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'Goebbels Propagandisten' für die Ostmark

Title: 'Goebbels Propagandisten' für die Ostmark

Thesis (M.A.) , 2004 , 277 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Karoline Kühnelt (Author)

Communications - Media History
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Summary Excerpt Details

Nahezu sechs Jahrzehnte nach der Zerschlagung des nationalsozialistischen Regimes sind viele Fragen zu den Auswirkungen der Jahre 1938 bis 1945 auf die österreichischen Medien noch offen. In der kommunikationswissenschaftlichen Forschung mehren sich Beiträge über die nationalsozialistische Propaganda- und Pressepolitik, die einen Exodus des geistigen Potentials aus Österreich bewirkte und die gesamte Presselandschaft nachhaltig prägte.
Der 11. März 1938, der Tag des „Anschlusses“, war der offizielle Beginn der „Gleichschaltung“, Umwälzung und „Säuberung“ der österreichischen Presse. Was fünf Jahre zuvor in Deutschland begonnen worden war, wurde nun in der „Ostmark“ fortgesetzt.
Dass der „Anschluss“ weder überraschend noch ungeplant vonstatten gegangen war, wird anhand von verschiedenen Akten, die im Bundesarchiv Berlin lagern, deutlich. Die Eingriffe im Pressewesen der „Ostmark“ waren in Berlin Monate vor dem Einmarsch von Hitlers Truppen geplant worden. So stellte zum Beispiel der reichsdeutsche Journalist Harro Spoerl bereits im Februar 1938 an den „Reichsverband der deutschen Presse“ (RDP) die Anfrage, „ob nicht in Österreich eine allmähliche Umgruppierung auch im Pressewesen eintritt und ob eine deutsche Stelle über eine Entsendung geeigneter Kräfte beschließt“. Bereits einen Monat später bezog Harro Spoerl seinen Posten als „kommissarischer Leiter“ des Neuen Wiener Journals in Wien. Seine Versetzung war kein Einzelfall: Allein innerhalb der ersten 12 Monate nach Gründung des RDP wurden zumindest 113 „Schriftleiter“ aus dem „Deutschen Reich“ in die „Ostmark“ überwiesen, um Arbeitsplätze in der österreichischen Presse einzunehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

1. Problemstellung und Zielsetzung

1.1. Untersuchungsgruppe

1.2. Der Untersuchungszeitraum

1.3. Kategorienbildung und Fragestellungen

1.4. Fragestellungen der Analysen I und II

2. Aufbau der Arbeit

3. Methodisches Vorgehen

4. Quellen

4.1. Archive

4.2. Institutionen und Verbände

4.3. Literatur und Nachschlagewerke

4.4. Fachzeitschriften

4.5. Andere Quellen

5. Literatur

5.1. Literatur zum Thema „Anschluss“ und Presse

5.2. Literatur zum Nachkriegsjournalismus

6. Anmerkungen der Verfasserin

6.1. Grenzen der Aussage und Bewertung

6.2. Geschlechtsspezifische Benennung

II. ENTWICKLUNG DER PRESSE IM „DEUTSCHEN REICH“ AB 1933

1. Nationalsozialistische Pressepolitik

1.1. Das „Schriftleitergesetz“

1.2. Presselenkung - Berliner Pressekonferenz und DNB

1.3. Die demokratische Presse

1.4. Die Parteipresse der Nationalsozialisten

1.5. Bürgerlich-konservative Presse

2. Resümee: Nationalsozialistische Pressepolitik

III. ANALYSE I: „SCHRIFTLEITER“, DIE 1938/39 AUS DEM „DEUTSCHEN REICH“ NACH ÖSTERREICH KAMEN

1. Kategorien

2. Auswertung: „Schriftleiter“- Biografien 1938 bis 1945

2.1. Regionale Herkunft und politischer Hintergrund

2.2. Aufenthaltsort der „Schriftleiter“ in der „Ostmark“

2.3. Alter zum Zeitpunkt der Überweisung

3. Arbeitsbereiche der „Schriftleiter“ in der „Ostmark“

4. Kategorie I: „Schriftleiter“ in der Propaganda für Staat und Partei

4.1. „Schriftleiter“ in Institutionen zur Presselenkung

4.2. Durchführung der „Gleichschaltung“ - der „Reichsverband der deutschen Presse“ in Österreich

4.3. „Schriftleiter“ in Nachrichtenagenturen

5. Kategorie II: „Schriftleiter“ in der österreichischen Zeitungen

5.1. „Anschluss“ und „Gleichschaltung“ der Presse in der „Ostmark“

5.2. „Schriftleiter“ in der Presse der „Ostmark“

5.3. Zeitungen privater Verleger

5.4. Leitende Funktionen in der Presse

5.5. Schriftsteller

6. Kategorien III und IV: Berufe in anderen Bereichen

7. Kriegsdienst

7.1. „Schriftleiter“ im Wehrmachtseinsatz

7.2. Einsatz in der Kriegsberichterstattung

8. „Schriftleiterinnen“, die mit dem „Anschluss“ nach Österreich kamen

9. Resümee: „Schriftleiter“, die 1938 in die „Ostmark“ kamen

IV. ANALYSE II: „GOEBBELS` PROPAGANDISTEN“ NACH DEM ENDE DER NS-HERRSCHAFT

1. Untersuchung des Berufsverlaufs nach 1945

1.1. Fragestellungen der Analyse II

1.2. Kategorienbildung: Ehemalige „Schriftleiter“ nach 1945

2. Entnazifizierung in Österreich

2.1. Allgemeine Entnazifizierungsmaßnahmen

2.2. Entnazifizierung der österreichischen Presse

2.3. Entnazifizierungsverfahren ehemaliger „Schriftleitern“

3. Entnazifizierung der deutschen Presse

4. Analyse II: Arbeitsfelder und Aufenthaltsort der ehemaligen „Propagandisten Goebbels`“ nach 1945

4.1. Ehemalige „Schriftleiter“ nach 1945 in Österreich

4.2. Ehemalige „Schriftleiter“ nach 1945 in Deutschland

4.3. Ehemalige „Schriftleiter“ - 1945 in Österreich, dann in Deutschland

4.4. Im Exil - Ehemalige „Schriftleiter“ nach 1945 im Ausland

4.5. Ehemaliger „Schriftleiter“ mit unbekanntem Aufenthaltsort

5. Resümee - Karrieren ehemaliger „Schriftleiter“ nach 1945

V. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

VI. BIOGRAFIEN

VII. ANHANG

1. Literatur für die gesamte Darstellung

2. Literatur zum Erstellen der Journalisten-Biografien

3. Quellen zum Erstellen der Journalisten-Biografien

4. Tabellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht eine kollektivbiografische Gruppe von 113 Journalisten, die im Zuge des „Anschlusses“ 1938 von Deutschland nach Österreich (die „Ostmark“) entsandt wurden, um die dortige Medienlandschaft im Sinne des nationalsozialistischen Regimes zu steuern und gleichzuschalten, sowie deren weiteren beruflichen Werdegang nach 1945.

  • Berufsverlauf und politische Herkunft der NS-Journalisten im Untersuchungszeitraum 1938-1945.
  • Untersuchung der personellen Kontinuität im Journalismus in Österreich und Deutschland nach 1945.
  • Analyse der Entnazifizierungsmaßnahmen und deren Auswirkungen auf die berufliche Laufbahn der Journalisten.
  • Erstellung von 113 Kurzbiografien zur Dokumentation der Propaganda- und Pressepolitik des NS-Regimes.
  • Untersuchung von Karrieremustern ehemaliger „Schriftleiter“ in der Nachkriegszeit.

Auszug aus dem Buch

1. Problemstellung und Zielsetzung

Wer waren diese Journalisten, die mit dem „Anschluss“ in die „Ostmark“ kamen? Dass nicht ohne Grund gerade sie eingesetzt wurden, war bereits nach einigen Recherchen offensichtlich. Es galt zu klären, welchen Auftrag sie hatten, wo sie eingesetzt wurden bzw. welche Rolle sie im nationalsozialistischen Propagandaapparat spielten.

Wohin die Recherche führen würde, ob hinter diesen Namen Persönlichkeiten steckten, die so relevant waren, dass zu ihnen für die geplante Untersuchung ausreichend Akten angelegt wurden, war am Anfang nicht absehbar. Der erste Eindruck bestätigte sich: Die Mehrzahl der „Schriftleiter“ hatte in der Geschichte Spuren hinterlassen, zu den meisten wurden ausreichend Akten gefunden. Obwohl die Individualität des Einzelnen eine Vereinheitlichung und Verallgemeinerung nur eingeschränkt zulässt, wurden sehr bald Parallelen deutlich - die Gruppe wurde allmählich homogener.

Zusätzlich drängte sich ein weiterer Aspekt geradezu auf: Was geschah mit diesen Journalisten nach dem Ende der NS-Herrschaft? Waren sie weiterhin Teil der Medienlandschaft in Österreich oder in Deutschland? Aus diesem Grund wurden die Biografien - soweit die Akten Auskunft darüber gegeben haben - bis nach dem Krieg fortgesetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die personelle Kontinuität der NS-Presse in Österreich und stellt die Forschungsfrage nach dem Verbleib der „Schriftleiter“ nach 1945.

II. ENTWICKLUNG DER PRESSE IM „DEUTSCHEN REICH“ AB 1933: Dieses Kapitel beschreibt die radikale Gleichschaltung und Presselenkung im nationalsozialistischen Deutschland als Vorbild für die spätere Entwicklung in der „Ostmark“.

III. ANALYSE I: „SCHRIFTLEITER“, DIE 1938/39 AUS DEM „DEUTSCHEN REICH“ NACH ÖSTERREICH KAMEN: Die Analyse wertet die Herkunft, politische Prägung und die spezifischen Arbeitsbereiche der nach Österreich entsandten Journalisten aus.

IV. ANALYSE II: „GOEBBELS` PROPAGANDISTEN“ NACH DEM ENDE DER NS-HERRSCHAFT: Dieses Kapitel befasst sich mit der Entnazifizierung und der Frage, inwieweit ehemalige NS-Journalisten nach 1945 ihre berufliche Laufbahn in Österreich oder Deutschland fortsetzen konnten.

V. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Hier werden die Ergebnisse der kollektivbiografischen Untersuchung zusammengefasst und die personelle Kontinuität in der Presse nach 1945 bestätigt.

VI. BIOGRAFIEN: Ein ausführlicher biographischer Teil mit Einzelanalysen der untersuchten Journalisten.

VII. ANHANG: Enthält die Literaturliste, Quellenverzeichnisse sowie das Tabellenverzeichnis.

Schlüsselwörter

Journalismus, Nationalsozialismus, Pressepolitik, Schriftleitergesetz, Gleichschaltung, Österreich, Ostmark, Propaganda, personelle Kontinuität, Entnazifizierung, Nachkriegszeit, NS-Medien, Biografien, RDP, NSDAP.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Tätigkeit und den Werdegang von 113 Journalisten, die nach dem „Anschluss“ 1938 von Deutschland in das österreichische Pressewesen entsandt wurden, sowie deren weitere Karrieren nach dem Ende des NS-Regimes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die nationalsozialistische Presselenkung, die „Gleichschaltung“ österreichischer Zeitungen, die Rolle von NSDAP-Mitgliedern im Journalismus und die personelle Kontinuität in den Medien der Nachkriegszeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Hauptfrage ist, ob es nach 1945 eine „Stunde Null“ gab oder ob Journalisten, die als „Propagandisten Goebbels“ für das NS-Regime tätig waren, ihre Karriere in der demokratischen Nachkriegspresse fortsetzen konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kollektivbiografische Studie, die auf der systematischen Auswertung von Personalakten, Mitgliederverzeichnissen der NSDAP und des RDP sowie Nachschlagewerken basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Analysen: Eine erste Untersuchung zum Einsatz der Journalisten in der Propaganda und Presse der „Ostmark“ zwischen 1938 und 1945 sowie eine zweite Untersuchung zu deren Arbeitsfeldern und Aufenthaltsorten nach 1945 unter Berücksichtigung von Entnazifizierungsmaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie „Journalismus im Nationalsozialismus“, „personelle Kontinuität“, „Gleichschaltung“, „Entnazifizierung“ und „Propagandisten“ definiert.

Welche Rolle spielte das „Presseamt Bürckel“ bei der Besetzung von Stellen?

Das „Presseamt Bürckel“ war eine maßgebliche Institution, die kurz nach dem Einmarsch 1938 in Wien eingerichtet wurde, um die gesamte österreichische Presse zu kontrollieren und mit reichsdeutschen „Schriftleitern“ zu besetzen.

Welches Fazit zieht die Verfasserin zur personellen Kontinuität?

Die Verfasserin stellt fest, dass es keinen personellen Neuanfang gab; vielmehr konnte ein Großteil der ehemaligen NS-Journalisten – in Deutschland oft erfolgreicher als in Österreich – nach der Entnazifizierung weiterhin im journalistischen oder öffentlichen Bereich tätig sein.

Excerpt out of 277 pages  - scroll top

Details

Title
'Goebbels Propagandisten' für die Ostmark
College
University of Vienna  (Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Grade
sehr gut
Author
Karoline Kühnelt (Author)
Publication Year
2004
Pages
277
Catalog Number
V43741
ISBN (eBook)
9783638414722
Language
German
Tags
Goebbels Propagandisten Ostmark Nazionalsozialismus Journalismus Journalisten Entnazifizierung Zweiter Weltkrieg Nachkriegszeit Deutschland Österreich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karoline Kühnelt (Author), 2004, 'Goebbels Propagandisten' für die Ostmark, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43741
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