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Kinder psychisch beeinträchtigter Eltern

Title: Kinder psychisch beeinträchtigter Eltern

Bachelor Thesis , 2017 , 59 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Alexander Fichtner (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics
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Psychische Erkrankungen werden durch die Gesellschaft immer noch stark tabuisiert. Das Thema Kinder psychisch beeinträchtigter bzw. kranker Eltern ist wiederum ein Thema, das bis vor einigen Jahren - selbst in der Psychiatrie und Klinischen Psychologie - kaum wahrgenommen wurde. Dabei sind Kinder, die mit einem oder zwei psychischen beeinträchtigten Elternteilen aufwachsen, starken Belastungen ausgesetzt: Rund ein Drittel der betroffenen Kinder entwickeln im Laufe Ihres Lebens ebenfalls psychische Erkrankungen und ein weiteres Drittel zeigt psychisch auffällige Symptome. Erstaunlicherweise bleibt jedoch ein Teil der Kinder bzw. Jugendlichen - obwohl sie durch die elterliche Erkrankung enormen Stress ausgesetzt sind - resilient (widerstandsfähig) und entwickeln keine nennenswerten psychischen Beeinträchtigungen.

Diese Arbeit umreißt - unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstandes - das Thema und gibt wichtige Einblicke in häufige psychischen Erkrankungen. Die Bedeutung der (früh-)kindlichen Bindung und Interventionsmöglichkeiten werden thematisiert. Die anhaltende Tabuisierung psychischer Erkrankungen in der Gesellschaft wird behandelt und ein Rückblick in die Psychiatrie-Geschichte soll heutige Hemmungen und Vorbehalte erklären.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Forschungsstand

3 Ausgewählte psychische Erkrankungen

3.1 Einführung und Problematik der Diagnostik

3.2 Psychotische Störungen

3.3 Affektive Störungen

3.4 Persönlichkeitsstörungen: Borderline und dissoziale Persönlichkeitsstörung

3.5 Angst- und Zwangsstörungen

3.6 Münchhausen-Stellvertretersyndrom

3.7 Psychische Erkrankungen als Familienerkrankungen bzw. intergenerationale Erkrankungen

4 Probleme der Begrifflichkeiten

4.1 Psychische Störung und psychische Erkrankung

4.2 Psychische Beeinträchtigung

5 Die subjektiven Belastungen der Kinder psychisch beeinträchtigter Eltern

5.1 Typische Reaktionen und Verhaltensweisen der Kinder

5.2 Risikofaktoren

5.3 Erkenntnisse aus der Resilienzforschung

6 Erkenntnisse aus der Bindungsforschung: Die Bedeutung der Beziehung zwischen Bezugsperson und Kind

7 Psychische Erkrankungen der Eltern in Zusammenhang mit Kindesmisshandlung

7.1 Körperliche und psychische Misshandlung

7.2 Auswirkungen von Misshandlung auf die psychische Entwicklung von Kindern

8 Intervention: Therapieansätze und Prävention

9 Die Tabuisierung psychischer Erkrankungen durch die Gesellschaft

10 Ausblick in die Forschung

11 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen von Kindern, deren Eltern psychisch beeinträchtigt sind. Ziel ist es, die spezifischen Belastungen dieser Hochrisikogruppe, mögliche Zusammenhänge mit Kindesmisshandlung sowie die Bedeutung von Resilienz und Bindung zu analysieren, um effektive Interventions- und Präventionskonzepte in der Erziehungswissenschaft und klinischen Psychologie zu fördern.

  • Belastungen und Risikofaktoren für Kinder psychisch kranker Eltern
  • Bedeutung der Bindungstheorie und Resilienzfaktoren
  • Zusammenhang zwischen elterlicher Erkrankung und Kindesmisshandlung
  • Wirksame therapeutische Interventionen und Präventionsansätze
  • Gesellschaftliche Stigmatisierung und Tabuisierung

Auszug aus dem Buch

3.2 Psychotische Störungen

Psychotische Störungen gehören zu den schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, die es gibt und gelten als „Prototyp der Geisteskrankheiten“ (Remschmidt/Mattejat 1994a: 11). Eine Form der psychotischen Störung, die sehr bekannt ist, ist die Schizophrenie. Hervorstechendes Merkmal von psychotischen Störungen ist eine deutliche Beeinträchtigung des Realitätsbezuges. Betroffene Personen haben große Schwierigkeiten, in einer organisierten und rationalen Form zu denken. Entsprechend ist die Wahrnehmung, das Bewusstsein und das Ich-Erleben stark eingeschränkt. Halluzination und Wahn können als typische Veränderung in der Wahrnehmung auftreten; eine Einsicht in diesen pathologischen Charakter hat der Betroffene nicht. Im Gegenteil: Die subjektiven Schlussfolgerungen werden als „Realität“ wahrgenommen. Eine desorganisierte Sprache und chaotisches Verhalten in Alltagssituationen sind ebenfalls charakteristisch für psychotische Erkrankungen (vgl. Remschmidt/Mattejat 1994a: 11, Rey 2011: 799f.)

Im DSM-5 wird im Rahmen einer Schizophrenie häufig „verminderter emotionaler Ausdruck“ und eine „Reduktion der mimischen Emotionsexpression“ sowie verminderter Augenkontakt als „Negativsymptomatik“ genannt. Die Körpersprache ist zudem deutlich reduziert (vgl. Falkai/Wittchen 2015: 119). Auch diese Symptome können sehr negativ auf Kinder wirken. Besonders im Säuglingsalter ist ein fürsorgliches Verhalten, einschließlich körperlicher Reaktion (wie Augenkontakt, zurück Lächeln etc.) notwendig, damit sich eine stabile Bindung entwickeln kann (vgl. Kapitel 6 dieser Arbeit).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema der psychischen Erkrankungen, deren zunehmende gesellschaftliche Relevanz und die spezifische Situation der betroffenen Kinder.

2 Forschungsstand: Überblick über die historische Entwicklung der Forschung und die zunehmende Etablierung des Themas Kinder psychisch kranker Eltern.

3 Ausgewählte psychische Erkrankungen: Darstellung spezifischer psychischer Störungsbilder und deren Auswirkungen auf das familiäre System.

4 Probleme der Begrifflichkeiten: Diskussion der Definitionen und der Problematik von Bezeichnungen wie "psychisch gestört" im Vergleich zu "psychische Beeinträchtigung".

5 Die subjektiven Belastungen der Kinder psychisch beeinträchtigter Eltern: Analyse der emotionalen und sozialen Belastungen, der Risikofaktoren und der Bedeutung der Resilienz.

6 Erkenntnisse aus der Bindungsforschung: Die Bedeutung der Beziehung zwischen Bezugsperson und Kind: Erläuterung der Bindungstheorie und deren Relevanz für die gesunde Entwicklung eines Kindes.

7 Psychische Erkrankungen der Eltern in Zusammenhang mit Kindesmisshandlung: Untersuchung, ob elterliche psychische Störungen das Risiko für Kindesmisshandlung erhöhen.

8 Intervention: Therapieansätze und Prävention: Vorstellung von Programmen und Ansätzen zur Unterstützung betroffener Familien.

9 Die Tabuisierung psychischer Erkrankungen durch die Gesellschaft: Historischer und aktueller Rückblick auf die Stigmatisierung psychisch kranker Menschen.

10 Ausblick in die Forschung: Zusammenfassung des aktuellen Stands und Identifikation zukünftiger Forschungsbedarfe.

11 Schlussbetrachtung: Resümee der Arbeit und Fazit zur Notwendigkeit einer enttabuisierten Auseinandersetzung mit dem Thema.

Schlüsselwörter

Psychische Beeinträchtigung, Kinder psychisch kranker Eltern, Resilienz, Bindungstheorie, Kindesmisshandlung, Prävention, Intervention, Psychiatrie, Stigmatisierung, psychische Störung, intergenerationale Weitergabe, Psychotische Störungen, Affektive Störungen, Familien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich dem Phänomen der Kinder psychisch beeinträchtigter Eltern, beleuchtet deren spezielle Belastungssituationen und analysiert, wie Hilfsangebote diese Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen können.

Was sind die zentralen Themenfelder dieser Bachelorarbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen elterlicher Erkrankungen auf das Kind, den Risikofaktoren für die Entwicklung, der Rolle der Bindungsforschung und Resilienz sowie der Prävention von Kindesmisshandlung.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie wichtig der pädagogische und fachliche Umgang mit dieser Hochrisikogruppe ist, um durch gezielte Prävention und Intervention die psychische Entwicklung der betroffenen Kinder nachhaltig zu schützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die den aktuellen Forschungsstand auf Basis einschlägiger Literatur (wie DSM-5, ICD-10) und zahlreicher Studien zusammenfasst und analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung psychischer Störungen, die Diskussion von Begrifflichkeiten, die Analyse subjektiver Belastungen, die Rolle der Bindung, den Zusammenhang mit Kindesmisshandlung und die Darstellung von Interventionskonzepten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind "psychische Beeinträchtigung", "Resilienz", "Parentifizierung", "Bindungstheorie" und "Intervention".

Was ist mit dem "Münchhausen-Stellvertretersyndrom" im Kontext dieser Arbeit gemeint?

Es handelt sich um eine seltene, aber hochrelevante Störung, bei der Mütter ihren Kindern bewusst Schaden zufügen, um medizinische Aufmerksamkeit zu erlangen, was für das Kindeswohl extrem gefährlich ist.

Warum ist das Thema der "Parentifizierung" für diese Arbeit von Bedeutung?

Parentifizierung beschreibt einen Rollentausch, bei dem das Kind die Verantwortung für das erkrankte Elternteil übernimmt; wenn dies destruktive Ausmaße annimmt, stellt es einen massiven Stressor für das Kind dar.

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Details

Title
Kinder psychisch beeinträchtigter Eltern
Grade
1,8
Author
Alexander Fichtner (Author)
Publication Year
2017
Pages
59
Catalog Number
V437186
ISBN (eBook)
9783668784321
ISBN (Book)
9783668784338
Language
German
Tags
Psychische Störungen Kinder Psychische Beeinträchtigung Kinder psychisch Kranker Angehörige psychische Kranker Psychisch gestörte Eltern Psychische Erkrankung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Fichtner (Author), 2017, Kinder psychisch beeinträchtigter Eltern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437186
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