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Gesellschaftstheoretische Annahmen des Strukturfunktionalismus nach Parsons

Kontroversen im Funktionalismus

Titel: Gesellschaftstheoretische Annahmen des Strukturfunktionalismus nach Parsons

Studienarbeit , 2016 , 8 Seiten , Note: 1,2

Autor:in: Natascha Zeilinger (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Grundlagen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Talcott Parsons entwickelte eine eigene Handlungstheorie, die über die gültigen Denkmuster des Utilitarismus hinausreicht. Das Handeln wurde nicht nur als individueller Wille gesehen, auch nahmen in Parsons Theorie normative Einflüsse ebenfalls Einfluss auf die Entscheidungen des Akteurs. Die „pattern variables“ gaben erstmals die gesellschaftsweit etablierten Orientierungen wieder, die einen Akteur in seinem Handeln einschränken. Bei seiner Handlungstheorie ging es Parsons darum, allgemeine Rahmenbedingungen sozialen Handelns zu beschreiben und zu systematisieren. Mit seiner Systemtheorie gelang es Parsons die in einem sozialen System vorherrschenden Orientierungstendenzen zu erfassen. Parsons Systemtheorie basiert auf der Annahme, dass es einen Konsens aller Beteiligten über gemeinsame Werte und Normen gibt. Die Verinnerlichung von Normen und Werten garantiert die Stabilität von sozialen Systemen. Der Grundgedanke des AGIL-Schemas ist die Anpassung. Im Vordergrund steht immer die Aufrechterhaltung des sozialen Gleichgewichts.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Bitte erläutern Sie wesentliche gesellschaftstheoretische Annahmen des Strukturfunktionalismus nach Parsons

2. Was versteht Merton unter Anomie? Welche Unterschiede ergeben sich zur Konzeption von Durkheim?

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den soziologischen Grundlagentheorien von Talcott Parsons und Robert K. Merton auseinander. Ziel ist es, die zentralen Konzepte des Strukturfunktionalismus sowie die Anomietheorie präzise darzulegen und deren theoretische Verbindungslinien sowie konzeptionelle Unterschiede, insbesondere im Vergleich zu Émile Durkheim, herauszuarbeiten.

  • Systemtheoretische Grundlagen und das AGIL-Schema nach Talcott Parsons
  • Die Funktion der "pattern variables" für soziales Handeln und Rollenverhalten
  • Mertons Anomietheorie als makrosoziologisches Erklärungsmodell für abweichendes Verhalten
  • Die Typologie individueller Anpassungsformen bei Merton
  • Vergleichende Analyse der Anomiebegriffe bei Merton und Durkheim

Auszug aus dem Buch

2. Was versteht Merton unter Anomie? Welche Unterschiede ergeben sich zur Konzeption von Durkheim?

Die Anomietheorie von Merton ist eine makrosoziologische Theorie. Merton orientiert sich (er war Schüler des Systemtheoretikers Parson) an der Schule des Funktionalismus. Somit sieht er abweichendes Verhalten ebenso als Produkt der Sozialstruktur wie konformes Verhalten (vgl. Merton 1968, S.283). Merton unterscheidet innerhalb der Gesellschaft zwischen der kulturellen Struktur und der sozialen Struktur. Seine Definition der Begriffe lautet: „Die kulturelle Struktur können wir etwa definieren als den Komplex gemeinsamer Wertvorstellungen, die das Verhalten der Mitglieder einer gegebenen Gesellschaft oder Gruppe regeln. Und mit sozialer Struktur ist der Komplex sozialer Beziehungen gemeint, in die die Mitglieder der Gesellschaft oder Gruppe unterschiedlich einbezogen sind.“ (Merton 1968, S.292). Merton versteht unter dem Begriff der Anomie ein Phänomen, das sich allein in der kulturellen Struktur zeigt, und auch allein von ihr, beziehungsweise dem emotionalen Nachdruck auf ihre beiden Elemente (Ziele und Normen) induziert wird.

Er schreibt: „Als Anomie wird schließlich der Zusammenbruch der kulturellen Struktur bezeichnet, der besonders dort erfolgt, wo eine scharfe Diskrepanz besteht zwischen kulturellen Normen und Zielen einerseits und den sozial strukturierten Möglichkeiten, in Übereinstimmung hiermit zu handeln, andererseits“ (Merton 1968, S.292)

Merton geht davon aus, dass die Möglichkeiten zur Verwirklichung der Ziele auf legalem Wege auf die verschiedenen sozialen Schichten der Gesellschaft ungleich verteilt sind. In Bezug auf die Sozialstruktur äußert sich Merton wie folgt: „Die Sozialstruktur gerät also in Spannung zu den kulturellen Werten, indem sie wert- und normadäquates Handeln den Inhabern bestimmter Positionen in der Gesellschaft ohne weiteres ermöglicht, anderen dagegen erschwert oder gar unmöglich macht“ (Merton 1968, S.292).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bitte erläutern Sie wesentliche gesellschaftstheoretische Annahmen des Strukturfunktionalismus nach Parsons: Dieses Kapitel führt in die Systemtheorie von Talcott Parsons ein und erläutert die Funktionsweise sozialer Systeme, das AGIL-Schema sowie die Bedeutung der "pattern variables" für das menschliche Handeln.

2. Was versteht Merton unter Anomie? Welche Unterschiede ergeben sich zur Konzeption von Durkheim?: Hier wird die Anomietheorie von Robert K. Merton analysiert, seine Typologie individueller Anpassung dargelegt und eine vergleichende Einordnung zum Anomiebegriff bei Durkheim vorgenommen.

Schlüsselwörter

Strukturfunktionalismus, Talcott Parsons, Robert K. Merton, Anomie, Systemtheorie, AGIL-Schema, pattern variables, soziale Struktur, kulturelle Struktur, Devianz, Konformität, Ritualismus, Innovation, Apathie, Rebellion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den soziologischen Grundlagentheorien des Strukturfunktionalismus, insbesondere den Beiträgen von Talcott Parsons zur Systemtheorie und Robert K. Merton zur Anomietheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Stabilität sozialer Systeme, die Rolle individuellen Handelns, die Entstehung abweichenden Verhaltens sowie die soziologische Definition von Werten, Normen und Strukturen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die präzise wissenschaftliche Darstellung und theoretische Einordnung der Konzepte von Parsons und Merton sowie die Klärung der Unterschiede zwischen dem klassischen Anomiebegriff Durkheims und dem mikrosoziologischen Ansatz Mertons.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, bei der klassische soziologische Primärliteratur systematisch ausgewertet und vergleichend gegenübergestellt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Systemtheorie und des AGIL-Schemas von Parsons sowie in die detaillierte Analyse von Mertons Anomietheorie und seiner Typologie abweichenden Verhaltens.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind das AGIL-Schema, pattern variables, die Unterscheidung zwischen kultureller und sozialer Struktur sowie die fünf Formen individueller Anpassung nach Merton.

Wie definiert Parsons das soziale System?

Parsons definiert ein soziales System als ein Geflecht von Interaktionsprozessen zwischen Akteuren, das auf einer gemeinsamen Kultur basiert und durch stabile Beziehungsmuster geprägt ist.

Warum unterscheidet Merton zwischen kultureller und sozialer Struktur bei der Entstehung von Anomie?

Merton sieht in der Diskrepanz zwischen den kulturell definierten Zielen (z.B. Erfolg) und den gesellschaftlich ungleich verteilten Möglichkeiten (soziale Struktur), diese Ziele auf legalem Wege zu erreichen, die Hauptursache für Anomie und abweichendes Verhalten.

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Details

Titel
Gesellschaftstheoretische Annahmen des Strukturfunktionalismus nach Parsons
Untertitel
Kontroversen im Funktionalismus
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz
Note
1,2
Autor
Natascha Zeilinger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
8
Katalognummer
V436917
ISBN (eBook)
9783668773745
ISBN (Buch)
9783668773752
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesellschaft Parson Handlung Utilitarismus Handlen Wille Entscheidung Strukturfunktionalismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Natascha Zeilinger (Autor:in), 2016, Gesellschaftstheoretische Annahmen des Strukturfunktionalismus nach Parsons, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436917
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Leseprobe aus  8  Seiten
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