Buchvergleich: 'Kampf der Kulturen' mit 'Tanz der Kulturen' Globalisierung aus politischer bzw. ethnologischer Sicht


Seminararbeit, 2002
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Kampf der Kulturen
2.1.1 Kurze Vorstellung des Buches
2.1.1.1 Wer ist S.P. Huntington?
2.1.2 Die Kulturknall-Theorie
2.1.2.1 Identitätssuche nach dem Ende des Kalten Krieges
2.1.2.2 Die multipolare und multikulturelle Welt
2.1.2.3 Die Kulturkreise
2.1.2.4 Bruchlinienkonflikte
2.1.2.5 Forderungen für die Zukunft
2.1.2.5.1 Rückbezug auf eigene Identität
2.1.2.5.2 Verstärkte Kooperation, der konstruktive Weg
2.2 Tanz der Kulturen
2.2.1 Einleitung
2.2.2 Wie wird Kultur im „Tanz der Kulturen“ definiert?
2.2.2.1 Kritik an Huntington
2.2.3 Neue Kulturen
2.2.3.1 Transnationale Kulturen
2.2.3.2 Migranten und der deterritorialisierte Nationalstaat
2.2.3.3 Die privilegierten Heimatlosen
2.2.3.3 Transnationalität in Religionen und Sekten
2.2.3.5 Virtuelle Gemeinschaften
2.2.4 Der Umgang mit „dem Fremden“ nach Sundermeier
2.2.4.1 Welchem Modell sind die beiden Bücher zuzurechnen?
2.2.5 Authentizität
2.2.6 Die Globalkultur als weltweites Referenzsystem

3. Schluß

1. Einleitung

In der folgenden Arbeit, die im Rahmen des Seminars „Interkulturelle Germanistik I“ geschrieben wurde, sollen die Bücher „Kampf der Kulturen“[1] von Samuel P. Huntington und „Tanz der Kulturen“[2] von Joanna Breidenbach und Ina Zukrigl vorgestellt und miteinander verglichen werden.

2. Hauptteil

2.1. Kampf der Kulturen

2.1.1 Kurze Vorstellung des Buches

Als der US Politologe Samuel P. Huntington im Jahre 1993 seinen Essay „„Clash of Civilisations?“ in der US-Zeitschrift „Foreign Affairs“ veröffentlichte, war seine These vom Kampf der Kulturen noch als Frage gestellt. Die Ausarbeitung des Artikels, ein ca. 600 Seiten starkes Buch, welches 1996 erschien, enthielt das Fragezeichen nicht mehr, die These wurde zur Feststellung. Huntington versteht sein Werk als eine Interpretation der Weltpolitik nach dem Ende des kalten Krieges. Er stellt dar, wie sich die Welt im Zuge der Globalisierung verändert und wie der Westen darauf reagieren könnte. Erneute Aktualität gewann das in Deutschland unter dem Titel „Kampf der Kulturen“ veröffentlichte Buch nach den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon am 11.9.2001. Huntingtons Vorhersage, dass die Konflikte und Kriege der Zukunft nicht mehr zwischen Nationen, sondern zwischen Kulturkreisen stattfinden würden, schien sich bewahrheitet zu haben. Im Folgenden werde ich Ihn und sein Paradigma kurz darstellen.

2.1.1.1. Wer ist S.P. Huntington?

Huntingtons Einfluss auf das gegenwärtige politische Denken ist groß: „Er ist Berater des US-Außenministeriums und Mitbegründer der Zeitschrift „Foreign Affairs“[3]. Jeder, der sich mit internationaler Politik, Identitätsbildungstheorien oder Kulturtheorie beschäftigt, kennt seinen Namen und es gibt keine politikwissenschaftliche Bibliothek, die ohne sein Hauptwerk auskäme. Oft werden seine Begrifflichkeiten direkt angesprochen, so zum Beispiel in einer Rede von Johannes Rau zur Lage der Welt ein Jahr nach dem 11.9.200. Aber auch wenn sie nicht immer explizit genannt werden, scheinen sie doch im Hintergrund zu wirken.

Huntingtons Kulturknall-Theorie löste auch in den Massenmedien ein großes Echo aus, obwohl sein Buch der wissenschaftlichen Literatur zuzurechnen ist. Seine Thesen sind teilweise heftig umstritten.

2.1.2 Die Kulturknall-Theorie

2.1.2.1 Identitätssuche nach dem Ende des Kalten Krieges

Grundannahme der These des Kriegs der Kulturen ist, dass die Welt nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes nicht friedlicher oder einheitlicher geworden ist. Im Gegenteil: Es stellte sich heraus, dass der Kalte Krieg die Menschen der Welt zwar in drei politische Identitäten aufteilte und zwar in die sogenannte erste, zweite, dritte Welt, jedoch einen viel älteren identitätsstiftenden Aspekt, nämlich den der jeweils eigenen Kultur verdeckt hatte. Die Folge dieser Entwicklung ist eine Zunahme von Kriegshandlungen. Eine These, die auch von anderen Autoren aufgegriffen wurde, so bemerkt Eckart Otto: „ Eine Fülle von Konflikten, die bis dahin durch den Ost-West Gegensatz überdeckt wurden, sind seitdem offen ausgebrochen und werden gewalttätig ausgefochten. Dabei ist zu beobachten, dass die Bruchlinien des Konfliktes immer wieder auf den Grenzlinien unterschiedlicher Kulturen und Religionen verlaufen.“[4]

Die Antwort auf die, von den durch die gewaltigen Veränderungen verunsicherten Bevölkerungen gestellte Frage „Wer sind wir?“, kann nach Huntington nur durch Rückbezug auf die eigene Herkunft beantwortet werden. „Die Menschen definieren sich über Herkunft, Religion, Sprache, Geschichte, Werte, Sitten und Gebräuche, Institutionen.“[5]

2.1.2.2 Die multipolare und multikulturelle Welt

Während die Welt zur Zeit des Kalten Krieges noch durch die Bipolarität zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion gekennzeichnet war, ist nun mit dem Entstehen einer multipolar und multikulturell geprägten Welt zu rechnen. „Die Welt wird auf der Grundlage von Kulturkreisen geordnet werden. In dieser Welt treten die Kernstaaten von Kulturkreisen an die Stelle der Supermächte.“[6]

2.1.2.3 Die Kulturkreise

Huntington teilt die Welt in sieben „Kulturkreise“ auf. Diese sind „die höchste kulturelle Gruppierung von Menschen und die allgemeinste Ebene kultureller Identität des Menschen, unterhalb der Ebene, die den Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet.“[7] Die Reichweite der Kulturkreise ist in etwa deckungsgleich mit denen der großen Religionen und bei den meisten hat jeweils ein „Kernstaat“ die Führungsrolle inne. Um

dieses Machtzentrum bilden sich konzentrische Kreise aus Nationen, denn „Länder neigen dazu, Anschluß an Länder mit ähnlicher Kultur zu suchen und Abstand zu Ländern zu halten, mit denen sie kulturell nichts gemeinsam haben.“[8]

Die Kulturkreise und ihre Kernstaaten sind[9]:

- Der westliche, christlich geprägt, mit den Kernstaaten Frankreich und Deutschland (die USA

werden eigenartigerweise nicht erwähnt).

- Der sinische Kulturkreis mit dem konfuzianisch geprägten China
- Der islamische Kulturkreis, in dem Huntington jedoch kein Kernstaat ausmachen kann
- Der hinduistische, mit Indien als Zentrum
- Der slawisch-orthodoxe, mit Rußland als Führungsstaat
- Der japanische, bei dem allerdings Japan jedoch aufgrund der Beschränkung auf dieses eine Land, die Doppelrolle als Kernstaat und Kulturkreis spielen muss.
- Der lateinamerikanische, katholisch-christliche Kulturkreis, wobei sich Huntington nicht
sicher ist, ob Südamerika eigenständig ist, oder doch zum Westen gehört.
- Der afrikanische, vielleicht. Er ist zu uneinheitlich, könnte aber noch zusammenwachsen, dann mit Südafrika als Kernstaat.

[...]


[1] Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. 7.Auflage. München/Wien, 1998.

[2] Breidenbach, Joana und Zukrigl Ina: Tanz der Kulturen. Kulturelle Identität in einer globalisierten Welt. München, 1998.

[3] Ebd., Klappentext.

[4] Eckart Otto: Krieg und Frieden in der hebräischen Bibel und im alten Orient. Aspekte für eine Friedensordnung der Moderne. S. 9.1999 Berlin Stuttgart Köln.

[5] Huntington, S.21.

[6] Huntington, S.247.

[7] Huntington, S.54.

[8] Huntington, S.246.

[9] vgl. Huntington S.57-62 und S.249-288.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Buchvergleich: 'Kampf der Kulturen' mit 'Tanz der Kulturen' Globalisierung aus politischer bzw. ethnologischer Sicht
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Institut für Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Interkulturelle Germanistik
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
15
Katalognummer
V43742
ISBN (eBook)
9783638414739
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kurz und bündig stellt die Arbeit die Konzepte Samuel Huntingtons dar und vergleicht sie mit denen von Breidenbach und Zukrigl. Während erster von einem politisch-ngeativen Bild ausgeht stellen zweitere die positiven Aspekte der Globalisierung aus ethnologischer Perspektive dar.
Schlagworte
Buchvergleich, Kampf, Kulturen, Tanz, Globalisierung, Sicht, Interkulturelle, Germanistik
Arbeit zitieren
Jörg Hartmann (Autor), 2002, Buchvergleich: 'Kampf der Kulturen' mit 'Tanz der Kulturen' Globalisierung aus politischer bzw. ethnologischer Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43742

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