Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der funktional-pragmatischen Diskursanalyse, wobei hier Illokutionen fokussiert werden. Zur Erforschung von interkulturellen Kommunikationssituationen kann eine solche Analyse genutzt werden, um solche sprachlichen Situationen ganz konkret anhand spezifischer Eigenheiten und Muster der Aktanten zu entschlüsseln und im Zuge dessen andere Kulturen zu verstehen.
Zunächst werden im Rahmen dieser Arbeit einige grundlegende Begriffe theoretisch ins Feld der Funktionalen Pragmatik und der Interkulturellen Kommunikation eingeordnet, um im Anschluss daran eine Diskursanalyse anhand eines Internet-Blog-Eintrages durchzuführen. Hier soll betrachtet werden, wie interkultureller Humor im Internet fungiert und dazu genutzt werden kann, anders-kulturelle Inhalte eingängig zu vermitteln und das Interkulturelle Lernen zu unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Funktionale Pragmatik
2.1 Die pragmatische Wende
2.2 Die funktional-pragmatische Diskursanalyse
2.2.1 Sprachliches Handeln
2.2.2 Sprachliche Einheiten
2.2.3 Text und Diskurs
3. Interkulturelle Kommunikation
4. Illokutionen
4.1 Die Sprechakttheorie
4.2 Sprechaktklassifikationen
5. Analyse – Interkultureller Humor im Internet
5.1 Situativer Kontext
5.2 Funktional-pragmatische Analyse
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendung der Funktionalen Pragmatik als methodisches Instrument zur Analyse interkultureller Kommunikationsprozesse, mit einem spezifischen Fokus auf die Rolle von Illokutionen im digitalen Raum.
- Grundlagen der Funktionalen Pragmatik und die pragmatische Wende.
- Strukturmerkmale sprachlichen Handelns und institutioneller Kommunikation.
- Theoretische Verankerung der Sprechakttheorie und Illokutionen.
- Interkulturelle Kompetenz und der Umgang mit kultureller Diversität.
- Praktische Fallstudie: Analyse eines interkulturellen Blog-Beitrags zum Thema Humor.
Auszug aus dem Buch
5.2 Funktional-pragmatische Analyse
Der zu betrachtende Blog-Eintrag wird eingeleitet mit den Worten „It may sound odd, but[…]“ (vgl. Appell 2015) und ihnen folgt eine Erzählung, dass das erste, was Appell nach seiner Ankunft in Peking tun wollte, sei Fleisch am Spieß zu essen und sich auf einen winzigen Stuhl an einer dreckigen Straße fallen zu lassen. Diese assertive Behauptung entfaltet ihren komödiantischen Charakter in dem Wissen um die Parallelität der wachsenden Modernität der Großstadt mit der Einfachheit der eher ärmlichen Bevölkerung, was bei amerikanischen und chinesischen Kulturangehörigen auf verschiedene Weisen rezipiert wird.
Er liefert erneut eine Art Berichterstattung und erzählt, dass er im vergangenen Jahr eine Parodie des in China sehr bekannten Songs „Where has the time gone“ von Wang Zhengliang veröffentlichte, gemünzt auf den eingangs erwähnten Fleischspieß „Chuanr“ mit dem Titel „Where has the One Kuai Chuanr Gone?“ – im eingebetteten Video auf der Webseite ist es anzuschauen. Diese Verkettung verschiedener traditioneller und populärer Kulturaspekte Chinas überzeugt den Rezipienten durch Unterhaltungswert und, gerade bei chinesischen oder asiatischen Kulturangehörigen, wird ein positives Gefühl der Rückbesinnung und eine Verbindung zur Herkunft vermittelt. Diesen Song empfindet er als „melodramatic tunes“ (vgl. ebd.), was darauf schließen lässt, dass er ganz genau weiß, wie seine Performance von den Beteiligten rezipiert wird – es ist eine komödiantische Message mit melodramatischem Unterton, denn die Modernisierung und Urbanisierung im Zuge der Globalisierung ist, wie so vieles, immer von zwei Seiten zu betrachten. Der Fokus hin zu kapitalistischen Prämissen treibt schnell voran und diese kleinen, gemeinschaftlich als bodenständig und positiv empfundenen Phänomene passen sich an und verlieren so ihre Authentizität – was es früher mal war ist es nicht mehr.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die funktionale Pragmatik als Instrument zum Verständnis gesellschaftlich geprägten sprachlichen Handelns und die Bedeutung der kommunikativen Situation.
2. Funktionale Pragmatik: Erläuterung der kommunikativ-pragmatischen Wende sowie der methodischen Analyse von Sprachhandlungen, Einheiten, Texten und Institutionen.
3. Interkulturelle Kommunikation: Betrachtung der Herausforderungen und Potenziale, die sich durch kulturelle Differenzen und den digitalen Wandel ergeben.
4. Illokutionen: Theoretische Auseinandersetzung mit der Sprechakttheorie (Austin/Searle) und der Klassifizierung von Sprechakten nach ihrem Zweck.
5. Analyse – Interkultureller Humor im Internet: Anwendung der erlernten pragmatischen Methoden auf ein konkretes Fallbeispiel eines Internet-Comedians im chinesisch-amerikanischen Kontext.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Nützlichkeit funktional-pragmatischer Analysen für die interkulturelle Forschung und das Verständnis kulturell fremder Diskurse.
Schlüsselwörter
Funktionale Pragmatik, Interkulturelle Kommunikation, Illokutionen, Sprechakttheorie, Diskursanalyse, Sprachliches Handeln, Aktanten, Kommunikative Situation, Globalisierung, Kulturaustausch, Sprachwissenschaft, Humor, Wissensstrukturen, Institutionen, Pragmatische Wende.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Anwendung der Funktionalen Pragmatik auf interkulturelle Kommunikationsprozesse und untersucht, wie diese Methode zur Analyse von Sprachhandlungen eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der funktional-pragmatischen Diskursanalyse, der Sprechakttheorie, den Bedingungen interkultureller Kommunikation sowie der praktischen Untersuchung von Humor in digitalen Medien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen der Funktionalen Pragmatik für die interkulturelle Kommunikationsforschung darzulegen und am Beispiel eines konkreten Blog-Eintrags aufzuzeigen, wie kulturelle Diskurse analysiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf der methodischen Grundlage der funktional-pragmatischen Diskursanalyse, ergänzt durch Ansätze der klassischen Sprechakttheorie nach Austin und Searle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der funktionalen Pragmatik und Sprechakttheorie sowie eine empirische Fallstudie über einen Comedian, der interkulturelle Inhalte für ein breites Publikum aufbereitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Funktionale Pragmatik, Interkulturelle Kommunikation, Illokutionen, Sprechakttheorie und Diskursanalyse.
Inwiefern spielt der Humor eine Rolle für das interkulturelle Verständnis?
Humor dient als Medium, um kulturell fremde Konzepte durch eine unterhaltsame Verpackung zugänglich zu machen und den interkulturellen Austausch zu fördern.
Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die behandelte Kommunikation?
Die Digitalisierung ermöglicht eine De-Territorialisierung von Inhalten und fördert durch globale Plattformen den direkten Diskurs zwischen Menschen unterschiedlichster kultureller Prägung.
Wie definiert die Arbeit das Konzept der Institution?
Institutionen werden als gesellschaftliche Apparate mit etablierten Handlungsmustern betrachtet, die spezifische Zwecke verfolgen und das sprachliche Handeln der beteiligten Aktanten prägen.
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- Julia Preßler (Author), 2017, Die Funktionale Pragmatik als Methode zur Erforschung von Interkultureller Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436916