Gelingende Konfliktbearbeitung. Ablauf einer Mediation


Seminar Paper, 2018
13 Pages, Grade: 1,2

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Zentrale Definitionsbegriffe
2.1. Sozialer Konflikt
2.2. Mediation

3. Prinzipien und Methoden
3.1. Grundsätze Mediation
3.2. Mediative Gesprächstechniken
3.2.1. deeskalierende Kommunikationsformen
3.2.2. klientenzentrierter Ansatz nach Carl Rogers
3.2.3. gewaltfreie Kommunikation nach Marshalle Rosenberg

4. Das Phasenmodell der Mediation
4.1. Einführungsphase
4.2. Darstellungsphase
4.3. Erhellungsphase
4.4. Lösungsphase
4.5. Abschlussphase

5. Fazit/ Reflexion

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Die Mediation ist eine weit verbreitete und beliebte Methode zur Konfliktbearbeitung, die seit dem 1980er in Deutschland genutzt wird. Mediation erlaubt eine systematische Bearbeitung eines Konfliktes und die Entwicklung von Lösungsansätzen und Strategien. Anfangs wurde Mediation hauptsätzlich im Trennungs- und Scheidungsbereich sowie im Schulwesen von Berlin praktiziert. Seit der Verabschiedung des Mediationsgesetzes am 21.07.2012 haben sich viele unterschiedliche Mediationsbereiche entwickelt, sodass Mediation zum Standardverfahren in der Konfliktberatung wurde (Schäfer, 2017, S. 13).

Das zentrale Thema der vorliegenden Arbeit ist der Ablauf einer Mediation. Um die Struktur bzw. den Ablauf einer Mediation nachvollziehen zu können, ist es wichtig, zuerst zentrale Begrifflichkeiten wie „sozialer Konflikt“, seine Hintergründe sowie Arten zu definieren. In Anlehnung an den Konfliktbegriff wird dann eine Definition von Mediation angeführt. Ausgehend von der Definition werden im dritten Kapitel Grundsätze und Prinzipien einer Mediation erläutert und einige Beispiele für mediative Gesprächstechniken beschrieben. In den anschließenden Kapiteln (3.2.2 und 3.2.3) werden die psychologischen Modelle des klientenzentrierten Ansatzes nach Carl Rogers und der gewaltfreien Kommunikation von Marshall Rosenberg beschrieben, auf denen der Mediationsgedanken basiert. Im vierten Kapitel wird das Phasenmodell der Mediation nach Besemer, in seine einzelnen Phasen unterteilt und beschrieben. Zum Schluss folgt ein Fazit mit Bezug zur Sozialen Arbeit und einer kurzen Reflexion zur Abgrenzung der Mediation zu anderen Verfahren wie Beratung, Coaching, Supervision und Psychotherapie.

2. Zentrale Definitionsbegriffe

Um Mediation zu verstehen, wird zunächst beschrieben, was ein Konflikt genau ist, welche Arten von Konflikten es gibt und welche Hintergründe und Ebenen sie haben können.

2.1. Sozialer Konflikt

Unter einem sozialen Konflikt wird ein interpersoneller Konflikt verstanden. Damit ist ein Konflikt zwischen zwei Akteure gemeint, die Meinungsverschiedenheiten zu einer bestimmten Thematik oder Fragestellung haben und deshalb keinen Konsens finden können. Die Akteure können Personen, Gruppen, Organisationen, Institutionen oder Staaten sein. Ein Konflikt birgt für beide Parteien Risiken. Kommen beide Konfliktpartner zu keiner Einigung, können Spannungen und Differenzen zur Beendigung der Beziehung führen. Anderseits kann ein Konflikt neues schöpferisches Potential entfachen und so Veränderungen anstoßen und die Partnerschaft festigen (Besemer, 2016, S.26).

Neben dem interpersonellen Konflikt gibt es noch eine zweite Form des Konflikts, den intrapersonellen Konflikt. Intrapersonelle Konflikte betreffen die eigene Person, indem man beispielsweise Entscheidungsschwierigkeiten hat. Beide Konfliktarten sind dynamisch und können sich gegenseitig begünstigen und verstärken. Da heißt aus intrapersonellen Konflikten können interpersonelle Konflikte entstehen und umgekehrt (Schäfer, 2017, S. 2).

Die Konfliktursachen können ebenfalls unterschiedlicher Natur sein. Zum Beispiel können Bedürfnisse, Beziehungen, Rollen, Strategien, Werte und Ziele Auslöser und Ursachen für Konflikte sein. Besemer (2016) hat sich der Erforschung der Tiefenstruktur von Konflikten gewidmet und hat auf der Grundlage seiner Ergebnisse das Eisbergmodell der Konflikthintergründe entwickelt. Laut Besemer besteht ein Konflikt aus vier Ebenen, wobei er die ersten zwei Ebenen als sichtbaren Konflikt bezeichnet, welcher mit Mediation erfolgreich bearbeitet werden kann. Sichtbar werden häufig Konflikte aufgrund von Meinungsverschiedenheiten, die Positionen, Forderungen, Bedürfnisse und Interessen betreffen. Die tieferen Ebenen (3+4) der Konflikthintergründe sind nicht sichtbar und vollziehen sich unbewusst. Häufig stecken Gefühle, Beziehungen, Werte, Erfahrungen und die eigene Sozialisation sowie Befindlichkeit hinter dem sichtbaren Konflikt. Da diese Hintergründe dem Menschen selbst oft verborgen und unbewusst sind, ist die Bearbeitung des Konfliktes aus dieser Perspektive sehr komplex und aufwendig. An dieser Stelle eignen sich andere Verfahren wie Beratung, Coaching oder auch eine Psychotherapie besser (Schäfer, 2017, S. 4).

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Tiefenstruktur eines Konflikts (Eisbergmodell) nach Besemer 1999, S.27

2.2. Mediation

Mediation kann als ein professionelles und außergerichtliches Konfliktmanagementinstrument zur Lösung von Konflikten zwischen zwei oder mehreren Parteien mithilfe eines Mediators verstanden werden. Mediation verfolgt das Ziel, Konflikte zwischen zwei Akteuren zu lösen, indem sie eine zufriedenstellende Lösung eine sogenannte „Win-Win-Lösung“ erarbeiten, von der beide Parteien profitieren (Mediationsgesetz, 2012). Rechtlich ist die Mediation im Mediationsgesetz vom 21.07.2012 verankert. Das Mediationsgesetz beschreibt die Aufgaben und die Ausbildung des Mediators sowie den Ablauf des Verfahrens (MediationsG, 2012).

In der Mediation werden zwei Herangehensweise unterschieden, zum einen die Verhandlungsmediation, in der Emotionen im Hintergrund stehen und Probleme neutral und ergebnisorientiert betrachtet werden. Ein Beispiel für eine Verhandlungsmediation sind die Verhandlungsstrategien des Harvard-Konzeptes von Fischer und Ury (2005). Im Gegensatz dazu, werden in der Metanoischen Mediation, die Gefühle und Bedürfnisse der Menschen in den Fokus gestellt und bedürfnisorientiert verhandelt. Ein Beispiel für Metanoische Mediation ist die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg. Die gewaltfreie Kommunikation eignet sich für soziale Kontexte als Mediationsmethode, während das Harvard-Konzept bevorzugt im Arbeitskontext eingesetzt wird (Schäfer, 2017, S. 20).

Es gibt einige Gesprächstechniken, die Konflikte entschärfen können. Diese setzt der Mediator gezielt im Mediationsverfahren ein, um eine erfolgreiche Konfliktberatung zu erzielen. Das nächste Kapitel gibt einen Einblick in die Prinzipien und Methoden, auf die sich das Mediationsverfahren stützt.

3. Prinzipien und Methoden

Das Mediationsgesetz umfasst eine Reihe von Prinzipien zum Verfahren und zur Aufgabe des Mediators. Wie bereits erwähnt muss der Mediator eine ausstehende und neutrale Person sein, welche die Parteien selbst auswählen. Wurde der Mediator ausgesucht, hat er zuallererst die Aufgabe den Parteien die Grundsätze und den Ablauf des Mediationsverfahrens zu vermitteln und den Wunsch nach einer freiwilligen Teilnahme an der Mediation zu erfragen (MediationsG, 2012).

3.1. Grundsätze der Mediation

Mediation basiert auf verschiedenen Grundsätzen, die den Verhaltenscodex und das Selbstverständnis von MediatorInnen prägen und den Prozess leiten. Im Prozess nehmen MediatorInnen eine mediative Haltung ein. Das heißt, sie sind offen, respektvoll und wertschätzend gegenüber den Medianden und dem Prozess.

Im Mediationsprozess gilt das Prinzip der Allparteilichkeit. Das bedeutet, dass MediatorInnen neutral und unparteiisch sind. Weiterhin wird von den TeilnehmerInnen der Mediation, den Medianden, eine freiwillige Teilnahme an der Konfliktbearbeitung vorausgesetzt. Es gilt das Prinzip der Freiwilligkeit. Ein weiterer wichtiger Grundsatz ist die Verantwortlichkeit. Sie meint, dass die MediatorInnen für den Ablauf der Mediation verantwortlich sind. Für die Inhalte und die Erarbeitung von Lösungen sind jedoch die Medianden selbst verantwortlich. Des Weiteren sind alle Beteiligten, MediatorInnen sowie Medianden zur Schweigepflicht verpflichtet, damit ein sicherer und vertrauensvoller Rahmen gewährleistet werden kann. Weiterhin gilt das Prinzip der Ergebnisoffenheit und Informiertheit. Damit eine Konfliktbearbeitung gelingt, ist es wichtig, dass alle Aspekte, die den Konflikt betreffen offengelegt werden. Die Mediation orientiert sich am Prozess, den Ressourcen und den Zielen und ist ergebnisoffen (Schäfer, 2017, S. 47).

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Details

Title
Gelingende Konfliktbearbeitung. Ablauf einer Mediation
College
University of Applied Sciences Düsseldorf
Grade
1,2
Author
Year
2018
Pages
13
Catalog Number
V436790
ISBN (eBook)
9783668771062
ISBN (Book)
9783668771079
File size
519 KB
Language
German
Tags
mediation, konflikte, lösung
Quote paper
Natalie Alber (Author), 2018, Gelingende Konfliktbearbeitung. Ablauf einer Mediation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436790

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