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Pädagogischer Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten auf Grundlage der Individualpsychologie

Title: Pädagogischer Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten auf Grundlage der Individualpsychologie

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 40 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Florian Karcher (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Sie bringen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Jugendarbeit an ihre Grenzen, lösen Hilflosigkeit und Unverständnis bei ihnen aus, können eine positive Gruppenkonstellationen sprengen und „liebvoll geplantes Programm“ zum Platzen bringen. Sie werden die Schwererziehbaren, die Verhaltensgestörten, die Chaoten oder Asozialen genannt: Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten wie ADS, Hyperaktivität, selbst verletzendes Verhalten oder Aufsässigkeit, Gewaltbereitschaft, Rechtsradikalismus, Alkohol- oder Drogenkonsum u.v.a.m. Solche Kinder und Jugendliche kommen zu den Angeboten der Offenen Türen, nutzen die Gruppenangebote und fahren auf Kinder- und Jugendfreizeiten mit.
Alfred Adler, der Begründer der Individualpsychologie, weist darauf hin, „dass sich hinter solchen aktiven jugendlichen Verhaltensweisen sehr oft nur Kompensationsversuche entmutigter Kinder oder Jugendlicher verbergen, d.h. Versuche, eigene Minderwertigkeitsgefühle zu überwinden, [...].“
Diese Arbeit hat die Darstellung der individualpsychologische Sicht auf Kinder und Jugendliche mit Verhaltensaufälligkeiten zum Ziel und möchte dabei die Möglichkeiten des Umgangs mit solchen jungen Menschen in der Jugendarbeit aufzuzeigen.
Dabei wird zunächst zu klären sein, welcher Sachverhalt mit dem Begriff „Verhaltensauffälligkeiten“ erfasst werden soll. Weiter muss erörtert werden, warum Überlegungen zum Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen für die Jugendarbeit wichtig sind und nicht nur Eltern, Lehrern und Therapeuten überlassen werden können.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

3. Beitrag der Jugendarbeit

4. Individualpsychologische Sicht von Verhaltensauffälligkeiten

4.1. Minderwertigkeit und Kompensation

4.2. Finalität des Verhaltens

4.3. Familienklima und Geschwisterkonstellation

4.4. Gemeinschaftsgefühl

4.5. Zusammenfassung

5. Verhaltensauffälligkeiten „lesen“ lernen

5.1. Selbsterziehung der Erzieher

5.2. Verstehen durch Einfühlung

5.3. Relevanz der Lebensstilerarbeitung in der Jugendarbeit

5.4. Fragenkatalog für die Jugendarbeit

6. Konsequenzen für den pädagogischen Umgang

6.1. Ermutigung

6.2. Kompensationshilfe

6.3. Jugendarbeit als Gemeinschaftserziehung

7. Bedeutung für die Konzeption von Jugendarbeit

7.1. Notwendigkeit konzeptioneller Überlegungen

7.2. Individualpsychologie in Konzepten der Jugendarbeit

7.2.1. Zielgruppe

7.2.2. Theoretische Grundlagen

7.2.3. Analyse

7.2.4. Problemstellung und Aufgabe

7.2.5. Wertorientierung

7.2.6. Ziele

7.2.7. Handlungsformen

7.2.8. Reflexion/Evaluation

7.2.9. Grenzen

7.3. Tatsächliche Leistung der Jugendarbeit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die individualpsychologische Perspektive nach Alfred Adler auf Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten darzustellen und daraus konkrete Möglichkeiten für den pädagogischen Umgang in der Jugendarbeit abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Mitarbeiter der Jugendarbeit diese theoretischen Ansätze nutzen können, um junge Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen, ohne dabei den Rahmen einer Jugendeinrichtung zu überschreiten.

  • Grundlagen der Individualpsychologie (Minderwertigkeitsgefühl, Kompensation und Finalität)
  • Die Bedeutung der lebensweltorientierten und korrigierenden Jugendarbeit
  • Methoden der Beobachtung und Lebensstilerarbeitung im pädagogischen Alltag
  • Strategien zur Ermutigung und Kompensationshilfe bei Verhaltensauffälligkeiten
  • Ansätze zur Integration individualpsychologischer Prinzipien in die Konzeption von Jugendarbeit

Auszug aus dem Buch

4.1. Minderwertigkeit und Kompensation

Die wichtigste Grundlage zum individualpsychologischen Verstehen menschlicher Probleme ist das Minderwertigkeitsgefühl. Minderwertigkeit wird nach Adler durch den Vergleich mit anderen und vor allem der Deutung dieses Vergleiches hervorgerufen. Er sieht diesen Vorgang als etwas in der Natur des Mensch angelegtes. „Menschsein heißt: sich minderwertig fühlen !“ Danach gibt es keine Situation, kein Ereignis oder keine Begegnung, in der sich der Mensch nicht ein Minderwertigkeitsgefühl zuziehen könnte. Als Gründe für das Minderwertigkeitsgefühl nennt Adler Organminderwertigkeiten (also auch genetische Disfunktionen), Familienkonstellation, schwierige soziale, finanzielle, religiöse oder kulturelle Stellung in der Gesellschaft, Misserfolge und Irrtümer.

Eine wichtige Ursache für Verhaltensauffälligkeiten sieht Adler in der Entstehung von abnormalen Minderwertigkeitsgefühlen. „Das Minderwertigkeitsgefühl wird erst dann zur Entwicklungshemmung, wenn das Kind in ihm stecken bleibt und keinen Ausweg aus seiner Situation findet. Dann verdichten sich sein Pessimismus und seine Ängstlichkeit zum Minderwertigkeitskomplex, der bereits in das Gebiet der seelischen Pathologie fällt.“ Dabei werden die normalen Minderwertigkeitsgefühle aufgrund von ungünstigen Lebens-, Familien- oder Erziehungssituationen nicht abgebaut. Es entsteht ein verfestigtes und tief verwurzeltes Gefühl der Entmutigung. Aus dem kleinkindlichen „Ich kann das noch nicht!“ wird ein „Ich kann das nicht!“.

Obwohl die Individualpsychologie bei der Betrachtung von Verhaltensauffälligkeiten der frühen Kindheit einen hohen Stellenwert beimisst, betont sie jedoch ebenfalls, dass Minderwertigkeitsgefühle auch im Jetzt, eben auch im Jugendalter, durch fehlgeleitete Kompensation zu auffälligem Verhalten führen können. Als fehlgeleitete Kompensation versteht Adler ein übermäßiges Geltungsstreben zum Ausgleich der Minderwertigkeit. Solche Kompensationsversuche stehen in der Gefahr ins Extreme umzuschlagen und sich ggf. in Verhaltensauffälligkeiten niederzuschlagen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik verhaltensauffälliger Kinder und Jugendlicher im Kontext der Jugendarbeit ein und skizziert die Zielsetzung der Arbeit auf Basis der Individualpsychologie.

2. Begriffsbestimmung: Hier wird der Begriff der Verhaltensauffälligkeit definiert und von einer einmaligen Normabweichung zu einer andauernden Auffälligkeit abgegrenzt, wobei der subjektive Charakter der Beobachtung betont wird.

3. Beitrag der Jugendarbeit: Das Kapitel erläutert die lebensgeleitende und korrigierende Aufgabe der Jugendarbeit sowie ihre pädagogischen Chancen und gesetzlichen Grundlagen bei der Bewältigung von Verhaltensauffälligkeiten.

4. Individualpsychologische Sicht von Verhaltensauffälligkeiten: Es werden die zentralen Begriffe wie Minderwertigkeitsgefühl, Kompensation, Finalität und Gemeinschaftsgefühl erläutert, die das Verständnis für auffälliges Verhalten aus individualpsychologischer Perspektive bilden.

5. Verhaltensauffälligkeiten „lesen“ lernen: Dieses Kapitel widmet sich der Methodik des Verstehens, der notwendigen Selbstreflexion des Erziehers sowie der Relevanz einer Lebensstilanalyse im Alltag der Jugendarbeit.

6. Konsequenzen für den pädagogischen Umgang: Hier werden praktische Handlungsoptionen wie Ermutigung, Kompensationshilfe und die Gestaltung von Jugendarbeit als Gemeinschaftserziehung vorgestellt.

7. Bedeutung für die Konzeption von Jugendarbeit: Dieses Kapitel zeigt auf, wie individualpsychologische Ansätze systematisch in die Konzeption einer Jugendeinrichtung integriert werden können, unter Berücksichtigung von Zielen, Methoden und strukturellen Grenzen.

Schlüsselwörter

Individualpsychologie, Verhaltensauffälligkeiten, Jugendarbeit, Minderwertigkeitsgefühl, Kompensation, Gemeinschaftsgefühl, Lebensstil, Ermutigung, Pädagogik, Lebensziel, Prävention, Konzeption, Sozialpädagogik, Erziehung, Selbstvertrauen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung der Individualpsychologie Alfred Adlers auf den pädagogischen Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die ein auffälliges Verhalten zeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen das Verständnis von Minderwertigkeitsgefühlen, die Bedeutung von Gemeinschaft und die Entwicklung von Handlungsstrategien zur Ermutigung junger Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie pädagogische Mitarbeiter in der Jugendarbeit verhaltensauffällige junge Menschen besser verstehen und sie durch gezielte Förderung in ihrer Entwicklung unterstützen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der individualpsychologischen Konzepte Alfred Adlers und deren Anwendung auf aktuelle Konzepte der Kinder- und Jugendarbeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen von Auffälligkeiten, Wege zur Interpretation dieses Verhaltens („lesen lernen“) und leitet daraus spezifische pädagogische Konsequenzen für den Alltag ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind insbesondere die Begriffe Individualpsychologie, Kompensation, Gemeinschaftsgefühl und die pädagogische Ermutigung.

Warum spielt die Gemeinschaft eine so große Rolle?

Für die Individualpsychologie ist der Mensch ein Gemeinschaftswesen; auffälliges Verhalten wird oft als ein Mangel an Gemeinschaftsgefühl oder eine Fehlkompensation von Minderwertigkeit interpretiert.

Ist Jugendarbeit mit Therapie gleichzusetzen?

Nein, die Arbeit betont ausdrücklich die Grenzen der Jugendarbeit; eine fachspezifische Therapie kann durch die Jugendarbeit nicht ersetzt werden, wohl aber eine stützende pädagogische Arbeit.

Welchen Stellenwert hat der „Fragenkatalog“ für die Praxis?

Er dient Mitarbeitern nicht als starres Instrument zum Abfragen, sondern als Beobachtungshilfe, um Hintergründe und Lebensstile verhaltensauffälliger Kinder besser zu begreifen.

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Details

Title
Pädagogischer Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten auf Grundlage der Individualpsychologie
College
Protestant University of Applied Sciences Rheinland-Westfalen-Lippe
Grade
1,7
Author
Florian Karcher (Author)
Publication Year
2005
Pages
40
Catalog Number
V43657
ISBN (eBook)
9783638414043
ISBN (Book)
9783638657211
Language
German
Tags
Pädagogischer Umgang Verhaltensauffälligkeiten Grundlage Individualpsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Karcher (Author), 2005, Pädagogischer Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten auf Grundlage der Individualpsychologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43657
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