Die funktionale Einsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht kann mit unterschiedlichen Elementen gestützt werden. "Techniken" wie beispielsweise das Code-Switching und die Sandwich-Methode sind unter Berücksichtigung einiger Aspekte erfolgsversprechend verwendbar.
Neben den theoretischen Aspekten um eine funktionale Einsprachigkeit stellt dieser Praktikumsarbeit spanische Unterrichtsbeispiele zu allen ausgewählten Unterstützungsmöglichkeiten einer Zielsprachigkeit dar und analysiert diesbezüglich mehrere Praxissequenzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Entwicklung des Fremdsprachenunterrichts bis heute
2.1. Funktionale Fremdsprachigkeit nach Butzkamm (2004, 2008)
3. Rollen der Mutter- und Fremdsprache im Unterricht nach Butzkamm (ebd.)
3.1. Bedeutung der Muttersprache
3.2. Vernetzung von Mutter- und Fremdsprache im Unterricht
3.3. Methoden für die Verwendung von Mutter- und Fremdsprache im Unterricht
3.3.1. Die Sandwich-Methode
3.3.2. Code switching
3.3.3. Einsatz von Landesfahnen
3.3.4. Vokabelerklärung durch graphische Darstellung
3.4. Kurze Zusammenfassung der relevantesten Aspekte
4. Welche Rollen spielen Mutter- und Fremdsprache in der Praxis?
5. Die Flucht aus der Fremdsprache
5.1. Wieso gibt es eine Flucht aus der Fremdsprache?
5.2. Wie ist die Flucht aus der Fremdsprache zu ändern?
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen der geforderten Einsprachigkeit im Spanischunterricht und der unterrichtspraktischen Realität unter Berücksichtigung des Konzepts der funktionalen Fremdsprachigkeit nach Wolfgang Butzkamm. Dabei wird analysiert, inwieweit die gezielte und diskrete Einbindung der Muttersprache als methodisches Hilfsmittel den Spracherwerb fördern kann und warum Lehrkräfte häufig in eine vermeidende Haltung gegenüber der Fremdsprache verfallen.
- Theoretische Fundierung des Konzepts der funktionalen Fremdsprachigkeit
- Analyse von Methoden zur sinnvollen Vernetzung von Mutter- und Fremdsprache
- Empirische Beobachtung unterschiedlicher Lehrstile im Schulpraktikum
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Prinzip der Einsprachigkeit in Bildungsplänen
Auszug aus dem Buch
3.3.1. Die Sandwich-Methode
Wie Aufschnitt und Salat zwischen zwei Toastbrothälften werden sprachliche Äußerungen angeordnet. Die deutsche Entsprechung Wir sehen uns morgen ist umgeben von den zwei identischen Äußerungen sp. Nos vemos mañana:
sp. Nos vemos mañana.
dt. Wir sehen uns morgen.
sp. Nos vemos mañana.
Die Sandwich-Technik dient der Bedeutungsvermittlung. Zu beachten ist, dass die Lehrkraft die deutsche Übersetzung nicht hervorhebt, also diese schnell und unbetont spricht (vgl. Butzkamm 2008: 7). Die diskrete Handhabung kann auch in einem Zuflüstern oder Beiseite-Sprechen erfolgen (vgl. ebd. 2004: 15). Hier wird die Muttersprache gezielt und unauffällig zum Verständnis der Zielsprache verwendet und die Schülerinnen und Schüler verfallen nicht ins Deutsche. Es ist möglich, die Sandwich-Technik für eine wörtliche Übersetzung zu gebrauchen (vgl. ebd. 2008: 7f.). Butzkamm (2004: 15) fordert, dass die Methode in den Unterricht integriert werden soll, weil sie ein Hör- und Leseprogramm erst ermöglicht. Bestandteil dessen ist, dass Schülerinnen und Schüler sich entsprechende Ausdrücke in einem Heft notieren, damit sie nicht dauerhaft übersetzt werden müssen (vgl. ebd. 2004: 15). Der Einsatz der Muttersprache ist folglich Schritt für Schritt zu reduzieren (vgl. http://www.fremdspachendidaktik.rwth-aachen.de/Ww/umkehr.html).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema der funktionalen Fremdsprachigkeit vor und skizziert den Aufbau der Untersuchung, die theoretische Grundlagen mit eigenen Unterrichtsbeobachtungen verknüpft.
2. Historische Entwicklung des Fremdsprachenunterrichts bis heute: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick, der von der Dominanz der Muttersprache über die direkte Methode bis hin zum heutigen Bildungsplan reicht.
3. Rollen der Mutter- und Fremdsprache im Unterricht nach Butzkamm (ebd.): Es wird erläutert, warum die Muttersprache eine unverzichtbare Bezugsbasis für das Lernen darstellt und welche Methoden ihre sinnvolle Einbindung erlauben.
4. Welche Rollen spielen Mutter- und Fremdsprache in der Praxis?: Anhand von Hospitationen bei zwei unterschiedlichen Lehrkräften wird die Diskrepanz zwischen idealer didaktischer Praxis und beobachtetem Unterrichtsalltag analysiert.
5. Die Flucht aus der Fremdsprache: Dieses Kapitel ergründet die Ursachen, warum Lehrkräfte trotz fachdidaktischer Empfehlungen in die Muttersprache flüchten, und schlägt Lösungsansätze vor.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass die Muttersprache diskret als Hilfsmittel dienen sollte, um ein echtes Verständnis der Zielsprache zu ermöglichen, anstatt unrealistischer Einsprachigkeit nachzustreben.
Schlüsselwörter
Funktionale Fremdsprachigkeit, Wolfgang Butzkamm, Einsprachigkeitsprinzip, Fremdsprachenunterricht, Spanischunterricht, Sandwich-Methode, Code switching, Muttersprache, Zielsprache, Unterrichtspraxis, Spracherwerb, Didaktik, Landesfahnen, Sprachvernetzung, Comprehensible Input
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie das Prinzip der funktionalen Fremdsprachigkeit nach Wolfgang Butzkamm in den Spanischunterricht integriert werden kann, anstatt an einem rein einsprachigen Unterricht festzuhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Muttersprache beim Fremdsprachenerwerb, verschiedene methodische Vermittlungstechniken sowie die Analyse der unterrichtspraktischen Umsetzung dieser Konzepte.
Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine sinnvolle Vernetzung von Mutter- und Fremdsprache effektiver ist als eine ängstliche Vermeidung der Muttersprache, wie sie in manchen Rahmenplänen gefordert wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Neben einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Literatur führt die Autorin eine qualitative Analyse eigener Hospitationserfahrungen aus einem vierwöchigen Schulpraktikum durch.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Fremdsprachendidaktik, stellt konkrete Methoden wie das Sandwich-Verfahren oder Code switching vor und vergleicht zwei gegensätzliche Unterrichtsstile in der Praxis.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Funktionale Fremdsprachigkeit, Einsprachigkeitsprinzip, Spanischunterricht, Sprachvernetzung und didaktische Unterrichtsgestaltung beschreiben.
Warum wird das Prinzip der Einsprachigkeit kritisch hinterfragt?
Die Autorin hinterfragt das Prinzip, da die Muttersprache als kognitive Bezugsbasis immer präsent ist und eine strikte Vermeidung oft zu Frustration und mangelndem Verständnis bei Lernenden führt.
Was unterscheidet die beiden beobachteten Lehrkräfte (Frau V. und Frau M.)?
Während Frau M. die Fremdsprache als Verkehrssprache nutzt und die Muttersprache diskret als methodisches Hilfsmittel einsetzt, flüchtet Frau V. aus Bequemlichkeit ins Deutsche, wodurch die Schüler kaum Kontakt mit der Zielsprache haben.
Welche Bedeutung kommt der "Sandwich-Methode" in der Arbeit zu?
Sie dient als konkretes Beispiel, wie Bedeutungsvermittlung diskret erfolgen kann, indem deutsche Äquivalente "zwischen" fremdsprachige Äußerungen eingebettet werden, ohne den Fluss der Fremdsprache dauerhaft zu unterbrechen.
Welchen Ausweg sieht die Autorin aus der "Flucht aus der Fremdsprache"?
Die Autorin plädiert für kollegiale Absprachen unter Lehrkräften, eine konsequente Selbstdisziplin in der Unterrichtsgestaltung und Reformen der Bildungspläne, die eine funktionale Nutzung der Muttersprache offiziell zulassen.
- Arbeit zitieren
- Nora Schrader (Autor:in), 2015, Praktikumsarbeit funktionale Fremdsprachigkeit im Spanischunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436905