„Die Kraft als Basisfähigkeit und das Krafttraining sind aus dem modernen Leistungssport nicht mehr wegzudenken“. Betrachtet man die derzeitige Studienlage, so stellt man fest, dass sich ein Krafttraining mit Gewichten positiv auf die Leistungsfähigkeit in Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Laufen auswirkt.
So untersuchte Aspens und andere die Wirkung eines kombinierten Ausdauertrainings mit hoher aerober Intensität mit einem Training der Maximalkraft bei Schwimmern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Krafttraining für die Ausdauerleistung im Schwimmsport wichtig zu sein scheint, da eine „signifikante Verbesserung der Schwimmkraft“ gegeben war, die sich in einer schnelleren 400m Freistil – Leistungszeit niederschlug. Auch Wirth et al. verweisen darauf, dass eine Erhöhung der Maximalkraft mit einer Erhöhung der möglichen Schwimmgeschwindigkeit einhergeht, was sich einerseits in einem „höheren Kraftmaximum pro Einzelzyklus“ und andererseits in einer „höheren Bewegungsfrequenz ohne Verkürzung des Zykluswegs“ zeigt. Im Gegensatz zu Aspens weisen Wirth et al. sogar auf eine verbesserte Schwimmökonomie durch ein höheres Maximalkraftpotential hin.
Auch beim Radfahren wurde aufgezeigt, dass sich ein Maximalkrafttraining lohnt. So legten Rønnestad et al. die Wirkung eines 2-mal pro Woche stattfindenden Krafttrainings auf die Leistungsfähigkeit beim Zeitfahren dar, welches zusätzlich zum Ausdauertraining durchgeführt wurde. Auf Grund dessen, dass dies alles Teildisziplinen der Sportart Triathlon sind, macht sich Maximalrafttraining in dieser Sportart ebenfalls bemerkbar. Betrachtet man hierbei die leistungsstrukturellen Anforderungen der Einzeldisziplinen, so stellt man fest, dass die vorher relevanten Verbesserungen der Leistungsfähigkeit durch Krafttraining hier gleichfalls von zentraler Bedeutung sind. Dies bestätigte auch die Forschergruppe um Vikmoen et al., die in ihrer Studie herausfanden, dass sich die Laufleistung bei gut trainierten weiblichen Duathleten nach längeren submaximalen Belastungen durch Krafttraining verbesserte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlage
2.1 Struktur der Kraftfähigkeiten
2.2 Methodik des Krafttrainings
2.2.1 Belastungsnormative im Krafttraining
2.2.2 Methoden im Krafttraining
2.3 Diagnostik der Kraftfähigkeiten
2.3.1 Gewichtsbestimmung anhand eines Maximalkrafttests
2.3.2 Gewichtsbestimmung anhand eines submaximalen Krafttests
2.3.3 Zeitpunkte der Diagnostik
2.4 Periodisierung des Trainings
2.4.1 Periodisierung im Ausdauertraining
2.4.2 Periodisierung im Krafttraining
3. Trainingsplanung – und steuerung
3.1 Vorstellung des Athleten
3.2 Trainingsplanung
3.2.1 Jahresplanung
3.2.2 Planung der Vorbereitungsperiode II
4. Fazit/Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen strukturierten Krafttrainingsplan für die Vorbereitungsperiode II eines Triathleten zu erstellen, der sich auf eine Langdistanz vorbereitet, um durch gezielte Kraftanpassungen die Leistungsfähigkeit in den Teildisziplinen zu optimieren.
- Grundlagen der Kraftfähigkeiten und deren Bedeutung für den Triathlonsport
- Methodik der Krafttrainingssteuerung und Belastungsnormative
- Diagnostische Verfahren zur Bestimmung der Kraftleistungsfähigkeit
- Konzepte der Trainingsperiodisierung im Kraft- und Ausdauersport
- Individuelle Trainingsplanung für einen Triathleten mit Ziel Ironman
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Die Kraft als Basisfähigkeit und das Krafttraining sind aus dem modernen Leistungssport nicht mehr wegzudenken“ (Thomas & Zawieja, 2017). Betrachtet man die derzeitige Studienlage, so stellt man fest, dass sich ein Krafttraining mit Gewichten positiv auf die Leistungsfähigkeit in Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Laufen auswirkt (Anning, S. D., 2016, Geese & Popovic, 2010, Song et al., 2009, Yamamoto et al., 2010).
So untersuchte Aspens et al. (2009) die Wirkung eines kombinierten Ausdauertrainings mit hoher aerober Intensität mit einem Training der Maximalkraft bei Schwimmern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Krafttraining für die Ausdauerleistung im Schwimmsport wichtig zu sein scheint, da eine „signifikante Verbesserung der Schwimmkraft“ (Aspens et al., 2009, S.361) gegeben war, die sich in einer schnelleren 400m Freistil – Leistungszeit niederschlug. Auch Wirth et al. (2016) verweisen darauf, dass eine Erhöhung der Maximalkraft mit einer Erhöhung der möglichen Schwimmgeschwindigkeit einhergeht, was sich einerseits in einem „höheren Kraftmaximum pro Einzelzyklus“ und andererseits in einer „höheren Bewegungsfrequenz ohne Verkürzung des Zykluswegs“ (Wirth. et al., 2016, S.10) zeigt. Im Gegensatz zu Aspens (2009) weisen Wirth et al. (2016) sogar auf eine verbesserte Schwimmökonomie durch ein höheres Maximalkraftpotential hin.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz von Krafttraining für Ausdauersportler anhand aktueller Studienlage im Schwimm-, Rad- und Laufsport.
2. Theoretische Grundlage: Hier werden die Struktur der Kraftfähigkeiten, Methoden der Trainingssteuerung und die Konzepte der Periodisierung wissenschaftlich fundiert dargelegt.
3. Trainingsplanung – und steuerung: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit der praktischen Planung eines individuellen Trainingsplans für einen Ironman-Triathleten.
4. Fazit/Ausblick: Das Fazit reflektiert die Herausforderungen bei der Umsetzung der Jahresplanung, insbesondere im Hinblick auf Verletzungsprävention und notwendige Flexibilität im Trainingsalltag.
Schlüsselwörter
Krafttraining, Triathlonsport, Langdistanz, Periodisierung, Maximalkraft, Hypertrophie, Leistungsdiagnostik, Trainingssteuerung, Muskelquerschnitt, intramuskuläre Koordination, Trainingsplanung, Ausdauerleistung, Belastungsnormative, Ironman, Blockperiodisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlich fundierten Planung von Krafttraining für Triathleten, die sich auf eine Langdistanz vorbereiten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Kraftfähigkeiten, die Methoden des Krafttrainings, die Leistungsdiagnostik sowie die spezifische Periodisierung im Jahresverlauf.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines konkreten Krafttrainingsplans für einen Triathleten, insbesondere für die Vorbereitungsperiode II, unter Berücksichtigung sportwissenschaftlicher Erkenntnisse.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Planung verwendet?
Die Arbeit verwendet eine Blockperiodisierung mit Fokus auf Hypertrophietraining, gefolgt von intramuskulärem Koordinationstraining, basierend auf moderner Trainingslehre.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Trainingsmethoden, die Darstellung der Leistungsdiagnostik sowie die detaillierte Vorstellung der Jahres- und Mesozyklusplanung für den Athleten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kraftfähigkeit, Periodisierung, Hypertrophie, Maximalkraft, Trainingssteuerung und Triathlonspezifische Belastung.
Warum wird im Krafttraining für Triathleten zwischen der Vorbereitungsperiode I und II unterschieden?
Die Unterscheidung dient der phasenweisen Anpassung: Während die aVP der allgemeinen konditionellen Basis dient, fokussiert die sVP auf sportartspezifische Intensitätssteigerungen und Muskelquerschnittsvergrößerung.
Welche Bedeutung hat das 1 Repetition Maximum (1 RM) für den vorliegenden Trainingsplan?
Das 1 RM dient als Basis zur genauen Berechnung der Belastungsintensitäten für die verschiedenen Krafttrainingsmethoden im Trainingsplan.
- Arbeit zitieren
- Jochen Stetina (Autor:in), 2017, Krafttrainingsplanung im Rahmen der Vorbereitungsbereitungsperiode II für einen Langdistanztriathlon, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437165