Während sich Medien und weitere gesellschaftliche Akteure wie Unternehmer, Politiker oder Wissenschaftler in den letzten Jahren gründlich mit der Generation Y beschäftigt haben, treten inzwischen immer mehr die Anzeichen einer Folgegeneration Z auf. Sie fasst Geburtsjahrgänge ab etwa 1995 zusammen.
Christian Scholz, Professor für Betriebswirtschaftslehre, behauptet in seinem 2014 erschienenen Buch „Generation Z - Wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle ansteckt“ u.a., dass das leistungsorientierte Wertemuster der Generation Y überlagert sei von einer neuen und völlig anderen Verhaltensform, die die Generation Z kennzeichnet. Von Krisen in Wirtschaft und Gesellschaft geprägt hat sie gesehen, wie menschenverachtend Unternehmen mit ihren Mitarbeitern umgehen können und wolle sich zum Beispiel dementsprechend nicht an zukünftige Arbeitgeber binden. Sie legt Wert auf eine klare Trennung zwischen privatem und beruflichem Bereich, womit sie klare Strukturen von Arbeitszeit und -ort erwartet. Laut Scholz wäre das Interesse am Wettbewerb im Vergleich zu letzteren Generationen gesunken. Das Privatleben solle nicht mit beruflicher Verantwortung belastet werden. Ein Jahr nach seiner Buchveröffentlichung erschien die 17. Shell Jugendstudie. Sie erstellt ein aktuelles Porträt der jungen Generation in Deutschland im Jahr 2015. Stimmen die beobachteten Aussagen aus Wirtschaft und Medien mit den empirischen Werten der neusten Shell-Jugendstudie überein? Verändert sich die Generationsgestalt von Y zu Z? Was sind die Einflüsse der Jugend und wie haben sich ihre Entwicklungsaufgaben im Wandel der letzten 5 Jahre verändert?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lebensphase Jugend und ihre Einflüsse
3. Verändert sich die Generationengestalt?
3.1 Shell-Jugendstudie 2015: Eine (neue) Generation im Aufbruch?
3.2 Wandel der Lebenswelten: Entwicklungen der letzten 5 Jahre
3.3 Empirisch-perspektivische Anzeichen einer Generation „Z“
4. Zusammenfassung und möglicher Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert, ob sich die Generationengestalt von der Generation Y zur Generation Z verändert hat und inwieweit aktuelle empirische Daten der Shell-Jugendstudie 2015 die in Medien und Wirtschaft diskutierten Thesen über die neue Generation bestätigen können.
- Charakterisierung der Generation Z im Vergleich zur Generation Y
- Einfluss soziokultureller und politischer Rahmenbedingungen auf die Jugend
- Veränderung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
- Anforderungen an die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
- Empirische Validierung von Thesen zur Berufsorientierung
Auszug aus dem Buch
3.1 Shell-Jugendstudie 2015: Eine (neue) Generation im Aufbruch?
Die Shell-Jugendstudie versucht seit über 60 Jahren nachzuverfolgen, wie junge Menschen in Deutschland die sich ihnen stellenden Herausforderungen bewältigen und welche Verhaltensweisen, Einstellungen und Mentalitäten sie dabei herausbilden. Sie erforscht welche politischen und sozialen Bedingungen es sind, unter denen Jugendliche heute aufwachsen, wie sie mit diesen Bedingungen umgehen, wie sie sich eine Persönlichkeit erarbeiten und sich zugleich auf die verschiedenen Anforderungen ihres familiären, schulischen, sozialen und kulturellen Umfelds beziehen und diese gestalten. Anders als die herkömmliche Generationenforschung hat sie das Ziel die Vielfalt der Jugendlichen darzustellen. Sie differenziert die jungen Menschen und die erhobenen Daten beispielsweise auch nach dem Geschlecht, ihrer sozialen Schichten oder der Herkunft. Gleichzeitig arbeitet sie die auffälligen Merkmale und Eigenschaften heraus, die die heutigen Jugendlichen von vorherigen Generationen unterscheiden. Durch das größtenteils beibehaltende Studiendesign der letzten drei Shell-Studien lassen sich einzelne Entwicklungen seit 2002 besonders gut vergleichen.
Die Erhebung der Shell-Jugendstudie 2015 beschäftigt sich mit jungen Menschen, die zwischen 1990 und 2002 geboren sind, womit sie die erste Shell-Jugendstudie darstellt, die sich einer Generation widmet, deren Angehörige ausschließlich im wiedervereinigten Deutschland aufgewachsen sind. Sie haben die Ereignisse, welche den Großteil ihrer Bevölkerung prägen, nicht selbst erlebt. Andererseits sind sie in einem Deutschland aufgewachsen, an welches neue geopolitische Konflikte von globaler Bedeutung (z.B. Flüchtlingskrise, radikaler Islamismus und Terroranschläge) näher heranrücken. Darüberhinaus stellt sie die Menschen dar, die in eine bereits digitalisierte Welt geboren wurden. Im Vergleich zu Mitgliedern der Generation Y sind sie nicht erst digitalisiert sozialisiert worden. Dies und weitere gesellschaftliche Wandel der letzten Zeit lassen interessante Vermutungen offen. Gleichzeitig gilt das altbekannte Problem mit der Bezeichnung von Generationen: Schnell wird Verschiedenes über einen Kamm geschert. Oft werden die Lebenslagen und –gefühle der sozial Benachteiligten mit geringeren Bildungs- und Aufstiegschancen ausgeblendet, was eine erhebliche Verzerrung in Generationsprofilen hervorruft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Generation Z ein, diskutiert theoretische Annahmen zur Abgrenzung gegenüber der Generation Y und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der empirischen Belegbarkeit dieser Veränderungen.
2. Lebensphase Jugend und ihre Einflüsse: Dieses Kapitel definiert den Begriff Jugend soziologisch und erläutert die zentralen Herausforderungen der Individuation und Integration sowie die Abhängigkeit dieser Prozesse von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
3. Verändert sich die Generationengestalt?: Der Hauptteil analysiert auf Basis der Shell-Jugendstudie 2015 spezifische Merkmale der Generation Z, den Einfluss globaler Krisen und die veränderten Anforderungen an die Arbeitswelt und Familienplanung.
4. Zusammenfassung und möglicher Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Korrelationen zwischen den theoretischen Annahmen und den empirischen Daten und gibt einen Ausblick auf die gesellschaftspolitische Bedeutung der Forderungen nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Schlüsselwörter
Generation Z, Generation Y, Shell-Jugendstudie 2015, Lebensphase Jugend, Adoleszenz, Berufsorientierung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Wertewandel, Leistungsbereitschaft, Individuation, gesellschaftliche Integration, Arbeitsmarkt, Work-Life-Balance, Sozialisation, Generationengestalt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den soziokulturellen Wandel der jungen Generation in Deutschland und prüft, inwieweit die neu definierte "Generation Z" existiert und sich von der vorangegangenen Generation Y unterscheidet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Definition der Lebensphase Jugend, die Auswirkungen globaler Krisen auf die Einstellungen junger Menschen sowie ihre veränderten Erwartungen an Ausbildung, Beruf und Familienleben.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob die von Wirtschaft und Medien postulierten, neuen Merkmale der Generation Z mit den empirischen Daten der 17. Shell-Jugendstudie aus dem Jahr 2015 übereinstimmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse soziologischer und wirtschaftswissenschaftlicher Publikationen und gleicht diese mit den quantitativen und qualitativen Daten der 17. Shell-Jugendstudie ab.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Wandels von Lebenswelten, die Analyse spezifischer Generationsmerkmale sowie die empirische Überprüfung der Erwartungen an die Arbeitswelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Generation Z, Berufsorientierung, Work-Life-Balance, Shell-Jugendstudie, Individuation und gesellschaftliche Integration.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Vereinbarkeit von Beruf und Familie?
Die Arbeit hebt hervor, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die heutige Generation eine zentrale Forderung darstellt, die sowohl durch Unternehmen als auch durch die Politik aufgegriffen werden muss.
Warum ist die Abgrenzung zwischen Generation Z und Y schwierig?
Aufgrund der fließenden Übergänge bei Alterskohorten und der Tatsache, dass sich Generationen nicht scharf voneinander trennen lassen, ist die 2015 befragte Altersgruppe eher als eine Mischung aus Z- und Y-Generation zu betrachten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Shell-Jugendstudie 2015. Verändert sich die Generationengestalt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437382