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Resozialisierungsprozess im geschlossenen Vollzug

Ethische Überlegungen

Title: Resozialisierungsprozess im geschlossenen Vollzug

Research Paper (undergraduate) , 2018 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christina Faber (Author)

Social Work
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Täglich werden in Deutschland Straftaten begangen. Besonders nach schweren Straftaten ist die Forderung der Gesellschaft nach harter Strafe und Sicherheit groß. In Deutschland wird diese Forderung durch die Freiheitsstrafe als Ultima Ratio eingelöst. Die hohe Rückfallquote der entlassenen Straftäter zeigt jedoch, dass die Sicherheit für die Bevölkerung nur für den Zeitraum der Inhaftierung gewährleistet werden kann.

Dauerhafte Sicherheit erfährt die Gesellschaft, wenn der Straftäter zum Zeitpunkt seiner Entlassung erfolgreich resozialisiert ist und keine weiteren Straftaten begeht. Zudem basiert unsere Rechtsgemeinschaft auf dem Gedanken der Menschenwürde. Um die Menschenwürde zu achten, ist es unbedingt notwendig dem Straftäter zu ermöglichen wieder ein Leben innerhalb der Gesellschaft zu führen. Aus diesen Gründen wurde die Resozialisierung mit der Einführung des Strafvollzugsgesetz 1977 in jedem Bundesland außer Bayern erstes Vollzugsziel; in Bayern steht es an zweiter Stelle.

In dieser Arbeit werden die Bedingungen zur Resozialisierung im geschlossenen Vollzug aus ethischer Sicht betrachtet. Wo liegen die Schwachpunkte im geschlossenen Vollzug für den Resozialisierungsprozess und welche Maßnahmen unterstützen den Resozialisierungsprozess während des Vollzugs?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschlossener Vollzug

2.1 Ziele des geschlossenen Vollzugs

2.2 Resozialisierung im Zusammenhang mit dem geschlossenen Vollzug

3. Ethische Werte in der Resozialisierung

3.1 Macht und Freiheit

3.2 Verantwortung

3.3 Menschenwürde

4. Inhalt und Umsetzung der Resozialisierung

4.1. Entwicklung von Selbstsicherheit.

4.2 Moralische Sozialisation (Gewissensbildung)

4.3 Sozialisation im mitmenschlichen Bereich (Konfliktbewältigung)

4.4 Bindungen pflegen und knüpfen

4.5 Intellektuelle Fähigkeit und Leistungsmotivation

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht kritisch die Bedingungen der Resozialisierung im geschlossenen Strafvollzug aus einer ethischen Perspektive. Ziel ist es, Schwachstellen in den gegenwärtigen Vollzugsabläufen zu identifizieren und zu analysieren, ob und unter welchen Voraussetzungen ethische Grundwerte wie Freiheit, Verantwortung und Menschenwürde im institutionellen Rahmen tatsächlich realisiert werden können, um eine erfolgreiche soziale Wiedereingliederung zu fördern.

  • Ethik der Resozialisierung im Strafvollzug
  • Spannungsfeld zwischen Sicherheitsauftrag und Vollzugsziel
  • Bedeutung von Autonomie, Moral und Verantwortung
  • Auswirkungen totaler Institutionen auf die Persönlichkeitsentwicklung
  • Empowerment-Ansätze im Umgang mit Inhaftierten

Auszug aus dem Buch

3.1 Macht und Freiheit

Der Anspruch der Resozialisierung ist eng mit dem Begriff der Freiheit verknüpft. Der Mensch soll zu einem autonomen Leben in sozialer Verantwortung befähigt werden, er soll sich an Werte und Normen der Gesellschaft halten. Schon der moralische Anspruch in dieser Forderung ist auf Freiheit begründet. Eine moralische Einstellung kann man niemandem auferlegen. Wenn man Regeln aus moralischen Gründen folgt, heißt es diesen Regeln freiwillig zu folgen. Wenn Gefangene unseren Normen und Werten folgen sollen, muss dies aus Überzeugung geschehen, die Entscheidung muss aus freiem Willen getroffen werden. Kants Autonomieverständnis bestätigt dies: „ […] Autonomie besagt hier: Sittliche Pflicht kann als solche nur als Wahl der Freiheit, also aus freier Zustimmung heraus Gesetz des Handelns werden, d.h. der Wille muss sie sich selbst zum Gesetz machen“8. Autonomes Handeln ist nach Kant nur dann gegeben, wenn der Mensch nicht fremdbestimmt handelt. Freiheit ist demnach gleichzusetzen mit Selbstverwirklichung. Wenn der Mensch also autonom handeln soll, darf sein Handeln allein aus dem Sittengesetz herrühren, welchem er sich aus freiem Willen unterstellt und nicht durch Natur, Neigungen oder anderen Kausalitäten rühren9.

In Haftanstalten ist es üblich gutes Verhalten zu belohnen, z.B. durch das Gewähren elektrischer Geräte, mehr Hofgang, Freigang bis hin zu Haftverkürzung wegen guter Führung und schlechtes Verhalten zu bestrafen durch Einzelhaft, Ausgangssperre, Entzug des Fernsehers etc.. Durch dieses Belohnungssystem wird nach Kant gerade nicht die Autonomie gefördert, sondern das Handeln aus Neigungen. Wirkliche Einsicht und moralisches Handeln entsteht dadurch nicht, sondern es begünstigt ein Scheinverhalten. Der Häftling tut, was er soll und sagt, was gehört werden will ohne wirkliche Einsicht um in möglichst guten Bedingungen zu leben. Zur Entwicklung echter Autonomie ist der Freiheitsmoment also entscheidend.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesetzliche Verankerung der Resozialisierung als Vollzugsziel in Deutschland und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der ethischen Bedingungen für diesen Prozess.

2. Geschlossener Vollzug: Dieses Kapitel beschreibt die Merkmale des geschlossenen Strafvollzugs als totale Institution und definiert die Zielsetzung der Freiheitsstrafe im Kontext der Resozialisierung.

3. Ethische Werte in der Resozialisierung: Hier werden grundlegende ethische Begriffe wie Freiheit, Verantwortung und Menschenwürde im Kontext des Freiheitsentzugs theoretisch fundiert und kritisch hinterfragt.

4. Inhalt und Umsetzung der Resozialisierung: Das Kapitel detailliert fünf zentrale Resozialisierungsziele, darunter Selbstsicherheit, Moralentwicklung und soziale Kompetenzen, und prüft deren praktische Umsetzbarkeit im Haftalltag.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das derzeitige Konzept des geschlossenen Vollzugs primär dem Strafzweck dient, während eine echte Resozialisierung aufgrund institutioneller Barrieren kaum möglich ist, und fordert einen Wandel hin zu wertschätzenden Interaktionen.

Schlüsselwörter

Resozialisierung, Strafvollzug, Menschenwürde, Autonomie, Ethik, Freiheit, totale Institution, Moralentwicklung, Selbstsicherheit, Konfliktbewältigung, Empowerment, soziale Wiedereingliederung, Strafvollzugsgesetz, Verantwortung, Subjektivierungseffekte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Analyse des Resozialisierungsprozesses bei Straftätern, die im geschlossenen Vollzug ihre Haftstrafe verbüßen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind das Spannungsverhältnis zwischen Sicherheit und Resozialisierung, die Rolle von Freiheit und Autonomie nach Kant, der Einfluss totaler Institutionen auf das Individuum sowie moralische und soziale Lernprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Schwachpunkte im geschlossenen Vollzug zu identifizieren, die eine Resozialisierung erschweren, und notwendige Maßnahmen für eine bessere soziale Wiedereingliederung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit philosophischen Grundbegriffen (insbesondere Kants Ethik) und einer Analyse von sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen zu Haftbedingungen und Resozialisierungskonzepten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine ethische Fundierung der Werte (Freiheit, Verantwortung, Menschenwürde) und eine Untersuchung konkreter Zielsetzungen wie die Entwicklung von Selbstsicherheit, Gewissensbildung und sozialer Konfliktfähigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Resozialisierung, totale Institution, Menschenwürde, Autonomie, Moralentwicklung und Empowerment-Ansatz.

Wie bewertet die Autorin die Wirkung von Belohnungssystemen im Strafvollzug?

Die Autorin argumentiert, dass diese Systeme nach Kant eher Scheinverhalten fördern, da sie nicht auf echter moralischer Einsicht basieren, sondern lediglich auf Anpassung an Belohnungen oder Angst vor Bestrafung abzielen.

Warum sieht die Autorin die Subkulturen in Gefängnissen kritisch?

Obwohl diese Subkulturen den Inhaftierten ein Gefühl der Zugehörigkeit geben, fördern sie gleichzeitig eine innere Abgrenzung von der Gesellschaft und deren Normen, was dem eigentlichen Ziel der Resozialisierung massiv entgegenwirkt.

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Details

Title
Resozialisierungsprozess im geschlossenen Vollzug
Subtitle
Ethische Überlegungen
College
University of Applied Sciences North Hesse; Bad Sooden-Allendorf
Grade
1,3
Author
Christina Faber (Author)
Publication Year
2018
Pages
21
Catalog Number
V436969
ISBN (eBook)
9783668782105
ISBN (Book)
9783668782112
Language
German
Tags
resozialisierungsprozess vollzug ethische überlegungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Faber (Author), 2018, Resozialisierungsprozess im geschlossenen Vollzug, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436969
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