Gaius Julius Caesar gilt als einer der größten Feldherren und Politiker der Antike. Seine Überquerung des Rubikon und der im Anschluss gewonnene Bürgerkrieg gegen Pompeius und den Senat leiteten das Ende der römischen Republik ein. Das Kaisertum wurde von den Nachfolgern Caesars gefestigt, eine Frage die sich mir während der Ausarbeitung für einen Vortrag ergeben hat, führte mich jedoch zur Frage, ob Caesar bereits schon zu einem früheren Zeitpunkt versucht hat, seine Machtübernahme oder einen politischen Umsturz, herbeizuführen.
Ich setzte meinen Fokus hierbei auf die Catilinarische Verschwörung, da diese mir im Kontext, zu der im oberen Absatz genannten Frage, besonders geeignet scheint, Caesars Willen zur Macht zu untersuchen. Caesar und Catilina waren zur gegebenen Zeit führende Popularen. Politische Verbindungen und Kooperation der beiden sind von antiken Autoren überliefert, zudem wurde Caesar beschuldigt gemeinsame Sache mit den Verschwörern zu machen und diese zu schützen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Historische Einordnung
3.Verlauf der Verschwörung
3.1 Die erste Verschwörung
3.2 Die zweite Verschwörung
4. Darstellung des Catilina
5. Caesars Rolle
5.1 Caesars politische Situation vor der Verschwörung
5.2 Caesars Verhalten nach Entdeckung der Verschwörung
5.3 Caesars Motiv
5.4 Beweislage und Verdacht in den Quellen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob Gaius Julius Caesar bereits vor seinem späteren Aufstieg zur Macht und seinem Bürgerkrieg in die Catilinarische Verschwörung involviert war. Dabei wird analysiert, inwieweit Caesars politische Nähe zu Catilina und sein eigener Machtanspruch auf eine Mitwisserschaft oder aktive Unterstützung der Umsturzpläne hindeuten.
- Analyse der Rolle Caesars und Catilinas als Vertreter der Popularen
- Untersuchung der Glaubwürdigkeit antiker Quellen (Sueton, Plutarch, Sallust, Cicero)
- Vergleich der Umsturzversuche und politischen Strategien Caesars und Catilinas
- Bewertung der Anschuldigungen hinsichtlich einer Beteiligung an der Verschwörung
- Kontextualisierung des politischen Machtstrebens in der spätrömischen Republik
Auszug aus dem Buch
5.2 Caesar Verhalten nach Entdeckung der Verschwörung
Während der Endphase der Catilinarischen Verschwörung, als diese aufgedeckt wurde, kam es zu erheblichen Anschuldigungen gegen Mitglieder der römischen Nobilität, auch über eine Beteiligung von Caesar und Crassus wurde spekuliert. Dass der Senat Caesar und Crassus trotzdem vertraute, wird wohl dadurch deutlich, dass ihnen Verschwörer übergeben wurden, die sie unter Arrest zu stellen hatten.
Gaius Piso und Quintus Catulus beschuldigten Caesar der Beteiligung an der Verschwörung, aus diesem Grund musste er zumindest Loyalität heucheln. Dass zu damaligen Zeitpunkt aber nicht von einer Beteiligung Caesars an der Catilinarischen Verschwörung ausgegangen wurde, wird an folgender Textstelle aus Sallusts Überlieferung besonders deutlich: „Zur gleichen Zeit aber konnten Quintus Catulus und Gaius Piso weder durch Bestechung noch durch ihren Einfluß Cicero dazu bringen, durch die Allobroger Caesar fälschlich nennen zu lassen. Denn beide hatten mit diesem schwere Feindschaft…“ (Übersetzung von Karl Büchner)
Als es im Senat zur Urteilsfindung über die verhafteten Verschwörer kam, sprach Caesar sich explizit gegen eine Hinrichtung der Verschwörer aus. In seiner Rede vorm Senat, verwies er auf die Ungesetzlichkeit der Todesstrafe: „Aber andere Gesetze ordnen auch an, dass verurteilten Bürgern nicht das Leben genommen, sondern dass ihnen die Verbannung freigestellt werde.“ (Übersetzt von Karl Büchner)
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich Caesars möglicher Involvierung in die Catilinarische Verschwörung und Einführung in das historische Umfeld.
2.Historische Einordnung: Analyse des Zerfalls römischer Sitten und der politischen Instabilität durch Konflikte zwischen Popularen und Optimaten.
3.Verlauf der Verschwörung: Detaillierte Betrachtung der beiden Verschwörungsversuche Catilinas und der Schwierigkeiten bei der historischen Rekonstruktion.
4. Darstellung des Catilina: Untersuchung des überwiegend negativen, durch Cicero geprägten Bildes von Catilina in den antiken Quellen.
5. Caesars Rolle: Zentrale Analyse von Caesars politischer Situation, seinem Verhalten während der Verschwörung sowie der Beweislage in den Quellen.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass Caesar wahrscheinlich Kontakt zu den Verschwörern hatte, eine bewusste Beteiligung jedoch historisch nicht zweifelsfrei beweisbar ist.
Schlüsselwörter
Gaius Julius Caesar, Catilinarische Verschwörung, Lucius Sergius Catilina, Popularen, Römische Republik, Machtpolitik, Marcus Tullius Cicero, Sallust, Sueton, Bürgerkrieg, Staatsstreich, Senat, Antike Quellen, Politische Instabilität, Machtanspruch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die historische Frage, ob Gaius Julius Caesar in die Verschwörung des Catilina involviert war und welche Rolle er dabei spielte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die politischen Verflechtungen der Popularen, die Zuverlässigkeit antiker Quellen und die Machtstrategien der führenden Politiker der späten römischen Republik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob Caesar bereits vor seinem späteren Aufstieg und dem Bürgerkrieg versucht hat, durch die Catilinarische Verschwörung die Macht zu übernehmen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Interpretation und kritische Analyse antiker Geschichtsschreibung, insbesondere der Berichte von Sueton, Plutarch und Sallust sowie der Reden Ciceros.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Epoche, den chronologischen Verlauf der Verschwörung sowie eine detaillierte Prüfung von Caesars Verhalten, seinen Motiven und der Quellenlage.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Caesar, Catilina, Popularen, Machtpolitik, Verschwörung und die römische Republik.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle Ciceros als Quelle?
Die Arbeit betont, dass Cicero als Antagonist Catilinas ein Interesse an einer negativen Darstellung hatte, weshalb die Quellen kritisch auf ihre Glaubwürdigkeit hin geprüft werden müssen.
Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich Caesars Beteiligung?
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass Caesar zwar vermutlich in Kontakt mit den Verschwörern stand, eine direkte aktive Beteiligung jedoch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann.
Warum wird der Vergleich zwischen Catilina und Caesar gezogen?
Beide Akteure nutzten den Begriff der „dignitas“ als Rechtfertigung für ihre Handlungen gegen den Staat, was laut Autor auf eine ähnliche machtpolitische Einstellung hindeutet.
- Arbeit zitieren
- Christian Hollendieck (Autor:in), 2017, War Gaius Julius Caesar an der Catilinarischen Verschwörung beteiligt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437131