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Zwischen Konstitutionalismus und Absolutismus. Die Griechische Verfassungsfrage 1821-1832

Titel: Zwischen Konstitutionalismus und Absolutismus. Die Griechische Verfassungsfrage 1821-1832

Hausarbeit , 2017 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Paul Sommer-Weisel (Autor:in)

Weltgeschichte - Moderne Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit möchte ich mich mit der ideengeschichtlichen Evolution der konstitutionellen Bewegung in Griechenland sowohl in Hinblick auf deren theoretische Grundlagen als auch in der verfassungsgeschichtlichen Praxis im Spannungsfeld der antinomischen politischen Konzepte des repräsentativ-demokratisch fundierten Republikanismus sowie des präsidial beziehungsweise monarchisch verfassten Absolutismus vor dem geschichtlichen Hintergrund der turbulenten Epoche seit dem Ausbruch der Griechischen Revolution 1821 bis zur Machtübernahme der Wittelsbacher-Monarchie im Jahr 1832 auseinandersetzen.

Hierbei soll insbesondere die Distinktion spezifischer Entwicklungsstufen und Phasen in der Ausgestaltung der individuellen Kompetenzbereiche der exekutiven Verfassungsorgane im sorgsam austarierten Spannungsfeld von Kompetenzdiffusion bzw. Zentralismus von den präkonstitutionellen Staatsentwürfen des 18. Jahrhunderts über die „konstitutionelle Phase“ der griechischen Revolution bis hin zur schlussendlichen Installation einer monarchischen Regierungsspitze durch die westeuropäischen Garantiemächte im Vordergrund stehen. Anhand der Analyse des konkreten Verfassungsentwicklungsprozesses soll die dabei vielfach postulierte Diskontinuität bzw. Inkompatibilität autoritärer Tendenzen im konstitutionstheoretischen Denken der griechischen Revolutionäre mit der zentralistischen Herrschaftskonzeption der sukzessiven monarchischen Epoche1 hinterfragt und durch eine abschließende Synopse der subsequenten historischen wie konstitutionellen Entwicklung in Griechenland kontextualisiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Wurzeln des griechischen Konstitutionalismus

3 Johannes Kapodistrias: Von der Republik zur Autokratie

4 Griechenland nach 1832 – Ein Sieg des Absolutismus?

5 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die ideengeschichtliche Evolution der konstitutionellen Bewegung in Griechenland zwischen 1821 und 1832. Dabei steht die Spannung zwischen den Zielen eines repräsentativ-demokratischen Republikanismus und dem faktischen Aufkommen autoritärer sowie monarchischer Herrschaftskonzeptionen im Zentrum der Analyse.

  • Die Wurzeln des griechischen Konstitutionalismus in der Aufklärung
  • Die Genese der frühen griechischen Verfassungen (Epidauros, Astros, Troizen)
  • Die Präsidentschaft des Johannes Kapodistrias und der Übergang zur Autokratie
  • Der Einfluss europäischer Garantiemächte und der Weg in die bayerische Monarchie

Auszug aus dem Buch

Die Wurzeln des griechischen Konstitutionalismus

Die Erforschung der Genese und sukzessiven Evolution des griechischen Konstitutionalismus als phasenweise dominanter Problematik innerhalb des gesellschaftspolitischen Diskurses der liberalen Vordenker und intellektuellen Wegbereiter des Unabhängigkeitskrieges sowie der sukzessiven revolutionären griechischen Staatsgründung bildet als sog. „Verfassungsfrage“ eine fundamentale Kontroverse der historiographischen Auseinandersetzung mit der griechischen Revolution. Die grundlegende Divergenz in der fachdiskursiven Bewertung der konstitutionellen Bewegung in Griechenland hinsichtlich ihres Einflusses auf die politische Entwicklung des revolutionären Staatswesens liegt hierbei zunächst in der Heterogenität ihrer ideellen Wurzeln, ihrer gesellschaftstheoretischen Zielsetzung mit teilweise widerstreitenden Positionen und Meinungen, jedoch ebenso wesentlich in der ambivalenten Beurteilung der vielschichtigen politischen Rolle ihrer führenden Exponenten in der sog. „konstitutionellen Phase“ der Griechischen Revolution begründet.

Diese pluralistische Deutungsvielfalt speist sich aus dem genuinen Entstehungskontext der „griechischen Variante“ des europäischen Konstitutionalismus, wie sie sich seit dem ausgehenden achtzehnten Jahrhundert im literarischen Diskurs des aufkeimenden griechischen Freiheitsstrebens zu einem polyvalenten Amalgam konstruiert hatte. Anhand der Analyse der historischen Genese dieses konstitutionellen Aspektes des revolutionären Diskurses soll im Folgenden zunächst die Evolution der „Verfassungsfrage“ ausgehend von den intellektuellen Austausch- und Neuerungsprozessen der geistigen Väter des griechischen Konstitutionalismus ab dem späten achtzehnten Jahrhundert bis hin zur Formulierung konkreter Verfassungsentwürfe im Rahmen verfassungsgebender Nationalversammlungen verdeutlicht und hierbei Gemeinsamkeiten und Differenzen in der jeweiligen Konzeptualisierung des dort geäußerten Staatsverständnisses sowie der Skizzierungen konstitutioneller Strukturen die Heterogenität dieser gesamtgesellschaftlichen Entwicklung aufgezeigt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die ideengeschichtliche Fragestellung der Arbeit und setzt den zeitlichen Rahmen von 1821 bis 1832 im Kontext der griechischen Unabhängigkeitsbestrebungen.

2 Die Wurzeln des griechischen Konstitutionalismus: Dieses Kapitel widmet sich den geistigen Ursprüngen der griechischen Verfassungsbewegung, insbesondere dem Einfluss der Aufklärung und der europäischen Revolutionsideale.

3 Johannes Kapodistrias: Von der Republik zur Autokratie: Hier wird die Präsidentschaft von Kapodistrias analysiert, die durch eine radikale Zentralisierung und die Suspension konstitutioneller Errungenschaften gekennzeichnet war.

4 Griechenland nach 1832 – Ein Sieg des Absolutismus?: Der Ausblick beleuchtet die Etablierung der bayerischen Monarchie unter Otto I. und das Scheitern der konstitutionellen Hoffnung der griechischen Revolutionäre nach 1832.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass die konstitutionelle Idee trotz des vorläufigen Scheiterns 1832 eine hohe Resilienz bewies und die Genese des griechischen Nationalstaates nachhaltig prägte.

Schlüsselwörter

Griechische Revolution, Konstitutionalismus, Verfassungsfrage, Johannes Kapodistrias, Griechische Aufklärung, Volkssouveränität, Monarchie, Absolutismus, Bavarokratie, Staatsbildung, Epochenjahr 1832, Nationalversammlung, politische Reformen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ideengeschichtliche und verfassungsrechtliche Entwicklung in Griechenland von Beginn der Unabhängigkeitsrevolution 1821 bis zur Machtübernahme der Wittelsbacher-Monarchie 1832.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Entwicklung griechischer Verfassungsentwürfe, das Spannungsfeld zwischen republikanischen Idealen und absolutistischen Tendenzen sowie die Rolle der europäischen Garantiemächte.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den politischen und konzeptionellen Ursachen für das vorläufige Scheitern der konstitutionellen Bestrebungen der griechischen Revolutionäre angesichts innergriechischer Machtkämpfe und externer monarchischer Einflüsse.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin oder der Autor verwendet eine verfassungsgeschichtliche sowie ideengeschichtliche Analyse, die auf der Untersuchung von Verfassungstexten und zeitgenössischen Diskursen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die frühen Verfassungsentwürfe (Epidauros, Astros, Troizen), die autokratische Regierungsweise unter Johannes Kapodistrias und die anschließende Installierung der bayerischen Monarchie unter Otto I.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Konstitutionalismus, Verfassungsfrage, Griechische Aufklärung, Souveränität, Kapodistrias, Absolutismus und Bavarokratie.

Welche Bedeutung hatte das „Syntagma von Troizen“ für die griechische Bewegung?

Es wird als die „ausgereifteste“ der Revolutionsverfassungen angesehen und manifestierte erstmals das Prinzip der Volkssouveränität, welches bis heute im griechischen Verfassungsrecht verankert ist.

Warum wird die Präsidentschaft des Johannes Kapodistrias oft als „wohlmeinender Absolutismus“ bezeichnet?

Die Präsidentschaft wird so klassifiziert, da Kapodistrias zwar umfassende Verwaltungs- und Bildungsreformen im Sinne einer Modernisierung durchführte, dabei jedoch verfassungsgebundene Institutionen ausschaltete und autokratisch regierte.

Welche Rolle spielten die europäischen Garantiemächte bei der Beendigung des griechischen Republik-Experiments?

Die Mächte (Großbritannien, Frankreich, Russland) griffen intervenierend in die griechischen Wirren ein und erzwangen mit dem Londoner Protokoll von 1830 die Umwandlung der Republik in eine Erbmonarchie.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zwischen Konstitutionalismus und Absolutismus. Die Griechische Verfassungsfrage 1821-1832
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,0
Autor
Paul Sommer-Weisel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V437399
ISBN (eBook)
9783668781382
ISBN (Buch)
9783668781399
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zwischen konstitutionalismus absolutismus griechische verfassungsfrage
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paul Sommer-Weisel (Autor:in), 2017, Zwischen Konstitutionalismus und Absolutismus. Die Griechische Verfassungsfrage 1821-1832, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437399
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Leseprobe aus  19  Seiten
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