes auf. Zusammen wurden die Kirchenangelegenheiten von Ost und West besprochen. Dabei entsteht beinahe der Eindruck, die Trennung der Reiche sei wieder aufgehoben. Otto und Ludwig handelten vereint, wie es früher die karolingischen Brüder getan hatten. Tatsächlich waren sie inzwischen miteinander verschwägert, was die Annäherung von Karolingern und Ottonen erleichtert hatte. Die lateinischen Texte mussten für die beiden Könige, die kein Latein verstanden, erst übersetzt werden. Für Ferdinand Lot steht fest, dass vom Lateinischen ins Althochdeutsche oder Altsächsische übersetzt wurde, weil die Synode in Ottos Reich stattfand.[67] Vor allem der Anfang des Synodalprotokolls ist für diese Untersuchung von Bedeutung. Es beginnt mit den Worten:

In nomine sanctȩ et individuȩ trinitatis. Anno ab incarnacione domini DCCCCXLVIII, indictione VI, VII Idus Iunii, anno serenissimi regis Ottonis XIII, ipso quoque cum illustrissimo rege Ludwowico in presentia manente sancta ac generalis sinodus apud Engilenheim in ȩcclesia sancti Remigii confessoris Christi in pago Nahgouui dicto collecta est.[68]

Dem „durchlauchtigsten“ König Otto wird der „sehr berühmte“ Ludwig gegenübergestellt. Da die Synode in Ottos Reich tagte, ist es nicht verwunderlich, dass er mit dem Titel des Landesherrn angesprochen wurde. Doch wird hier grundsätzlich die Ranggleichheit der Könige gewahrt. Im Folgenden soll untersucht werden, inwieweit das auch auf die erzählenden Quellen zutrifft.

Erfreulicherweise liegt ein sehr ausführlicher Bericht von Flodoard vor. Er reiste im Gefolge Erzbischof Artolds 948 nach Ingelheim und konnte daher aus erster Hand über die Synode berichten.[69] Trotzdem scheint er gegenüber Artolds Rivalen um den Erzstuhl in Reims, Hugo von Vermandois, keine genuin feindliche Haltung eingenommen zu haben. Für ihn schien es stattdessen bis zur Synodalentscheidung zwei legitime Erzbischöfe von Reims zu geben.[70]

In seiner Schilderung begann alles mit einer Reise des päpstlichen Legaten Marinus zu Otto, um diesen zur Einberufung einer allgemeinen Synode zu bewegen. Interessanterweise berichtet der Reimser Kleriker auch von Kopien eines päpstlichen Briefes an bestimmte Bischöfe Galliae Germaniaeque, um sie zur Synode einzuladen.[71] Dabei ist er aber wahrscheinlich von der antiken Diözesaneinteilung aus kirchlicher Perspektive ausgegangen. Denn sonst verwendet er die Begriffe Gallien und Germanien nicht, um das Ost- und Westfrankenreich voneinander zu unterscheiden. Offenbar erkannte auch Flodoard den hohen Rang und den politischen Einfluss des ostfränkischen Königs an. Nur so ist zu erklären, dass er Ottos Rolle in dieser Weise betont. Erst durch dessen Protektion kann die Synode überhaupt zustande kommen. In der Königspfalz von Engulenhein versammelte sich fast der gesamte Episkopat des Ostfränkischen Reiches. Den Tagungsort bildete die Kirche des Heiligen Remigius in Ingelheim, was passend gewählt war, da Reims, um dessen Erzstuhl gestritten wurde, als Heimatdiözese des Heiligen galt. Außerdem erschienen Artold von Reims und Raoul von Laon als einzige Bischöfe aus Westfranken. Flodoard zählt sie alle in seinem Bericht auf.[72] Dabei kam ihm zugute, dass er die Synode selbst als Augenzeuge erlebt hatte.

Nachdem alle Bischöfe ihre Sitze eingenommen haben, treten die beiden Könige gemeinsam ein. Zuerst ergreift der päpstliche Legat Marinus das Wort. Dann erhebt sich Ludwig und trägt mit der Erlaubnis König Ottos seinen Fall vor.[73] Diese Stelle ist wichtig. Weshalb benötigt Ludwig die Erlaubnis Ottos? Offiziell amtiert Marinus als Vorsitzender der Synode. Hier sollte nicht von einer generellen Unterordnung Ludwigs ausgegangen werden, auch wenn die faktische Vorherrschaft des Ostfranken den Anwesenden bewusst gewesen sein dürfte. Vielmehr handelt es sich wohl eher um eine Geste der Höflichkeit, zuerst von Otto die Erlaubnis einzuholen, weil die Synode in seinem Reich tagt. Das scheint die wahrscheinlichste Variante zu sein. Denn sonst kennt Flodoard keine Unterordnung des westfränkischen Königs gegenüber einem anderen Herrscher, auch nicht gegenüber Otto, den er tatsächlich in sehr gutem Licht darstellt. Er gilt hier als starker und treuer Verbündeter seines Schwagers.

Auf der einen Seite sollte in Ingelheim ein politischer Konflikt zwischen König Ludwig IV. und Hugo Magnus und andererseits der Streit um den Reimser Erzstuhl zwischen Artold und Hugo von Vermandois, dem Sohn von Heribert II., geklärt werden. Diese Konflikte bedrohten die Ordnung im regnum Francorum.[74] Damit dürfte tatsächlich nur das Westfrankenreich gemeint sein. Denn Ostfranken war von diesen Streitigkeiten nicht wirklich betroffen.

Dem Urteil (judicium) der Synode und der Anweisung (praeceptio […]) von König Otto wolle Ludwig sich beugen.[75] Er würde sein Recht zur Not aber auch in einem Zweikampf mit Hugo Magnus verteidigen. Ottos Autorität erscheint Flodoard so groß, dass sie hier im selben Satz neben die Entscheidung der Synode gestellt wird. Zwischen den Zeilen kann hier wohl herausgelesen werden, dass sich Flodoard bewusst war, dass Ludwigs Position in Westfranken inzwischen von der Unterstützung durch den ostfränkischen König abhängig war. Otto kann über die Ausführung des Synodalbeschlusses bestimmen, Ludwig kommt ein solches Recht nicht zu.

Wie nicht anders zu erwarten, entspricht die Synode den Wünschen Ludwigs und Artolds. Während Artold wieder auf den Erzstuhl in Reims gesetzt werden sollte, wird das Verhalten von Hugo Magnus gegenüber seinem König scharf verurteilt. Die Ausführung dieses Beschlusses obliegt dem Ratschluss Ottos. Er sendet seinen Schwiegersohn Konrad den Roten, den Herzog von Lothringen, um Ludwig gegen dessen inimicos zu helfen.[76] Gemeinsam eilen sie von Sieg zu Sieg, was Flodoard detailliert schildert und auch Konrad in günstigem Licht erscheinen lässt. Die Ostfranken helfen dem bedrängten König im Westen, nachdem sie zuvor den Segen der Kirche für dieses Unternehmen empfangen haben.

Auch bei Richer betreten die beiden Könige Otto und Ludwig gemeinsam die Kirche des Heiligen Remigius in Ingelheim. Dass die Leitung Erzbischof Ruotbert von Trier, also einem Ostfranken übertragen wird, erklärt Richer mit dessen großer „Weisheit“ und „Beredsamkeit“, nicht mit der Vormachtstellung Ottos I.[77] Es ist bezeichnend, dass Ruotbert in seiner Rede von den Problemen „Galliens“ spricht und das Reich Ludwigs IV. nicht regnum Francorum occidentalium oder regnum Francorum nennt.[78] Dass Ruotbert wohl tatsächlich „Gallien“ und nicht „Reich der Westfranken“ gesagt hat, bestätigt das Synodalprotokoll.[79] Das kann allerdings auch mit der kirchlichen Perspektive zusammenhängen, die Ruotbert als Geistlicher verinnerlicht haben dürfte. Die kirchliche Einteilung des Abendlandes verlief nicht immer deckungsgleich mit der weltlichen. Lothringen etwa gehörte vom Standpunkt der universalen Kirche zur Gallia.

Im Gegensatz zu Flodoard verschweigt Richer die Unterwerfung Ludwigs unter den Entschluss der Synode und die Anweisungen Ottos I. Stattdessen erwähnt er nur den Wunsch des westfränkischen Königs, sein Recht notfalls durch einen Zweikampf mit dem Herzog auszutragen.[80] In diesem Punkt ist sich Richer verständlicherweise mit Flodoard einig, aber auch an anderer Stelle wird von dieser Aussage des Karolingers berichtet.[81]

Mit der Rede des Marinus greift Richer wieder den offiziellen Titel der westfränkischen Könige auf. Marinus bezeichnet ihn als den dominum et regem Francorum.[82] Aber trotz der sehr wohlwollenden Darstellung des westfränkischen Königs, der hier nicht gerade im Zenit seiner Macht stand, wird auch Ottos Unterstützung für seinen Schwager nicht unterschlagen. Der ostfränkische König ist Ludwig wohlgesonnen und will die adversarios des tanti regis Ludwig notfalls mit den strictis gladiis seiner Krieger bekämpfen.[83] Auch das gemeinsame Schreiben der Synode an Hugo Magnus, wie es von Richer wiedergegeben wird, zeigt die Eintracht aber auch Gleichrangigkeit der beiden Könige. Immerhin sei die Synode in Ingelheim sub domnis atque orthodoxis regibus Ludouico et Ottone zusammengetreten.[84] Unmittelbare Folge des Synodalbeschlusses ist, dass Ludwig ab Ottone rege ein Heer unter der Führung Konrads des Roten erhält.[85] Diesen Umstand, der Ludwigs Hilflosigkeit zeigt, wusste Richer offenbar nicht anders darzustellen. In jedem Fall ist er weit davon entfernt, die Rolle des ostfränkischen Herrschers bei den Vorgängen während und nach der Synode zu ignorieren.

Die Synode von Ingelheim erwähnt Widukind genauso wenig wie den Bonner Vertrag. Aber auch hier liefert er eine Fassung der Geschichte, die eine Synode unnötig erscheinen lässt. Otto I. dringt nach „Gallien“ ein und zwingt Hugo Magnus, den gefangenen König Ludwig freizulassen.[86] Bei Widukind ist es nicht die Herausgabe der Stadt Laon durch die Königin Gerberga, die den mächtigen dux Francorum dazu bewegt, sondern allein die Nachricht von der Ankunft eines mächtigen ostfränkischen Heeres. Gerberga konnte Laon in Widukinds Version der Geschichte auch nicht an Hugo abtreten, da diese Stadt sich bereits in dessen Händen befindet und nun genau wie Reims von Ottos Heer erobert werden muss. Aber statt eine Synode zur Klärung des Reimser Streits einzuberufen, setzt der ostfränkische König den contra jus eingesetzten Erzbischof Hugo von Vermandois ab und Artold wieder ein.[87] In Widukinds Geschichte handelt Otto I. also nicht als Vollstrecker eines Synodalbeschlusses, sondern agiert kraft eigener Machtvollkommenheit. Er verhält sich aber uneigennützig und gibt Ludwig alle Städte zurück, die er zuvor erobert hatte.[88] Da der ostfränkische König mit seinem Feldzug nach Westen bereits alle Angelegenheiten regeln und seinen Schwager wieder in seine Stellung einsetzen konnte, muss in Widukinds Schilderung keine Synode einberufen werden. Ob diese Darstellung mit Widukinds offensichtlicher Vorliebe für die Schilderung kriegerischer Zusammenstöße oder mit seiner Abneigung gegen die Einmischung der Kirche in die weltlichen Händel der Könige zusammenhängt, ist unklar. Denn dass der belesene Mönch aus Corvey nicht über eine allgemeine Universalsynode in Ostfranken informiert gewesen sein sollte, bei deren Zusammentreten er überdies bereits geboren war, ist äußerst unwahrscheinlich. Folglich muss es sich um ein bewusstes Verschweigen handeln.

Die Ereignisse während der Synode von Inglenheim werden von Adalbert knapp beschrieben.[89] Die Sache Hugos von Vermandois wird verworfen und Artolds Wiedereinsetzung beschlossen. Interessant ist aber Adalberts Darstellung von Ludwig. Ließ dessen erste Erwähnung durch Adalbert noch erwarten, dass der Karolinger ebenso negativ wie Karl III. dargestellt werden würde, so wird Ludwig 948 (immerhin inzwischen Schwager und Verbündeter von Otto I.) in deutlich helleren Farben gezeichnet. Er und Otto werden als incliti reges bezeichnet. Die negative Darstellung von karolingischen Königen hängt bei Adalbert daher wahrscheinlich stets mit ihrer Gegnerschaft zu den Liudolfingern zusammen. Sind sie mit diesen aber verbündet, fallen die schlechten Charaktereigenschaften weg.

Auch wenn Adalbert sich mit der Synode offensichtlich befasst hat, bleibt seine Schilderung doch sehr knapp, wenn sie mit denjenigen Flodoards und Richers verglichen wird. Widukind ignoriert sie ebenso, wie er die Verträge von Bonn und Visé unterschlagen hatte. Möglicherweise hängt das auch mit seiner Perspektive zusammen. Denn in der Sachsengeschichte finden sich immer wieder längere Passagen, die hauptsächlich sächsische Angelegenheiten zum Thema haben. Manche Geschehnisse in Westfranken erschienen ihm daher vielleicht oft nicht relevant, wenn seine sächsische Heimat nicht unmittelbar betroffen war. Die beiden westfränkischen Historiografen dagegen widmen den Ereignissen in Ingelheim dagegen große Aufmerksamkeit und liefern viele wichtige Informationen zum Ablauf der Generalsynode.

[...]


[1] Widukind von Corvey: Widukindi monachi Corbeiensis rerum gestarum Saxonicarum libri tres, hg. von Hirsch, Paul/Lohmann, Hans-Eberhard, 5. Auflage (MGH SS rer. Germ. 60), Hannover 1935, lib. I, c. 29, S.42.

[2] Vgl. Brühl, Carlrichard: Die Anfänge der deutschen Geschichte (Sitzungsberichte der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main / Wissenschaftliche Gesellschaft an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität 10,5), Wiesbaden 1972, S. 180.

[3] Vgl. Brühl, Carlrichard: Deutschland – Frankreich. Die Geburt zweier Völker, 2., verb. Aufl., Köln/Wien 1995, S. 716.

[4] Vgl. Ehlers, Joachim: Rezension zu Deutschland - Frankreich. Die Geburt zweier Völker von Carlrichard Brühl, in: Historische Zeitschrift 256 (1993), Heft 2, S. 454-458, hier S. 456 f.

[5] Vgl. Ehlers, Joachim: Die Anfänge der französischen Geschichte, in: Historische Zeitschrift 240 (1985), Heft 1, S. 1-44, hier S. 44.

[6] Vgl. Schlesinger Walter: Die Königserhebung Heinrichs I. Der Beginn der deutschen Geschichte und die deutsche Geschichtswissenschaft, in: Historische Zeitschrift 221 (1975), Heft 3, S. 529-552, hier S. 549 f.

[7] Vgl. Müller-Mertens, Eckhard: Frankenreich oder Nicht-Frankenreich? Überlegungen zum Reich der Ottonen anhand des Herrschertitels und der politischen Struktur des Reiches, in: Brühl, Carlrichard/Schneidmüller, Bernd (Hgg.): Beiträge zur mittelalterlichen Reichs- und Nationenbildung in Deutschland und Frankreich (Historische Zeitschrift/Beihefte 24), München 1997, S. 45-52, hier S. 45.

[8] Hlawitschka, Eduard: Der Übergang von der fränkischen zur deutschen Geschichte. Ein Abwägen von Kriterien, in: Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte 59 (1996), S. 365-394, hier S. 391.

[9] Vgl. Kienast, Walther: Deutschland und Frankreich in der Kaiserzeit (900-1270), 2., völlig neu bearb. u. stark erw. Aufl. (Beiträge zur Geschichte des Mittelalters 9, I), Stuttgart 1974, S. 49.

[10] Vgl. Schneidmüller, Bernd: Reich – Volk – Nation. Die Entstehung des Deutschen Reiches und der deutschen Nation im Mittelalter, in: Bues, Almut/Rexheuser, Rex (Hgg.): Mittelalterliche nationes – neuzeitliche Nationen: Probleme der Nationenbildung in Europa (Deutsches Historisches Institut Warschau/Quellen und Studien 2), Wiesbaden 1995, S. 73-101, hier S. 100.

[11] Vgl. Bautier, Robert-Henri: L´historiographie en France au Xe et Xie siècles, in: La Storiografia altomedievale (Settimane di Studio della Fondazione Centro Italiano di Studi sull' alto Medioevo 17), Spoleto 1970, S. 793-850, hier S. 808.

[12] Vgl. Schneidmüller, Bernd: Französisches Sonderbewußtsein in der politisch-geographischen Terminologie des 10. Jahrhunderts, in: Beumann, Helmut (Hg.): Beiträge zur Bildung der französischen Nation im Früh- und Hochmittelalter (Nationes 4), Sigmaringen 1983, S. 49-91, hier S. 59.

[13] Brühl (wie Anm. 3), S. 564.

[14] Vgl. Kortüm, Hans-Henning: Richer von Saint-Remi. Studien zu einem Geschichtsschreiber des 10. Jahrhunderts (Historische Forschungen 8), Stuttgart u.a. 1985, S. 12.

[15] Vgl. Sot, Michel: Richer de Reims a-t-il écrit une Histoire de France?, in: Bercé, Yves-Marie/Contamine, Philippe (Hgg.): Histoires de France, Historiens de la France (Publications de la Société de l´Histoire de France 510), Paris 1994, S. 47-58, hier S. 57.

[16] Vgl. Schneidmüller, Bernd: Karolingische Tradition und frühes französisches Königtum. Untersuchungen zur Herrschaftslegitimation der westfränkisch-französischen Monarchie im 10. Jahrhundert (Frankfurter Historische Abhandlungen 22), Wiesbaden 1979, S. 59.

[17] Vgl. Ehlers, Joachim: Karolingische Tradition und frühes Nationalbewusstsein in Frankreich, in: Francia. Forschungen zur westeuropäischen Geschichte 4 (1976), S. 213-235, hier S. 226.

[18] Werner, Karl Ferdinand: Das hochmittelalterliche Imperium im politischen Bewußtsein Frankreichs (10.-12. Jahrhundert), in: Historische Zeitschrift 200(1965), Heft 1, S. 1-60, hier S. 10.

[19] Vgl. Einleitung zu Dudo von St. Quentin: History of the Normans, hg. von Eric Christiansen, Woodbridge u.a. 1998, S. IX.

[20] Ehlers, Joachim: Die Entstehung des Deutschen Reiches , 4. Aufl. (Enzyklopädie deutscher Geschichte 31), München 2012, S. 42.

[21] Vgl. Eggert, Wolfgang: Das Wir-Gefühl bei fränkischen und deutschen Geschichtsschreibern bis zum Investiturstreit, in: Eggert, Wolfgang/Pätzold, Barbara (Hgg.): Wir-Gefühl und Regnum Saxonum bei frühmittelalterlichen Geschichtsschreibern (Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte 31), Weimar 1984, S. 13-179, hier S. 87.

[22] Vgl. Beumann, Helmut: Widukind von Korvei. Untersuchungen zur Geschichtsschreibung und Ideengeschichte des 10. Jahrhunderts (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen/Abhandlungen zur Corveyer Geschichtsschreibung 3), Weimar 1950, S. 1.

[23] Vgl. Beumann, Helmut: Historiographische Konzeption und politische Ziele Widukinds von Corvey, in: La Storiografia altomedievale (Settimane di Studio della Fondazione Centro Italiano di Studi sull' alto Medioevo 17), Spoleto 1970, S. 857-894, hier S. 858 f.

[24] Vgl. Beumann, Helmut: Einhard und die karolingische Tradition im ottonischen Corvey, in: Beumann, Helmut (Hg.): Ideengeschichtliche Studien zu Einhard und anderen Geschichtsschreibern des früheren Mittelalters, 2., unveränd. Aufl., Darmstadt 1969, S. 15-39, hier S. 25.

[25] Vgl. Beumann (wie Anm. 22), S. 222 f.

[26] Vgl. Ruotger von St. Pantaleon: Ruotgeri Vita Brunonis Archiepiscopi Coloniensis, hg. von Irene Ott (MGH SS rer. Germ. N.S. 10), Weimar 1951, S. X.

[27] Vgl. Eggert (wie Anm. 21), S. 94.

[28] Vgl. Pätzold, Barbara: Die Auffassung des ostfränkisch-deutschen Reiches als „regnum Saxonum“ in Quellen des 10. Jahrhunderts (vornehmlich bei sächsischen Geschichtsschreibern), in: Eggert, Wolfgang/Pätzold, Barbara (Hgg.): Wir-Gefühl und Regnum Saxonum bei frühmittelalterlichen Geschichtsschreibern (Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte 31), Weimar 1984, S. 181-286, hier S. 273 f.

[29] Vgl. ebd., S. 276.

[30] Vgl. Thietmar von Merseburg: Thietmari Merseburgensis Episcopi Chronicon, hg. von Robert Holtzmann (MGH SS rer. Germ. N.S. 9), Berlin 1935, S. XXVIII f.

[31] Vgl. Büttner, Heinrich: Heinrichs I. Südwest- und Westpolitik (Vorträge und Forschungen/Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte/ Sonderband 2), Konstanz/Stuttgart 1964, S. 15.

[32] Vgl. Giese, Wolfgang: Heinrich I. Begründer der ottonischen Herrschaft (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance), Darmstadt 2008, S. 82.

[33] Vgl. Schneidmüller, Bernd: Fränkische Bindungen. Heinrich I., Otto der Große, Westfranken und Burgund, in: Puhle, Matthias (Hg.): Otto der Große. Magdeburg und Europa, Mainz 2001, S. 503-516, hier S. 505.

[34] Vgl. Ehlers, Joachim: Das westliche Europa (Die Deutschen und das europäische Mittelalter 3), München 2004, S. 128.

[35] Vgl. Ehlers (wie Anm. 5), S. 30.

[36] Vgl. Wolfram, Herwig: Lateinische Herrschertitel im neunten und zehnten Jahrhundert, in: Wolfram, Herwig (Hg.): Lateinische Herrscher- und Fürstentitel im neunten und zehnten Jahrhundert (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung/Ergänzungsband 24), Graz/Köln/Wien 1973, S. 19-178, hier S. 127-129.

[37] Flodoard von Reims: Les Annales de Flodoard, hg. von Philippe Lauer, Paris 1905, ad. a. 920, S. 3.

[38] Ebd. ad. a. 921, S. 6.

[39] Ebd. ad.a. 923, S. 12.

[40] Vgl. Falkowski, Wojciech: Contra legem regem sibi elegerunt. Les principes régissant l'exercice du pouvoir royal sous le règne de Charles le Simple, in: Cahiers de civilisation médiévale 35 (1992), Heft 139, S. 227-239, hier S. 237.

[41] Vgl. Voss, Ingrid: Herrschertreffen im frühen und hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den Begegnungen der ostfränkischen und westfränkischen Herrscher im 9. und 10. Jahrhundert sowie der deutschen und französischen Könige vom 11. bis 13. Jahrhundert (Archiv für Kulturgeschichte/Beihefte 26), Köln/Wien 1987, S. 206.

[42] Vgl. Bezzola, Gian Andri: Das Ottonische Kaisertum in der französischen Geschichtsschreibung des 10. und beginnenden 11. Jahrhunderts (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 18), Graz 1956, S. 28.

[43] Vgl. Jacobsen, Peter Christian: Die Titel princeps und domnus bei Flodoard von Reims (893/4-966), in: Mittellateinisches Jahrbuch 13 (1978), S. 50-72, hier S. 61 f.

[44] Vgl. Jacobsen, Peter Christian: Flodoard von Reims. Sein Leben und seine Dichtung „De triumphis Christi“ (Mittellateinische Studien und Texte 10), Leiden u.a. 1978, S. 19.

[45] Flodoard von Reims (wie Anm. 37) ad. a. 923, S. 18.

[46] Ebd. ad. a. 925, S. 33.

[47] Richer von Saint-Remi: Historiae, hg. von Hartmut Hoffman (MGH SS 38), Hannover 2000, lib. III, c. 20, S. 57.

[48] Richer von Saint-Remi (wie Anm. 47), lib. I, c. 24, S. 63.

[49] Adalbert von Magdeburg: (Adalberti) Continuatio Reginonis, hg. von Friedrich Kurze (MGH SS rer. Germ. 50), Hannover 1890, ad. a. 923, S. 157.

[50] Vgl. ebd. ad. a. 924, S. 157.

[51] Adalbert von Magdeburg (wie Anm. 49) ad. a. 925, S. 157.

[52] Ebd. ad. a. 922, S. 157.

[53] Widukind von Corvey (wie Anm. 1), lib. I, c. 27, S. 40.

[54] Ebd., lib. I, c. 29, S. 42.

[55] Vgl. ebd., lib. I, c. 33, S. 46.

[56] Widukind von Corvey (wie Anm. 1), lib. I, c. 30, S. 42.

[57] Thietmar von Merseburg (wie Anm. 30), lib. I, c. 23, S. 30.

[58] Vgl. Kolb, Werner: Herrscherbegegnungen im Mittelalter (Europäische Hochschulschriften/Geschichte und ihre Hilfswissenschaften 359), Bern u.a. 1988, S. 58.

[59] Vgl. Reuter, Timothy: Ottonische Neuanfänge und karolingische Tradition, in: Schneidmüller, Bernd/Weinfurter, Stefan (Hgg.): Ottonische Neuanfänge, Mainz am Rhein 2001, S. 179-188, hier S. 181.

[60] Vgl. Werner, Karl Ferdinand: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000 (Geschichte Frankreichs 1), Stuttgart 1989, S. 494.

[61] Vgl. Flodoard von Reims (wie Anm. 37) ad. a. 942, S. 85 f.

[62] Richer von Saint-Remi (wie Anm. 47), lib. II, c. 29, S. 119.

[63] Dudo von St. Quentin: De Moribus et Actis primorum Normanniae Ducum, hg. von Jules Lair, Caen 1865, c. 51, S. 195.

[64] Ebd., c. 54, S. 198.

[65] Ebd., c. 88, S. 245.

[66] Adalbert von Magdeburg (wie Anm. 49), ad. a. 939, S. 160.

[67] Vgl. Lot, Ferdinand: Les Carolingiens parlaient-ils francais?, in: Centre de Recherches d´Histoire et de Philologie de la IVe Section de l´Ecole pratique des Hautes Etudes (Hg.): Récueil des Travaux historiques de Ferdinand Lot 3, Genève 1973, S. 9-12, hier S. 10.

[68] Concilia Aevi Saxonici, hg. von Ernst-Dieter Hehl (Conc. 6,1), Hannover 1987, S. 157.

[69] Vgl. Fuhrmann, Horst: Die „heilige und Generalsynode“ des Jahres 948 (1964), in: Zimmermann, Harald (Hg.): Otto der Grosse (Wege der Forschung 450), Darmstadt 1976, S. 46-55, hier S. 49.

[70] Vgl. Sot, Michel: Un Historien et son Église au Xe Siècle. Flodoard de Reims, Paris 1993, S. 294 f.

[71] Flodoard von Reims (wie Anm. 37) ad. a. 948, S. 109.

[72] Vgl. Flodoard von Reims (wie Anm. 37) ad. a. 948, S. 110 f.

[73] Ebd. ad. a. 948, S. 111 f.

[74] Ebd. ad. a. 948, S. 110.

[75] Ebd. ad. a. 948, S. 112.

[76] Flodoard von Reims (wie Anm. 37) ad. a. 948, S. 115.

[77] Richer von Saint-Remi (wie Anm. 47), lib. II, c. 70, S. 208.

[78] Ebd., lib. II, c. 71, S. 150.

[79] Ottonis magni constitutiones, hg. von Georg Heinrich Pertz (MGH LL 2), Hannover 1837, S. 19.

[80] Vgl. Richer von Saint-Remi (wie Anm. 47), lib. II, c. 73, S. 152.

[81] Vgl. Ottonis magni constitutiones (wie Anm. 79), S. 20.

[82] Richer von Saint-Remi (wie Anm. 47), lib. II, c. 75, S. 153.

[83] Richer von Saint-Remi (wie Anm. 47), lib. II, c. 76, S. 154.

[84] Ebd., lib. II, c. 77, S. 154.

[85] Ebd., lib. II, c. 82, S. 158.

[86] Widukind von Corvey (wie Anm. 1), lib. III, c. 2, S. 104.

[87] Ebd., lib. III, c. 3, S. 107.

[88] Vgl. ebd., lib. III, c. 4, S. 107.

[89] Adalbert von Magdeburg (wie Anm. 49) ad. a. 948,S. 163.

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten

Details

Titel
Die Beziehungen der Ottonen zu den letzten Karolingern. Vom Bonner Vertrag bis zum Tod König Lothars (921-986)
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Seminar für Mittelalterliche Geschichte I)
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
53
Katalognummer
V436276
ISBN (eBook)
9783668766488
ISBN (Buch)
9783668766495
Dateigröße
743 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ottonen, Karolinger, Deutschland, Frankreich, Ostfrankenreich, Westfrankenreich, Mittelalter, Otto der Große, Ludwig IV., Heinrich I., Lothar, Otto II., Karl III. der Einfätige, Thietmar von Merseburg, Widukind von Corvey, Dudo von St. Quentin, Heiliges Römisches Reich
Arbeit zitieren
Daniel Scholaster (Autor), 2014, Die Beziehungen der Ottonen zu den letzten Karolingern. Vom Bonner Vertrag bis zum Tod König Lothars (921-986), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436276

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