Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Speech Science / Linguistics

Der Applikativ im Santali im Rahmen der Lexical Functional Grammar (LFG)

Title: Der Applikativ im Santali im Rahmen der Lexical Functional Grammar (LFG)

Thesis (M.A.) , 2004 , 85 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Vivien Göken (Author)

Speech Science / Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Für viele Menschen ist der Aspekt, der uns von den Tieren unterscheidet, unser Vermögen, Sprache zu verstehen und zu produzieren. Die Fähigkeit des Sprechens als Medium zur Verbreitung und Aufbewahrung von Information wird jedem Einzelnen von uns in die Wiege gelegt, wenngleich der Erwerb dieser Kompetenz ein bisher unenthülltes Mysterium bleibt. Das wirklich Faszinierende an Sprache ist jedoch, dass mindestens 4000 verschiedene Ausformungen dieser Fähigkeit existieren, obwohl wir prinzipiell ein und derselben Spezies angehören. Vom linguistischen Standpunkt aus sind all diese Sprachen gleich wichtig und verdienen es untersucht zu werden, jedoch verfügen nicht alle Sprachen über ein eigenes Verschriftungssystem zur Bewahrung der Geschichte und der Tradition einer sozialen Gemeinschaft. Dies macht die Arbeit für Linguisten nicht gerade einfach, aber nicht weniger interessant.
Die Munda-Sprache Santali verfügte bis vor wenigen Jahrzehnten über keine eigene Schriftform. Darüber hinaus stammen die wenigen linguistischen Publikationen, die sich mit dieser Sprache beschäftigen, vorwiegend aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und enthalten daher stark veraltete Texte. Nichtsdestotrotz wurde auf Basis dieser schriftlichen Überlieferungen mein Interesse am Santali geweckt, das in einer Exkursion nach Indien zur Feldforschung mit Muttersprachlern des Santali und der Darstellung der gesammelten Ergebnisse innerhalb dieser Ausarbeitung gipfelt. In der vorliegenden Arbeit werde ich nun die grammatischen Relationen in den Applikativkonstruktionen der Munda-Sprache Santali untersuchen. Genauer gesagt, werde ich bestimmte grammatische Merkmale untersuchen, die gemeinhin als charakteristisch für das direkte Objekt im Santali betrachtet werden. Auf ihrer Basis soll dann argumentiert werden, ob eine NP in den Applikativkonstruktionen des Santali existiert, die unzweifelhaft als das direkte bzw. primäre Objekt identifiziert werden kann. Um es gleich vorweg zu nehmen, die Existenz einer solchen NP innerhalb der unterschiedlichen Applikativkonstruktionen im Santali wird nicht in Frage gestellt. Ich möchte jedoch beweisen, dass in Applikativkonstruktionen mit zwei Objekten nur eine einzige NP die typischen Merkmale aufweist, die im Santali mit einem primären Objekt verbunden werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersicht der linguistischen Grundlagen

2.1. Semantische Rollen

2.2. Grammatische Relationen

3. Zur Definition des Applikativs

3.1. Der Applikativ im Kichaga

3.2. Der Applikativ im Chichewfla

4. Allgemeine Einführung ins Santali

4.1. Grammatische Relationen im Santali

5. Applikativkonstruktionen im Santali

5.1. Der benefaktive Applikativ

5.2 Der Applikativ mit der semantischen Rolle Rezipient

5.3. Applikativ-Objekte mit der semantischen Rolle des Stimulus

5.4. Der Applikativ mit der semantischen Rolle Ziel

6. Was ist Lexical Functional Grammar ?

6.1. Zu den Prinzipien der Lexical Mapping Theory (LMT)

7. Der Applikativ im Santali aus Sicht der LFG

8. Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die grammatischen Relationen in den Applikativkonstruktionen der Munda-Sprache Santali. Das zentrale Ziel ist es, auf Basis syntaktischer Merkmale zu analysieren, ob in diesen Konstruktionen eine Nominalphrase existiert, die als direktes bzw. primäres Objekt identifiziert werden kann, und dieses Ergebnis theoretisch mithilfe der Lexical Mapping Theory (LMT) zu fundieren.

  • Syntaktische Analyse von Applikativkonstruktionen in Santali
  • Vergleichende Untersuchung von symmetrischen und asymmetrischen Sprachtypen (Kichaga vs. Chichewa)
  • Theoretische Einbettung in die Lexical Functional Grammar (LFG) und Lexical Mapping Theory (LMT)
  • Analyse der Objektrealisierung bei verschiedenen semantischen Rollen (Benefizient, Rezipient, Stimulus, Ziel)
  • Untersuchung von Gefühlsprädikaten ("psychological verbs") im Santali

Auszug aus dem Buch

3.1. DER APPLIKATIV IM KICHAGA

Die Bantu-Sprache Kichaga wird am Fuße des Kilimanjaro in Tansania gesprochen. Kichaga hat die Grundkonstituentenabfolge SVO und teilt seine Substantive in 16 Klassen ein, die in der Glosse durch arabische Zahlen symbolisiert werden. Im Beispiel (28) ist das transitive Prädikat ly 'essen', für eine Objekt-NP mit der semantischen Rolle Theme ausgelegt:

(28) N-aÿ-iÿ-ly-a` k-e'lya` FOK-SUBJ(1)-PRÄS-essen-FV 7-Essen 'Er/Sie isst Essen.' (Bresnan/Moshi, Seite 49)

Demselben Prädikat ist in (29) das Morphems –i suffigiert und die zusätzliche Objekt-NP m`-ka` 'Ehefrau' wurde dem Satz hinzugefügt:

(29) N-aÿ-iÿ-lyi`-i'-a` m`-ka` k-e'lya` FOK-SUBJ(1)-PRÄS-essen-APPL-FV 1-Ehefrau 7-Essen 'Er isst Essen zum Nutzen/zum Nachteil seiner Ehefrau.' (Bresnan/Moshi, Seite 49)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur grammatischen Struktur des Santali und Einordnung in den linguistischen Kontext.

2. Übersicht der linguistischen Grundlagen: Erläuterung der Konzepte semantische Rollen und grammatische Relationen sowie deren funktionale Bedeutung.

3. Zur Definition des Applikativs: Definition des Applikativ-Konzepts und Vergleich anhand der Sprachen Kichaga und Chichewa.

4. Allgemeine Einführung ins Santali: Überblick über phonologische, morphologische und syntaktische Charakteristika der Sprache Santali.

5. Applikativkonstruktionen im Santali: Detaillierte Untersuchung spezifischer Applikativ-Typen im Santali anhand semantischer Rollen.

6. Was ist Lexical Functional Grammar ?: Darstellung der theoretischen Grundlagen der LFG und ihrer Formalismen.

7. Der Applikativ im Santali aus Sicht der LFG: Anwendung der Lexical Mapping Theory zur Analyse der Applikativkonstruktionen im Santali.

8. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Santali, Applikativ, Lexical Functional Grammar, LFG, Lexical Mapping Theory, LMT, Grammatische Relationen, Syntax, Munda-Sprachen, Benefizient, Rezipient, Stimulus, Objektkongruenz, Valenz, Argumentstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die syntaktische Struktur und die grammatischen Relationen bei Applikativkonstruktionen in der Munda-Sprache Santali.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Transitivität von Prädikaten, die Valenzänderung durch Applikativ-Suffixe sowie die theoretische Analyse mittels der Lexical Mapping Theory.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob in Applikativkonstruktionen mit zwei Objekten im Santali eine NP als direktes bzw. primäres Objekt identifiziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine linguistische Analyse auf Basis der Lexical Functional Grammar (LFG) und insbesondere der Lexical Mapping Theory (LMT) durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in grammatische Relationen, eine allgemeine Einführung ins Santali sowie eine detaillierte Analyse verschiedener Applikativ-Konstruktionen im Santali.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Santali, Applikativ, LFG, LMT, Argumentstruktur, semantische Rollen, Rezipient und Stimulus.

Welche Rolle spielt die Sprache Kichaga für die Analyse?

Kichaga dient als Beispiel für einen symmetrischen Sprachtyp, um die spezifischen Asymmetrien des Santali besser einordnen zu können.

Warum sind Gefühlsprädikate im Santali besonders interessant?

Gefühlsprädikate (psychological verbs) weisen im Santali eine ungewöhnliche Verwendung des Applikativs auf, bei der oft der Stimulus oder der Experiencer in einer Weise markiert wird, die von Standardschemata abweicht.

Excerpt out of 85 pages  - scroll top

Details

Title
Der Applikativ im Santali im Rahmen der Lexical Functional Grammar (LFG)
College
University of Osnabrück
Grade
1,0
Author
Vivien Göken (Author)
Publication Year
2004
Pages
85
Catalog Number
V43739
ISBN (eBook)
9783638414708
Language
German
Tags
Applikativ Santali Rahmen Lexical Functional Grammar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vivien Göken (Author), 2004, Der Applikativ im Santali im Rahmen der Lexical Functional Grammar (LFG), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43739
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  85  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint