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Zu: Daniel Bell, Wissen in der nachindustriellen Gesellschaft

Title: Zu: Daniel Bell, Wissen in der nachindustriellen Gesellschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 17 Pages , Grade: 2

Autor:in: Jennifer Werner (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Das Buch „Die nachindustrielle Gesellschaft“ von Bell ist 1973 erschienen. In dieser Hausarbeit soll es um das letzte Kapitel dieses Buches „Die Aufgaben der Zukunft“ gehen. Der Schwerpunkt wird dabei vor allem auf die sich wandelnde Bedeutung von Wissen und dem Verlust der Stellung von Wirtschaft gelegt. Im ersten Teil sollen dazu die Thesen Bells dargestellt werden. Im Bezug auf Wissen rückt dazu auch die Wissenschaft, als Wissen produzierende Kraft, und die Universität, als Wissen verbreitende Kraft, ins Blickfeld. In Bezug auf den Rückgang von wirtschaftlicher Entscheidungsmacht soll die neue Rolle von Politik und politischen Entscheidungen und die Konsequenzen für die Gesellschaft Beachtung finden. Im zweiten Teil sollen zum Vergleich jeweils eine Arbeit des französischen Soziologen Alain Touraine und des französischen Philosophen Jean-François Lyotard herangezogen werden, die sich ebenfalls mit der Prognose um eine zukünftige Gesellschaft beschäftigt haben. Beide beziehen wie Bell in ihren Werken die Macht von Wissen mit ein, Touraine beschäftigt sich zudem, wie auch Bell, mit wirtschaftliche Veränderungen in einer nachindustriellen Gesellschaft. Da die sich die Grundideen der verschiedenen Ansätze sehr ähneln, soll es vor allem um die Ausdifferenzierung der Ideen gehen, wie sie die Autoren in einer nachindustriellen Gesellschaft verwirklicht sehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Die Aufgaben der Zukunft

1. Die gesellschaftliche Struktur

2. Wissenschaft in der nachindustriellen Gesellschaft

3. Die nachindustrielle Gesellschaft als Meritokratie

4. Knappheit in der nachindustriellen Gesellschaft

B Vergleich mit den Ansätzen von Alain Touraine und Jean-François Lyotard

1. Die nachindustrielle Gesellschaft bei Alain Touraine

2. Der Begriff des postmodernen Wissens bei Jean-François Lyotard

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Wissen in der nachindustriellen Gesellschaft auf Basis des Werkes von Daniel Bell und vergleicht dessen Thesen mit den Ansätzen von Alain Touraine und Jean-François Lyotard, um die Verschiebung der Machtverhältnisse von der Wirtschaft hin zur Politik und zur wissensbasierten Elite zu analysieren.

  • Die wandelnde Bedeutung von theoretischem Wissen als axiales Prinzip der Sozialstruktur.
  • Die Transformation der nachindustriellen Gesellschaft in eine Meritokratie.
  • Der Einfluss von Wissensproduktion auf Machtstrukturen und soziale Schichtung.
  • Vergleichende Analyse der Gesellschaftsentwürfe von Bell, Touraine und Lyotard.
  • Die Rolle von Informationen, Koordination und Zeit als neue Formen der Knappheit.

Auszug aus dem Buch

3. Die nachindustrielle Gesellschaft als Meritokratie

Der Begriff `Meritokratie´ leitete sich vom Begriff `meritum´, der aus dem lateinischen übersetzt soviel wie `Verdienst´ heißt, und dem griechischen Wort für `herrschen´, nämlich `??ate??´, ab. Er bezeichnet demnach eine Verdienstherrschaft, in der diejenigen die Macht haben, die die besten Leistungen erbringen.

In der nachindustriellen Gesellschaft wäre diese Leistung mit einer hohen Kompetenz im technisch-wissenschaftlichen Bereich gleichzusetzen. Wo früher in der Wirtschaft noch Eigenschaften wie Ehrgeiz zu Erfolg führen konnten, sieht Bell immer stärker die Fachausbildung als entscheidendes Kriterium für Erfolg. Fachliches Können ist die Vorraussetzung für Einfluss und Macht, sowohl in der Gesellschaft als auch in Unternehmen.

Auf den ersten Blick wirkt Meritokratie als gerechte Verteilung von Chancen, zumindest gerechter als die Verteilung von Chancen aufgrund von Geld oder sozialer Stellung. Trotzdem gibt es natürlich Gruppen von Menschen, die nicht von dieser Veränderung profitieren. Dazu gehören beispielsweise diejenigen, die wenig Erfolg in der Schule und damit keinen Zugang zu Hochschulen haben. Doch auch andere Beschränkungen des Hochschulbesuchs, von denen viele wieder auf Geld oder soziale Stellung zurückfallen, führen zu Ungerechtigkeit. Denn wenn der absolute Wert das theoretische Wissen ist und diejenigen Erfolg haben, die über eben jenes verfügen, dann ist es nötig, allen die gleiche Chance auf Erwerb dieses Wissens zu ermöglichen, denn nur so ergibt sich eine wirkliche Veränderung zu früheren Maßstäben.

Zusammenfassung der Kapitel

Die gesellschaftliche Struktur: Bell beschreibt den Übergang zu einer nachindustriellen Gesellschaft, in der theoretisches Wissen das axiale Prinzip der Sozialstruktur bildet und eine wissenschaftlich geschulte Klasse an Bedeutung gewinnt.

Wissenschaft in der nachindustriellen Gesellschaft: Dieses Kapitel thematisiert die Spannung zwischen der freien, wissenschaftlichen Forschung und der zunehmenden Bürokratisierung sowie wirtschaftlichen Abhängigkeit im nachindustriellen Zeitalter.

Die nachindustrielle Gesellschaft als Meritokratie: Es wird die Etablierung einer Leistungsgesellschaft erläutert, in der fachliche Kompetenz über den sozialen Status entscheidet, was Bell kritisch in Bezug auf Bildungschancen und soziale Ungerechtigkeit hinterfragt.

Knappheit in der nachindustriellen Gesellschaft: Bell analysiert, wie sich Knappheit in einer fortgeschrittenen Gesellschaft von materiellen Gütern hin zu Informations-, Koordinations- und Zeitkosten verschiebt.

Die nachindustrielle Gesellschaft bei Alain Touraine: Der Vergleich beleuchtet Touraines Analyse der „programmierten Gesellschaft“, in der Wissen als Produktivkraft dient und Entfremdung durch gesellschaftliche Steuerungsprozesse zunimmt.

Der Begriff des postmodernen Wissens bei Jean-François Lyotard: Dieses Kapitel erörtert Lyotards These, dass Wissen im postmodernen Zeitalter zum marktfähigen Produkt wird, das die Legitimation durch „große Erzählungen“ verloren hat.

Schlüsselwörter

Nachindustrielle Gesellschaft, Daniel Bell, Meritokratie, theoretisches Wissen, Alain Touraine, Jean-François Lyotard, Postmoderne, Wissensgesellschaft, Machtverschiebung, soziale Struktur, Informationsgesellschaft, Knappheit, Leistungsgesellschaft, Wissenschaft, politische Steuerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Thesen von Daniel Bell zur nachindustriellen Gesellschaft und vergleicht diese mit den soziologischen Perspektiven von Alain Touraine und Jean-François Lyotard.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die wachsende Bedeutung von Wissen, die Rolle der Universität, der Wandel von wirtschaftlicher zu politischer Macht und das Konzept der Meritokratie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten und Differenzen der drei Autoren hinsichtlich ihrer Prognosen für zukünftige Gesellschaftsstrukturen und den Status von Wissen herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse soziologischer und philosophischer Primärquellen zum Thema nachindustrielle Gesellschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung von Bells Thesen zu Struktur, Wissenschaft, Meritokratie und Knappheit sowie einen anschließenden Vergleich mit den Ansätzen von Touraine und Lyotard.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind nachindustrielle Gesellschaft, Meritokratie, theoretisches Wissen, Informationsgesellschaft und soziale Machtverschiebung.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von „Wissen“ zwischen Bell und Lyotard?

Während Bell Wissen primär als technisches Instrument und Basis für eine neue akademische Elite sieht, definiert Lyotard Wissen in der Postmoderne stärker als marktfähiges Produkt und Instrument der performativen Effizienz.

Welche Kritik übt Bell an der meritokratischen Gesellschaft?

Bell hinterfragt die Gerechtigkeit einer meritokratischen Schichtung, da der Zugang zu Bildung oft weiterhin von sozialen Privilegien abhängt und ein System entstehen könnte, das „Verlierer“ gesellschaftlich abwertet.

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Details

Title
Zu: Daniel Bell, Wissen in der nachindustriellen Gesellschaft
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Dienstleistungsgesellschaft
Grade
2
Author
Jennifer Werner (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V43688
ISBN (eBook)
9783638414326
Language
German
Tags
Daniel Bell Wissen Gesellschaft Dienstleistungsgesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Werner (Author), 2005, Zu: Daniel Bell, Wissen in der nachindustriellen Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43688
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