Kreditrating durch Bilanzanalyse – Möglichkeiten und Grenzen


Seminararbeit, 2003

22 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Formelverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1 Begriffsbestimmung
1.1 Quantitatives Rating
1.2 Qualitatives Rating

2 Die klassische Bilanzanalyse
2.1 Beurteilung der Finanzlage
2.2 Beurteilung der Erfolgslage

3 Die lineare Diskriminanzanalyse
3.1 Vorgehensweise
3.2 Kritikpunkte

4 Die logistische Regressionsanalyse
4.1 Vorgehensweise
4.2 Kritikpunkte

5 Neuronale Netze
5.1 Funktionsweise
5.2 Kritikpunkte

6 Fuzzy-Systeme
6.1 Begriffserläuterung
6.2 Vorgehensweise am Beispiel des Bilanzierungsverhaltens
6.3 Kritikpunkte
6.4 Neuronale Netze und Fuzzy-Systeme

7 Schlussbetrachtungen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formelverzeichnis

Formel 1 – Anlagendeckung

Formel 2 – Gesamtkapitalverzinsung

Formel 3 – Umsatzrentabilität

Formel 4 – Berechnung des Diskriminanzwertes dc

Formel 5 – Logistische Regression

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 – Lineare Diskriminanzanalyse mit zwei Merkmalen

Abbildung 2 – Logistische Regression

Abbildung 3 – Modell eines einfacheren neuronalen Netzes

Abbildung 4 – Einsatz des Fuzzy-Systems beim Bilanzierungsverhalten

Einleitung

Bei einer immer größer werdenden Transaktionsdichte im Kreditbereich nimmt der Prüfungs- und Verwaltungsaufwand für Banken ständig zu. Verstärkt wird die Zunahme dieses Arbeitsaufwandes durch Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. An dieser Stelle kann z.B. auf das Konsultationspapier „A New Capital Adequacy Framework“[1] des Baseler Ausschlusses verwiesen werden. Allgemeinere Bekanntheit erlangte dieses Konsultationspapier unter der Bezeichnung „Basel II“. Zusätzlich zu den Vorgaben von Basel I, die u.a. besagen, dass Kreditinstitute maximal das 12,5 fache des Ihnen zur Verfügung stehenden Eigenkapitals ausleihen dürfen, spielt nun mit Inkrafttreten von Basel II das individuelle Ausfallrisiko des Kunden ebenfalls eine wichtige Rolle. Dies bedeutet zum Beispiel, dass zukünftig die Bonität eines einzelnen Kunden die Eigenkapitalbelastung eines Kreditinstitutes beeinflussen wird.

Die individuelle Kundenbonität wird durch Ratings beurteilt. Auf Grund des großen Umfanges bei den Prüfungshandlungen durch die Mitarbeiter eines Kreditinstitutes und den immer weiter ansteigenden Personalkosten ist es erforderlich, Systeme einzuführen, welche die Bonität der Kunden überprüfen, um auf diesem Wege Kosten einzusparen. Außerdem muss sichergestellt sein, dass objektive Ergebnisse bei der Bewertung der Unternehmen erzielt werden.

Im Folgenden geht diese Arbeit auf die Möglichkeiten und Grenzen des Kreditratings durch Bilanzanalyse ein. Dabei soll gezeigt werden, wie ein verlässliches Urteil über die Kundenbonität mit Hilfe verschiedener zum Teil in der Praxis bewährter Verfahren erzielt werden kann. Es werden die Funktionsweisen der Modelle aufgezeigt und anschließend die Kritikpunkte zu dem entsprechenden Verfahren diskutiert.

1 Begriffsbestimmung

Um vergleichende Urteile zu bilden, kann die Meinung über den zu beurteilenden Sachverhalt bzw. Gegenstand in eine Note umgewandelt und auf einer metrischen Skala abgetragen werden.[2] Auf internationalen Finanzmärkten wird das Rating auch als übliche standardisierte Kennziffer zur Einstufung der Bonität eines internationalen Schuldners verwendet. Bezieht sich das Ratingurteil auf ein Land, so spricht man vom Länderrating. Beurteilt das Rating ein Unternehmen, so liegt in den meisten Fällen ein Emittentenrating vor.[3]

Keinesfalls darf der Begriff „Rating“ mit den schon bekannten Begriffen „Kreditwürdigkeitsprüfung“ bzw. „Bonitätsprüfung“ verwechselt werden. Das Rating hat sich im Verlauf der Zeit den Anforderungen der Wirtschaftspraxis angepasst. Vielfach wird der Begriff des Ratings falsch interpretiert, er wird meist im Zusammenhang mit dem Begriff „Prüfung“ gebraucht. Doch das ist nicht ganz richtig, denn das Rating ist keine Prüfung sondern zielt auf die Zukunft. Die klassische Bilanzanalyse nimmt in ihren Auswertungen lediglich Bezug auf Zahlen der Vergangenheit. Das Rating im Gegensatz zu klassischen Bilanzanalyse ist eine wahrscheinlichkeitsbasierte Vorhersage. Häufig ist auch die Meinung anzutreffen, dass sich ein Ratingurteil nur in gut oder schlecht unterscheiden lässt. Doch auch diese Annahme ist nicht richtig. Das Rating ist im Allgemeinen dadurch gekennzeichnet, dass es sehr feine Abstufungen in der Beurteilung der zu Grunde liegenden Unternehmen beziehungsweise Länder vornimmt.[4]

Zudem darf nicht übersehen werden, dass es sich bei Ratings um Meinungen von Analysten handelt. Dies bedeutet wiederum, dass die Richtigkeit der Urteile nicht nachprüfbar ist. Begründet wird dies dadurch, dass ein solches Gutachten auf Informationen beruht, welche ein Analyst im Zuge seiner Recherchearbeit ermitteln konnte. Es kann daher durchaus vorkommen, dass Analysten Urteile bilden, ohne vollständig informiert zu sein. Bei externen Ratings kann davon ausgegangen werden, dass die zu beurteilenden Unternehmen nicht alle Informationen preisgeben. Selbst die besten Analysten werden kaum in der Lage sein, alle Informationen komplett zu eruieren.[5]

Für diese Arbeit muss der Begriff des Ratings aber noch weiter spezifiziert werden. So soll das Kreditrating Mittelpunkt dieser Arbeit sein. Durch das Kreditrating soll ausgedrückt werden, inwiefern ein Unternehmen in der Lage und willens ist, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Da das Kreditrating Brennpunkt dieser Arbeit sein soll, wird im Folgenden der Einfachheit halber vom Rating gesprochen.

1.1 Quantitatives Rating

Beim Rating kann u.a. in das quantitative Rating unterschieden werden. Diese Rating-Art findet Anwendung in der klassischen Kreditwürdigkeitsprüfung.[6] Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Betrachtung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.[7] Die Ermittlung dieser Daten erfolgt mit Hilfe des Jahresabschluss’, der Gewinn- und Verlustrechnung sowie mit Hilfe von Betriebswirtschaftlichen Auswertungen. In die Beurteilung fließen demnach Daten wie Bilanzkennziffern, Bestand und Entwicklung von Eigenkapital und Finanzierungsstruktur ein. Typisch für diese Daten ist, dass sie hauptsächlich aus der Bilanz abgeleitet werden können. Von besonderem Interesse ist zum Beispiel die Entwicklung der Rentabilität. Sie gibt Hinweise darauf, wie das Unternehmen in der Lage ist, sich selbst zu finanzieren. D.h. es können daraus Rückschlüsse gezogen werden, welches Potenzial das Unternehmen hat, Eigenkapital zu generieren. Von besonderer Bedeutung ist aber auch die Betrachtung der Liquidität des Unternehmens. Sie kennzeichnet die Fähigkeit einer Unternehmung, ihre zwingend fälligen Zahlungsverpflichtungen an jedem Tag uneingeschränkt erfüllen zu können.[8]

Kennzeichnend für das quantitative Rating ist u.a. der Faktor, dass die Informationsbewertung und –verdichtung unter Zuhilfenahme von mathematisch-statistischen Verfahren geschieht. Es wird versucht, mit Hilfe erlangter Daten früherer Kreditnehmer Rückschlüsse auf den zukünftigen Kreditverlauf eines aktuellen Kreditnachfragers zu ziehen.

Andererseits haben solche Faktoren wie Kontoführung, Markt- und Branchenentwicklung keinen Einfluss auf das Ratingurteil. Dennoch halte ich es für wichtig, eben solche Punkte einzubeziehen. Dies geschieht beim qualitativen Rating.

1.2 Qualitatives Rating

Das qualitative Rating kann dadurch beschrieben werden, dass es so genannte „softe“ Faktoren in das Ratingurteil einfließen lässt. Dazu zählen u.a. die künftige Unternehmensentwicklung, Kontoführung und Kundenbeziehung, das Management des Unternehmens und wie schon erwähnt der Markt und die Konkurrenz. Allerdings muss hier beachtet werden, dass es wesentlich schwieriger ist, qualitative Merkmale zu bestimmen. Im Vergleich zum quantitativen Rating, bei dem es sich in der Praxis durchgesetzt hat, sich auf Jahresabschlusszahlen zu beziehen, wird beim qualitativen Rating auf die Sachkenntnis, die Erfahrung, das Gedächtnis, die logische Kombinationsgabe und die Intuition des Entscheidungsträgers zurückgegriffen.[9]

[...]


[1] Vgl. Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (Capital Adequacy Framework 1999).

[2] Vgl. Der Duden in 10 Bänden, hier: (Fremdwörterbuch 1997), S. 686.

[3] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon in 10 Bänden, hier: 1997, S. 3180.

[4] Vgl. Everling (Rating für mittelständische Unternehmen 2002), S. 963 f.

[5] Vgl. Everling (Rating für mittelständische Unternehmen 2002), S. 966

[6] Vgl. Eigermann, Finanz-Betrieb 10/2001 S. 521

[7] Vgl. Eigermann (Bankinterne Ratingverfahren für das mittelständische Firmenkundengeschäft in der praktischen Anwendung, in: Praktiker-Handbuch Unternehmensfinanzierung 2002), S. 745

[8] Vgl. Thießen (Vorlesung Finanzmanagement Sommersemester 2002)

[9] Vgl. Eigermann (quantitatives Credit-Rating unter Einbeziehung qualitativer Merkmale 2002), S. 87

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Kreditrating durch Bilanzanalyse – Möglichkeiten und Grenzen
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V43631
ISBN (eBook)
9783638413862
ISBN (Buch)
9783638707091
Dateigröße
680 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit erklärt, worum es sich beim Rating handelt und wie beim Rating vorgegangen wird. Außerdem werden verschiedene Ratingverfahren erläutert
Schlagworte
Kreditrating, Bilanzanalyse, Möglichkeiten, Grenzen
Arbeit zitieren
Daniel Beckert (Autor), 2003, Kreditrating durch Bilanzanalyse – Möglichkeiten und Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43631

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