Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, fallen mir mindestens zwei meiner Mitschüler ein, auf die das Krankheitsbild der Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung zugetroffen sein könnte. Häufiges Hineinrufen, ohne sich vorher zu melden, impulsives, unüberlegtes Handeln und eine auffällige motorische Unruhe waren nur einige der Symptome. Die Lehrer hatten diese Kinder häufig auf dem Kieker und auch sonst hatten sie wenig Freunde in der Schule. Irgendwann habe ich zu Hause aufgeschnappt, dass XY an einer ADHS leide – ich sah diese Störung eher begründet in einer mangelnden konsequenten Erziehung, denn in einer anerkannten Erkrankung. Auch heutzutage gibt es Menschen, die das Krankheitsbild als solches anzweifeln, oder der Meinung sind, die Diagnose ADHS werde viel zu schnell und leichtfertig gestellt.
Die Kinder werden zu einem Zeitpunkt eingeschult, wo ihr Bewegungsdrang erhöht ist – in der zweiten Klasse erreicht dieser seinen Höhepunkt. Der Unterrichtsablauf erwartet jedoch von den jungen Schülern, dass sie sich ruhig verhalten und konzentriert dem Unterricht folgen. Vielen fällt das anfangs schwer. Doch welches Verhalten wirklich krankhaft ist, obliegt unter anderem der Einschätzung und Beurteilung der Lehrperson, die das Verhalten der Kinder jeden Tag mitbekommt, zumal sich die Krankheit häufig vor allem in der Schule bemerkbar macht.
Wichtig ist, die Störung als solche zu erkennen und als Lehrer geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Schüler dennoch erfolgreich ins Unterrichtsgeschehen zu integrieren, präventiv zu handeln und richtig mit Störverhalten umzugehen. Wie das gelingen kann, soll im nachfolgenden Teil erörtert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist ADHS?
2.1 Definition und Klassifikation
2.2 Symptomatik
2.3 Ätiologie
3 ADHS und Schule
3.1 Symptome im Unterricht
3.2 Beziehung zu Gleichaltrigen
4 Pädagogischer Umgang
4.1 Präventive Unterrichtsmethoden
4.2 Interventionsmöglichkeiten bei störendem und problematischem Verhalten
5 Fazit
6 Quellen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen, die Kinder mit ADHS im schulischen Alltag darstellen, und zielt darauf ab, Lehrkräften pädagogische Strategien zur erfolgreichen Integration dieser Schüler in das Unterrichtsgeschehen zu vermitteln.
- Klinisches Erscheinungsbild und Ursachen von ADHS
- Symptomatik im schulischen Kontext und soziale Interaktionen
- Präventive Unterrichtsmethoden zur Strukturierung
- Interventionsstrategien bei störendem Verhalten
- Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus
Auszug aus dem Buch
2.2 Symptomatik
Wie bereits erwähnt, werden der ADHS drei Kernsymptome zugeschrieben, die je nach Lebensbereichen unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Häufig treten die Symptome dann stärker auf, wenn von den Kindern Ausdauer und höhere Aufmerksamkeit verlangt wird, wie dies in der Schule der Fall ist. Deutlich zeigt sich das in Aufgaben, die fremdbestimmt sind und eine kognitive Auseinandersetzung verlangen. Die Kinder haben Probleme Aufgaben zu Ende zu bringen, oder sich ausreichend darauf zu konzentrieren (vgl. Banaschewski & Döpfner, 2013, S. 271), so z.B. bei den Hausaufgaben oder selbstständigen Tätigkeiten im Unterrichtsablauf, von denen sie sich allzu leicht ablenken lassen. Frölich, Döpfner und Banaschweski weisen darauf hin, dass die Störung der Aufmerksamkeit keinesfalls mit dem Umstand gleichzusetzen ist, dass sich die Betroffenen gar nicht konzentrieren können. Dank ihres geringen Reizfilters nehmen sie alles um sich herum wahr, was in der ein oder anderen Situation sogar von Vorteil sein kann (2014, S. 14).
Die mangelnde Fähigkeit Bedürfnisse aufzuschieben und „die Tendenz, dem ersten Handlungsimpuls zu folgen und eine Tätigkeit zu beginnen, bevor sie hinreichend durchdacht“ wurde (Banaschewski & Döpfner, 2013, S. 272), sowie die Schwierigkeit zu warten, bis man an der Reihe ist, ist der Impulsivität zuzuschreiben, die als ein weiteres Kernsymptom der ADHS gilt.
Die Hyperaktivität zeigt sich häufig in Situationen, in denen eigentlich ein hohes Maß an Verhaltenskontrolle von Nöten ist, wie etwa in der Schule. Die Betroffenen zeigen eine wenig organisierte, hohe motorische Aktivität, die sie nur schwer regulieren können. Begleitet wird ihr Verhalten von einer extremen Ruhelosigkeit (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der ADHS-Thematik im Schulalltag anhand persönlicher Erfahrungen und unterstreicht die Notwendigkeit, betroffene Kinder adäquat in den Unterricht zu integrieren.
2 Was ist ADHS?: Dieses Kapitel definiert ADHS als neurobiologische Störung, erläutert die drei Kardinalsymptome sowie die unterschiedlichen Klassifikationssysteme (ICD-10 und DSM-IV) und geht auf die multifaktoriellen Entstehungsursachen ein.
3 ADHS und Schule: Hier wird der Einfluss von ADHS auf die Schulleistungen und die Klassengemeinschaft analysiert, wobei besonders die Auswirkungen der Symptome im Unterricht und die Herausforderungen in der Beziehung zu Gleichaltrigen beleuchtet werden.
4 Pädagogischer Umgang: Das Kapitel bietet konkrete Ansätze für Lehrkräfte, von präventiven Unterrichtsmethoden wie Strukturierungshilfen bis hin zu effektiven Interventionsmöglichkeiten bei problematischem Schülerverhalten.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Aufklärung von Lehrkräften sowie der engen Kooperation mit dem Elternhaus zusammen, um betroffenen Kindern langfristig bessere Entwicklungschancen zu ermöglichen.
6 Quellen: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Bildquellen.
Schlüsselwörter
ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Impulsivität, Schule, Unterrichtsgestaltung, Pädagogik, Lernstörungen, Schulintegration, Verhaltensauffälligkeiten, Inklusion, Fördermöglichkeiten, Klassenführung, Elternarbeit, Symptomatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Störungsbild ADHS speziell im Kontext des schulischen Umfelds und analysiert, welche besonderen Herausforderungen sich daraus für den Schulalltag ergeben.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören das medizinische Verständnis von ADHS, die Auswirkungen der Symptome im Unterricht, die soziale Integration in die Klassengemeinschaft sowie pädagogische Interventionsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Lehrkräften aufzuzeigen, wie sie durch fachliches Wissen und gezielte Maßnahmen betroffene Kinder erfolgreich im Unterricht unterstützen und integrieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse aktueller psychologischer und pädagogischer Fachquellen zur ADHS-Problematik.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu ADHS, eine Analyse der schulischen Symptomatik sowie die Darstellung konkreter pädagogischer Handlungsoptionen für Lehrpersonen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Schlagworte sind ADHS, Unterrichtsgestaltung, Symptomatik, Pädagogik, Verhaltensintervention und Schulintegration.
Wie sollten Lehrkräfte bei Konfliktsituationen reagieren?
Die Autorin empfiehlt, nicht emotional zu reagieren oder zu drohen, sondern das Verhalten als Teil der Störung zu verstehen und in Ruhe, etwa nach dem Unterricht, Konsequenzen zu reflektieren.
Warum ist die Sitzordnung im Klassenzimmer relevant?
Die Arbeit verweist auf Forschungsergebnisse, wonach eine klassische Sitzordnung mit Blick nach vorne vorteilhafter ist als eine Gruppentisch-Anordnung, um die Ablenkbarkeit der Kinder zu reduzieren.
- Arbeit zitieren
- Barbara Bitzer (Autor:in), 2018, ADHS im Klassenzimmer. Eine besondere Herausforderung für den Schulalltag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436630