Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - Postwar Period, Cold War

Die Partei der Grünen als Produkt Neuer Sozialer Bewegungen

Title: Die Partei der Grünen als Produkt Neuer Sozialer Bewegungen

Term Paper , 2018 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lauritz Tufan (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Während der 1970er bis 1980er Jahre erlebte die Bundesrepublik Deutschland einen Wertewandel, der sich in der Entwicklung von neuen Denkansätzen und der Entstehung eines außerparlamentarischen Protests manifestierte, welche den bisherigen Vorstellungen der Sozialliberalen Koalition und der darauffolgenden Koalition aus CDU/CSU und FDP in kontrovers diskutierten Themen scharf gegenüberstanden. Eine Gruppierung etablierte sich als neue politische Partei aus Bürgerinitiativen und Neuen Sozialen Bewegungen (NSB) der 1970er und 1980er Jahre. Es handelt sich um die Partei der Grünen, die sich als politische Alternative gegenüber den anderen Parteien verstand und eine Veränderung der politischen Leitkultur herbeiführen wollte.

In dieser Arbeit soll demzufolge die Frage geklärt werden, welche Merkmale NSB aufwiesen, welche dieser Charakteristika die Partei der Grünen im Übergangsschritt zur Partei besaß und ob sie abschließend eher als NSB oder als politische Partei zu beurteilen war. Wie äußerte sich das Protestverhalten der Partei im Parlamentarismus?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Neue Soziale Bewegungen- Die Anfänge der Grünen

1.1 Historische und politische Voraussetzungen des Wertewandels

1.2 Merkmale Neuer Sozialer Bewegungen gegen den Staat

2. Die grünen Listen der Gründungsgrünen- Zwischen Protest und Partei

2.1 Gründungsgeschichte der grünen Partei

2.2 Grundsatzprogramm

2.3 Selbstbild und Wahrnehmung anderer Parteien

3. Die Grünen in Hessen als etablierter parlamentarischer Grundpfeiler

3.1 Entstehung des hessischen Landesverbandes der Grünen

3.2 Analyse des Ausrichtungsprozesses der Grünen

Fazit: Die grüne Partei: Bewegung oder Partei in den 1970er-1980er Jahren?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht, inwiefern die Partei der Grünen in den 1970er und 1980er Jahren als Produkt Neuer Sozialer Bewegungen (NSB) zu verstehen ist und wie sie den Transformationsprozess von einer Protestbewegung hin zu einer etablierten parlamentarischen Partei durchlief. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Merkmale der NSB die Grünen beibehielten und inwiefern der Parlamentarismus zu einer Anpassung und Veränderung ihres ursprünglichen Selbstverständnisses als „Anti-Parteien-Partei“ führte.

  • Analyse des Wertewandels und der Entstehung Neuer Sozialer Bewegungen in der Bundesrepublik.
  • Untersuchung des Übergangs von informellen grünen Listen zur organisierten Parteiform.
  • Betrachtung der politischen Kommunikation und Symbolik als Instrumente der Abgrenzung.
  • Fallstudie zur Rolle der Grünen in Hessen und deren Koalitionserfahrungen.
  • Bewertung des Spannungsfeldes zwischen Fundamentalopposition und Regierungsverantwortung.

Auszug aus dem Buch

1.2 Merkmale Neuer Sozialer Bewegungen gegen den Staat

Nach der zeitlichen Einordnung werden im Folgenden kurz zwei definitorische Ansätze zur Diskussion gegenübergestellt: Eine politische Partei muss den Staat verantwortungsvoll zum Wohl der Bürger gestalten, was jedoch oft wegen parteilichen Egoismus zur Behinderung der Interessenvertretung der Bevölkerung und zum Vorwurf der „Politikverdroßenheit“ führen kann. In Parteien sind die Ansichten weitgehend homogen, was jedoch eigene Akzente in bestimmten Politikbereichen nicht ausschließt. Im politischen Wettbewerb konkurrieren sie um die Stimmen der Wähler und zeichnen sich durch ihr Kompromissverhalten während Verhandlungen aus.

Als Bewegung lässt sich symbolisch ein Ausdruck des politischen Protests verstehen, welcher sich in außenparlamentarischer Opposition formierte. Es wurden Entscheidungen der Regierung während des Wertewandels infrage gestellt und zum Anlass für die Gründung von Milieus und Subkulturen genommen. Speziell für die NSB galt das linksalternative Milieu als übergeordnetes, zum Staatsapparat abgrenzendes, Netzwerk als „Erfahrungs- und Interaktionsraum“, welches Gewicht auf das Freizeit-, Arbeits- und Konsumverhalten ausübte. Sozusagen wurde ein natürlicher, ganzheitlicher Lebensstil propagiert. Die Abgrenzung zur Regierung und der Eintritt in das alternative Milieu war folglich politisches Handeln einer aktiv handelnden politischen Institution und kommunizierte die Unzufriedenheit und fehlende Interessensvertretung des Bürgers.

Während des Wertewandels verschärfte sich eine Bedrohungsperzeption aufgrund der fortschreitenden Industrialisierung, das Streben nach Wachstum, die Ausbeutung des Menschen und die ständige Vergrößerung des Sozialproduktes, was irreversible Schäden für die nächsten Generationen bedeutete. In der Forschung spricht man von einen Strukturwandel des Ökologischen, wenn um die Perzeption der Umweltbewegungen geht. Demnach fixierte sich das Verständnis vom Gesellschaftswandel primär auf die Umwelt und wurde als bedroht eingestuft. Die bedrohte Ökologie, welche die Untergangsstimmung versinnbildlichte, sollte Druck auf die Regierung herstellen. Dieser Druck rief faktisch trotz der Bildung einer Enquête-Kommission für Energiefragen keine Veränderung hervor.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Rahmen und die Forschungsfrage zur Entwicklung der Grünen als Bindeglied zwischen sozialen Bewegungen und parlamentarischer Institution dar.

1. Neue Soziale Bewegungen- Die Anfänge der Grünen: Dieses Kapitel beschreibt die historischen Voraussetzungen des Wertewandels und definiert die Merkmale sowie die Organisationsform Neuer Sozialer Bewegungen in der BRD.

2. Die grünen Listen der Gründungsgrünen- Zwischen Protest und Partei: Hier wird der Prozess der Parteibildung durch die Entstehung der grünen Listen sowie das spezifische Grundsatzprogramm und Selbstbild der frühen Grünen analysiert.

3. Die Grünen in Hessen als etablierter parlamentarischer Grundpfeiler: Dieses Kapitel befasst sich mit der Entstehung des hessischen Landesverbandes und analysiert den innerparteilichen Ausrichtungsprozess zwischen Fundamentalismus und Realpolitik.

Fazit: Die grüne Partei: Bewegung oder Partei in den 1970er-1980er Jahren?: Das Fazit fasst zusammen, wie die Grünen den Transformationsprozess durchliefen und warum sie dennoch als glaubwürdige, wenn auch angepasste Alternative bestehen blieben.

Schlüsselwörter

Grüne Partei, Neue Soziale Bewegungen, Wertewandel, Parlamentarismus, Anti-Parteien-Partei, Umweltschutz, Fundamentalopposition, Realpolitik, Protestmilieu, Hessen, rot-grüne Koalition, politische Partizipation, soziale Transformation, Demokratieverständnis, Protestkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehung der Partei der Grünen im Kontext der Neuen Sozialen Bewegungen und des Wertewandels in der Bundesrepublik Deutschland während der 1970er und 1980er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind der Strukturwandel des Politischen, die Abgrenzung zum etablierten Parteiensystem, die Funktion ökologischer Proteste und die Entwicklung von der außerparlamentarischen Bewegung zur regierungsfähigen Partei.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, welche Merkmale der sozialen Bewegungen in der Partei fortlebten und ob die Grünen aufgrund des parlamentarischen Anpassungsdrucks ihr Selbstbild als „Anti-Parteien-Partei“ zwangsläufig verlieren mussten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Kulturgeschichte der Politik, um Handlungsmuster und Kommunikationsweisen zu analysieren, ergänzt durch die Methode der „Perzeption“ zur Erfassung der Wahrnehmung zentraler Akteure.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ursprünge in sozialen Bewegungen, die Entstehung der grünen Listen als Übergangsphase sowie eine detaillierte Fallstudie zur Rolle der Grünen in Hessen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wertewandel, Protestmilieu, Fundamentalopposition, Realpolitik und das Spannungsfeld zwischen Bewegung und Institution charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Grünen in Hessen von anderen Landesverbänden?

Hessen diente als Vorreiter für die erste rot-grüne Koalition, wodurch der Konflikt zwischen der Identität als Protestpartei und den Sachzwängen der Regierungsverantwortung besonders deutlich zutage trat.

Welche Bedeutung hatte das Grundsatzprogramm von 1980 für die Partei?

Es fungierte als Instrument der Identitätsbildung und Kommunikation, welches das pessimistische Bild der damaligen Wirklichkeit nutzte, um die Grünen als ökologische und basisdemokratische Alternative zu positionieren.

Warum war das Thema der „Atomkraft“ so zentral für die Entwicklung der Partei?

Die Atomkraft-Debatte fungierte als Katalysator, der verschiedene soziale Bewegungen unter einem gemeinsamen Ziel vereinte und den Grünen die nötige Aufmerksamkeit sowie Glaubwürdigkeit für ihren parlamentarischen Einzug verschaffte.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Die Partei der Grünen als Produkt Neuer Sozialer Bewegungen
College
University of Wuppertal
Course
Proseminar: NATO-Doppelbeschluss und Neue Friedensbewegung
Grade
1,3
Author
Lauritz Tufan (Author)
Publication Year
2018
Pages
23
Catalog Number
V436436
ISBN (eBook)
9783668768291
ISBN (Book)
9783668768307
Language
German
Tags
partei grünen produkt neuer sozialer bewegungen Protestpartei Wertewandel Baerbock Habeck rot-grün grün Regierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lauritz Tufan (Author), 2018, Die Partei der Grünen als Produkt Neuer Sozialer Bewegungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436436
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint