Nachhaltige Kapitalanlage an der Börse. Nachhaltigkeitsindizes, Gütesiegel und Umweltbanken


Fachbuch, 2018

64 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung

2 Grundlagen der Kapitalanlage
2.1 Das magische Dreieck der Vermögensanlage
2.2 Die Portfolio-Theorie
2.3 Indizes und börsengehandelte Indexfonds

3 Die Bedeutung von Nachhaltigkeit
3.1 Herkunft des Begriffs
3.2 Das Drei-Säulen-Modell
3.3 Die Nachhaltigkeitsgrade

4 Nachhaltige Kapitalanlage
4.1 Historische Entwicklung
4.2 Nachhaltige Selektionsstrategien
4.3 Gegenwärtige Marktsituation
4.4 Generelle Performance nachhaltiger Kapitalanlagen
4.5 Umweltbanken
4.6 Nachhaltigkeitsratings
4.7 Nachhaltigkeitssiegel
4.8 Die Finanzierungswirkung nachhaltiger Anlageprodukte

5 Beispielhafte Betrachtung nachhaltiger Indizes
5.1 Der Dow-Jones-Sustainability-Index
5.2 Der FTSE4GOOD-Index
5.3 Vergleichendes Fazit

6 Zusammenfassendes Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das magische Dreieck der Vermögensanlage

Abbildung 2: Replikationsmethoden von Indexfonds

Abbildung 3: Aufbau eines Swap-basierten ETF

Abbildung 4: Entwicklung der ETF-Anzahl und des verwalteten Vermögens

Abbildung 5: Das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit

Abbildung 6: Auswahlschema für eine nachhaltige Kapitalanlage

Abbildung 7: Nachhaltige Anlagestrategien in Deutschland 2015 und 2016

Abbildung 8: Das FNG-Siegel

Abbildung 9: Das Eurosif-Trasnsparenzlogo

Abbildung 10: Das ECOreporter-Siegel

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Systematisches und unsystematisches Risiko im Vergleich

Tabelle 2: Ausgewählte Umweltbanken im Überblick

Tabelle 3: Die Bewertungskategorien der FTSE4Good-Indexfamile

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Die 195 Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nation haben sich 2015 in Paris klimapolitisch geeinigt und gemeinsame Zielvereinbarungen unterschrieben. Für die überwiegende Mehrheit der Beobachter war der Inhalt der Abschlusserklärung nach den zahlreichen ergebnislosen Klimakonferenzen überraschend. Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich die Erderwärmung auf maximal zwei Grad im Vergleich zum vorindustrialisierten Zeitalter zu begrenzen.[1] Dies war nicht zu erwarten und ist als weiterer Schritt in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung anzusehen. Zu bedenken ist allerdings, dass es in der Vergangenheit starke Diskrepanzen zwischen dem politischen Willen und dessen Umsetzung gab.

Dennoch ist Nachhaltigkeit heute ein globaler Megatrend: Erneuerbare Energien, alternative Mobilitätskonzepte, Sharing-Economy, Veganismus, Konsumverzicht – diese Ansätze finden immer größeren Zuspruch. Laut einer Studie des BMUB und UBA sind 81 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Lösung der Umweltprobleme nur durch eine grundlegende Veränderung der „Wirtschafts- und Lebensweise“ möglich ist.[2] Nachhaltigkeit scheint in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein. Die 17 Sustainable Development Goals der UN sollen den Weg für eine nachhaltige Entwicklung aufzeigen.[3] Jedoch werden diese bisher in der Finanzwirtschaft nur bedingt berücksichtigt. Es stellt sich die Frage, wie nachhaltig die Kapitalanlagen am Finanzmarkt sind.

Der französische Ökonom Frédéric Bastiat (1801–1850) beschreibt in seinem Aufsatz „Was man sieht und was man nicht sieht“ die Notwendigkeit, auch indirekte und oftmals nicht unmittelbar ersichtliche Auswirkungen einer Entscheidung mit der eigentlichen Intention abzugleichen.[4] Herkömmliche Finanzdienstleister hingegen sind auf die Optimierung der Finanzkennzahlen fokussiert. Die Vermögensverwalter geben nur bedingt Auskunft darüber, welche Mittelverwendung für das Kapital vorgesehen ist. Doch die Mittelverwendung ist der entscheidende Aspekt für eine nachhaltige Kapitalanlage.

Laut einer Umfrage des Instituts für nachhaltige Kapitalanlagen finden rund 40 Prozent der Privatanleger nachhaltige Kapitalanlagen attraktiv, jedoch sind nur weniger als 5 Prozent der Anlagen nachhaltig investiert. Als Hauptgründe werden die Intransparenz der Finanzprodukte und deren als diffus wahrgenommene Wirkung auf die nachhaltige Entwicklung aufgeführt.[5] Wie nachhaltig sind die als ‚sozial‘ und ‚ökologisch‘ deklarierten und beworbenen Finanzprodukte wirklich? Die angesprochenen Fragen bezüglich der direkten und indirekten Wirkung von Kapitalanlagen werden bisher nicht ausreichend in der Öffentlichkeit diskutiert. Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, dass eine Veränderung der Wirtschaft und der Lebensweise auch eng mit dem Kapitalmarkt verknüpft ist. Es ist daher zu erwarten, dass der Kapitalmarkt zukünftig stärker Nachhaltigkeit integriert und das Interesse an alternativen Anlageprodukten weiter zunimmt.

1.2 Zielsetzung

Nachhaltige Aktien, Anleihen, Fondsprodukte, Zertifikate, Optionsscheine etc. – der Markt bietet ein breites und vielfältiges Angebot nachhaltiger Anlagemöglichkeiten. Doch wie nachhaltig sind die Anlageprodukte und wie kann eine systematische Bestimmung des zugrundeliegenden Nachhaltigkeitsgrades erfolgen?

Ziel dieser Arbeit ist es, die angesprochene Problematik hinsichtlich der Intransparenz von Finanzprodukten zu thematisieren sowie Strategien aufzuzeigen, wie eine nachhaltige Kapitalanlage im Sinne der intendierten Wirkung gelingen kann. Die Ausführungen stellen keine Anlageberatung dar und berücksichtigen nur ausgewählte Finanzprodukte. Dennoch soll ein grundlegender Überblick verschafft werden, inwiefern Nachhaltigkeit am Finanzmarkt bereits in die Anlageprodukte integriert ist.

Dafür gliedert sich die Arbeit in zwei Teile. Im ersten Teil werden in Kapitel 2 die Grundlagen der Kapitalanlage und in Kapitel 3 die Bedeutung der Nachhaltigkeit erläutert. Der zweite Teil verknüpft, beginnend mit Kapitel 4, Nachhaltigkeit mit dem Kapitalmarkt und thematisiert die nachhaltige Kapitalanlage. Das abschließende Kapitel soll anhand beispielhaft ausgewählter Indices und Indexfonds aufzeigen, inwiefern eine passive Anlagestrategie durch die Investition in nachhaltige Indexfonds eine ökologische und soziale Kapitalanlage ermöglichen kann.

2 Grundlagen der Kapitalanlage

2.1 Das magische Dreieck der Vermögensanlage

Das magische Dreieck bildet die konkurrierenden Ziele Rentabilität, Liquidität und Sicherheit ab. Diese sind die maßgeblichen Entscheidungsparameter in der Vermögensanlage. Als ‚magisch‘ wird das Dreieck aufgrund der Schwierigkeiten beim Erfüllen der Zieldimensionen bezeichnet. Aufgabe eines Investors ist es, die drei Ziele optimal zu erfüllen. Jedoch bestehen zwischen den Einzelzielen starke Interdependenzen, weshalb die höchste Rentabilität einer Vermögensanlage, bei gleichzeitiger Maximierung von Liquidität und Sicherheit, nicht möglich ist. Die vorhandenen Restriktionen ergeben Zielkonflikte, die im Folgenden aufgezeigt werden.[6]

In Abbildung 1 stellen die drei Ziele der Vermögensanlage die Eckpunkte des Dreiecks dar. Die geometrische Form verdeutlicht, dass immer nur maximal zwei Ziele gleichzeitig erfüllt sein können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das magische Dreieck der Vermögensanlage[7]

In diesem Kontext bezieht sich die Sicherheit auf das Gesamtrisiko, das der Vermögensanlage anhaftet, bzw. auf die kumulierten Einzelrisiken. Die Rentabilität oder auch Rendite ist der Ertrag, der sich aus der Vermögensanlage ergibt. Liquidität bezeichnet, inwieweit und in welchem Zeitraum das investierte Vermögen dem Investor wieder zur Verfügung gestellt werden kann. Demnach beschreibt es die Verfügbarkeit des investierten Vermögens.[8]

Werden mehr als zwei Ziele verfolgt, führt das zwangsläufig zur Beeinträchtigung von mindestens einem der Ziele. Somit werden die bereits erwähnten Interdependenzen zwischen Rentabilität, Liquidität und Sicherheit in der Darstellung berücksichtigt.[9] Diese lassen sich wie folgt beschreiben:

Die Erhöhung der Sicherheit einer Vermögensanlage basiert auf der Reduktion des Gesamtrisikos. Diese Reduzierung hat jedoch zur Folge, dass in Abhängigkeit des konkreten Anlageproduktes Liquidität und/oder Rentabilität sinken. Anlageprodukte mit einer höheren Sicherheit weisen in der Regel eine geringere Rentabilität und eine höhere Liquidität auf. Wird die Liquidität erhöht, sinkt gemeinhin die Rentabilität der Vermögensanlage. Diese Interdependenzen führen dazu, dass jeder Anleger ein individuelles Risiko-Rendite-Profil hat, auf Grundlage dessen die Investitionsentscheidungen getroffen werden sollten. Somit kann das individuelle Optimum in der Zielmatrix erreicht werden.[10]

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass neben den aufgezeigten Zieldimensionen Rentabilität, Liquidität und Sicherheit in der Fachliteratur auch die Unabhängigkeit als eigenständige Zieldimension definiert wird, jedoch im Kontext von Finanzierungsentscheidungen aus der Unternehmensperspektive. Doch auch bei Investitionsentscheidungen beeinflusst die Unabhängigkeit sowohl die Liquidität als auch die Sicherheit einer Vermögensanlage. Insbesondere eine geringe Liquidität führt zu einer erhöhten Abhängigkeit des Anlegers von der Vermögensanlage. Des Weiteren können steuerliche Aspekte eine zusätzliche Zieldimension bilden.[11] Inwiefern weitere Ziele bei der Vermögensanlage berücksichtigt werden können, thematisiert Kapitel 4.

2.2 Die Portfolio-Theorie

Ausgehend von den aufgezeigten Zielkonflikten eines Investments haben Harry M. Markowitz und William F. Sharpe die wesentlichen Grundlagen für die moderne Finanzmarkttheorie gelegt. Der 1952 veröffentlichte Artikel „Portfolio Selection“ thematisiert die Portfolio-Theorie und führte für Harry M. Markowitz, Merton H. Miller und William F. Sharpe zur Auszeichnung mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.[12]

Die Theorie betrachtet das Verhältnis von Ertrag bzw. Rentabilität und Risiko einer Investition bei unsicheren Erwartungen. Durch das parallele Investieren in mehrere Investitionsalternativen kann das Verhältnis von Ertrag und Risiko optimiert werden. Diese Aufteilung des Investitionsbetrages wird als Diversifikation bezeichnet und bildet den Leitgedanken der Theorie.[13]

Zu unterscheiden sind das systematische und das unsystematische Risiko, die in Tabelle 1 vergleichend aufgeführt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Systematisches und unsystematisches Risiko im Vergleich[14]

Das systematische Risiko, das auch als allgemeines Marktrisiko bezeichnet wird, kann durch Diversifikation des Wertpapierportfolios nicht verringert werden.

Dies liegt in der generalisierenden Ausprägung begründet.[15] Das systematische Risiko betrifft alle Investitionsalternativen, da es von übergeordneten Faktoren beeinflusst wird. Beispielsweise wirken sich ein Anstieg des Zinsniveaus, Veränderungen in der Gesetzgebung oder die politische Stabilität in einer Region unternehmensübergreifend aus. Unter dem unsystematischen Risiko versteht man den Teil des Gesamtrisikos, der durch Diversifikation reduziert werden kann. Daher kann Portfolio-Management das unsystematische Risiko und damit das Gesamtrisiko einer Anlage reduzieren.[16]

Folglich bleibt nach vollständiger Diversifikation des unsystematischen Risikos ein Residuum, das systematische Risiko, bestehen. Anzumerken ist, dass die Diversifikationseffekte mit zunehmender Wertpapierbeimischung schwächer werden, aber das unsystematische Risiko des Portfolios mit zunehmender Titelanzahl weiter sinkt. Das unsystematische Risiko divergiert gegen das systematische Risiko. Ursache für die Diversifikationseffekte ist die Zusammensetzung des Portfolios. Entscheidend ist, wie stark die enthaltenen Titel korrelieren. Die Korrelation beschreibt wechselseitige Abhängigkeiten der Wertpapiere des Portfolios.[17]

Unternehmensspezifische Eigenschaften können ähnlich ausgeprägt sein. Sie können stark positiv korrelieren sowie wenige bis keine Ähnlichkeiten aufweisen und daher nicht oder negativ korrelieren. Die Branchenzugehörigkeit kann beispielsweise einen positiven Einfluss auf die Korrelation haben. Insbesondere zwischen Unternehmen der gleichen Branche können Analogien bestehen. Sind bestimmte Eigenschaften der Unternehmen konträr, so dass diese Gegensätze aufweisen, kann das zu einer negativen Korrelation führen. Die Messgröße für Korrelation ist der Korrelationskoeffizient. Dieser bestimmt die Abhängigkeit der Rendite des gewählten Wertpapiers zu einer Vergleichsrendite.

Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) baut auf der Portfolio-Theorie auf und beschreibt modellhaft die Bewertung und Auswahl von Wertpapieren auf Grundlage der Rendite bei unsicheren Erwartungen. Es wurde von William F. Sharpe, John Lintner und Jan Mossin 1960 entwickelt. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll nicht im Detail auf die methodischen Schritte des CAPM eingegangen werden.[18]

Vielmehr ist die grundlegende Anlageempfehlung am Kapitalmarkt festzuhalten, die darin besteht, möglichst diversifiziert zu investieren. Für Privatanleger ist dies allerdings nicht ohne weiteres möglich. Eine ausreichende Diversifikation erfordert neben Knowhow bezüglich des Kapitalmarktes Anpassungsprozesse durch Portfoliomanagement. Das Portfolio muss auf die aktuellen Marktentwicklungen abgestimmt werden, damit der Korrelationskoeffizient und Diversifikationsgrad auf gleichem Niveau bestehen bleiben und sich das Gesamtrisiko folglich nicht erhöht. Hinzu kommt, dass eine diversifizierte Anlagestrategie ein bestimmtes Minimum an finanziellen Mitteln verlangt. Fondsprodukte sollen das vereinfachen und durch Einmalinvestitionen eine höhere Diversifizierung als durch die Anlage in Einzeltitel ermöglichen.

2.3 Indizes und börsengehandelte Indexfonds

Investmentfonds kann man als Antwort des Marktes auf die angesprochene Problematik ansehen. Diese bieten insbesondere für Privatanleger die Möglichkeit, mit geringerem persönlichen Aufwand diversifiziert zu investieren. Die Bündelung des Kapitals in einem Fonds erlaubt eine Verminderung des Gesamtrisikos. Die Vermögensanlage wird durch das Fondsmanagement professionalisiert.[19]

Zu unterscheiden sind offene und geschlossene Investmentfonds. Geschlossene Fonds sind auf ein bestimmtes Fondsvermögen oder eine festgelegte Anzahl von Anlegern beschränkt. Die Investition ist daher nur zeitlich begrenzt möglich und der Verkauf von Anteilen erschwert. Häufig finanziert ein geschlossener Fonds ein konkretes Projekt, weshalb in der Regel die Diversifizierung weniger forciert wird. Im Allgemeinen wird das im Vergleich zu offenen Fonds erhöhte Risiko mit einer höheren Rendite vergütet.[20]

Offene Fonds hingegen sind nicht auf eine bestimmte Anzahl von Fondsanteilen oder bezüglich eines festgelegten Fondsvermögens begrenzt. Die Investition in Fondsanteile und der Verkauf derselben sind jederzeit möglich. Dies erhöht die Sicherheit des Fondsproduktes.[21] Hinzu kommt, dass die Anleger bei Investitionen in Investmentfonds durch das Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAAG) geschützt sind.

Aufgrund der hohen Flexibilität bietet sich ein offener Fonds in Verbindung mit einem regelmäßigen Sparplan, dem Fondssparplan, an.

Der Finanzmarkt liefert ein breites Spektrum an Anlageprodukten. Neben den Giro- und Anlagekonten, Sparbriefen und Sparbüchern sowie Aktien, Aktienzertifikaten und Fondsprodukten sind festverzinsliche Wertpapiere und Lebensversicherungen weitere Anlagemöglichkeiten. Zusätzlich ergibt sich eine große Vielfalt durch derivative Anlageprodukte wie z. B. Optionen oder Termingeschäfte. Alleine der Markt von Fondsprodukten bietet unter anderem Aktienfonds, Immobilienfonds, Rentenfonds, Geldmarktfonds, Mischfonds, Dachfonds, Garantiefonds und Hedgefonds. In den letzten Jahren immer populärer geworden sind die sogenannten Exchange Traded Funds, die zur Klasse der Indexfonds gehören. Im Folgenden soll näher auf die Funktionsweise der Indexfonds und Exchange Traded Funds eingegangen werden.

2.3.1 Aufbau und Funktionsweise

Indexfonds beziehen sich immer auf einen Index. Indizes sind errechnete Börsenbarometer, die Wertentwicklungen an der Börse abbilden. Der bekannteste Aktienindex in Deutschland ist der Deutsche Aktien Index (DAX). Dieser bildet die Wertentwicklung der 30 größten Aktiengesellschaften Deutschlands ab und gilt als Indikator für die Gesamtentwicklung der deutschen Börse. Daher wird der DAX auch als Leitindex bezeichnet. Das amerikanische Pendant zum DAX ist der Dow Jones, der die Kursentwicklungen der 30 größten Aktiengesellschaften der USA zusammenfasst. Am Rande sei auch erwähnt, dass der international beachtete DAX zur Gattung der Performance-Indizes gehört und vom Dax-Kursindex zu unterscheiden ist. Während Performance-Indizes Dividendenzahlungen und Bezugsrechte miteinrechnen, bezieht sich ein Kursindex, wie z. B. der Dow Jones, ausschließlich auf die Kursbewegung. Die Ausschüttungen werden nicht berücksichtigt.

Ein Indexfonds ist ein Fonds, der einen Index nachbildet. Das bedeutet, der Fonds entwickelt sich im Wesentlichen deckungsgleich zu dem festgelegten Referenzindex. Der Anleger erhält daher die Marktrendite. Bezogen auf die Wertentwicklung des Marktes, ist weder eine starke Über- noch eine ebensolche Unterperformance möglich. Indexfonds werden der passiven Anlagestrategie zugeordnet.[22]

Werden Indexfonds an der Börse gehandelt, tragen sie die Bezeichnung ‚börsengehandelte Indexfonds‘ bzw. ‚Exchange Traded Funds‘. Häufige Verwendung findet die Abkürzung ‚ETF‘. Eingangs wurde erwähnt, dass Indexfonds Indizes nachbilden. Im Folgenden soll darauf näher eingegangen werden. Abbildung 2 gibt einen Überblick über die verschiedenen Replikationsmethoden von Indexfonds.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Replikationsmethoden von Indexfonds[23]

Indexfonds können den Index durch physische Replikation direkt nachbilden. Werden alle im Index enthaltenen Positionen mit der gleichen Gewichtung gekauft, handelt es sich um eine vollständige Replikation. Fonds, die als Referenz Indizes wie z. B. den MSCI World heranziehen, bilden mit der Teilreplikation die wichtigsten der über 1.600 Titel ab. Findet aus Kostengründen ein sogenanntes Sampling statt, werden lediglich die wichtigsten Mustertitel des Indexes erworben. Mithilfe quantitativer Analysemethoden werden die werttreibenden Titel des Index ermittelt. Der Anleger erwirbt daher mit einer Investition in den Fonds ausschließlich Titel, die auch im Referenzindex enthalten sind.

Dies ist bei der synthetischen oder indirekten Replikation nicht der Fall. Abbildung 3 zeigt schematisch den möglichen Aufbau eines synthetisch replizierenden Indexfonds. Der Indexanbieter schließt einen Tauschvertrag mit dem Swap-Partner ab. Das Geld der Anleger wird in das Trägerportfolio investiert. Es wird vertraglich vereinbart, dass der Swap-Partner die Rendite des Trägerportfolios erhält, im Gegenzug sichert der Swap-Partner zu, die Rendite des Referenzindex aufzubringen. Somit erhalten der ETF-Anbieter und letztlich auch die Anleger unabhängig von der Entwicklung des Trägerportfolios die Rendite des Index.[24]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Aufbau eines Swap-basierten ETF[25]

Der Fonds muss keine der Titel aus dem Referenzindex enthalten. Nicht der Aufbau der Indizes, sondern die Performance steht im Mittelpunkt. Die Wertentwicklung soll möglichst genau abgebildet werden. Dazu nutzt der Fonds Derivate wie z. B. Tauschgeschäfte, sogenannte Swaps. Dadurch ist es möglich einen geringeren Tracking Error als bei physisch replizierenden Indexfonds zu erreichen. Der Tracking Error misst die Abweichung zwischen der Fondsrendite und der Performance des Index.

Genau wie aktiv gemanagte Fonds sind ETFs Sondervermögen und damit getrennt von dem Vermögen der Kapitalanlagegesellschaft. Die Gläubiger können daher im Insolvenzfall nicht darauf zugreifen. Jedoch sind Derivate kein Teil des Sondervermögens, wodurch sich ein Verlustrisiko ergibt.

Das Kontrahenten-Risiko gegenüber dem Swap-Partner ist allerdings in den Fondsrichtlinien nach OGAW/UCITS auf zehn Prozent des Fondsvermögens begrenzt. Der Nettoinventarwert des Fonds muss deshalb zu mindestens 90 Prozent durch Sicherheiten des ETF-Anbieters abgedeckt sein.[26]

2.3.2 Aktive und passive Fonds im Vergleich

Es wurde bereits erwähnt, dass Fonds insbesondere für Privatanleger ein sinnvolles Anlageprodukt sein können. Zum einen wird ein Fonds professionell durch das Fondsmanagement überwacht und angepasst, zum anderen lassen Fonds, bei der Auswahl eines breit angelegten Produktes, eine hohe Diversifikation zu. Doch die aktiv gemanagten Fonds stehen immer stärker in der Kritik. Der entscheidende Kritikpunkt ist das Verhältnis zwischen Ertrag und Aufwand, speziell zwischen der Rendite für den Anleger und den aufzubringenden Verwaltungsgebühren. Zudem zeigen viele Studien auf, dass aktiv gemanagte Fonds langfristig nicht besser performen als vergleichbare Indizes. Laut einer Studie des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices verfehlten 86 Prozent aller 25.000 untersuchten aktiven Fonds über den Zeitraum von zehn Jahren den Benchmark. Grenzt man den Betrachtungszeitraum auf fünf Jahre ein, erreichten 80 Prozent der Fonds nicht den Vergleichsindex. Segmentiert lieferten 98,9 Prozent aller US-Aktienfonds auf 10-Jahres-Sicht eine geringere Performance als die Referenzindizes.[27]

Die Ergebnisse der Studie werfen u. a. die Frage auf, weshalb ein Fonds mit einem aktiven Fondsmanagement keine höhere Rendite vorzeigen kann als dessen Referenzindex. Es mag zunächst verwundern, dass sich die aktive Investmentstrategie mit professionalisiertem und aufwendigem Fondsmanagement in der Performance nicht absetzen kann. Jedoch muss zunächst eine differenzierte Betrachtung erfolgen. Ausschlaggebend für die Ergebnisse der Studie ist die unterschiedliche Kostenstruktur der Fondsprodukte. Aktiv gemanagte Fonds erheben in der Regel Verwaltungsgebühren zwischen 0,8 und 3 Prozent. Als Konsequenz muss der aktiv gemanagte Fonds neben der Rendite des Referenzindexes die Verwaltungsgebühr outperformen. Somit ist zu erklären, dass selbst bei einem professionellen Fondsmanagement nach Abzug der Verwaltungsgebühr die Rendite eines Fonds mitunter geringer sein kann als die Rendite des entsprechenden Index.

Indexfonds und ETFs hingegen erheben deutlich geringere Verwaltungsgebühren zwischen 0,05 bis 0,75 Prozent. Da der Indexfonds einen Index oder dessen Performance nachbildet und die Verwaltungsgebühren vergleichsweise gering sind, ergibt sich meist eine mit aktiven Fonds vergleichbare Rendite.[28] Die Schlussfolgerungen aus einer vergleichenden Betrachtung von Renditen sind nicht pauschal auf alle Fondsprodukte übertragbar. Dennoch lassen die Ergebnisse der Studie den Schluss zu, dass ein aktives Fondsmanagement für den Anleger nicht zwingend einen Performancevorteil zur Folge hat.

Zusammenfassend stellt sich die Frage, inwiefern die Investition in Indizes eine Alternative zu aktiv gemanagten Fonds darstellen kann. In der Praxis lässt sich, aufgrund der vorteilhaften Kostenstruktur, eine vergleichbare, teils bessere Performance erreichen als mit aktiv gemanagten Fonds. Jedoch muss beachtet werden, dass die in einem Index gelisteten Unternehmen ausgetauscht werden können. Handelt es sich um Performance-Indizes, die z. B. die Marktkapitalisierung als Entscheidungsparameter heranziehen, erfolgen Anpassungen bezüglich der gelisteten Titel. Ein Unternehmen, das sich nicht wie prognostiziert entwickelt, wird unter Umständen zukünftig nicht mehr im Index aufgeführt. Hinzu kommt, dass eine Investition beispielsweise in alle 1600 Titel des MSCI World eine Mindestmenge an Investitionskapital erfordert. Damit ist es für Kleinanleger aufwendig und womöglich ausgeschlossen, durch den Kauf der entsprechenden Einzelpositionen in einen Index zu investieren. Des Weiteren kann die Aufnahme von bestimmten Titeln durch Handelsbeschränkungen verwehrt sein.

Die Lösung für die aufgeführten Schwierigkeiten können Indexfonds sein. Da der Fonds lediglich einen Index nachbildet, ist kein klassisches Fondsmanagement erforderlich. Durch die Investition in einen Indexfonds kann eine breite Diversifikation ohne Ausgabeaufschläge und Rücknahmegebühren sowie mit geringeren Verwaltungsgebühren als bei aktiv gemanagten Fonds erreicht werden. Hierin liegt auch der Trend begründet zunehmend statt aktiv passiv zu investieren und von der Marktrendite der Indizes zu profitieren. In Abbildung 4 wird deutlich, dass der Markt für ETFs weltweit in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Bis 2005 waren weniger als 500 ETFs auf dem Markt. Zwei Jahre später hat sich die Anzahl auf rund 1200 erhöht und somit mehr als verdoppelt.

Es ergibt sich für das investierte Volumen und die ETF-Anzahl zwischen 2003 und 2016 eine CAGR von 23 bzw. 25 Prozent.[29]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Entwicklung der ETF-Anzahl und des verwalteten Vermögens[30]

An dieser Stelle muss besonders betont werden, dass die Vielzahl an unterschiedlichen Fondsmodellen sowohl für aktive als auch passive Anlagestrategien adäquate Anlageprodukte bietet. Durchaus kann es unter Renditegesichtspunkten auch sinnvoll sein, lediglich in aktiv gemanagte Fonds zu investieren. Die Frage, welche Anlagestrategie zu einer höheren Rendite führt, wird bis heute in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Aufgrund des Trends, deutlich mehr Kapital als noch vor 15 Jahren in Indexfonds zu investieren, soll dieses Anlageprodukt aber im Fokus der weiteren Überlegungen stehen. Indexfonds und ETFs haben sich inzwischen als echte Alternative zu aktiv gemanagten Fonds etabliert. Insbesondere Kleinanlegern wird empfohlen, diese als Anlagemöglichkeit in Betracht zu ziehen. Gerade wenn der persönliche Aufwand für die Kapitalanlage niedrig sein soll und eine marktgerechte Rendite mit geringen Kosten im Mittelpunkt steht, bieten u. a. Indexfonds ein entsprechendes Angebot.[31]

Doch wie verhält es sich, wenn der Anleger weitere Anlageprinzipien verfolgt? Wie nachhaltig sind nachhaltige Indizes wirklich und kann eine ökologische und soziale Geldanlage mit Indexfonds überhaupt gelingen? Das Kapitel 4 beleuchtet die Möglichkeiten einer nachhaltigen Kapitalanlage und Kapitel 5 zeigt schließlich auf, inwiefern Indizes die Nachhaltigkeitsziele erfüllen können.

3 Die Bedeutung von Nachhaltigkeit

Dieses Kapitel befasst sich mit der Definition von Nachhaltigkeit. Es soll ein grundlegendes Verständnis und somit eine Basis für die Argumentation der folgenden Kapitel geschaffen werden. Eine differenzierte Betrachtung ist vonnöten, da der Begriff Nachhaltigkeit inflationär Anwendung findet und mit verschiedensten Ansätzen verknüpft ist. Um diesen Begriff zu definieren, wird zunächst auf seine Herkunft eingegangen.

3.1 Herkunft des Begriffs

Carl von Carlowitz (1645–1714) soll als einer der ersten den Ansatz der Nachhaltigkeit vertreten haben. Carlowitz schrieb in seinem Werk „Sylvicultura Oeconomica“ 1713, dass seiner Ansicht nach nicht mehr Bäume in einem Wald gefällt werden sollen als natürlich in einem vertretbaren Zeitraum nachwachsen können. Anders ausgedrückt darf der Nutzungsgrad die Regenerationsrate nicht übersteigen. Damit ist der quantitative Fortbestand des erschlossenen Systems, in diesem Fall des Waldes, langfristig gewährleistet. Auch qualitativ sind unter diesen Umständen langfristig gesehen keine Veränderungen zu erwarten.[32]

Dieser Ansatz bildet den Kerngedanken des nachhaltigen Denkens und Handelns. Nachhaltigkeit wird als eine nachhaltige Entwicklung gesehen. Im Bericht der Brundtland-Kommission der Vereinten Nationen von 1987 ist die nachhaltige Entwicklung wie folgt definiert:

„Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.”[33]

Frei übersetzt bedeutet das, die Bedürfnisse der Gegenwart zu befriedigen, ohne dabei zukünftige Generationen in deren Bedürfnisbefriedigung einzuschränken oder die Risiken dafür zu erhöhen. Dieser Ansatz wird auch als intergenerativer Gleichheitsgrundsatz bezeichnet.[34] Heute ist Nachhaltigkeit ein zentrales Leitbild für Politik und Wirtschaft. Jedoch wird der Begriff Nachhaltigkeit insbesondere in Wirtschaft und Politik inflationär verwendet. In Folge dessen bestehen verschiedene Definitionen und Verständnisse bezüglich des Nachhaltigkeitsbegriffs.[35] Oftmals werden nur Teilaspekte der Nachhaltigkeit, wie z. B. die Langfristigkeit von Faktoren, berücksichtigt und damit lediglich die ursprüngliche Bedeutung der „längere Zeit anhaltende[n] Wirkung“[36] angewandt. Nachhaltigkeit als rein ökologisch orientierten Ansatz zu verstehen, umfasst ebenfalls nicht das gegenwärtige ganzheitliche Verständnis, nachhaltig zu handeln. Vor diesem Hintergrund soll in Abschnitt 3.2 auf das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit eingegangen werden.

3.2 Das Drei-Säulen-Modell

Im Vordergrund dieses Modells sind die drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales zu sehen. Eine nachhaltige Entwicklung sollte die damit verknüpften Ziele berücksichtigen. Der langfristige ökonomische Ertrag, die Schonung der Umwelt für kommende Generationen und die Achtung der Normen und Werte der Gesellschaft werden gleichzeitig angestrebt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit[37]

Kritisch anzumerken ist, dass aus dem Modell nicht ersichtlich ist, ob eine Priorisierung einzelner Ziele forciert werden soll. Die Operationalität ist damit stark eingeschränkt. Es stellt sich die Frage, wie eine nachhaltige Entwicklung erreicht werden kann, wenn sich konkurrierende Ziel ergeben. Beispielsweise kann eine Maßnahme einerseits ökologisch sinnvoll sein, andererseits aber zu erhöhten Kosten führen und daher aus ökonomischer Perspektive nicht zielführend sein. Eine Strategie hinsichtlich der Zielkonflikte wird nicht spezifiziert. Hinzu kommt, dass eine nachhaltige Entwicklung wohl nur dann erreicht werden kann, wenn die ökologischen Ziele priorisiert werden.

Die ökologische Entwicklung ist von existenzieller Bedeutung und daher vorrangig zu beachten. Aus diesem Grund gibt es zahlreiche abweichende Darstellungen und Abwandlungen des klassischen Drei-Säulen-Modells. Die größte Beachtung findet aber weiterhin die in Abbildung 5 dargestellte Variante, die wie aufgezeigt kritisch hinterfragt werden sollte.[38] Dennoch ist das Drei-Säulen-Modell ein bedeutendes Instrument für ein weitreichenderes Verständnis von Nachhaltigkeit. Aufbauend darauf sollen die sogenannten Nachhaltigkeitsgrade erläutert werden.

3.3 Die Nachhaltigkeitsgrade

Nachhaltigkeitsgrade ermöglichen es, die unterschiedlichen Definitionen und Verständnisse von Nachhaltigkeit zu kategorisieren. Insgesamt lassen sich vier Abstufungen unterscheiden:

(1) Sehr schwache ökologische Nachhaltigkeit
(2) Schwache ökologische Nachhaltigkeit
(3) Starke ökologische Nachhaltigkeit
(4) Strikte oder radikale ökologische Nachhaltigkeit

Die sehr schwache ökologische Nachhaltigkeit geht von gleichwertigen sozialen, ökologischen und ökonomischen Zielen aus. Ein Paradigmenwechsel ist nicht erforderlich, da die technischen Entwicklungen das Naturkapital ersetzen können. Der Konsument ist souverän und die Gefahrenabwehr steht im Mittelpunkt der Betrachtung.

Auch die schwache ökologische Nachhaltigkeit geht von einer Gleichrangigkeit der Ziele aus und befürwortet die Konsumentensouveränität. Jedoch wird dem Konsumenten abgesprochen, die Wirkung seines Handelns vollumfänglich abschätzen zu können. Der Staat hat daher die Aufgabe, diesen Informationsdefiziten durch Aufklärungsarbeit zu begegnen sowie Auflagen für wichtige Schutzgüter zu erteilen.

Die starke ökologische Nachhaltigkeit hingegen sieht die Nachhaltigkeitsziele nicht als gleichrangig an, da nicht alle Ressourcen durch Technik ersetzbar sind. Die natürliche Tragfähigkeit setzt den Zielen der Nachhaltigkeit Grenzen bzw. Leitplanken. Für meritorische Güter, bei denen die private Nachfrage nicht dem gesellschaftlich erwünschten Maß entspricht, wird die Konsumentensouveränität eingeschränkt. Eine nachhaltige Entwicklung wird gefordert.

Strikte oder radikale ökologische Nachhaltigkeit ist ein ökozentrischer Ansatz. Nach diesen Vorstellungen kann Naturkapital nicht durch Technik ersetzt werden. Daher ist eine sofortige radikale Umsteuerung unausweichlich, die die Suffizienz- statt Effizienzstrategie verfolgt.[39] Die Effizienstrategie beabsichtigt die Optimierung der Ressourcennutzung bzw. des Verhältnisses zwischen eingesetzten Mittelten und erzieltem Ertrag. Suffizient bedeutet, dass eine Reduktion der Ressourcennutzung, durch die Veränderung herkömmlicher Konsummuster, erreicht wird.

Ausgangspunkt für die weiteren Überlegungen soll die starke ökologische Nachhaltigkeit sein. Die natürlichen Grenzen der Ökologie sollen mit den Investitionen nicht überschritten und die nachhaltige Entwicklung soll gestärkt werden. Die nachhaltige Kapitalanlage wird mit dem Ansatz der intrasystemischen ökologischen Optimierung betrachtet. Somit soll die Frage, inwiefern ein kapitalistisches System im Sinne eines radikalen ökologischen Ansatzes im Allgemeinen überhaupt nachhaltig sein kann, nicht erörtert werden.

In Kapitel 4 und 5 stehen daher ausgewählte Investitionsmöglichkeiten am Kapitalmarkt und deren Betrachtung im Sinne einer starken ökologischen Nachhaltigkeit im Mittelpunkt.

[...]


[1] Vgl. United Nations (2015, S. 22).

[2] Vgl. Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2017, S. 20).

[3] Vgl. Transforming our World:The 2030 Agenda for Sustainable Development A/RES/70/1 .

[4] Vgl. Bastiat (1850).

[5] Vgl. NKI – Institut für nachhaltige Kapitalanlagen (2017).

[6] Vgl. Meyer (2010, S. 67ff.).

[7] In Anlehnung an: Ermschel et al. (2016, S. 33).

[8] Vgl. Bank-Verlag GmbH (2000, S. 150).

[9] Vgl. Koss (2006, S. 10f.).

[10] Vgl. Pinner (2008, 57f).

[11] Vgl. Irgel (2004, 169f).

[12] Vgl. Markowitz (1952, S. 77ff.).

[13] Vgl. Kremer (2018, S. 1).

[14] Eigene Darstellung nach: Gründl (2018).

[15] Vgl. Gründl (2018).

[16] Vgl. Qureshi und Heiden (2010, S. 89).

[17] Vgl. Diversifikation: Systematisches Risiko – GeVestor (2012). und Upgang (2009, S. 46).

[18] Vgl. Breuer (2018).

[19] Vgl. Wolfgang Sachs, Uwe Demele, Gerhard Scherborn, Klaus Burmeister, Klaus Gabriel (2008, S. 10)

[20] Vgl. Pohl (2007, S. 22f.).

[21] Vgl. Pohl (2007, S. 29).

[22] Vgl. Wierichs Günther (2010, S. 121).

[23] Eigene Darstellung nach: Sternberger-Frey Barbara (2017, S. 69).

[24] Vgl. Wierichs Günther (2010, S. 212).

[25] Eigene Darstellung nach: Johanning Lutz, Becker Marc, Seeber Mark (2011, S. 15ff.).

[26] Vgl. Johanning Lutz, Becker Marc, Seeber Mark (2011, S. 15f.).

[27] Vgl. Edwards (2015); Johanning Lutz, Becker Marc, Seeber Mark (2011).

[28] Daten von: boerse.de (2018).

[29] Nach eigenen Berechnungen

[30] Eigene Darstellung, Daten von: statista.com .

[31] Vgl. Müller und Schöne (2011, S. 115).

[32] Vgl. Carlowitz et al. (2013).

[33] Vgl. Brundtland-Report der Vereinten Nationen (1987, S. 41).

[34] Vgl. Rogall (2002, S. 42).

[35] Vgl. Hardtke und Prehn (2001, S. 123f.).

[36] Vgl. duden.de .

[37] In Anlehnung an: Pufé (2012, S. 34).

[38] Vgl. Winter (2007, S. 1).

[39] Vgl. Rogall (2002, S. 115f.).

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Titel
Nachhaltige Kapitalanlage an der Börse. Nachhaltigkeitsindizes, Gütesiegel und Umweltbanken
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
64
Katalognummer
V436488
ISBN (eBook)
9783960953869
ISBN (Buch)
9783960953876
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzen, Börse, Investing, Nachhaltigkeit, Grünes Geld, Indizes, Index, Fonds, Indexfonds, Umweltbanken, Rendite, Finanzprodukte, Investieren, grüne Rendite, Kapital, Finanzmarkt, Geldmarkt, Umweltverschmutzung, Finanzwirtschaft, Kapitalanlage, Vermögensanlage
Arbeit zitieren
Tobias Haas (Autor), 2018, Nachhaltige Kapitalanlage an der Börse. Nachhaltigkeitsindizes, Gütesiegel und Umweltbanken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436488

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