Einleitende Bemerkungen
Bedingt durch einen sechsmonatigen Studienaufenthalt an der Universität Münster, fühle ich mich dieser Stadt sehr verbunden und so lag die Wahl dieses Themas nahe. Auch erschien es mir reizvoll, diese, außer im Zusammenhang mit dem dreißigjährigen Krieg und den Wiedertäufern, im wiener Universitätsbetrieb kaum beachteten Gebiete, zu bearbeiten. Leider stellte sich bald heraus, daß es auch mit der einschlägigen Literatur bei uns nicht gerade zum Besten bestellt ist, besonders wenn es sich um ein derartig spezielles Thema wie die Einführung des Konventionsmünzfußes in den beiden westfälischen Bistümern Münster und Paderborn handelt Alles in allem war die Auswahl an Literatur, trotz der dankenswerten Bereitstellung von Privatbeständen durch Herrn Dr. Emmerig, nur sehr beschränkt. Ein Zugang zu Quellenmaterial war ebenfalls nicht gegeben, sodaß nur auf wenige in der Literatur wiedergegebene Quellenstellen Bezug genommen werden konnte.
Münster
Das bereits auf die Zeit Karls des Großen zurückgehende und wohl seit dem 10. Jahrhundert über ein Münzrecht verfügende Bistum Münster, hatte sich unter Bischof Friedrich Christian von Plettenberg (1688-1706) dem Leipziger Münzfuß angeschlossen. Geprägt wurden hauptsächlich 2/3 Taler (24-Mariengroschen, 1/3 Taler (12-Mariengroschen) und 1/6 Taler (6-Mariengroschen) aber auch der münsteraner Doppel-Schilling (1/14 Taler) und der einfache Schilling zu 1/28 Taler. Daneben entstanden zu Repräsentationszwecken auch Dukaten und Taler. 1703 begann man mit der Herstellung von Scheidemünzen aus Kupfer zu 4 und 3 Pfennig.
Um 1700 wurde in vielen Gebieten die maschinelle Münzprägung mittels Spindelpresse eingeführt. So ließ auch Bischof Franz Arnold von Wolff-Metternich (1707-1718) in Münster eine neue moderne Münzstätte an der Münzstraße errichten, die kurz nach Ostern 1713 eröffnet werden konnte. Eine Nebenwirkung des Übergangs zu Münzstätten, die mit Spindelpressen ausgerüstet waren, war daß der finanzielle Aufwand zur Errichtung einer Münzstätte wuchs und besonders kleinere Territorien ihre Nünzen als Auftrag in fremden Werkstätten herstellen ließen. Die Mechanisierung führte, trotz höherer Anschaffungskosten für Maschinen, zu einer Verbilligung der Münzprägung. In Münster begann man unter Ausnutzung des Kostenvorteils der neuen Prägemethode mit einer Massenproduktion von Kupfermünzen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Bemerkungen
Münster
Paderborn
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung und Auswirkungen des Konventionsmünzfußes in den westfälischen Bistümern Münster und Paderborn während des 18. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, wie sich die historischen Rahmenbedingungen der Münzprägung, die wirtschaftliche Lage und der Einfluss der jeweiligen Bischöfe auf die Geldpolitik in den genannten Regionen auswirkten.
- Historische Entwicklung des Münzwesens in Münster und Paderborn
- Einführung und Adaption des Konventionsmünzfußes
- Einfluss von technologischen Neuerungen wie der Spindelpresse
- Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges auf die Währungsstabilität
- Strukturwandel und Einstellung der Münzprägung im späten 18. Jahrhundert
Auszug aus dem Buch
Münster
Das bereits auf die Zeit Karls des Großen zurückgehende und wohl seit dem 10. Jahrhundert über ein Münzrecht verfügende Bistum Münster, hatte sich unter Bischof Friedrich Christian von Plettenberg (1688-1706) dem Leipziger Münzfuß angeschlossen. Geprägt wurden hauptsächlich 2/3 Taler (24-Mariengroschen, 1/3 Taler (12-Mariengroschen) und 1/6 Taler (6-Mariengroschen) aber auch der münsteraner Doppel-Schilling (1/14 Taler) und der einfache Schilling zu 1/28 Taler. Daneben entstanden zu Repräsentationszwecken auch Dukaten und Taler. 1703 begann man mit der Herstellung von Scheidemünzen aus Kupfer zu 4 und 3 Pfennig.
Um 1700 wurde in vielen Gebieten die maschinelle Münzprägung mittels Spindelpresse eingeführt. So ließ auch Bischof Franz Arnold von Wolff-Metternich (1707-1718) in Münster eine neue moderne Münzstätte an der Münzstraße errichten, die kurz nach Ostern 1713 eröffnet werden konnte. Die Mechanisierung führte, trotz höherer Anschaffungskosten für Maschinen, zu einer Verbilligung der Münzprägung. In Münster begann man unter Ausnutzung des Kostenvorteils der neuen Prägemethode mit einer Massenproduktion von Kupfermünzen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitende Bemerkungen: Diese Einführung beschreibt den persönlichen Bezug des Autors zum Thema und die Schwierigkeiten bei der Beschaffung der relevanten numismatischen Literatur für diese spezielle Region.
Münster: Das Kapitel erläutert die Entwicklung des Münzwesens im Bistum Münster von der Einführung des Leipziger Münzfußes über die Phase der Inflation während des Siebenjährigen Krieges bis hin zum Anschluss an den Konventionsmünzfuß.
Paderborn: Hier wird der Prozess der Währungsneuordnung in Paderborn beschrieben, insbesondere der Sonderweg bei der Einführung des Konventionsmünzfußes und der Umgang mit fremden Nominale wie den 20-Kreuzerstücken.
Schlüsselwörter
Konventionsmünzfuß, Münster, Paderborn, Münzrecht, Siebenjähriger Krieg, Spindelpresse, Mariengroschen, Währungsreform, Numismatik, Bistum, Geldgeschichte, Taler, Münzstätte, Inflationswelle, Konventionsmünzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die numismatische Geschichte der Bistümer Münster und Paderborn im 18. Jahrhundert mit Fokus auf die Einführung des Konventionsmünzfußes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Münztechnik, die währungspolitischen Entscheidungen der Bischöfe sowie die ökonomischen Herausforderungen durch Kriege und steigende Silberpreise.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Transformationsprozess des regionalen Münzwesens und die Anpassung an überregionale Münzstandards unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die sich auf Literaturrecherchen sowie auf die Untersuchung von Münzverordnungen und Produktionsdaten stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analysen der Münzgeschichte von Münster und Paderborn unter Berücksichtigung der spezifischen Bedingungen in den jeweiligen Bistümern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Konventionsmünzfuß, Mariengroschen, Währungsreform und die historischen Bistümer Münster und Paderborn.
Welche Rolle spielte die Spindelpresse für Münster?
Die Einführung der Spindelpresse um 1713 ermöglichte eine mechanisierte und kostengünstigere Massenproduktion von Münzen, was die lokale Münzprägung zeitweise effizienter machte.
Warum war Paderborns Weg zur Währungsneuordnung besonders?
Paderborn ging einen Sonderweg, da das Bistum aufgrund des Bedarfs an mittleren Rechengrößen in der Bevölkerung die Prägung eigener 20-Kreuzerstücke forcierte, anstatt rein dem Standard zu folgen.
- Citar trabajo
- Michael Grundner (Autor), 2001, Der Konventionsmünzfuß in den Bistümern Münster und Paderborn, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4368